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Eine schöne Zeichnung, um gleich mal mit dem Geständnis einzusteigen, in Interviews grundsätzlich nur die Bilder anzugucken - was ich also sonst noch schreibe, entspringt lediglich einer inhaltlichen Wahrscheinlichkeitsabschätzung. Itajus geschilderte (und gezeigte) Talentehäufung war mir natürlich geradezu körperlich unangenehm und ich habe beim Lesen mehrfach infolge puren Neidekels den Monitor reinigen müssen.
Ich finde es nach wie vor ungewöhnlich, einen musisch wie technisch gleichermaßen Bewanderten im Tageslicht anzutreffen und so abnorm diese Persönlichkeitsstruktur auch meinem gut sortierten Klischeebaukasten erscheinen mag, ist sie für die kreative Arbeit mit Sicherheit ein Gewinn. Ich hätte insbesondere darüber gerne noch mehr erfahren, also frage ich einfach: Nutzt du bewusst auch künstlerische Techniken, wenn du dein Spiel in der Makersprache fertigst? Falls ja: Welche?
Itajus Gedanken zur Atombombe kann ich nur unterstreichen.
Lieber Realtroll,

eigentlich hatte ich schon vorher vor, Dir zur antworten, aber meine Ehrfurcht hat es mir bis jetzt nicht ermöglicht. Danke für die Blumen! Aber ich möchte auch gerne welche zurückgeben, da ich finde, dass Deine Dichtkunst seinesgleichen sucht und bei mir auch ähnliche Würgeneidreize entfacht hat.

Zu Deiner Frage:

Hhm, im Großen und Ganzen würde ich sagen, dass es gewisse Universaltechniken gibt, die für jede kreative Arbeit gelten und dazu zählt auch das Makern. Dazu gehört auch eine gründliche Planung und Konzeptionierung (ich denke dabei jetzt die ganze Zeit an die Common-Event-Datenbank, die ich ohne Planung niemals Bewältigen könnte). Auch wenn ich im Haushalt äußerst unordentlich bin, in meinen Projekten versuche ich ständig gegen das Chaos anzukämpfen und da Ordnung walten zu lassen, wo Ordnung hingehört (dass dies Gleichnis auch was mit dem Inhalt von Assembling the Void zu tun hat, sei mal dahingestellt). Eine weitere Technik ist eine ständige Revision des bereits erschaffenen. Nur durch tausendfaches Polieren wird irgendwann einmal ein Schuh draus. Besonders, wenn andere Leute mithelfen. Und es hilft auch einmal ein paar Wochen/Monate sein Werk ruhen zu lassen, damit es trocknen kann.

Aber wem erzähle ich das alles?

Wenn Du noch konkreter fragst, kann ich gerne ausführlicher antworten.