Ich habe das Spiel jetzt auch mal angetestet.
Vorweg: Mein urteil liest sich sicher nicht so vernichtend, wie das von IronChef, aber zu bemängeln gibt es am Spiel tatsächlich so manches.
Ich habe mir zuerst auch die Geschichte angesehen. Die Artworks haben mir gefallen - überhaupt sind die meisten Artworks im Spiel ziemlich gut -, und die Musik hatte so ein wenig klassischen FF7-Touch, passte im Prinzip alles ganz gut zusammen. Die Schrift ist allerdings fürchterlich. Zum einen lassen sich solche veralteten Schriftarten heute sowieso nur noch schwer entziffern, und zum anderen tut die geringe Auflösung des Makers hier ihren Rest, um die Lesbarkeit zum teufel zu jagen. Eine normale, serifenlose Schrift mit einem klaren Schnittbild wäre sicherlich viel besser lesbar gewesen und hätte die Geschichter leichter verständlich gemacht.
Ich habe dann das Spiel begonnen und muss dann auch gleich meinen gröbsten kritikpunkt anbringen: Das Gameplay, bzw. das nicht vorhandensein von selbigen. Das Spiel zieht sich eine gefühlte Ewigkeit hin, ohne das irgendwas passiert. Cutszene folgt auf Cutszene ich sehe Leuten dabei zu, wie sie miteinander reden. Und wenn ich dann tatsächlich mal am Ruder bin, dann darf ich - oh Wunder! - mit Leuten reden. Es gibt Spiele, da habe ich nach der Spielzeit, die ich bisher in den Himmelsdrachen investiert habe, schon den ersten Dungeon durchgespielt und hier wird nur gesabbelt.
Dabei ist es allerdings gar nicht mal so sehr die menge an Text, die mich stört, sondern die etwas sehr unbeholfene Art und Weise, wie dieser in das Spiel integriert ist. Nichts gegen den Autor, wirklich, aber man Merkt dem Spiel einfach an, dass es sieben Jahre alt ist. Charaktere, die Monologe halten? Vom Storytelling her ist das ein No-Go. Der Grundsatz "Show, don't tell" gilt auch für Computerspiele. Wenn der Autor dem Spieler erzählen muss, was ein Charakter grade denkt, weil er es ihm anders nicht vermitteln kann, dann kennt der Autor seine Charaktere selber zu wenig. Ein weiteres Problem, das mir negativ aufgefallen ist, ist dieses ständige und penetrant-nerfende herbeiorakeln der Zukunft. Nicht nur, das Lathan Visionen hat, die dann auch noch wahr werden, erzählt mir irgend ein ominöser, aber allwissender erzähler in Cutszenes dann auch noch lang und breit, das sich das Leben der menschen in Veran bald total verändern wird und blubb. Dazu kommt, das die Texte teilweise vom Stil her sehr unpassend sind. Z.B. wird in einer Textbox das Wort "Ahso" verwendet, was kompletter Bullshit ist. Zum einen heißt es "Ach so" (Ahso ist eine Vergewaltigung der Schriftform aus der SMS-Sprache) und zum anderen verwendet man derart umgangssprachliche Begriffe in der fiktion eigentlich gar nicht.
Bei dem unbekannten Kuttenträger der Kite zu kennen scheint, klingelt bei mir gleich der klischee-Alarm, aber gut, da warte ich ersteinmal ab, was da im Weiteren noch kommt.
Was ich bisher vom Kampfsystem gesehen habe, sieht so weit ganz interessant aus, wirklich was rausreissen tut es bisher aber nicht - schlicht deshalb, weil ich bisher außer dem Tutorial-Kampf noch keinen hatte. Das Spiel weißt hier und da nette Detaiöls auf, etwa die zwinkernden Charaktere oder das Animierte Seil am Brunnen. Ich würde an dieser Stelle auch gerne sowas schreiben, wie "Dungeons sind toll" oder "Kämpfe machen Spaß", das Problem daran ist, das ich weder das eine, noch das andere bisher beurteilen kann, weil es schlicht daran mangelt.
Das einzige was es bisher im Übermaß gibt, sind Cutszenes und die hauen mich wegen ihrer doch leider etwas unbeholfenen Schriftsprache einfach nicht vom Hocker. Ich werde zwar (vorerst) dranbleiben und weiter Spielen - ich denke, das hat das Projekt verdient - aber um den Vorschusslohrbeeren, die es kassiert hat, gerecht zu werden, muss der Himmelsdrache hier nochmal eine ganz gewaltige Schaufel Gameplay nachlegen. Im Augenblick langweilt mich das Spiel mit jeder gesehenen Textbox ein wenig mehr und das ist eigentlich schade.
Edith und Nachtrag:
Ich habe jetzt noch etwas weiter gespielt. Nach der Ermordung der regenten zieht das Spiel mMn. grade spannungstechnisch deutlich an. Allerdings sind die zahlreichen Cutszenes immer noch unangenehm penetrant.







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