Ergebnis 1 bis 20 von 48

Thema: Erschöpfungszustand: Videospiele - wenn Gaming keinen Spaß mehr macht

Hybrid-Darstellung

Vorheriger Beitrag Vorheriger Beitrag   Nächster Beitrag Nächster Beitrag
  1. #1
    Ich wollte auch erstmal den Thread von Rusk verlinken, der genau dieses Thema schon vor einer Weile mal behandelt hat.
    Zitat Zitat von N_snake Beitrag anzeigen
    Um das Ganze nicht zu wirr wirken zu lassen, möchte ich vor dem Hintergrund gerne die Frage in den Raum werfen: Hattet Ihr auch schon mal diese Video Game fatigue oder gibt es häufiger mal Phasen, wo Ihr keinen Bock mehr habt? Was glaubt Ihr, woran liegt es und wie kann man dem entgegenwirken? Bewusster spielen? Weniger kaufen? Was sind Eure Empfehlungen? Welche Spiele haben Euch schon mal aus einem ähnlichen Gemütszustand rausgerissen?
    Ich dachte, ich teile mal die Gedanken hier, im best case entfaltet sich vllt. ein Austausch oder eine interessante Diskussion.
    Was ich neulich hatte, auch wenn ich nicht unbedingt einen Zusammenhang vermute (die Erfahrung dafür aber trotzdem hängen geblieben ist): Beim Spielen von Digimon Story: Time Stranger ist mir vor dem Bildschirm aus dem Nichts einfach schlecht geworden. Ich musste mich erstmal hinlegen, ausruhen und bin anschließend arbeiten gegangen, danach ging's mir besser. Seitdem hab ich das Spiel nicht mehr gestartet.

    Was mir persönlich ein wenig zu Aufwind geholfen hat:
    1. Keine "Must Plays" mehr, die alle Welt gut findet. Last of Us, Persona, Final Fantasy, Hollow Knight/Silksong, Elden Ring, Legend of Zelda, und meinetwegen jegliche Form von Xenoblade. Hab ich dieses Jahr bei FF12 (ZA) gesehen: Es ist nicht für mich geschaffen. Vollkommen egal, wie gut der Rest der Welt das findet, nicht jedes Spiel muss für mich etwas sein. FF12 fällt darunter. Nicht alles war schlecht, aber ich fand's in erster Linie langweilig.
    2. Abstecher in andere Genres. Ich hab seit 2002 quasi mit gefühlten fünf Ausnahmen (Ein Crash Bandicoot-Teil, Lost in Blue, die YGO-Spiele, Sacred (2) ... und noch bisschen was in der Richtung) nur (J)RPGs gespielt. Tat gut, 2023 (mit Lobotomy Corporation) bisschen in eine andere Richtung zu gehen, hat frisches Öl ins Getriebe gebracht.
    3. Es ist komplett okay, sich einzugestehen, dass Spiele nix mehr für einen sind, weil sie sich zu gleich, zu langatmig, zu stumpf spielen oder was auch immer. Einfach abbrechen!
    4. AAA-Spiele sind nicht unbedingt mein Freund - es gibt Indiegames, die jedes AAA-Spiel dagegen blass aussehen lassen. Vielleicht nicht unbedingt bei der Grafik, muss aber auch nicht sein.
    5. Veränderte Lebensumstände verändern verändertes Handeln ... oder so. Es ist keine Schande, den Gaming-Handschuh an den Nagel zu hängen und später wiederzukommen, wenn die Zeiten wieder besser sind oder man sich weniger ausgelaugt fühlt.
    6. Und weil ich's echt nicht lassen kann und das (für mich) ein enormer Faktor ist - Der Austausch über die Spiele, mit denen man sich auseinandersetzt - und das Ganze nochmal mehr oder weniger ausführlich aufarbeiten. Reddit hilft unter anderem (oder macht sehr viel schlimmer, je nachdem, wen man fragt *hust*), aber was JRPGs betrifft, hat das MMX auch sein eigenes kleines Unterforum.

  2. #2
    Ich denke, es wurde schon viel gesagt, wo ich nichts hinzuzufügen brauch vermutlich.
    Mir ist lediglich aufgefallen, dass die meisten von dir erwähnten Spiele sehr slow-paced sind und auch langatmig von der Spielzeit.
    Um in den Spielen etwas zu "erreichen" oder bis man auch mal aktiver wird, vergeht viel Zeit und man hat am Ende das Gefühl, in mehr Spielzeit weniger erlebt zu haben.

    Final Fantasy 14 ist so ein Spiel, das konnte ich irgendwann gar nicht mehr ertragen, ich hatte das Gefühl, mein Stoffwechsel kommt zum Erliegen.
    Aber auch andere von dir erwähnte Titel: Wenn ich daran denke, die jetzt spielen zu müssen, nachdem ich weiß, was für ein Slog sie teilweise sind (Yakuza: Like A Dragon), da würde mir auch eher schlecht werden. Von Dragon Quest-2D-HD-Remakes würde ich auch abraten, weil sie sich viel zu sehr den Spielen ähneln, die dich gerade anöden.

    Ich würde versuchen, kürzere Spielsessions einzulegen.
    Du musst das Zocken nicht aufgeben, wenn die Zeit dafür gerade passt, und durch deinen Sohn in dem Alter wirst du vermutlich auch ohnehin nie ganz daran vorbeikommen.

    Wichtig ist jedoch: Diese kürzere Zeit, die du investierst, muss wie „Quality Time“ behandelt werden. Du hast es ja schon angesprochen als „Belohnung“, da du wohl schon genug Druck im Alltag hast.
    Es wäre daher empfehlenswert, Spiele auszuwählen, die sich für kürzere Sessions eignen und viel schneller gepact sind. Vielleicht hilft ja auch erst mal ein Klassiker, den du seit Langem nicht mehr gespielt hast.

    In dem Sinne müsstest du reflektieren, was du eigentlich genau von einem Spiel erwartest, was dein treibender Faktor ist. Ich hatte schon mal ziemliche Low-Points, einfach weil ich gemerkt habe, dass die Spiele, die ich in letzter Zeit gespielt habe, regelrechte Selbstläufer wie Filme sind.
    Das hat mir einfach kein befriedigendes Gefühl verschafft. Ich glaube, dass ein großer Teil der Fatigue auch darin besteht, dass man viel zu sehr damit beschäftigt ist, „up-to-date“ zu bleiben, aber Spiele werden immer länger und gleichzeitig immer schneller veröffentlicht. Das funktioniert nicht, nicht mal wenn man absolut keine Arbeit, Familie oder andere Dinge in seiner Freizeit hätte. Ich würde nicht zu sehr daran denken, was man alles andere noch spielen könnte, und bei dem bleiben was man hat und es versuchen, für das, was es ist, zu genießen.
    Dafür muss man natürlich bewusster selektieren was einem wirklich anspricht

    Ich habe mich letztens durch NEO: The World Ends With You durchgequält (ABSOLUT nicht für dich zu empfehlen, komplett grauenvolles Pacing), aber nachdem ich es habe deutlich langsamer angehen lassen (Salami-Taktik) und mich stärker auf die positiven Seiten eingelassen habe, wächst es mir langsam ans Herz, sodass ich mir vorstellen könnte, es weiterzuspielen. (falls es nicht ohnehin in der JRPG-Challenge drankommt)

    Ansonsten hilft es mir auch, über Spiele, die ich gespielt habe, zu schreiben. Das ist so mein Weg, darüber zu reflektieren, damit abzuschließen, und so habe ich auch etwas Nachhaltiges, was ich in ein paar Jahren noch mal lesen kann. Aber klar, dafür muss man auch der Typ sein.

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •