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Thema: Kummerkasten

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Mich hat das Leben grad irgendwie selber eingeholt. Bin seit Freitag von der Arbeit daheim geblieben.

    Kann es gar nicht erklären, aber irgendwie ist mir die Kraft zum leben abhanden gekommen. Sogar Sachen die ich gerne mache, wie Roman schreiben,
    Malen, zeichnen oder jammen machen mir nach 10-20 Minuten überhaut keinen Spaß mehr und ich kann mich für nichts mehr länger begeistern außer lesen.
    Desweiteren kommt mir das Grausen wenn ich daran denke, ich müsste morgen arbeiten gehen. Nicht weil ich es unter normalen Umständen nicht gerne tue.
    Ich habe nur keine Ahnung welche Kraft mich denn dort hinschleppen soll.

    Ich bin völlig leer.

    Dazu kommt eine unangenehme Sinnentleertheit. Ich zweifle alles an, was ich bisher glaubte, vom moralisch- religiösen Wertesystem, über mein freundesumfeld (und ob diese es wirklich so gut mit mir meinen), bishin zu meinen Zukunftsvisionen.
    Alles Dinge die mich die letzten zwei Jahre irgendwie durch ziemlich widrige Umstände getragen haben.

    Wer mich nicht so gut kennt, sollte vielleicht an dieser Stelle wissen, dass ich ne ziemlich verschissene Jugend hatte, die ich mehr in Sanatorien und der Reha verbrachte als an anderen Orten. Von Depressionen, Manien, jahrelangem Mobbing und einer verkorksten Kindheit ohne Vater, plus scheiternden freundschaften und Beziehungen war alles dabei.
    Aufgrund meiner Ethik habe ich mir auch nie irgendwie was gegönnt, nie bei Drogen oder frauengeschichten wirklich über die Stränge geschlagen. Und krankerweise habe ich nun den Drang dies alles Nachzuholen, obwohl
    es mein ganzes inneres Wesen sprengen würde. Ich würde wohl das tun was meine Seele immer wollte, aber was der verstand Jahrelang zu verhindern versuchte.

    Es mussnicht unbedingt ein Ratschlag sein, aber vielleicht erhoffe ich mir einfach ein paar einfühlsame Worte oder Verständnis. ich bitte einfach drum das zynismus und Sarkasmus aus den Antworten draußen bleibt.
    Das war wahrscheinlich der ehrlichste Post seit meiner Anmeldung. Es hat Überwindung gekostet das zuzugeben und ich will es nicht bereuen.

  2. #2
    Meiner Meinung nach könntest du eine Gaumenspülung vertragen. Irgendetwas, was dir das Gefühl gibt, von vorne anzufangen. Solche Momente folgten bei mir immer nach ziemlich beknackten Situationen, allerdings waren diese nur die Auslöser. So richtig in Verbindung steht diese Motivationslosigkeit/Sinnentleertheit nicht, jedenfalls fühlt es sich nicht so an. Zuhause rumzuhängen ist deswegen nichts ungewöhnliches, aber es ist... langweilig, sagen wir es so. Ich weiß nicht, worin deine Interessen liegen, aber du könntest beispielsweise eine neue Serie schauen. Sitcoms haben mir da sehr geholfen. Sowas verlangt nicht viel Arbeit, man lehnt sich einfach nur zurück, schaut es sich an und lacht dabei. Was vor allem hilfreich gewirkt hat, war die Motivation, die Serie weiterzuschauen. Dadurch bekommt man Stück für Stück Lust, weiterzumachen, in allen Bereichen der Interessen oder deines Lebens. Ich kann nichts garantieren, aber bei mir hat es jedenfalls gewirkt.

  3. #3
    Du bist einfach an dem Punkt angekommen, dass du mitbekommst, dass du nicht derjenige bist, der du sein willst. Die Phase macht wohl jeder durch und leidergottes macht es dich weder besonders, noch zu einer Ausnahme. Ich kann natürlich nicht nachvollziehen, wie sehr du an deiner Wunsch- und Wertevorstellung hingst und wie sehr es dir wichtig ist, dem zu entsprechen, aber du solltest es ganz einfach akzeptieren. Such dir eine Beschäftigung und nimm einfach hin, wer du wirklich bist.

    Aus meiner persönlichen Sicht solltest du wirklich deinen Kopf ersteinmal freikriegen und dann schlägst du bei "Drogen oder frauengeschichten wirklich über die Stränge", weil es ja das ist, was du scheinbar willst. Mein Tipp: Warte lieber ab, bis es dir von alleine besser geht. Trost in chemischen Substanzen zu suchen, die Glückshormone ausschütten, ist nämlich ne gefährliche Sache und kann schnell damit enden, dass du glaubst, ohne nicht mehr in den Tag starten zu wollen. Und körperliche Zuneigung hilft dir mit Sicherheit auch nicht, mit dir selbst besser klarzukommen.

  4. #4
    In meiner Familie bin ich mittlerweile ein kleines Stück Abfall, welches in der Respekts-Hierarchie den Platz ganz unten, noch vor meinem jüngerem Bruder, rangiert und nicht wert ist, versorgt zu werden. Niemand will sich um mich kümmern und ich werde behandelt wie ein Sklave, über den sich alle lustig machen dürfen. Aber noch viel schlimmer als das: Ich hatte eben zweimal zm ersten Mal das Bedürfnis, aus dem Auto zu springen und mich vor ein anderes zu werfen. Ich muss ganz schnell hier weg, da ich das Gefühl habe, dass ich die nächsten 24 Stunden ansonsten nicht überleben werde.

  5. #5
    Ligiiihh, hast du irgendwelche Verwandten, wo du hinkannst? Wenigstens für ein paar Tage, bis dieses Gefühl vorbei ist?

  6. #6
    Würde ich auch vorschlagen... Vielleicht bei Tante/Onkel, Oma/Opa? Oder notdürftig bei Freunden?

    - Das Inno -

  7. #7
    Ist die Frage ob das eine nachhaltige Lösung ist...
    Aber um den Kopf freizubekommen kann es nicht schaden, erstmal Abstand zu nehmen.

  8. #8
    Eine Nachhaltige Lösung ist vermutlich nur der Schritt in die Selbstständigkeit. Eigene Wohnung etc. Aber wie? Das ist der Punkt.

    Aber ich würde Dir ebenfalls empfehlen erstmal da weg zu kommen.

  9. #9
    Zitat Zitat von Daen vom Clan Beitrag anzeigen
    Ist die Frage ob das eine nachhaltige Lösung ist...
    Nein.
    Zitat Zitat
    Aber um den Kopf freizubekommen kann es nicht schaden, erstmal Abstand zu nehmen.
    Genau darum gehts jetzt erstmal.

  10. #10
    Ich habe hier keine Verwandten und wollte gerade weg. Aber ich wurde eingesperrt...

  11. #11
    Ich finde es immer arg bedenklich, wenn so krasse Formulierungen genutzt werden, ohne irgendwie konkrete Beispiele zu nennen.
    Manchmal ist einiges wesentlich weniger dramatisch, als man es selber (Unterstellung: pubertätsbedingt) sieht und ließe sich vielleicht mit einem ruhigen Gespräch aus der Welt schaffen.
    Wenn einem die Eltern als kleines Kind / prä-pubertär nicht mies behandelt haben, werden sie das sicherlich nicht plötzlich von jetzt auf gleich machen und entsprechend einem klärenden Gespräch aufgeschlossen sein.

    Sollte es sich allerdings so darstellen, wie beschrieben, wäre vielleicht mal das Wenden an einen Vertrauenslehrer (denn dafür sind die nämlich auch da) sinnvoll, bevor man selbst alleine zum Amt rennt.

  12. #12
    Ich musste vier Monate alleine zuhause leben und für das wöchtentliche Geld kellnern. Ab und zu ist mein Vater gekommen, allerdings nur, weil er sich dazu gezwungen gefühlt hat. Jede Art von eigener Meinung stempelt er als aufsässig und frech ab. Gerade im Auto hat er mich angeschrien, weil ich gemeint hatte, dass ich schon wusste, was er zu mir gesagt hatte. Solange ich mit seinem Geld lebe, muss ich auf alles hören, was er zu mir sagt. Widerreden sei mir verboten. Er hat mich vor meinem eigenem kleinen Bruder vorgeführt, mich beleidigt und gesagt, er redet nicht mehr mit mir. Ich verstehe es einfach nicht, wieso ich so behandelt werde.

    Möglicherweise klingt das weniger dramatisch, als ich es darstelle. Aber ich wurde verrückt. Erst vor ein paar Monaten habe ich meinen Fernseher umgeschmissen und zerstört, diesmal war's ein Tisch, ein Schrank und diverse Dinge, die mir unter die Hände kamen. Und was mir noch mehr Sorgen bereitet: Ich hatte Selbstmordgedanken. Ich bin absolut gegen Selbstmord, ich hasse es, wenn Leute meinen, sich selbst umbringen zu müssen. Und dann sowas.

    Geändert von Ligiiihh (17.07.2012 um 14:02 Uhr)

  13. #13

    Gala Gast
    Liigiih, geh echt direkt zum Jugendamt. Das kann so nicht weitergehen und die können dir am besten weiterhelfen!

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