Letzten Endes ist sowas bei mir auch immer stark an meine Emotionen gebunden. Und dann passiert es bei mir gerne auch Lawinenartig. Wenn ich etwas nicht mag, fällt es mir schwer, an einzelnen Aspekten davon Gefallen zu finden. Und ich schätze, die Musik gehört da auch mit zu. Der "alles ist gleich"-Charakter bleibt durchaus, doch auch gleiches kann einem ja gefallen, wenn man es denn schön findet. Und dass es aus einem Guss ist, kann ja sogar ein Positivmerkmal sein. War es für mich eben nicht, weil ich ohnehin genervt von der Affekthascherei des OST war. Dennoch gibt es einige Tracks, die mir in Erinnerung bleiben. Und auch die, die mehr wie der Rest des Spiels klingen, sind sicher alles andere als schlecht und könnten mir unter anderen Umständen bestimmt gefallen.
Ich persönlich will gar niemandem unterstellen, Scheuklappen aufzuhaben. Mein Erfahrungsbericht ist sehr ehrlich und natürlich in gewisser Weise vernichtend, um meiner Frustration Ausdruck zu verleihen - und dahingehend auch ein bisschen therapeutisch. Ich meine dabei auch alles was ich sage, aber natürlich heißt das nicht, dass andere Auslegungen nicht legitim sind. Ein Teil meiner Frustration ist ja auch, nicht verstehen zu können, was andere darin sehen. Im Zweifel würde ich mir das also auch gerne erklären lassen. ^^Zitat
Danke, war auch sehr kathartisch, es zu schreiben. Ist ja wohl nicht umsonst mein längstes Review bislang geworden. Was auch irgendwo beschämend ist.
Für mich erwächst das eine nicht notwendigerweise aus dem anderen. Der Kampf gegen die Paintress kommt ja nicht ohne Handwerk aus. Erzählerische Mittel, Musik und Voice Acting finden auch darin statt und die können sich dann emotional und gewichtig anfühlen, ohne es wahrlich zu sein. Dass sie es eigentlich nicht sind, ist aber natürlich meine Unterstellung. Die ich versucht habe anhand von meiner Wahrnemung und Beispielen zu belegen, aber natürlich bleibt da irgendwie auch was Anmaßendes dran.Zitat
Trennen tue ich die beiden Sachen, weil ich dem Voice Acting Ehre erweisen will, nicht um die Bedeutung davon zu nehmen. Klar, im besten Falle verschwimmen alle Elemente innerhalb des Mediums zu einer Melange, in der Writing, Voice Acting, Motion Capturing und andere Bestandteile insofern nicht mehr voneinander zu trennen sind als dass alles gemeinsam wirkt um einen Charakter besonders gut zu machen. Dass das hier – für mich – aber nicht der Fall ist, ist ja klar, also muss ich das VA auf diese Weise herausheben, wenn ich es überhaupt erwähnt haben will. Beziehungsweise eben auch um mir selbst einen Erklärungsansatz zu geben, warum das Spiel bei anderen funktioniert haben könnte. Sowas geht dann auch schnell in Richtung Kultur- und Rezeptionsanalyse und vielleicht ist das auch einfach eine fachidiotische Krankheit meinerseits, im allgemeinen Abfeiern eines Spiels, das auf eine bestimmte, meiner Ansicht nach sehr populär orientierte Weise erzählt wird, direkt etwas Größeres lesen zu wollen. Und wie gesagt auch eine Neigung, die in dem Fall diejenigen etwas entmündigt, die daran Gefallen finden.Zitat
Aber ja, gutes VA – und das VA in Clair Obscure ist wie erwähnt gut – kann ein Spiel natürlich erheben. Und das ist ja sogar in Bezug auf dieses Spiel meine Unterstellung. Nur dass diese Erhebung für mich eben nicht klappt, weil mich auch das gute VA nicht die Flachheit des Rests übersehen lässt. Bei anderen Spielen klappt das sicherlich besser. Ich bilde mir aber übrigens auch manchmal bei Spielen, die gar kein Voice Acting haben, im Nachhinein ein, es hätte eines gegeben, weil sie sich für mich auch dahingehend so lebhaft angefühlt haben.
Aber ja, ich trenne hier nicht, weil ich VA und Charakter pauschal als getrennt betrachte, sondern weil es für mich einerseits die eigentliche Möglichkeit ist, die VA zu huldigen, ohne so zu tun zu müssen als würde mir das die Charaktere retten und andererseits um eine Erklärung dafür zu finden, wie andere vom guten VA vielleicht überzeugt wurden.
Englisch. Zumindest in den Credits wurden bei den Charakterstimmen immer (mindestens) zwei Namen genannt. Einer, den ich eher Englisch und einer, den ich eher französisch gelesen habe. Auch in der englischen Sprachausgabe ist aber hin und wieder ein franzsösisches Füllwort dabei. Charaktere sagen eben häufig „Merde“ oder „Putain“, auch wenn sie ansonsten akzentfrei sprechen. Mir hat das gefallen und weder das Englisch, noch die Füllwörter haben sich in die ein oder andere Richtung schlecht oder falsch angefühlt. Ich glaube, die Sprache kann das Setting schon tragen. Sie leidet eben nur an anderer Stelle an romantischer Verknappung, wenn's nach mir geht.Zitat

Kontrollzentrum






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