So ganz unrecht hat er mit seiner Befürchtung auch nich, das ist eben fast so ein bisschen die Grunddefinition von Borderline, ins Reine damit Kommen würde bedeuten, dass die metaphorische "Line" fix wäre, was eben nie passiert. Was er als Schadensbegrenzung bezeichnet ist aber nicht so ein schwarzmalerisches "eigentlich wird es niemals gut werden"; wenn er sich einigermaßen gut anstellt und ihre Störung nicht grade eine von den schweren Fällen ist (gibt da ja eine gewisse Marge und verschiedene Trigger), dann haben die eine ziemlich gute Chance auf eine funktionierende Beziehung - die natürlich niemals "normal" sein wird, aber was heißt das schon. Ihm muss halt klar werden, ob ihm die Beziehung eine therapeutische Beratung wert ist oder nicht. Es kann dadurch eigentlich nur besser werden und wenn er einen guten, kundigen Therapeuten erwischt, dann ist die halbe Miete eigentlich schon gemacht.

Wenn du dich dazu geschaffen fühlst, kannst du ihm das ja so oder so ähnlich sagen. Ich würde mein Urteil da jetzt nicht verabsolutionieren, kenne mich auch nur laienhaft damit aus, aber die Grundessenz, dass es die Lage nur verbessern kann, halte ich für nicht abstreitbar. Und es würde ihm vielleicht auch ein bisschen mehr Sicherheit geben, das durchzuziehen. Ihm sollte aber klar sein, dass er sich erst für die Beziehung und dann erst für die Therapie entscheiden sollte. Den Beziehungswerdegang vom Therapieerfolg abhängig ist fatal. Kurzum: Er muss sich zu einer klaren Entscheidung zwingen und das solltest du ihm so in etwa, wenn du dich dazu entschließen solltest, ihm noch Ratschläge in einem gewissen Maße zu erteilen, auch klar machen, dass es diese Entscheidung dringend braucht. Vielleicht hat er sie ja auch schon getroffen, das weiß ich nich, wäre positiv für die Beziehung. Ist jedenfalls ein essentieller Schritt.