Das Spiel hab ich nun auch durch, also hier meine letzten Eindrücke und Fazit. Finale: Vor dem großen Finale gibt’s scheinbar noch ein paar Nebenmissionen zu bestehn, also erst mal die Welt abgesucht. Vorweg war das nochmalige Absuchen von alles und jedem nicht gerade spannend, mir wärs da lieber gewesen wenn es stattdessen beim ersten Aufsuchen der Orte öfter mal ein paar Nebenaufgaben gegeben hätte. Auf einem bewaldeten Berg gibt’s einige Truhen mit unnützem Inhalt und sonst scheinbar nicht viel. Das Gebiet ist jedoch recht weitläufig und hübsch gemappt, wär vielleicht auch eine hübschere Alternative für den Berg nahe Xanria gewesen wenn es sonst keinem großartigen storyrelevantem Zweck dient. Kite haut mit seinem neuen Säbel nun endlich ordentlichen Schaden raus und scheint letzten Endes doch für mehr als nur das Buffen zu gebrauchen zu sein. In der Höhle nahe Yuno entdecken wir eine von der Außenwelt abgeschottete Zivilisation. Bei der Untersuchung der heruntergekommenen Bruchbude gibt es einen Abschiedsbrief von Shanes Eltern zu entdecken und ein alter Mann kommt ins Haus um uns Einbrechern den Rest der Geschichte zu erzählen. Shane ging scheinbar als Kriegsbeute an die Elfen, doch immerhin erhalten wir von dem Greis ein Bild der Eltern zum Trost. Eine Unterrichtsstunde in neuer Magie für den armen Shane, der ja nicht mehr als die drei Elementarzauber zu lernen scheint, wäre mir lieber gewesen, aber man muss halt nehmen was man kriegen kann. Nebenbei stellen wir auch noch schnell den Familienfrieden der Schukabrüder wieder her, wofür uns das dreiste Pack nichtmal ne kleine finanzielle Zuwendung zukommen lässt. Verdammt, hätten wir die Edelsteine mal lieber im nächsten Shop versetzt. In Tanaka besorgen wir schnell einem beraubten Drachen seinen Schmuck wieder und retten an anderer Stelle der Tochter eines Dorfschulzen das Leben und vereinen sie wieder mit ihrem charmanten Werwolfliebhaber. Der schüchterne Pirat findet sich auch wieder, ist jedoch in Wirklichkeit ein von Herzen guter Auftragskiller, der natürlich nur den bösen Jungs einen Dolch in den Rücken rammt. Da er von seinem Handwerk allerdings nicht viel versteht, machen wir für den Jungen netterweise einer Sekte den gar aus und retten nebenbei noch seiner Freundin das Leben. Seinem Freund, der in einem äußerst blutigen Kellergewölbe gefangen wird, können wir leider nicht mehr das Leben retten. Mehr Missionen entdecke ich spontan nicht und hab auch eigentlich nicht die Muße alles und jeden auf der Welt nochmal genau abzuklappern. Gerade da die Quest bis auf die Sektenvernichtung in erster Linie nur aus Laufen und Reden bestanden. Also auf zum finalen Showdown. Der Himmelsberg ist bedrückend stimmungsvoll und die Gegner ordentliche Brocken wie es sich für einen Endlevel gehört. Antila lässt überall seine Tagebücher rumfliegen, der Herr Schattengott sollte wirklich mal diesen Saustall aufräumen. Auf der Hälfte des Weges lassen auch Kanonenfutterhybrid Raptus und sein Vögelchen ihr Leben. Auch Jonatan stellt sich uns nochmal in den Weg, der Arme kann einem ja langsam leidtun so oft wie wir ihn verprügeln. Wir glauben ihm aber mal ausnahmsweise und er lässt uns auch ohne unsere stählerne Überredungskunst weiterziehn. Aufeinandertreffen mit Antila. Kite meint zwar das man Antila das Ganze nicht übel nehmen kann, da er ja auch nur seinen Traum verfolgt (ach ja, Massenmörder und ihre herzergreifenden Zukunftsträume), doch wir werden ihn dennoch ein für alle Mal aufhalten. Seine erste Form ist, wie das bei ersten Endbossformen halt so ist, relativ einfach. Für Antilas Drachenform lässt Kite sich Flügel wachsen und greift zusammen mit seinem dem Krankenbett entschwundenen Bruder an. Die Drachenform ist schon deutlich gefährlicher und die Reduzierung der LP auf eins löscht die Brüder fast aus, doch letztendlich fällt auch Drachenantila. Antila liegt im Staub, ist jedoch nach Isas erwachen so schnell wieder auf den Beinen, dass man glauben könnte sie hät ihm n Adrenalinzäpfchen verabreicht. Auch Veli ist, abgesehen von ein paar Fischknabberspuren unversehrt, wieder voll im Geschehen. Antila wird reuig und gibt Velinia seine Kraft um Buße zu tun für die beinahe Apokalypse, die er wegen dem kleinen Missverständnis ausgelöst hat. Da nichtmal Jonatan mehr Respekt vor ihm hat (und das will ja wohl was heißen) muss er sich ohne verbliebene Gläubige in die Unterwelt verziehn. Zeit für die Restauration und Abschiede. Die Städte werden wieder aufgebaut und die Truppe geht ihrer Wege. Die meisten Leute gehen wieder ihrem alltäglichen Treiben nach. Jonatan verschwindet nach Tarans Aufbau spurlos im Nebel und Xerxes kehrt in sein geliebtes Dorf zurück, weil das Zusammenleben dort immer so gut geklappt hat. Shane und Shanina bekommen eine Tochter, die sie vermutlich Shania taufen werden, und versöhnen Menschen und Elfen. Nantes und Inno suchen sich eine eigene Wohnung damit sie abends auch mal länger rausbleiben dürfen ohne Ärger mit der Oma zu bekommen und nehmen die kleine Vampirin mit. Jinto plant zusammen mit einem gewissen Garei Rache zu nehmen, doch der sagt mit einem verschmitzten Grinsen das er erst mal Lust auf was ganz besonderes hat und Jinto weiß genau was Garei will. Och wie schön, noch ein Liebespärchen. Lathan nahm sich als König eine sehr junge Dame namens Lynn zur Frau. Nein ernsthaft Lathan, wie alt ist die? Ist das überhaupt legal in deinem Königreich? Aber scheinbar war sie zumindest alt genug um ihm Zwillinge zu gebären. Der Lolicon reist zu seinem Bruder Kite und auch Alexia ist schwanger, ganz schön fruchtbar die ehemalige Heldentruppe. Lathan und Kite haben ihre Lektion gelernt, dass man niemanden wegen seines Glaubens verfolgen sollte, da sie schließlich alle nur Menschen sind (und Vampire und Blutgeister und Drachenhybriden und Elfen und Werwölfe und… ). Kite fliegt in den Himmel Velinia besuchen und die Endcredits rollen. Am Ende bekommt auch Antila noch seine Braut, was ich ihm, trotz der beinahe Auslöschung sämtlichen Lebens auf dem Planeten, fast gönne. Das Ende war recht gut, für meinen Geschmack vielleicht ein bisschen zu fröhlich, aber durchaus zufriedenstellend. Ich werde den durchgeknallten Haufen in jedem Fall ein wenig vermissen. Damit endet mein Ausflug ins Reich des Himmelsdrachen mit einer ungefähren Spielzeit von 12 Stunden und einem durchschnittlichen Level von 40. Fazit: Zunächst mal gebührt der Erstellerin mein aufrichtigster Respekt und Dank für das Werk. Es war toll mal wieder ein umfangreiches Rollenspiel, dass auch fertiggestellt wurde, zocken zu können und alles in allem überwog doch die Freude am Spiel deutlich der Frustration. Auf kleinere Mängel wie Fehler in Mapping, Rechtschreibung und Events, welche gerade gegen Ende vermehrt auftraten, möchte ich gar nicht weiter eingehen, da sie den Spielspaß kaum beeinträchtigten. Was mich gerade zu Anfang fast zur Verzweiflung trieb waren die Sequenzen, die alle fünf Schritte den Spielfluss unterbrachen und der damit einhergehende sehr geringen Gameplayanteil. Wären nicht die durchgehend wundervollen Artworks und die fast ausnahmslos fantastische Musik gewesen hätte ich das Spiel vermutlich hier abgebrochen. Aber allein wegen dieser beiden Aspekte hat sich das Durchspielen in meinen Augen schon gelohnt. Der zweite Teil des Spiels, mit den frei wählbaren Missionen, sagte mir spielerisch schon deutlich mehr zu. Zwar machten nicht alle Missionen gleich viel Spaß, doch gerade die Nantesmission und die Stürmung des ersten Turms haben mir sehr gut gefallen. Auch die Abwechslung in den Spielelementen, wie die Schatzsuche, das Durchschleichen Tarans oder dir Schukajagd haben dem Spiel gut getan. Recht störend fand ich die stetige Einengung durch die praktisch nicht begründete Eingrenzung der Begehbarkeit, was meinen Forscherdrang auf eine harte Probe stellte. Ein weiteres Problem über das ganze Spiel war der für mich persönlich deutlich zu niedrige Schwierigkeitsgrad und das stetige Abhandeln von Gegnern nach Schema-F. Einzig Albtraum-Nantes und Antilas zweite Form bildeten davon die Ausnahme, wobei besonders der Nanteskampf wohl einer der unterhaltsamsten und herausforderndsten Spielabschnitte für mich war. Den Krieg in Veran fand ich ein wenig enttäuschend, u.a. weil man von der eigentlichen Schlacht überhaupt nichts mitbekam und nur ein paar Leute die sich in Reihe für uns am Weg postiert hatten umholzen musste. Das Ende war dafür recht stimmig und holte einiges wieder raus. Die Gestaltung der Areale empfand ich weitgehend als gut. Auch wenn ich teilweise ein bisschen die Weitläufigkeit vermisste waren doch gerade das Endlevel und die Blutgrotte sehr schön in Szene gesetzt. Auch die Heldentruppe, insbesondere Inno und Shane, wurde mir nach einiger Zeit sehr sympathisch. Zwar schwankten die meisten ständig zwischen schizophren und vollends psychopathisch, doch das macht mir persönlich überhaupt nichts aus. Mir ist so ein durchgeknallter Trupp allemal lieber als eine Gruppe alles liebender Kämpfer für Friede und Gerechtigkeit. Die Geschichte hatte, wie auch die Logik der Spielwelt, teilweise Löcher wie ein Sieb, war jedoch durchgängig interessant genug um mehr erfahren zu wollen. Viele der entscheidenden Spielszenen waren leider nicht besonders überzeugend in Szene gesetzt, dafür bereiteten mir aber gerade etwas nebensächlichere Dialoge und das Verhalten der Charaktere wie bei der Abrechnung mit Vamtheg oft große Freude. Auch wenn vielleicht einiges an Negativem in meinem Fazit anklingen mag hatte ich letztlich doch reichlich Spaß an dem Spiel und bin in jedem Fall gespannt auf weitere Werke aus dem Hause Innocentia.
Geändert von IronChef (27.08.2013 um 23:33 Uhr)
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