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Thema: "The Legend of Zelda"-Reihe: Immer nur Meisterwerke oder auch mal der totale Käse?

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  1. #1
    Klunky so: "Werde ich nicht viel beisteuern können":
    Meme
    Schreibt 329-seitigen Roman^^

    Vllt. können wir die Ausgangsfrage noch etwas ergänzen:
    In welche Richtung sollte die Reihe Eurer Meinung nach gehen? Was erwartet Ihr vom nächsten Zelda? Und was denkt Ihr, werden die nächsten Iterationen ergänzen, verändern und reinterpretieren?

  2. #2
    Zelda ist die Spielreihe, die ich mit Abstand am meisten schätze und mit der ich auch die meisten Erinnerungen verbinde. Sie hat mich von dem ersten Moment, als ich A Link to the Past reingelegt habe verzaubert und ich hatte mit einigen Menschen, von denen einige heute auch nicht mehr da sind, viel Spaß die Welt von Hyrule zu erkunden, in verschiedensten Varianten. Daher verbinde ich mit der Reihe sehr viel und werde sie auch nie in irgendeiner Weise unemotional sehen können. Zelda ist auch die einzige Spielereihe, bei der ich mir Merchandise kaufe, wie beispielsweise die speziellen Handheldmodelle, die Joycons, Figuren, etc.

    Interessanterweise hat meine Faszination mit der Reihe überhaupt nicht mit den Punkten zu tun, die Cipo beispielsweise aufgreift. Für mich macht Zelda die märchenhafte Atmosphäre, wunderschöne Musik, die spaßigen, cartoonhaften Charaktere. Strukturierte Erforschung der Welt, die aber den Erkundung- und Entdeckerdrang stillt, die Verschachteltheit, die einen immer wieder teased und auffordert, sich bestimmte Sachen zu merken und an frühere Orte zurückzukehren. Eine größtenteils kohärente Spielwelt, in die sich die Dungeons auch sehr schön eingliedern, welche sich öfter wie tatsächliche Gebäude anfühlen (was es beispielsweise von Landstalker aus meiner Sicht massiv unterscheidet). Eine gewisse Zeitlosigkeit würde ich vielen Teilen der Reihe auch zusprechen, weil sie größtenteils auf Gimmicks verzichten, die veralten (hier sind leider die DS Teile und Skyward Sword raus, aber letzteres bekommt ja glücklicherweise ein Update).

    Meine Enttäuschung über BotW ist ja allgemein bekannt, daher werde ich versuchen darauf nicht mehr groß einzugehen. Aus meiner Sicht erfüllt das Spiel nur wenige der Dinge, die ich oben genannt habe oder hat sie in einem - im Verhältnis zum Rest des Spiels - geringen Ausmaß. Vor allem die Musik ist für mich eine große Katastrophe im Vergleich zu vielen anderen Vertretern, und das macht für mich bei Zelda wirklich viel aus. Dabei zeigt das Main Theme, dass sie es wirklich können, denn DAS ist die Magie, die ich aus Zelda kenne. Leider merkt man davon im Spielverlauf praktisch nichts. Mich hat BotW so wenig begeistert, dass ich nicht mal die DLCs gespielt habe und ein zweiter Anlauf nach 5 Stunden abgebrochen wurde. BotW ist nicht mein Spiel, und wäre es nicht Teil der Zeldareihe, hätte ich es mir wohl auch nicht gekauft.
    Nichtdestotrotz kann ich es allgemein natürlich nicht als "schlechtes Spiel" bezeichnen und es hat auch einige Elemente, die mir gefallen haben (dazu später mehr).

    Stattdessen lieber ein paar der Teile zelebrieren, welche ich wirklich großartig fand:

    Majora's Mask ist für mich die Spitze von allen Elementen, die ich oben erwähnt habe. Man hat sehr viel (strukturierte!) Freiheit, kann einer Unmenge an (interessanten!) Nebenaufgaben nachgehen. Clock Town fühlte sich damals lebendig an und auch heute habe ich noch sehr viel Vergnügen dort. Es ist eines der komplexesten Zeldaspiele und man muss sich eine Menge in Erinnerung behalten, durch die Zeitschleife verändert sich die Welt stetig und es entsteht auch Tragik, von der das Spiel auch sonst recht viel hat. Es ist definitiv das düsterste Zelda, was auch musikalisch unterstützt wird (Stone Tower Temple, Ikana Valley, etc.). Den NPCs aus OoT wurde ein sehr charmanter Spin gegeben.
    Auch ist es ein Teil, bei dem es mir so vorkam, als hätten sie es auch gameplaytechnisch als Fortsetzung von OoT gesehen - die Tempel und Oberwelt sind deutlich komplexer und man muss schwerere Rätsel lösen, und das mit einem Zeitlimit. Das ist viel großzügiger als manche glauben, aber natürlich sorgt alleine die Tatsache, dass es eines gibt, für einen Druck. Und dieser Druck verkörpert auch perfekt die Situation der Spielwelt, also schöne Harmonie. Generell harmonieren in MM so unglaublich viele Konzepte miteinander, dass es einfach nur großartig ist.
    Auch ist MM ein Teil, der zeigt, dass manchmal Designrestriktionen (hier durch Zeit) durchaus etwas Großartiges hervorbringen können, was man sonst nicht geschafft hätte. Immerhin wurden so einige Elemente in dem 3DS Remake abgeändert, weil man rückblickend gemerkt hat, dass sie nicht "so gut ankamen" - aber einige davon hatten MM gerade zu dem gemacht, was es war. Zu schade, dass meine GC Version des Spiels random Crashes hatte, was das Game für mich außerhalb von Emulation wegen der begrenzten Speichermöglichkeiten nahezu unspielbar gemacht hat *g*

    Wind Waker ist die musikalische Spitze für mich, wie Orpheus schon sagt. Selbst wenn ich jetzt den OST höre, möchte ich gleich wieder direkt losstarten damit. Im Gegensatz zu ihm fand ich die Musik sogar so gut, dass mir das Segeln auf dem Meer nie langweilig geworden ist. Wind Waker hat für mich auch eine Größe der Welt, die ich noch recht passend finde, wobei man den Ozean ruhig mit mehr Inseln hätte auffüllen können, denn da ist schon einiges an Leerlauf. Die Wii U Version hat das schnellere Segel eingeführt, was wirklich gut - leider hat die Version auch die Grafikengine komplett ersetzt, was wirklich schade ist.
    Atmosphärisch vermutlich nach MM der beste Teil, weil das Karibikflair so schön rüberkommt. Port Monee ist auch eine Stadt, in der einiges passiert und die sich im Spielverlauf immer mal wieder ändert. Tetras Rolle im Spiel hat mir großartig gefallen, bis sie dann nach der Hälfte vom Spiel an den Rand geschoben wird. Die Fehde zwischen Link und Ganondorf wird hier auch recht natürlich aufgebaut und generell hat Link neben der tollen Mimik auch mal eine etwas höhere Motivation als "Du bist Auserwählt, also tu gefälligst!".
    Leider ist WW ein enorm einfaches Spiel, was zugegeben irgendwie mit dem Artstyle zusammenpasst. Wind Wakers größtes Problem ist aber, dass es höchstwahrscheinlich gerushed war. Dadurch fühlt es sich, nach der äußerst gelungenen ersten Hälfte, doch sehr hastig an wie schnell man dann die letzten 2 Tempel macht und das Spiel auch praktisch vorbei ist. Aber hey, immerhin hat man eine der epischsten finalen Schlachten der Reihe, die einfach genial inszeniert (und beendet) wird.

    Im Rahmen von WW noch ein kleiner Shout Out für Spirit Tracks. Musikalisch wie Klunky sagt ebenfalls ein top Titel, und hier hat auch die Musik absolut über das Zugfahren hinweggetäuscht und ich konnte gar nicht genug davon kriegen. Zelda ist hier ein sehr präsenter Charakter und das ist ein Element, dass andere Titel leider vermissen lassen. Leider haben sich die Dungeons aus den DS Titeln für mich nie sonderlich "gut" angefühlt sondern eher Gimmicky.

    A Link to the Past ist mit Link's Awakening nostalgisch, aber beide Spiele sind auch sonst zeitlos großartig. Hier hat Klunky im Prinzip fast alles gesagt. ALttP hat eher eine Designideologie, die noch an Zelda 1 angelehnt ist, aber mit mehr Leitung. Es öffnet sich erst wirklich sobald man in die Schattenwelt kommt, und dort kann man dann viele Paläste in eigener Reihenfolge angehen. Das Hyrule Theme von ALttP wird für immer in meinem Gehirn eingebrannt sein, genau wie die Schattenwelt.
    LA ist das Modell der späteren Zeldaspiele und einfach charmant. Es hat viele kleine, liebenswürdige Nebencharaktere (Marine, Madame MiouMiou) und wie N_snake sagt, sehe ich hier auch die Urversion als die "wahre" an. Das Game hab ich damals bis zur Vergasung gespielt. Dass es sich nicht sonderlich ernst nimmt finde ich auch erfrischend. Was mir am Switch Remake gefallen hat, war, dass es doch viele Elemente übernimmt (zum Leidwesen vieler Leute, die bei einem Remake am liebsten hätten, dass das ganze Spiel anders wird *g*).

    Zum Abschluss noch ein paar Elemente, die mir in einigen Zeldatiteln besonders hervorgestochen sidn, über die ich oben nichts geschrieben habe:
    • Midna aus Twilight Princess ist ein großartiger Charakter. Es ist toll, wie sich das Verhältnis zwischen ihr und Link im Spielverlauf immer weiter entwickelt und das Ende von TP ist wohl einer der emotionaleren Momente der Reihe.
    • Zelda aus Breath of the Wild. BotW ist vermutlich der Teil mit der komplexesten Darstellung von Zelda und hat auch eine der interessantesten Hintergrundgeschichten (welche sich dann leider nur praktisch gar nicht in der Spielrealität wiederfindet, aber gut). Zelda ist hochintelligent, neugierig, dickköpfig aber auch unsicher. Ihre Beziehung mit Link wird in den Flashbacks sehr schön dargestellt, teilweise durch Szenen die fast belanglos erscheinen (Frosch!). Ehrlich gesagt sind es diese Sachen, die mich dann doch freudig an BotW zurückdenken lassen, aber leider machen diese nicht mal 5% davon aus.
    • Integrierung der Dungeons in die Spielwelt aus Breath of the Wild. Die Divine Beasts sind zwar optisch und thematisch relativ langweilig, aber die Einbindung der Dungeons in die Spielwelt war großartig. Schloss Hyrule war ein wirklich guter Dungeon, welcher die Offenheit von BotW mit klassischen Elementen verbunden hat.
    • Die komplexeren Elemente aus Oracle of Seasons / Ages. Beide Spiele nehmen sich die Zeldaformel, die in LA etabliert wurde, und machen damit deutlich anspruchsvollere Puzzles / Kämpfe. Vier Jahreszeiten, Subrosia, die verschiedenen Arten die Zeit zu manipulieren, die Kombination der beiden Spiele in ein großes Ganzen, alles wirklich großartige Elemente. OST war auch gut!
    • Die Größe der kleinen Welt von Minish Cap. Ja, das Spiel ist einer der kürzesten Zeldateile, aber holy Shit, gibt es hier so unheimlich viele Kleinigkeite zu entdecken und freizuschalten. Einer der Teile, bei dem ich trotz vieler Durchänge immer noch nicht alles entdeckt habe. Auch: Backstory für Links Hut! YES! Übrigens ebenfalls ziemlich guter OST
    • Ocarina of Time habe ich nicht erwähnt, daher: Der Wassertempel auf dem 3DS. Ein wirklich schöner Dungeon, welcher auf dem N64 nur so ätzend war, weil man die Eisenstiefel nicht auf einen Button legen konnte. Jabu Jabus Bauch darf man auch nicht vergessen, wie ich damals Bauklötze gestaunt habe, dass man in einem Zelda einen Tempel hat, der... naja, kein "Tempel" ist. Ja, manchmal sinds die kleinen Dinge *g*
    • Phai aus Skyward Sword. Mit 95% Wahrscheinlichkeit ein Troll der Entwickler an die Spieler. Generell kann ich bei manchen Designentscheidungen von SS nur daran glauben, dass man hier bewusst Spieler verarschen wollte. Beispielsweise, dass bei jedem Laden vom Spiel beim Aufheben von Items wieder der gleiche belanglose Text kommt, den man schon hundert Mal gelesen hat. Kann zu 80% nicht ernstgemeint sein. Und da passt Phai dann perfekt rein, welche einem nachdem man ein Item gefunden hat, was einen Text hatte, der einem erklärt, wie man es benutzen soll und den Raum auch nur verlassen kann, indem man es benutzt (wisst ihr, klassisches gutes Gamedesign) einem NOCH MAL erklärt, was man damit machen soll


    Es gibt noch so viel mehr, was ich zu der Reihe schreiben könnte, aber ich belass es erstmal dabei.



    Um aber auf N_snakes Frage zurückzukommen: Tatsächlich hätte ich am liebsten etwas (spirituell) wie Majora's Mask, und zumindest atmosphärisch hat ja der damalige Trailer von BotW2 auch schon einen düsteren Eindruck gemacht. Daher gehe ich bei der Antwort mal einen Kompromiss ein, weil ich nicht glaube, dass Nintendo komplett von der BotW abweichen wird. Und sie sollten es vermutlich auch nicht, weil das etwas ist, was man sicherlich noch deutlich schleifen kann. Und hey, wer weiß - wenn es noch weiter geschliffen ist, vielleicht gefällt es dann sogar mir als Open World Muffel? *g*
    Daher wäre mit einem Spiel wie BotW, was ne Ecke kleiner ist, einige der gameplaytechnischen Probleme schleift und wieder mehr der klassischen Struktur enthält, zufrieden. Lieber weniger Leerlauf und mit einem strukturierteren Spielablauf. Vielleicht angelehnt an ALttP.

    Geändert von Sylverthas (24.05.2021 um 20:38 Uhr)

  3. #3

    Badass Freakin' Administrator
    stars_admin
    Zitat Zitat von N_snake Beitrag anzeigen
    Vllt. können wir die Ausgangsfrage noch etwas ergänzen:
    In welche Richtung sollte die Reihe Eurer Meinung nach gehen? Was erwartet Ihr vom nächsten Zelda? Und was denkt Ihr, werden die nächsten Iterationen ergänzen, verändern und reinterpretieren?
    Ich würde mir tatsächlich wünschen, dass die Reihe wieder etwas mehr zu seinen Ursprüngen zurückkehrt bzw. versucht wird eine gute Mischung aus Twilight Princess und Majora's Mask hinzubekommen (ohne das man aber x Masken aufsetzen kann). Ich weiß das Nintendo die Reihe immer wieder neu erfinden will und die Features die die jeweils aktuelle Konsole bietet nutzen will, aber wie extrem will man sich dabei immer vom Ursprung entfernen. Naja, mal gucken wie der nächste Teil aussehen wird der dann irgendwann mal erscheinen wird. Das nicht zwangsläufig das erscheint was im Trailer gezeigt wird, haben wir ja schon damals beim Gamecube gelernt.

  4. #4
    Oh, habe den Thread jetzt gerade erst gesehen.

    Hmm, zur Serie insgesamt kann ich eigentlich nicht so viel schreiben, da ich viele Zelda-Teile entweder gar nicht, oder nur angespielt habe.

    Ich war auch nie ein Hardcore-Fan der Reihe, A Link to the Past und Link's Awakening waren vor Breath of the Wild die beiden einzigen Zelda-Teile die ich komplett durchgespielt habe und beide finde ich fantastisch, Ocarina of Time, Majora's Mask, Wind Waker, Twilight Princess und Skyward Sword habe ich angespielt und ehrlich gesagt konnte mich davon keins so richtig begeistern, wobei ich im Nachhinein doch Lust hätte Wind Waker nochmal eine Chance zu geben, da mir das von den Teilen auf jeden Fall am besten gefallen hat.

    Teile die ich auf jeden Fall noch gerne Spielen würde sind Oracle of Ages/Seasons, Minish Cap, Phantom Hourglass und A Link between Worlds.

    Als dann Breath of the Wild angekündigt wurde, war ich zwar interessiert, aber nicht sofort begeistert, vor allem auch, weil ich nicht so der große Open World-Fan bin, die Open World-Spiele, die ich davor richtig gut fand kann ich locker an einer Hand abzählen und 2 davon sind Rennspiele.
    Ich habe Neuigkeiten zum Spiel trotzdem aufmerksam mitverfolgt und je mehr Infos durchsickerten, desto mehr wuchs mein Interesse und als immer mehr klar wurde, dass BotW viele Dinge die mich an so gut wie allen Open World-Spielen nerven, anders macht, entwickelte sich das Spiel immer mehr zu meinem damaligen "Most Wanted" und als man dann in den Treehouse-Streams auf der E3 2016 zum ersten mal richtig sehen konnte wie die Spielwelt funktioniert, war ich einfach Feuer und Flamme und es stand für mich fest, ich muss dieses Spiel haben, und zwar mit der Switch, obwohl ich die Wii U schon besaß.

    Am 03.März 2017 war es dann endich soweit, um 9 Uhr morgens stand ich mit ca. 10 anderen Leuten die, wie ich auch, die Konsole vorbestellt hatten, vorm Toys "R" us und holte meine Switch samt BotW ab, leider hatten sie noch keine Pro Controller ausgepackt und konnten nicht sagen wann sie dazu kommen, also musste ich noch schnell in die Innenstadt zum Saturn um mir dort einen (für gesalzene 80€ ) zu holen.

    Zuhause dann schnell alles aufgebaut, die Switch eingerichtet und dann das Spiel gestartet und schon nach 20 Minuten war ich mir sicher, dass ich hier etwas ganz besonderes vor mir hatte.
    Und so vergingen die ersten Tage, ich erkundete die Welt, experimentierte herum, erklomm Berge und Türme und schaltete so immer mehr von der Karte frei, begann zu begreifen, was mit den Werkzeugen die einem das Spiel in die Hand gibt alles möglich ist und immer mehr kam in mir das Gefühl auf, dass tatsächlich etwas eintreten könnte, was ich nicht mehr für möglich gehalten hatte.
    Seit nunmehr 22 Jahren thronte auf dem Gipfel meines persönlichen Spiele-Olymps das in meinen Augen praktisch perfekte Donkey Kong Country 2, so oft hatte ich mich gefragt, ob es jemals ein Spiel geben würde welches in meinen Augen dessen Qualität erreichen, geschweige denn übertrumpfen könnte und immer wieder habe ich mir gedacht: "Tja, besser scheint es einfach nicht zu gehen." und doch saß ich nun hier vor der Switch und hatte das Gefühl, trotz einiger Macken und Schwächen, nie zuvor etwas gespielt zu haben, das mich in diesem Maße mit spielerischer Freude erfüllt hat.
    So oft habe ich vorher Open World-Spiele gespielt und mir gedacht, dass man doch so vieles besser machen könnte, und dann kam BotW und hat in meinen Augen fast alles besser gemacht als die anderen Genre-Vertreter.

    Ich liebe, dass einen das Spiel so gut wie gar nicht an die Hand nimmt, viele Spielmechaniken bleiben einem verborgen, wenn man nicht aupasst und selber experimentiert.
    Das Spiel gibt einem Hinweise, stößt einen aber nicht mit der Nase darauf.
    Wie viele Let's-Player habe ich gesehen, die am Anfang des Spiels die Beschreibungen der zum ersten Mal gefundenen Items kurz gelesen, aber nicht begriffen haben.
    In der Beschreibung der Axt die man am Anfang findet steht zum Beispel, dass damit im Handumdrehen Bäume fallen, aber nur die wenigsten haben verstanden, dass das wörtlich gemeint ist.

    Ich liebe, dass das Spiel einen nicht für einen Idioten hält, der alles vorgekaut haben muss.
    So viele haben die Texte der ersten von Bokoblins fallengelassenen Monsterteile überflogen oder einfach direkt weggedrückt und sich dann kurze Zeit später gewundert, warum da nur ungenießbare Pampe herauskommt, wenn man ein Bokoblinhorn mit Fleisch oder Pilzen kocht, wenn sie vorher überhaupt herausgefunden haben, dass es einen Unterschied zwischen Kochen und auf offenem Feuer Rösten gibt.

    Ich liebe, dass die Spielwelt, mit Ausnahme der äußeren Grenzen, keine unsichtbaren Wände oder Barrieren hat, man kann wirklich überall hin und das Spiel sagt einem nirgendwo "Hier kannst du leider nicht hin!".

    Ich liebe, dass das Spiel einem, bis auf die Hauptquest nicht sagt, wo es langgeht, es gibt bei Nebenaufgaben keine Questmarker die einem sagen wo man hin muss, alles muss man sich aus den Informationen der Leute oder aus Dokumenten oder anderen Quellen erschließen, der einzige Marker den man bekommt ist der des Questgeber und man hat zu keinem Zeitpunkt Informationen die man eigentlich nicht haben kann und man kann sich selbst Markierungen auf der Karte machen.
    Die Türme schalten nicht Dutzende von Fragezeichen auf der Karte frei, sondern sind eben Aussischtstürme und genau dafür (und als hoher Ausgangspunkt um mit dem Paragleiter besser und schneller an andere Orte zu kommen) sind sie zu gebrauchen.

    Ich lieber, dass das Spiel einem nicht vorschreibt, wie man Probleme zu lösen hat.
    In anderen Spielen laufen Aufgaben in der Regel nach dem Prinzip "Problem X --> Lösung A, B oder vielleicht noch C --> Ziel" ab und so ziemlich alles davon ist gescriptet und wenn man nicht alles exakt so macht wie die Entwickler es vorgesehen haben, bekommt man sozusagen den digitalen Mittelfinger gezeigt.
    In BotW dagegen sieht das eher so aus: "Problem X --> Hier hast du einen Haufen voller Fähigkeiten und Werkzeuge, mach damit was immer du willst, die einzigen Limitierungen sind die physikalischen Gesetze dieser Spielwelt --> Ziel"

    Ich liebe die Tatsache, dass BotW viel weniger "gamy" als andere Spiele dieser Art ist.
    Du willst in einen Schrein, der von Dornen umgeben ist?
    Such doch einen hochgelegenen Ort und segle mit dem Paragleiter über die Dornen,
    oder Bau dir ein Katapult aus Objekten in der Umgebung das dich über die Dornen wirft,
    oder sprenge dich mit einer (oder 2) Bomben über die Dornen,
    oder erschaffe mit der Cryonis-Rune eine Eissäule und versuche von dieser aus über die Dornen zu kommen,
    oder lade mit der Stasis-Rune ein Objekt an dem man sich festhalten kann so auf, dass du damit über die Dornen fliegen kannst,
    oder suche dir ein Objekt auf dem du stehen kannst, befestige ein paar Okto-Ballons daran, lass dich in die Luft tragen und segle dann von dort über die Dornen,
    oder fackel die Dornen einfach ab.

    In BotW muss man nicht darüber nachdenken, was die Entwickler für Lösungen für bestimmte Aufgaben vorgesehen haben, man muss einfach nur überlegen, was man machen würde, wenn das hier kein Videospiel wäre und in den meisten Fällen klappt das dann auch.

    Diese absolute Freiheit, was Entscheidungen und das Bewegen in der Spielwelt angeht, kann ich BotW gar nicht hoch genug anrechnen.

    Ich liebe außerdem wie die verschiedenen Systeme in der Spielwelt ineinandergreifen.
    Das Physiksystem, das Chemiesystem und das Wettersystem, die alle miteinander interagieren und mit denen man selbst interagieren kann, sind jedem anderen Open World-Spiel um Lichtjahre vorraus.

    Dazu kommt das vergessene Plateau, das meiner Meinung nach ein absolutes Meisterstück in Sachen Tutorial-Design ist.
    Man bekommt alles wichtige für das Spiel beigebracht, und wenn man gewillt ist herumzuexperimentieren, kann man noch so viel mehr verschiedene Mechaniken herausfinden, die einem das Spiel entweder gar nicht, oder erst viel später beibringt, bzw. Hinweise darauf gibt.
    Man lernt dort schon, dass es nicht den einen richtigen Weg gibt um an sein Ziel zu gelangen, wie viele unterschiedliche Vorgehensweisen es alleine gibt, um zum Cryonis-Schrein zu gelangen und je mehr man dort ausprobiert, desto mehr erfährt man auch über verschiedene Spielmechaniken wie zum Beispiel, dass einen eine Fackel in der kalten Region vor dem Erfrieren schützt, sowie alles andere was man anzünden und tragen kann.

    Und obwohl das Spiel, wie ich schon erwähnt habe, auch für mich einige Schwächen hat, heben die zuvor aufgezählten Punkte für mich persönlich BotW trotzdem meilenweit über jeden anderen Zelda-Teil, über jedes andere Open World-Spiel und ja, sogar über jedes andere Videospiel im Allgemeinen.
    Das mag jetzt für viele übertrieben klingen, aber das ging tatsächlich so weit, dass mich BotW in eine regelrechte Videospiel-Depression gestürzt hat durch die ich für eine ganze Weile an so gut wie keinem anderen neuen Spiel mehr richtig Spaß haben konnte, weil keines der Spiele die ich seitdem gespielt habe auch nur ansatzweise die Emotionen in mir auslösen konnte, die BotW ausgelöst hat, das ganze ging fast 3 Jahre in denen es eigentlich nur eine Handvoll Spiele gab, die ich überhaupt über einen längeren Zeitraum spielen konnte ohne, dass es mir davon schlecht ging.

    Und ich weiß, dass vielen Zelda-Fans die Abkehr von so vielen Traditionen zum Teil sehr sauer aufstößt, aber wenn die Entwickler sich entscheiden sollten, sich nach dem kommenden Zelda-Teil wieder von der "BotW-Formel" zu entfernen, wäre das in meinen Augen schon eine kleine Tragödie und die Reihe würde für mich wohl wieder eher uninteressant werden.

    Deshalb hoffe ich inständig, dass Nintendo sich auf die Stärken von BotW besinnt und bei den Schwächen nachbessert, denn mit diesem Spiel haben sie meiner Meinung nach ein fantastisches Fundament für die Zukunft der Serie geschaffen um das es extrem schade wäre, wenn es nach BotW 2 schon wieder fallengelassen würde.

  5. #5
    Zitat Zitat von Taro Misaki Beitrag anzeigen
    Deshalb hoffe ich inständig, dass Nintendo sich auf die Stärken von BotW besinnt und bei den Schwächen nachbessert, denn mit diesem Spiel haben sie meiner Meinung nach ein fantastisches Fundament für die Zukunft der Serie geschaffen um das es extrem schade wäre, wenn es nach BotW 2 schon wieder fallengelassen würde.
    Was tatsächlich aber auch die größte Schwierigkeit ist. Das Konzept von BotW ist extrem schwer fortzusetzen, ohne dass sich Dinge wiederholen. Wir wissen zu BotW2 bereits, dass es in derselben Welt spielt, nur kurze Zeit nach Botw. Macht man es wieder OW, erkundet man quasi dasselbe Hyrule nochmal. Das wird schwer. Von daher bin ich gespannt wie das gelöst wird...oder eben nicht.

  6. #6

    Badass Freakin' Administrator
    stars_admin
    Zitat Zitat von Taro Misaki Beitrag anzeigen
    Ich liebe die Tatsache, dass BotW viel weniger "gamy" als andere Spiele dieser Art ist.
    Du willst in einen Schrein, der von Dornen umgeben ist?
    Such doch einen hochgelegenen Ort und segle mit dem Paragleiter über die Dornen,
    oder Bau dir ein Katapult aus Objekten in der Umgebung das dich über die Dornen wirft,
    oder sprenge dich mit einer (oder 2) Bomben über die Dornen,
    oder erschaffe mit der Cryonis-Rune eine Eissäule und versuche von dieser aus über die Dornen zu kommen,
    oder lade mit der Stasis-Rune ein Objekt an dem man sich festhalten kann so auf, dass du damit über die Dornen fliegen kannst,
    oder suche dir ein Objekt auf dem du stehen kannst, befestige ein paar Okto-Ballons daran, lass dich in die Luft tragen und segle dann von dort über die Dornen,
    oder fackel die Dornen einfach ab.
    Das was du hier beschreibst ist übrigens genau der Punkt, der mit an *Breath of the Wild* am meisten stört. Ich kann verstehen, dass man diese Freiheit wie man das Problem lösen kann mag, aber genau durch die x Möglichkeiten die einem dafür gegeben werden, entfernt sich das Spiel für mich zu sehr vom ursprünglichen Kern der Reihe. Gerade wenn ich ein Objekt aufladen kann, welches mich durch die Gegend schleudert bzw. man darauf durch die Gegend fliegt, mag das zwar cool aussehen, aber es ist zu abgedreht. Das gleiche gilt auch für die Bomben... Naja, mal gucken wie der Nachfolger sein wird. Ich kann mir nämlich auch nicht vorstellen, dass Nintendo bei ein und der gleichen Welt nochmal das gleiche Spielprinzip nutzen wird. Auf der anderen Seite... vielleicht ja doch.

  7. #7
    Typischerweise macht Nintendo ja bei weiteren Teilen der Reihe nie das gleiche noch mal, und fügt nen anderen Spin hinzu. Bei BotW würde es mir nicht sinnig erscheinen, *noch* mehr Optionen hinzuzufügen, und alle alten beizubehalten. Daher gehe ich davon aus, dass sie in irgendeiner Weise etwas einschränken, um an anderer Stelle neue Dinge zu machen. Was ich hoffe: Dass sie das Klettern massiv einschränken, weil das das Spiel einfach stellenweise zu hart bricht.

    Ansonsten kann ich mir schon vorstellen, dass man Hyrule im großen und ganzen von der Geographie so nutzt, wie es in BotW vorhanden ist, aber die Ortschaften verändert und die Landschaft auch mit mehr Sachen auffüllt. Ich denke, die Welt ist groß genug, dass man da noch einen Teil ansiedeln könnte, wenn man genug neue Variationen einbaut.
    Eine Schattenversion könnte ich mir auch vorstellen, hat ja auch Tradition in der Reihe. Wobei das ohne einen Wechsel zur Lichtwelt halt auch eintönig werden könnte, und ich will absolut nicht, dass die ohnehin bereits viel zu große Spielwelt von BotW quasi doppelt so groß wird *g*

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