@Clodia
Hinter Sandra vermutest du glaube ich mehr als ich in den Charakter gesteckt hab, was auf seine Art auch wieder interessant ist, aber gleichzeitig das Problem mit der Subjektivität vor Augen führt. Damals hab ich mir nur wenig Gedanken über ihre Persönlichkeit gemacht, wichtig war nur: Teenager, weiblich. Trotzdem verstehe ich ungefähr was du meinst.

Ich wollte nicht sagen, dass die Sympathie über die Glaubwürdigkeit entscheidet, sondern dass Sympathie einen Einfluss auf die Wahrnehmung der Glaubwürdigkeit haben kann. Zumindest hab ich das öfters beobachtet. Jemand, der eine Figur sympathisch findet, hält sie manchmal für glaubwürdiger als jemand, der sie unsympathisch findet. Charaktere, die bewusst unsympathisch sein sollen, sind noch wieder etwas Anderes. Vielleicht könnte man Sympathie auch gegen Interessantheit austauschen. Bemerkt man zuerst die Mängel bei der Charakterdarstellung und findet die Figur deswegen uninteressant oder findet man sie zuerst uninteressant und achtet dann mehr auf die Mängel? Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Sympathie bei mir so gut wie alles überstrahlt, es sei denn es handelt sich um Geschichten, die wirklich auf gut ausgearbeitete Figuren angewiesen sind.

Du hast aber recht, dass ich bei Urban Nightmare besonders viel Wert auf die Charaktere legen wollte. Das schließt die Glaubwürdigkeit natürlich mit ein, die aber wie gesagt mMn gewisse genre-bedingte Grenzen hat. Ich denke jedenfalls, dass man um die nicht herumkommt. Nicht zuletzt wegen dem Gameplay. Wahrscheinlich wirkt sich das bei Urban Nightmare, wie du schon angesprochen hast, auch nicht unerheblich auf die Darstellung der Figuren aus. Ich wüsste jetzt spontan keine Alternative für die Spielmechanik. Eine stärkere Verbindung zwischen Handlung und Gameplay wäre sicher nicht schlecht, nur weiß ich nicht wie man das am besten umsetzen könnte.