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Thema: Wie geht man mit Kritik um?

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  1. #1
    Zitat Zitat von WaterKnight Beitrag anzeigen
    Diese Frage wird fast nie beantwortet. Also der "Kritisierte" (der Verantwortliche für das Kritisierte) gibt selten preis, welche Maßnahmen er ergreifen wird oder ob er grundsätzlich den Kritikpunkt ablehnt. Stattdessen driftet das dann leicht in Diskussionen oder wird schweigend hingenommen.
    Das ist ein übliches Kommunikationsproblem, aber kein unlösbares. In der normalen zwischenmenschlichen Kommunikation wird viel mit "mhh" und Kopfnicken quittiert, dass eine Information angekommen ist. Es spricht doch wenig dagegen, in einem kurzen Post den Kritikern zu antworten "Hey, danke fürs Feedback. habs zu Kenntnis genommen und meiner Liste hinzugefügt." So mal eben im Topic zwischen Tür und Angel entschließt man sich doch sowieso nicht zu Änderungen. Das wird aufgenommen (am besten aufgeschrieben), etwas sacken gelassen, durchdacht und dann findet man eine Lösung.

    Welche das ist kann man ja gut irgendwann in einem Post mal erwähnen.

    Zitat Zitat von WaterKnight Beitrag anzeigen
    Sehe ich nicht so. Also von meinen Erfahrungen her kann ich sagen, dass Kritik viel besser angenommen wird, wenn man nicht nur die negativen Punkte aufzeigt, sondern auch Lösungsvorschläge anbietet. Sonst wird der Kritiker nämlich leicht in die selbige Pflicht beschworen.
    Der Kritiker hat nicht die Pflicht alles besser zu können, somit kann man sich das Fettgedruckte gleich mal sonstwohin stecken.

  2. #2
    @WaterKnight
    Ich hab im zweiten Zitat etwas anderes gemeint. Ich erkläre das mal mit einem Beispiel. Der Kritiker ist selbst Entwickler und baut in seine Spiele gerne Zufallsgegner ein. Der kritisierte Entwickler benutzt aber feste Gegner. Der Kritiker kritisiert sie nun und zwar nicht deswegen, weil sie ihn wirklich stören, sondern weil sie mit seinem Spielkonzept konkurrieren. Als Entwickler-Spieler sollte man nicht zu dogmatisch an seinen eigenen Design-Vorstellungen hängen. Wenn etwas im Spiel wirklich keinen Spaß macht, ja, dann ist es schlecht, aber nicht nur deswegen, weil es anders ist. Ich hab durch die Diskussionen hier im Forum den Eindruck gewonnen, dass so mancher Entwickler Schwierigkeiten hat, andere Konzepte neben den eigenen zu dulden.

    Zitat Zitat
    Diese Frage wird fast nie beantwortet. Also der "Kritisierte" (der Verantwortliche für das Kritisierte) gibt selten preis, welche Maßnahmen er ergreifen wird oder ob er grundsätzlich den Kritikpunkt ablehnt.
    Das kommt daher, dass Kritik ablehnen schnell zu langen Diskussionen führt, an deren Ende der Entwickler als arrogant bezeichnet wird. Damals bei Marlex und Grandy ist genau das vorgefallen. Die beiden haben ihr Spiel verteidigt und das haben ihnen einige der Kritiker krum genommen.

  3. #3
    @Corti: Das "Abnicken", zur Kenntnis nehmen wie ein allgemeines "Danke fürs Feedback" zähle ich zu "schweigend hinnehmen". Falls das kein direkt formelles Problem ist wie einen Bug zu fixen, ist nicht klar, wie es behandelt wird oder ob er es nun wirklich auch so sieht. Natürlich gibt es auch die, die ihren Plan nicht verraten, im nächsten Change dann aber doch eine kleine oder große Maßnahme parat halten.

    Der Kritiker muss es nicht besser können, aber er sollte schon realistisch sein und nicht verlangen, was in der Engine zB nur sehr schlecht zu realisieren ist oder deutlich über den Skill des Entwicklers hinausgeht. Also klar wäre es schlichtweg falsch, den Kritiker dafür verantwortlich zu machen, eine Lösung zu finden oder es gar umzusetzen, aber man muss auch etwas aufeinander zugehen, um den gesunden Umgang zu pflegen.

    @Kelven: Ja, also die Identität des Spiels sollte schon weitgehend erhalten bleiben und die wird vom Entwickler vorgegeben. Dementsprechend müssen die Vorschläge in die Richtung gehen und nicht à la "wirf alles weg und fang noch einmal neu an". Dem stimme ich zu. Ich bewerte es als positiv, wenn der Entwickler sein Projekt verteidigen kann. Das zeigt, dass er sich Gedanken gemacht hat und in eine gewisse Aspiration in seiner Arbeit sieht. Es gab auch schon die Fälle, wo das Projekt nach der ersten Kritik aufgegeben wurde und dann teilweise besorgte User wieder gegengeredeten, dass das übertrieben sei. Nur was hat der Entwickler dann in seinem Tun verstanden, wenn er sich so einfach den Wind aus den Segeln nehmen lässt?

  4. #4
    Zitat Zitat von WaterKnight Beitrag anzeigen
    @Corti: Das "Abnicken", zur Kenntnis nehmen wie ein allgemeines "Danke fürs Feedback" zähle ich zu "schweigend hinnehmen". Falls das kein direkt formelles Problem ist wie einen Bug zu fixen, ist nicht klar, wie es behandelt wird oder ob er es nun wirklich auch so sieht. Natürlich gibt es auch die, die ihren Plan nicht verraten, im nächsten Change dann aber doch eine kleine oder große Maßnahme parat halten.
    Ich finde es Unsinn als kritiker zu erwarten, dass man gleich gesagt bekommt, was wohl verändert wird. Das ist nichts, was der Ersteller schon wissen muss, wenn er sich zur Kritik äußert. Ich weiß nicht, wie du mit sowas umgehst, bei mir landen Kritikpunkte auf einer von zwei Listen.
    • Liste 1 sind Fehler, die behoben werden.
    • Liste 2 sind Probleme. Diese Probleme gehe ich an, vielleicht nicht sofort. Das was der Kritiker als Problem sieht ist nicht immer das Problem. Wenn der Kritiker sagt "Der Bosskampf ist viel zu hart!" dann reduziere ich nicht gleich die Gegnerwerte. Ich brauche vielleicht mehr Feedback, wenn ich das habe schaue ich, was die jenigen mit Problemen von jenen unterscheidet, die es einfach fanden. Vielleicht hab ich irgendwo eine Spielmechanik unzureichend erklärt und das Missverständnis hat den Kampf schwerer gemacht. Was willst du da schreiben ausser "habs mir notiert, ich werds untersuchen"? Wenn es einen Kritiker verägert keine Rückmeldung über Veränderungen zu bekommen, wird er längst fuchsteufelswild sein wenn ich selber weiß was ich tun werde. Ich weiß nicht, wie es bei euch anderen mit Zeit ist, so viel hab ich nicht. Dass zwischen Feedback und Reaktion Wochen bis ein Monat liegen ist imo völlig normal.


    Zitat Zitat von WaterKnight Beitrag anzeigen
    Der Kritiker muss es nicht besser können, aber er sollte schon realistisch sein und nicht verlangen, was in der Engine zB nur sehr schlecht zu realisieren ist oder deutlich über den Skill des Entwicklers hinausgeht.
    Er muss keinesfalls auch nur im geringsten einschätzen können, was die Engine kann, weil es nicht seine Aufgabe ist, irgendetwas zu verlangen oder sich auch nur Gedanken zu machen, was wohl ginge und wie es sein könnte oder so ein Zeugs. Die Aufgabe des Kritikers ist es, zu formulieren, was ihn stört und warum er so empfindet. Der Spielersteller kann sich anschließen deinen Kopf machen, wie er die Kritikpunkten mit seiner Technik und seinen Fähigkeiten angehen möchte.

  5. #5
    Zitat Zitat von Corti Beitrag anzeigen
    Ich finde es Unsinn als kritiker zu erwarten, dass man gleich gesagt bekommt, was wohl verändert wird.
    Bei deinem Beispiel geht es schlecht, weil es ein lokales Problem ist, das wohl aufwändiger untersucht werden muss. Ich meinte nicht, dass man sofort eine Antwort erhält sondern überhaupt, statt in der Versenkung zu landen. Man kann einfach ein paar relevante Gedankengänge aufschreiben, ohne eine ausführliche Lösung zu präsentieren. Alles zu spoilern macht eh keinen Spaß. Ich wollte aber gar nicht sagen, dass der Kritiker die Reaktion erwarten kann, sondern nur, dass er oft im Dunklen darüber verbleibt, wie seine Punkte angenommen werden.

    Zitat Zitat von Corti Beitrag anzeigen
    Er muss keinesfalls auch nur im geringsten einschätzen können, was die Engine kann, weil es nicht seine Aufgabe ist, irgendetwas zu verlangen oder sich auch nur Gedanken zu machen, was wohl ginge und wie es sein könnte oder so ein Zeugs.
    Es gibt immer Maßstäbe, nach denen wir beurteilen, ob etwas gut oder schlecht ist. Natürlich kann man mal eine Aussicht stellen, was toll wäre oder wo es hängt und wie es die anderen Aspekte des Werks beeinflusst. Jedoch nützt es nichts, kontinuierlich darauf herumzureiten, wenn es offensichtlich den Horizont des Entwicklers/des Mediums übersteigt. Oder warum gibt es für eure RPGs keine Virtual Reality Headsets?

    Selber erhalte ich leider selten Kritik, da ich einfach zu wenig Projekte und Updates bringe (remodelle alles tausendmal statt neuen Content zu bringen) und meist selbst schon ziemlich viel im Thread über alles palavere. Außerdem ist bei uns die Community etwas anders. Ihr habt hier schon ziemlich viel Aktivität und eure Postings sind sehr ausschweifführlich.

  6. #6
    Zitat Zitat von Corti
    Er muss keinesfalls auch nur im geringsten einschätzen können, was die Engine kann, weil es nicht seine Aufgabe ist, irgendetwas zu verlangen oder sich auch nur Gedanken zu machen, was wohl ginge und wie es sein könnte oder so ein Zeugs.
    Genau, selbst als Entwickler sollte man das Spiel aus den Augen eines Spielers sehen. Das was Spaß gemacht hat ist gut, das was nicht Spaß gemacht hat ist schlecht - vereinfacht ausgedrückt.

  7. #7
    Schade dass niemand auf den Post von Topp eingeht, er hat nämlich vollkommen recht wie ich denke..... o_o

  8. #8

    Hier wird nicht geterrort
    stars5
    Zitat Zitat von Gengar Beitrag anzeigen
    Schade dass niemand auf den Post von Topp eingeht, er hat nämlich vollkommen recht wie ich denke..... o_o
    Sowas nennt man im Atelier "Stummes zustimmendes Nicken"

  9. #9
    Zitat Zitat von Sabaku Beitrag anzeigen
    Sowas nennt man im Atelier "Stummes zustimmendes Nicken"
    dann hab ich nichts gesagt und nicke fleissig mit

  10. #10
    Zitat Zitat von Sabaku Beitrag anzeigen
    Sowas nennt man im Atelier "Stummes zustimmendes Nicken"
    "Nicht g'schimpft ist Lob genug."

  11. #11
    Zitat Zitat von G-Brothers Beitrag anzeigen
    "Nicht g'schimpft ist Lob genug."

    Hat mein papa damals auch immer gesagt

  12. #12

  13. #13
    @ Topp:

    Nunja, im Allgemeinen würde ich dir zustimmen, aber in diesem speziellen Fall sehe ich die Sache etwas anders. Man muss um so einen Fall zu beurteilen eben die ganze Situation betrachten und es ist in deinem gewählten Beispiel so, dass sich der Entwickler mit seinem Verhalten teilweise selbst ein Bein gestellt hat. Das hat nun nichts mit dem Map-Klau oder ähnlichem zu tun, es sind vielmehr die Reaktionen (Er löscht sein Spiel, weil alle so böse zu ihm sind und am nächsten Tag läd er es wieder hoch und entschuldigt sich für sein Verhalten. Oder er droht damit das mmx zu verlassen und entschuldigt sich dann wieder dafür) die in diesem Fall dazu geführt haben, dass manche Kritik etwas überspitzt formuliert wird. Natürlich macht jeder Fehler im zwischenmenschlichen Bereich, aber wenn so etwas ständig vorkommt, kann ich die Leute schon verstehen.

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