Reaktion auf Cipo noch hinterher, weil vorhin schon abgeschickt als ich das gesehen habe. ^^
Vielleicht war mein Stichwort "handwerkliche Kunstfertigkeit" auch einfach irreführend. Mir geht es aber null um mögliche objektive Maßstäbe. Es löst das Mysterium für mich aber eben auch nicht auf, festzustellen, dass die Erfahrung subjektiv ist. Musik und VA wirken grundsätzlich ja emotional, auch für mich. Im Kontext von der (mutmaßlichen) Flachheit des Rests nervt mich das dann nur umso mehr. Und es ist auch nicht einfach nur die (textliche) Knappheit des Writings, die mich stört. Ich mag Poesie, aber Poesie kann eben auch mit wenig besonders viel sagen, dicht sein, was ich hier nicht sehe. Und das stört mich dann aus den genannten Gründen.
Und natürlich könnte ich es auch einfach dabei belassen, für mich mein Fazit zu ziehen. Mir ist irgendwo auch wichtig, anderen ihre Erfahrung nicht zu nehmen, sehr sogar. Mit der Zeit hat sich bei mir aber eben auch herausgebildet, was ich im Post über diesem "Fachidiotie" nenne. Ich kann mich Spielen, wie Kunstwerken aus jedem anderen Medium, immer nur mit einer Portion Ideologiekritik nähern, sowohl was die Inhalte als auch ihre Rezeption angeht. Gar nicht weil ich daraus immer etwas ziehe, sondern weil sich dieser Blick auf Kunst einfach verselbstständigt hat. Und klar gibt es da auch Beispiele, in denen ich genug finde, um manch anderes ignorieren oder wenigstens geringer gewichten zu können was problematisch ist (Genshin Impact bspw.), aber wenn ich nicht genug finde, gehe ich mit diesen Aspekten eben auch sehr hart ins Gericht. Würde dahingehend sicher helfen, wenn man komplett ins Detail gehen würde, aber dem gerecht zu werden, würde den Rahmen meines Threads und sicherlich auch jeglichen Aufwands sprengen. Und oh man, werden diese Worte schlecht altern, wenn ich in den kommenden Tagen mein (spoiler!) signifikant besseres Umamusume-Review schreiben werde.
Genau das ist mein Punkt. Also nicht so eindeutig formuliert – hätte ich vielleicht tun sollen, um Missverständnissen vorzubeugen.Auf der anderen Seite wollte ich es aber auch nicht direkt so formulieren, weil es eben so anmaßend ist. Im Sinne von: „Ich durchschaue, was ihr Tölpel nicht zu sehen vermögt. Hahaha, ihr naiven Schäfchen!“ An so eine Überlegenheit glaube ich eben auch eigentlich nicht.
Und insbesondere nicht, weil es ja eben gerade im Fall von Clair Obscur Leute gibt, die ich für sehr emotional und intellektuell integer halte und denen ich so eine Beeinflussung noch viel weniger unterstellen will als der breiten Masse, die durch den Konsum von ausschließlich mainstreamigen Popnarrativen eben wirklich nicht unbedingt geschult sein könnten, mehr zu sehen.
Und genau genommen ist ja auch Letzteres erst mal kein Problem. Warum sollen Leute Dinge nicht gut finden? Wo ist der Zweck, das zu kritisieren? Inhärent ist ja nichts Problematisches daran, etwas „Schlechtes“ zu mögen (wobei dann sowieso wieder die Differenzierungsfrage wäre, was denn „schlecht“ ist und ob das überhaupt irgendwie objektiv verhandelbar wäre). ABER mir geht’s eben auch gar nicht so sehr um die reine Qualitätsfrage als viel mehr um das Thema von Affekt und Emotion. Eben weil wir sowieso in einer sehr affektlastigen Welt leben, in der die unmittelbaren Reaktionen ausschlaggebend und auch kulturtreibend sind. In der tatsächliche Gefühle dann oft hinter diesem Affekt verschwinden. Das macht mich dann so empfindlich, wenn ich sehe, wie ein Spiel, das – während es emotional sein will – meiner Meinung nach so sehr mit Affekt arbeitet auch noch so für seine Emotionalität gefeiert wird. Wie gesagt: Ich glaube dementsprechend wirklich nicht, dass es da mit einer simplen Geschmacksfrage getan ist. Ich störe mich nicht am anderen Geschmack. Ich störe mich an den Impilikationen, die das haben könnte. Daran, dass Affekt hier und da vielleicht einfach Emotion ersetzt. So oder ähnlich sollte das auch meine VA-Verpuffungs-Zeile ausdrücken.Aber ich schreibe allgemein so raw und ohne Plan meine Beiträge, dass sie auch nicht wirklich überlegt ankommen.
Ich struggle auch noch damit, zu formulieren, wohin sich darauf basierend mein kulturwissenschaftliches Gedankenkarrussel da bewegt. Weil die ersten, wieder gelöschten Formulierungsversuche wie irgendein adornoesques, kulturpessimistisches Geschwafel klingen, dem ich mich gar nicht verschreiben möchte.
Das macht den Dive in populäre Spiele ja auch immer so interessant, auch von meiner Seite, weil es mir so ähnlich geht. Ich würde mir trotzdem wünschen, dass ich damit dann auch mal eine gute Erfahrung mache. Das letzte mal war das bei Horizon: Zero Dawn der Fall, wo ich wirklich positiv von den Socken gehauen wurde. Sowohl von der Inszenierung als dann auch davon, was dahinter steckt.Zitat

Kontrollzentrum






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