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  1. #1
    Zu den gut ausgearbeiteten Charakteren: IMO schon. Also, es müssen zumindest welche der Charaktere ausgearbeitet sein, nicht notwendigerweise alle. Alle wäre natürlich schön, aber man sollte nicht zu viel verlangen *g*

    IMO ist ein guter Charakter jemand, der eine gewissen Facettenreichtum hat, in mehrerlei Hinsicht.
    Einmal muss er Emotionen ausdrücken können, und das verschiedene. Sowas schafft z.B. die Cast aus XIII im Prinzip nicht. Bei denen ist alles immer scheiße. Worauf das hinausläuft? Es war mir im Prinzip egal, wenn die Situation NOCH schlimmer für sie wurde, weil das Spiel (ab der Hälfte) nie einen Kontrast schafft.

    Es muss also möglich sein, verschiedene Emotionen am Charakter zu erkennen.

    Dann muss er natürlich noch mehr als eine definierende Eigenschaft haben. Das ist vermutlich das schwierigste und es gibt wirklich viele Charaktere in RPGs, die das nicht schaffen. In der To-Reihe haben die Chars fast ausschließlich nur eine definierende Eigenschaft, die sie das Spiel über behalten. Luke ist hier in gewisser Weise ne Ausnahme, aber er wechselt von einem Extrem ins andere, also kann man das auch nicht unbedingt als Vorteil bezeichnen.

    Lost Odyssey hat es IMO ganz gut geschafft, die Charaktere zu zeichnen. Was natürlich bei Kaim auch an den exzellenten Kurzgeschichten lag.

    Wenn man einen Charakter nicht mag könnte eine Entwicklung vielleicht sogar wichtiger sein als bei denen, die man mag. Eventuell ist das, was danach rauskommt ja sogar gut? Und auch sonst kann man es eventuell nachvollziehen, wieso der Charakter so ist, wie er ist. Was auch immer ein Bonus ist, IMO unabhängig davon, ob man ihn mag oder nicht.

    Nächster wichtiger Punkt: Die Handlungen müssen nachvollziehbar sein und die Chars müssen sich *irgendwie* wie Menschen verhalten. Das ist auch wieder ein großes KO-Argument für viele, vor allem die gesamte Gruppe aus ToG. FFIX hat da (einige) Charaktere in der Hinsicht IMO ziemlich gut gezeichnet, selbst die, die eigentlich gar keine Menschen sind *g*
    So ist Emo IMO nicht grundsätzlich schlecht, es muss nur einen Kontrast geben (man sollte den Char also auch mal "normal" bzw. fröhlich erleben) und es muss nachvollziehbar sein, wieso der Char emo ist / wird. Und das am Besten, ohne, dass man dafür 30h spielen muss, um es heraus zu finden >_<

    Ach ja, und Spotlight-Phänomen. Das sollte im besten Fall vermieden werden oder es sollte zumindest noch genug Szenen geben, die einem die Charaktere irgendwie nahe bringen. Nen Char einmal in den Mittelpunkt zu rücken und dann zu vernachlässigen geht gar nicht.

  2. #2
    Hui, gibt ja viele tolle Diskussionen in letzter Zeit.

    Ich finde gut ausgearbeitete Charaktere schon relativ wichtig, weil für mich der emotionale Anteil in einem RPG eine recht große Rolle spielt. Ausnahmen sind Geschichten, die eher mythologisch ambitioniert sind und eher Wert auf Awesomeness legen als auf die Persönlichkeit der Charaktere selbst (zum Beispiel Valkyrie Profile 2; das hatte sympathische und allsamt recht flache, aber oft trotzdem sehr coole Charaktere und auch das hat mir Spaß gemacht).

    Ich finde es wichtig, dass es Charaktere gibt, für die man sich als Spieler interessiert und deren Wohl einem am Herzen liegt. Ist die Darstellung eines Charakters unglaubwürdig, bringt man ihm auch weniger Empathie entgegen. So etwas kann sogar zu einem K.O.-Kriterium werden. Der Charakter muss dabei nicht immer sympathisch sein, aber man muss ihm Empathie entgegenbringen können (also doch ein gewisses Maß an Sympathie haben, was aber nicht heißt, dass man ihn nicht zugleich auch unsympathisch finden kann). Letzteren Fall finde ich manchmal sogar sehr interessant: Charaktere, denen man kontroverse Gefühle entgegenbringt. Luke auf TotA ist da ein ganz gutes Beispiel. Zugegebenermaßen wird er ein recht generischer Charakter nach seiner Wandlung, aber bis dahin habe ich zumindest immer gehofft, dass er sympathischer wird, weil ich ihn in einigen Belangen verstehen konnte, auch wenn ich manche seiner Handlungen und Äußerungen extrem unsympathisch fand.

    Beispiele für Spiele, die das grundsätzlich wirklich gut hinbekommen sind das bereits erwähnte Final Fantasy IX und The Legend of Heroes – Trails in the Sky. Final Fantasy IX hat einfach (bis auf Mahagon und evtl. Quina) wirklich toll ausgearbeitet Charaktere, die alle ihre nachvollziehbaren und ziemlich tiefgründigen Probleme haben. Das ganze wird im Spiel aber keinesfalls überdramatisiert. Im Gegenteil: Die Charaktere werden dem Spieler alle auf ziemlich sanfte und unaufdringliche Weise vorgestellt, und man erfährt erst mehr über ihre Probleme, wenn man sie bereits sympathisch findet. Das funktioniert hier wunderbar. Das tolle an Final Fanasy IX ist auch, dass in dem Spiel wirklich sehr viel drin steckt: Es behandelt viele unglaublich ernste Themen auf eine so einfühlsame und sanfte Weise. Das hat noch kein anderes Spiel so gut geschafft.

    In Trails in the Sky ist es einfach so, dass die Charaktere einem alle sehr schnell ans Herz wachsen. Das hat vor allem etwas mit gutem Writing zu tun. Dabei ist es nicht mal so, als würde man hier keine Stereotypen finden. Nur sind diese Stereotypen so wunderbar ausgearbeitet, dass sie darüber hinauswachsen und zu sehr viel mehr werden. Man merkt dem Spiel auch an, wie viel Wert auf die Charaktere gelegt wurde, was das emotionale Band zwischen Spieler und Protagonisten auch gleich noch viel enger schnürt.

    Andere Beispiele, die bei mir gut gewirkt haben, sind Persona 3 und Persona 4. In Persona 3 fand ich es toll, wie aus den Charakteren gegen Ende hin immer mehr eine Gruppe geworden ist. Am Anfang herrschte ein relativ kaltes Verhältnis zwischen allen bis hin zu offenkundigen Unsympathien zwischen den Protagonisten. Sie waren mehr oder weniger eine Zweckgemeinschaft. Im Verlauf des Spiels gibt es aber einige wirklich gute emotionale Konflikte, die von den Charakteren ganz andere Seiten offenbaren, die man bis dahin gar nicht kannte.

    In Persona 4 ist es anders. Fast der gesamte Cast ist von Anfang an sehr sympathisch und es herrscht eine sehr freundschaftliche und familiäre Alltagsatmosphäre. Ich kenne kein anderes Spiel, das in dieser Hinsicht auch nur Ansatzweise wirklich gut ist. Im Verlauf der Geschichte ist es auch so, dass einem die Charaktere sehr ans Herz wachsen. Bei mir sogar in einem Fall so stark, dass ich mich an einer Stelle des Spiels schuldig gefühlt hätte, wenn ich einfach die PS2 ausgeschaltet und nicht weitergespielt hätte. Das ist schon eine Leistung, denn das vollbringen nicht viele Spiele.


    Zitat Zitat
    Ach ja, und Spotlight-Phänomen. Das sollte im besten Fall vermieden werden oder es sollte zumindest noch genug Szenen geben, die einem die Charaktere irgendwie nahe bringen. Nen Char einmal in den Mittelpunkt zu rücken und dann zu vernachlässigen geht gar nicht.
    Japp, das ist eines der größten Probleme bei Charakteren in JRPGs, meiner Meinung nach. Hat wohl auch etwas damit zu tun, dass der Spieler eine gewisse Partygröße erwartet. Die Geschichte dann aber nur um wenige Charaktere herum aufzubauen widerspricht dem allerdings ein bisschen. In all den oben von mir genannten Beispiel war das aber wirklich gut gelöst: Keines der Spiele hat die Geschichte wirklich um alle Charaktere herum aufgebaut (außer Persona 4), aber in jedem der Spiele bekommen zumindest die meisten Charaktere genug Spotlight ab.

    Auch viele Spiel mit eigentlich gutem Writing leiden oft stark darunter. Final Fantasy VIII hat mit Squall zum Beispiel einen Charakter, dessen Charakterisierung ausführlicher ist als alles andere, was ich in dem Genre gesehen habe. Viele der anderen Charakteren werden aber recht schnell stark vernachlässigt. (Dies ist aber meiner Meinung nach nicht so extrem wie manche sagen, zumal sie immer noch alle auch in Dialogen sehr präsent ist, während es Spiele gibt, wo die Charaktere irgendwann wirklich nur noch in den Kämpfen auftreten, wenn man sie in der Party hat, aber in der Story absolut nichts mehr beizutragen haben.)

    Aber auch thickstone muss ich zustimmen, die Ausarbeitung muss nicht immer sehr ausführlich sein, damit man eine emotionale Bindung zu einem Charakter aufbaut. Ich meine, man kann sogar zu seinen Pokémon ein emotionales Band haben! Und es gibt Charaktere, deren Darstellung einfach so stark dem eigenen Geschmack entsprechen oder mit denen man sich über eine einzige Eigenschaft sehr stark identifizieren kann oder die man aus irgendeinem Grund einfach sehr sympathisch findet, ohne dass sie jetzt wirklich gut ausgearbeitet sind.

    Und was die Backstory ohne ausführliche Darstellung der Persönlichkeit angeht, muss ich dir auch zustimmen. In Final Fantasy VII fand ich aber dennoch den Charakter jeder Person recht greifbar, wobei es bei Tifa jedoch noch am schwierigsten ist.

    Speaking of FF7, ich fand Barret als Charakter sehr toll: Eigentlich ist er ein Charakter, der sehr viel Unsympathie auf sich zieht, aber durch seine Hintergrundgeschichte und seine Beweggründe wird er sehr sympathisch. Ich fand zum Beispiel den Moment sehr bewegend, in dem er sich das erste Mal ein bisschen mehr öffnet. Das ist, nachdem man Marlene bei Aeris' Mutter in die Obhut gibt.

    Ich kopiere mal den Dialog:

    Elmyra: She brought a little girl here with her. On the way here, Tseng found
    them. She probably couldn't get away fast enough. She decided to go to the
    Shinra in exchange for the little girl's safety.
    Cloud: Must be Marlene.
    Barret: Marlene!! Aerith was caught because of Marlene!? I'm sorry. Marlene's
    my daughter. I'm …really…sorry…
    Elmyra: You're her father!? How in the world could you ever leave a child alone
    like that!?
    Barret: …please don't start with that. I think about it all the time. What
    would happen to Marlene, if I… But you gotta understand somethin'…I don't got
    an answer. I wanna be with Marlene… But I gotta fight. 'Cause if I don't…the
    planet's gonna die. So I'm gonna keep fightin'! But, I'm worried 'bout Marlene.
    I really just wanna be with her…always. See? I'm goin' in circles, now.
    Elmyra: …I think I understand what you're saying… She's upstairs asleep, why
    don't you go and see her.

    Cloud proceeds upstairs. In the room with Barret and Marlene…

    Barret: I'm so glad…… I'm so glad you're all right…
    Marlene: Daddy, don't cry. Your whiskers hurt!
    Barret: (to Cloud) Cloud! You gonna go help Aeris, right? She's done so much
    for me… If it's the Shinra you're dealin' with, I can't just sit here! I'm
    comin' too!
    Geändert von Narcissu (24.09.2012 um 00:12 Uhr)


  3. #3
    Zitat Zitat von Sylverthas Beitrag anzeigen

    IMO ist ein guter Charakter jemand, der eine gewissen Facettenreichtum hat, in mehrerlei Hinsicht.
    Einmal muss er Emotionen ausdrücken können, und das verschiedene. Sowas schafft z.B. die Cast aus XIII im Prinzip nicht. Bei denen ist alles immer scheiße. Worauf das hinausläuft? Es war mir im Prinzip egal, wenn die Situation NOCH schlimmer für sie wurde, weil das Spiel (ab der Hälfte) nie einen Kontrast schafft.
    Also würdest du kritisieren, dass das Spiel zu viel Drama Drama macht und von dem Schema dann auch nicht mehr abweicht?

    Zitat Zitat von Sylverthas
    Dann muss er natürlich noch mehr als eine definierende Eigenschaft haben. Das ist vermutlich das schwierigste und es gibt wirklich viele Charaktere in RPGs, die das nicht schaffen. In der To-Reihe haben die Chars fast ausschließlich nur eine definierende Eigenschaft, die sie das Spiel über behalten. Luke ist hier in gewisser Weise ne Ausnahme, aber er wechselt von einem Extrem ins andere, also kann man das auch nicht unbedingt als Vorteil bezeichnen.
    Wobei ich die Charaktere in Tales of Vesperia sehr sympathisch fand, obwohl die auch nicht viel mehr als ,,eine definierende Eigenschaft'' haben. Selbst Yuri zieht bis zum Ende hin eigentlich nur die immergleiche Nummer des Antihelden durch. Es kommt einem wohl nur so erfrischend vor, weil es wirklich so konsequent durchgezogen ist.

    Zu Luke: Ich verstehe auch den Vorwurf, dass viele ihn nach seiner Wandlung als 08/15 Helden abstempeln und das stimmt irgendwo ja auch. Für mich war es dennoch so, dass sein späteres Handeln immer von den Negativereignissen geprägt waren und seinem Wunsch sich gänzlich zu ändern. Es war für mich was anderes, einen 08/15 Helden im Vorfeld zu bekommen oder eben so einen, der aufgrund diverser Ereignisse erst zu einem 08/15 Helden wird. Ich fand auch, dass die Wandlung gar nicht so plötzlich kam, sondern von ein paar Startschwierigkeiten gekennzeichnet war - er ist ja immer wieder kurz in alte Muster zurückgefallen, auch wenn die Party ihn darauf komischerweise kaum noch angesprochen hat. Hat mir ehrlich gesagt ganz gut gefallen ^^

    Zitat Zitat von Narcissu
    Andere Beispiele, die bei mir gut gewirkt haben, sind Persona 3 und Persona 4. In Persona 3 fand ich es toll, wie aus den Charakteren gegen Ende hin immer mehr eine Gruppe geworden ist. Am Anfang herrschte ein relativ kaltes Verhältnis zwischen allen bis hin zu offenkundigen Unsympathien zwischen den Protagonisten. Sie waren mehr oder weniger eine Zweckgemeinschaft. Im Verlauf des Spiels gibt es aber einige wirklich gute emotionale Konflikte, die von den Charakteren ganz andere Seiten offenbaren, die man bis dahin gar nicht kannte.
    Stimmt! Die Persona-Spiele habe ich ganz vergessen. Das zeigt mir auch, dass Social Links eigentlich eine gute Idee sind - oder generell Sequenzen, in denen es ausschließlich um die Persönlichkeit des anderen Charakters geht. Hier finde ich es im Übrigen auch gut, dass der Protagonist stumm bleibt, weil der Fokus so ganz und gar auf dem Gegenüber liegt. Das ist auch die Sache, die mir P3 gerettet hat, denn das hätte ich sonst wohl nicht durchgespielt.

    Zitat Zitat von Enkidu
    So etwas klappt natürlich besser ab einer gewissen Partygröße, daher finde ich es schade, dass die Gruppen in vielen Spielen immer kleiner zu werden scheinen.
    Das finde ich ehrlich gesagt viel besser. So kann man die vorhandenen Charaktere besser charakterisieren und sich mehr Zeit für sie nehmen. Wenn die Gruppen zu groß wurden (was gefühlt bei zu vielen PS1-RPGs der Fall ist), dann wird immer jemand vernachlässigt. Oder das Potenzial zur Vernachlässigung wächst zumindest. Ganz krass ist das z.B. bei Chrono Cross oder Suikoden. Aber auch schon in den Final Fantasy-Spielen (außer vllt. 7) ist das der Fall. In 9 hätte man sich Mahagon und Quina komplett schenken können und es hätte auch nichts gemacht. Sie stören zwar nicht, aber das sind für mich verschwendete Ressourcen.

  4. #4
    Zitat Zitat von thickstone Beitrag anzeigen
    Stimmt! Die Persona-Spiele habe ich ganz vergessen. Das zeigt mir auch, dass Social Links eigentlich eine gute Idee sind - oder generell Sequenzen, in denen es ausschließlich um die Persönlichkeit des anderen Charakters geht.
    Ihr seid so einfach zufrieden zu stellen.

  5. #5
    Zitat Zitat von Tyr Beitrag anzeigen
    Ihr seid so einfach zufrieden zu stellen.
    Oh, das erinnert mich an...

    Zitat Zitat von Tyr
    Ein Charakter kann auch durch andere Qualitäten glänzen, selbst wenn er mir unsympathisch ist. Für mich zählt nicht nur die Persönlichkeit.
    Stimmt, Optik ist auch ein Bonus (Oder in deinem Fall wohl dicke Hupen ).

    Sind für dich die Social Links genau der selbe Kram wie die Skits? Denn da würde ich nämlich glatt widersprechen wollen. Ansonsten weiß ich nicht genau, warum ich einfach zufrieden zu stellen bin ^^

  6. #6
    Zitat Zitat von thickstone Beitrag anzeigen
    Stimmt, Optik ist auch ein Bonus (Oder in deinem Fall wohl dicke Hupen ).
    Ich glaube, du kannst das einfach nur nicht richtig nachvollziehen!

    Zitat Zitat
    Sind für dich die Social Links genau der selbe Kram wie die Skits? Denn da würde ich nämlich glatt widersprechen wollen. Ansonsten weiß ich nicht genau, warum ich einfach zufrieden zu stellen bin ^^
    Die neusten Personas sind glorifizierte Life- Dating-Sims. Das ist jetzt grundsätzlich nichts Schlechtes, aber die Ausführung ist mies. Was bringt mir dieses Feature, welches über die Hälfte des Spiels einnimmt und äußerst repetitiv ist, wenn jedes zweite Nukige in den Hentai-Szenen mehr Innovation und Charakterzeichnung zeigt?
    In dem Sinne ist es wirklich mit Skits vergleichbar; beides sind glorifizierte Gameplay-Features, die in der Theorie vielleicht gar nicht soooo schlecht sind, in der Praxis aber einfach lieblos zusammengeschludert und als ganz toll beworben wurden und einfach mal ganz weit hinter ihrer Zeit sind. Da frage ich mich immer, warum so viele Leute sich das schön reden... ist es die Idee und das Potenzial dahinter, welche den Blick auf die wahre Implementierung verschleiern? Nur weil es kein vergleichbares Spiel in englisch gibt, heißt es nicht, dass es so toll ist. True Love ist ne besser Dating-Sim und das ist ein Win95-Spiel. Verdammt, selbst Love Plus hat eine bessere Charakterentwicklung und bei dem Spiel muss man sich wenigstens nicht durch farblose Dungeons grinden und kann stattdessen seinen DS küssen nette Minispiele spielen.
    Die neuen Personas sind mittelmäßig bis grenzwertig gut, allerhöchstens. Und das ganze wird noch tragischer, wenn man bedenkt, dass dafür der Style von Persona 2 geopfert wurde! Ugh ...

  7. #7

    ~Cloud~ Gast
    Naja ein gelungener Charakter weckt in irgenteiner Form Emotionen in mir oder bringt mich dazu über ihn nachzudenken.
    Die meisten Charaktere die ich mag sind diejenigen die negative Erfahrungen gemacht haben, traurige Vergangenheit haben, etwas böses ausstrahlen oder wahnsinnig sind.
    Einige meiner Lieblingscharaktere sind z.B:

    • Snake (Big Boss)
    • Ramirez (SoA)
    • Luca Blight
    • Gustave XIII (SF2)
    • Miyamoto Musashi (Vagabond Manga)
    • James Sunderland (Mein Lieblingscharakter)
    • Walter (SH4)
    • Shane Walsh (The Walking Dead)
    • John Shepard (Abtrünnig)
    • Vegeta (DBZ)
    • Anakin Skywalker
    • Squall (Nur CD1/2)



    usw.

  8. #8
    Zitat Zitat
    Beispiele für Charaktere, die euch gefallen haben?
    Hm, bei weiblichen Charakteren fällt mir die Definition leicht: Das typische Love-Interest des Hauptcharakters (unschuldig, liebreizend, behütet aufgewachsen, möglicherweise Prinzessin, könnte keiner Fliege was zuleide tun, usw.). Das genaue Gegenteil davon ist etwa das, was ich mir unter einem guten weiblichen Charakter vorstelle. Gutaussehend ist natürlich immer ein Pluspunkt.

    Bei männlichen Charakteren fällt mir die Defintion schwerer. Ich würde sagen, dass ich die, die machen, was sie selbst wollen, am liebsten mag. Das müssen nicht unbedingt irgendwelche Antihelden sein. Wenn jemand die Welt retten will, ist das auch in Ordnung, nur wenn irgendjemand die Welt rettet, weil das eben das ist, was man als Held macht, kann ich darauf verzichten. Natürlich hilft es auch, wenn der Charakter ein ordentliches Badass ist...

    Ein paar Beispiele (nur auf Spiele, aber nicht unbedingt RPGs beschränkt):
    Granberia (Monster Girl Quest)
    James Raynor (Starcraft)
    Kid (Radical Dreamers/Chrono Cross)
    Locke (Final Fantasy 6)
    Namenloser Held (Gotic/Gothic 2)
    Natsumi (X-Change/X-Change 3)
    Rider (Fate/Stay Night)
    Shiki (Tsukihime und Ableger)
    Tifa (Final Fantasy 7 CD1)
    Zero (Magaman X-/Megaman Zero-Reihe)
    Geändert von Liferipper (24.09.2012 um 22:10 Uhr)

  9. #9
    Zitat Zitat von Tyr Beitrag anzeigen
    Die neusten Personas sind glorifizierte Life- Dating-Sims. Das ist jetzt grundsätzlich nichts Schlechtes, aber die Ausführung ist mies. Was bringt mir dieses Feature, welches über die Hälfte des Spiels einnimmt und äußerst repetitiv ist, wenn jedes zweite Nukige in den Hentai-Szenen mehr Innovation und Charakterzeichnung zeigt?
    In dem Sinne ist es wirklich mit Skits vergleichbar; beides sind glorifizierte Gameplay-Features, die in der Theorie vielleicht gar nicht soooo schlecht sind, in der Praxis aber einfach lieblos zusammengeschludert und als ganz toll beworben wurden und einfach mal ganz weit hinter ihrer Zeit sind. Da frage ich mich immer, warum so viele Leute sich das schön reden... ist es die Idee und das Potenzial dahinter, welche den Blick auf die wahre Implementierung verschleiern? Nur weil es kein vergleichbares Spiel in englisch gibt, heißt es nicht, dass es so toll ist. True Love ist ne besser Dating-Sim und das ist ein Win95-Spiel. Verdammt, selbst Love Plus hat eine bessere Charakterentwicklung und bei dem Spiel muss man sich wenigstens nicht durch farblose Dungeons grinden und kann stattdessen seinen DS küssen nette Minispiele spielen.
    Die neuen Personas sind mittelmäßig bis grenzwertig gut, allerhöchstens. Und das ganze wird noch tragischer, wenn man bedenkt, dass dafür der Style von Persona 2 geopfert wurde! Ugh ...
    Mittlerweile zweifle ich wirklich an deinem Geschmack bzw. deiner Wahrnehmung. Wie zur Hölle kommt man darauf, Persona 3 und 4 als Dating Sims anzusehen, wenn dies nur ein vergleichsweise kleiner Anteil am Spiel ist? Und nein, Social Links != Dating Sim. Persona 3 hat tatsächlich nicht besonders viele gute Social Links (allein die Tatsache, dass man nicht mit allen Gruppenmitgliedern Social Links haben kann, sondern nur mit den weiblichen, ist sehr schade), aber Persona 4 hat einige wirklich tolle. Und selbst die weniger guten Social Links können zumindest noch unterhalten, denn schlecht sind mit Sicherheit nicht alle. Allein schon die Spanne der verschiedenen Charaktertypen macht das schon interessant.

    Und du kannst die neueren Personas auch nicht auf die Social Links reduzieren. Du musst die Spiele eindeutig mal ausführlich spielen, bevor du sie als „mittelmäßig bis grenzwertig gut“ bezeichnen kannst. Ich glaube, du redest dir das sehr viel schlecht. Beide Spiele haben wirklich tolle Charaktere, und insbesondere Persona 4 ist da eigentlich noch viel weniger umstritten. Klar, die Kämpfe bzw. Dungeons sind in beiden Spielen nicht die Stärken, aber als grausam kann man das auch nicht bezeichnen. Zumal die Kämpfe in Persona im Vergleich zu anderen Rollenspielen immer noch eine verhältnismäßig untergeordnete Rolle einnehmen.

    Aus allen Spielen, die ich in den letzten Jahren gespielt habe, sind Persona 3 und 4 zweifelsohne die besten.

    Und auch die Skits sind mit Sicherheit nicht „lieblos zusammengeschleudert“, das ist absoluter Schwachsinn. Selbst wenn man das Writing nicht mag, sollte man zumindest erkennen können, dass da ziemlich sehr viel Liebe drin steckt, und die Tales-Spiele stecken immer voller Liebe. (Wobei ich das bei den neueren Titeln schlecht beurteilen mag.) Die Skits sind keine halbherzigen Konversationen zwischen Charakteren, die einfach nur da sind, um da zu sein oder den Charakteren abseits der Story etwas Tiefe zu verleihen. Ich finde, sie nehmen etwas die gleiche Rolle ein wie zum Beispiel die Lagerfeuergespräche in Suikoden Tactics, wobei Skits natürlich noch ein bisschen darüber hinausgehen und vor allen Dingen vielfältiger sind.

    Aber lieblos? Skits kann man doch nicht als lieblos bezeichnen, selbst wenn man sie nicht mag. Seriously, what's wrong with you? Wenn es dir nicht gut geht, dann sag mir Bescheid. Aber lass es nicht an den Skits und den Persona-Spielen aus. :[


  10. #10
    Zitat Zitat von Narcissu Beitrag anzeigen
    Mittlerweile zweifle ich wirklich an deinem Geschmack bzw. deiner Wahrnehmung.
    Aufgrund eines/zweier Spiels/e?

    Zitat Zitat
    Und du kannst die neueren Personas auch nicht auf die Social Links reduzieren. Du musst die Spiele eindeutig mal ausführlich spielen, bevor du sie als „mittelmäßig bis grenzwertig gut“ bezeichnen kannst.
    Hab ich doch. Ich fands nicht gut. Sowohl inhaltlich als auch von der Spielmechanik her.

    Zitat Zitat
    Zumal die Kämpfe in Persona im Vergleich zu anderen Rollenspielen immer noch eine verhältnismäßig untergeordnete Rolle einnehmen.
    Uh, nur weil etwas nicht oft vorkommt, ist das doch keine Entschädigung dafür, dass es schlecht ist! >.<

    Zitat Zitat
    Aus allen Spielen, die ich in den letzten Jahren gespielt habe, sind Persona 3 und 4 zweifelsohne die besten.
    Wenn man dann noch bedenkt, dass du sehr viel PS2 spielst, musst du ja regelrecht absichtlich um die guten Spiele drumherum gegriffen haben.

    Zitat Zitat
    Und auch die Skits sind mit Sicherheit nicht „lieblos zusammengeschleudert“, das ist absoluter Schwachsinn. Selbst wenn man das Writing nicht mag, sollte man zumindest erkennen können, dass da ziemlich sehr viel Liebe drin steckt, und die Tales-Spiele stecken immer voller Liebe.
    Das lieblos bezog sich auf zusammengeschludert, wie du mich auch richtig zitiert hast, nicht auf den Inhalt. Skits sind nicht mehr als etwas Text mit Bildtransformierungsanweisungen. Das kann man zwei Tage vor Release noch schnell zusammentippen. Meine Kritik galt nicht dem Inhalt, sondern dass es als tolles Feature beworben wird. Wenn es das wäre, dann wäre die Präsentation besser.
    Der Inhalt ist jetzt aber auch nicht so doll. Sicher, ganz lustig. Es ist aber auch nicht schwer, schnell mal ein lustiges Event zu schreiben, was auf den stereotypischen Eigenschaften der Charaktere aufbaut. Guter Humor sieht für meinen Geschmack anders aus, anspruchsvoller und pointierter. Natürlich will Tales of das gar nicht sein, ist auch völlig in Ordnung, ich erwarte das ja auch nicht. Aber deshalb erwarte ich auch nichts von den Skits. Nice to have ... i guess? Steckt aber trotzdem nicht besonders viel Mühe drin.

    Zitat Zitat
    Seriously, what's wrong with you?
    Nicht ich bin der, der Pokémon spielt.

    Zitat Zitat
    Aber lass es nicht an den Skits und den Persona-Spielen aus. :[
    Ihr provoziert doch!


    Zitat Zitat von Liferipper Beitrag anzeigen
    Natsumi (X-Change/X-Change 3)
    Warum darf Liferipper hier offensichtlich trollen und ich werde für meine anspruchsvollen Kommentare angepflaumt?

  11. #11
    Zitat Zitat
    Warum darf Liferipper hier offensichtlich trollen und ich werde für meine anspruchsvollen Kommentare angepflaumt?
    1. Weil die hier eh keiner kennt.
    2. Weil du offensichtlich keine Ahnung hast!

  12. #12
    Zitat Zitat von Liferipper Beitrag anzeigen
    Naja, zumindest besser als Persona.

  13. #13
    Find die Frage nach gelungenen Charakteren gut, aber auch schwer zu beantworten.

    Finde ein ernster, guter Charakter muss irgendwie tragisch sein. Ein junge aus einem Dorf, der auszieht um die Welt zu sehen, dann aber erfährt, dass er der Auserwählte ist und die Welt retten muss, ist uninteressant.
    Ich finde ein gutes Beispiel (obwohls aus der Fantasy-Literatur kommt) ist Elric für einen guten Charakter. Schon die Grundprämisse ist eigentlich absurd: Der Herrscher eines Volkes, welches er hasst, selber körperlich so degeneriert wie der "Geist" seines Volkes. Er bezieht seine Kraft aus Quellen, die ihn im Endeffekt nur schwächen, und entwickelt eine immer größer werdende Abhängigkeit dieser Kräfte, obwohl sie ihm nach und nach jeden Freund nimmt. Und achja, er ist ein Diener des Chaos, der aber durch die Wirren der Welt plötzlich gegen das Chaos kämpft.
    Das gefällt mir. Ich kann daraus aber schwer eine Formel entwickeln^^ Find eine glaubhafte Charakterentwicklung auch wichtig, weil ich keine Lust habe, 40h mit EXAKT dem gleichen Charakter zu spielen. Find dann auch Stereotypen sehr schlimm, die nur ihre Rolle erfüllen (am besten gepaart mit diesen Spotlight-Szenen).
    Oder Vivi aus FF IX. Find das eine ziemlich traurige Geschichte eigentlich, wie er mehr über sein Schicksal erfährt. Aww, aber ich liebe Vivi auch.

    Bei eher lustigen Charakteren ist es mir egal. Bebedora aus Arc - TotS ist zum Beispiel ein sehr sehr absurder Charakter, der dadurch aber an Witz und Reiz gewinnt (vor allem in dieser komisch konstellierten Gruppe). Hab das Spiel noch nicht durch, also weiß ich nicht, ob nich eine Auflösung ihrer Hintergrundgeschichte kommt.

    Ach keine Ahnung.

  14. #14
    Zitat Zitat von Narcissu
    Beispiele für Spiele, die das grundsätzlich wirklich gut hinbekommen sind das bereits erwähnte Final Fantasy IX und The Legend of Heroes – Trails in the Sky. Final Fantasy IX hat einfach (bis auf Mahagon und evtl. Quina) wirklich toll ausgearbeitet Charaktere, die alle ihre nachvollziehbaren und ziemlich tiefgründigen Probleme haben. Das ganze wird im Spiel aber keinesfalls überdramatisiert. Im Gegenteil: Die Charaktere werden dem Spieler alle auf ziemlich sanfte und unaufdringliche Weise vorgestellt, und man erfährt erst mehr über ihre Probleme, wenn man sie bereits sympathisch findet. Das funktioniert hier wunderbar. Das tolle an Final Fanasy IX ist auch, dass in dem Spiel wirklich sehr viel drin steckt: Es behandelt viele unglaublich ernste Themen auf eine so einfühlsame und sanfte Weise. Das hat noch kein anderes Spiel so gut geschafft.
    Meine Rede... meine Rede!

    Charaktere sind gut, wenn man sie sich auch im echten Leben vorstellen kann und ihr Handeln nachvollziehbar dargestellt wird. Hervorragende Dialoge ebnen den Weg zu guten Charakteren. Teilweise werden aber Charaktere gut ausgearbeitet ohne dass es der Geschichte nutzt. In so einem Fall werden die Charaktere schnell als nervig empfunden. Kleines Beispiel: Quentin Tarantinos (meiner Meinung nach sehr guter) Film "Death Proof" zeichnet am Anfang die Charaktere der drei Damen ziemlich gut ab - das Problem ist dabei nur, dass dies in ellenlangen Dialogszenen geschieht. Dies störte zwar nicht mich, aber sehr viele Personen die diesen Film auch gesehen haben, ergo sie fanden die Charaktere nervig.

    Bei Final Fantasy IX ist das etwas anders. Das ganze beginnt erst mal mit einer Menge Action (was in Final Fantasy sehr oft am Anfang so ist) und die Dialogszenen, wenn auch noch so lang, sind eine sinnvolle Ergänzung - das Spiel lebt von den zwischenmenschlichen/-tierlichen/-schwarzmagierischen Beziehungen seiner Charaktere und spannt so die Handlung auf. Funktioniert! Macht Sinn! Durch das Handeln der einzelnen Personen, welches (für uns West-Europäer) nachvollziehbar erscheint, wird der Plot bestimmt. Also: Geile Charaktere! Sehr schön gemacht, Herr Sakaguchi.
    Nunja... bei Final Fantasy XIII-1 haben sie das nicht so hinbekommen. Es gibt im Gegensatz zu Teil XII (der aber im Gegensatz zumindest mit ein paar starken Charakteren trumpfen konnte) haufenweise Dialogszenen, aber diese interessieren keinen. Charaktere wirken hier zudem künstlich überzeichnet, dass man meint, einen schlechten Animee vorgesetzt zu bekommen. Warum? Warum macht man so was... dadurch nerven Snow und Co. noch mehr. Sicherlich filigran gezeichnete Charaktere, allerdings eher durch die Quantität, als durch die Qualität an Dialogen. Die mittelprächtige Synchronisation (welche aber im Gegensatz zu FF X ohne krassere Piepsstimmchen auskommt) tut ihr übriges.

    Final Fantasy IX - Charaktere haben auch mehrere Seiten, sie entwickeln sich, sind also durch und durch rund. Ja gut, es gibt Quina und Mahagon... aber es würde wahrscheinlich nerven deren Geschichte und Charaktermodell ebenso komplex zu gestalten wie das von Vivi, Zidane oder Lili... Also genau richtig. Aber auch Herrn Sakaguchi gelingt so eine hervorragende Charakterzeichnung nicht immer. The Last Story hatte schon gute Charaktere mit vernünftigen Motiven, ABER es fehlte etwas die Komplexität. Auch wenn Zael definitiv gut gezeichnet wurde, aber ins Herz möchte man ihn nicht ganz schließen. Dafür bleibt er etwas zu blass, seine Dialoge zu belanglos. ABER er ist hundertfünfundachtzig Millionen mal besser, wie diese Witzfiguren aus dem 13. Teil einer - ehemals - sehr erfolgreichen Rollenspielserie, welche nicht nur durch die Grafik etc. bestach, sondern auch durch das Herzblut seiner Autoren. Ne, Zael ist gut; erst recht Dagran, Mirania und sogar Yurick. Dennoch könnte man wesentlich mehr rausholen (und mich wundert es ein wenig, warum er es nicht getan hat). Serah hingegen hätte profitiert, wenn sie blasser geblieben wäre...

    Übrigens findet man das Motiv der Charakterzeichnung auch in Soap Operas, was auch der Hauptgrund ist, sich diese anzusehen. Die Personen die ich kenne, welche sich Seifenopern geben, tun dies nur aus dem präzisen einen Grund, weil ihnen die Figuren zusagen. Deswegen - glaube ich - sind Charaktere in Seifenopern bewusst etwas komplexer gestrickt, um die Leute an deren Schicksal und damit an den Bildschirm zu binden. Ich muss auch zugeben, dass ich absolut kein Fan von dieser Sorte Programme bin, aber sehr positiv überrascht aus einem Gespräch mit einem befreundeten Medienwissenschaftler herausgegangen bin. Dieser vergleicht für seine Arbeiten Scripted Reality Shows, um dem Erfolg des Konzeptes auf die Schliche zu kommen. Es ging um Ole aus Berlin 24h. Er hat mir einen Zusammenschnitt mit den Szenen dieses Chaoten gezeigt und ein wenig die Geschichte über ihn und der Charakter ist tatsächlich rund. Er hat seine Stärken und Schwächen und wirkte auf mich extrem menschlich.
    Kurz für die, die's nicht kennen: Der Knabe lebt in einer WG in Berlin und ist nicht unbedingt der charmanteste Mensch. Er liebt Parties und ist chaotisch und oberflächlich zu allen anderen. Er schaffte es jedoch nicht, eine einzige Freundin zu haben. Jedoch wird er durch Zufall Schlagerstar, was bei seinem Talent auch nicht verwundert und fliegt auch im Laufe der Serie einige Male zum Ballermann. Plötzlich liegt ihm die Frauenwelt zu Füßen. Eine ernsthafte Beziehung schwebt ihm nun nicht mehr vor, da er mit jeder ins Bett kann, die er kriegen will. Er nutzt das schamlos aus, mutiert zum absoluten Arschloch und wird jedoch zwischendrin von seinem Gewissen hin und wieder geplagt und macht eine richtige Identitätskrise durch.
    Erstaunlich ist die Tatsache, dass man ihn verstehen kann und sich sogar in ihn einfühlen kann. Er ist nicht besonders attraktiv und ungehobelt, aber es steckt auch etwas nettes, sympathisches in dem Tollpatsch. Dadurch, dass sein Verhalten genau gezeigt wird und Dialoge nicht mal der letzte Bullshit ist, wirkt die Person von Ole erstaunlich rund und würde sogar für eine Charakterstudie taugen. Ich war echt überrascht - aber genau das ist es, was die Leute vor den Fernseher fesselt und diese zugegebenermaßen extrem schlicht produzierte Vorabendklamotte anschauen lässt. Die Person ist ihnen nicht egal. Der Charakter ist greifbar, also gut gezeichnet. Er ist irgendwie wie Mario. ein Antiheld. So was in der Zeit von Hartz IV-Fernsehen und dann noch auf RTL zu sehen, überrascht mich. Die Serie ist nicht gut, aber offenbar nicht der letzte Müll. Vielleicht liegt's auch wirklich nur an Ole, dem "Quotenhengst". Aber meiner Meinung nach echt in Ordnung.
    Mein Kumpel hat das dann mit X-Diaries verglichen, bei denen es keinerlei tiefgründigere Charaktere gibt. Hier nerven die Darsteller nur mit leeren Phrasen und die Quote von Berlin 24h gibt ihm recht. Diese ist nämlich deutlich höher.

    Kann das vielleicht der Grund sein, wieso Final Fantasy XIII-2 so abgestürzt ist. Und das fatale Medienecho auf Lightnings dritten Auftritt? Will man diese "nervigen" Charaktere einfach nicht nur noch zum Mond, pardon, nach Pulse schießen?

  15. #15
    Zitat Zitat von Cuzco Beitrag anzeigen
    Charaktere sind gut, wenn man sie sich auch im echten Leben vorstellen kann
    [...]
    Nunja... bei Final Fantasy XIII-1 haben sie das nicht so hinbekommen. [...] Charaktere wirken hier zudem künstlich überzeichnet, dass man meint, einen schlechten Anime vorgesetzt zu bekommen. Warum? Warum macht man so was...
    Weil es ein Stilmittel ist.
    Eine Geschichte muss überhaupt nicht den Anspruch haben, die Realität abzubilden. Was du hier beschreibst, ist deine persönliche Präferenz, was auch völlig in Ordnung ist, aber tu dabei bitte nicht so, als sei es der einzig richtige Ansatz.


    Zitat Zitat
    Übrigens findet man das Motiv der Charakterzeichnung auch in Soap Operas, was auch der Hauptgrund ist, sich diese anzusehen. Die Personen die ich kenne, welche sich Seifenopern geben, tun dies nur aus dem präzisen einen Grund, weil ihnen die Figuren zusagen. Deswegen - glaube ich - sind Charaktere in Seifenopern bewusst etwas komplexer gestrickt, um die Leute an deren Schicksal und damit an den Bildschirm zu binden.
    lolwut?

    Zitat Zitat
    Medienwissenschaftler [...] vergleicht für seine Arbeiten Scripted Reality Shows[...] Berlin 24h [...] X-Diaries

  16. #16
    Zitat Zitat von Cuzco Beitrag anzeigen
    Meine Rede... meine Rede!

    Charaktere sind gut, wenn man sie sich auch im echten Leben vorstellen kann und ihr Handeln nachvollziehbar dargestellt wird. Hervorragende Dialoge ebnen den Weg zu guten Charakteren.
    Da würde ich jetzt auch spontan widersprechen. Wir reden hier ja immer noch über Fiktion und die muss gar nicht den Anspruch haben die Realität abzubilden. Was auch immer "Realität" in dem Zusammenhang bedeuten soll.

    Das von dir geschilderte Beispiel ist doch im Prinzip eine sehr konstruierte Persönlichkeit, die von einem Klischee ins nächste stolpert. Ruhm, der zu Kopf steigt, Beziehungen, die ihre Wertigkeit verlieren - das muss auch nichts Schlimmes sein, allerdings finde ich es als Beispiel für eine menschliche Charakterisierung dann doch etwas problematisch.

    Das Heldenduo aus XIII-2 wurde eigentlich durchweg sehr positiv aufgenommen, so jedenfalls mein Eindruck.

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