Evolution funktioniert so, daß eine bestimmte Eigenschaft (beispielsweise ein längerer Hals) einem Individuum eine größere Überlebenschance gibt (die dafür verantwortliche Genkombination entsteht für gewöhnlich durch Mutation). Dadurch haben die dafür verantwortlichen Gene eine größere Chance, sich zu reproduzieren. Wenn der Vorteil groß genug ist verdrängt diese Genkombination die Konkurrenz und die Population als Ganzes verändert sich. Wenn es genug Änderungen in einer geschlossenen Population gab entwickelt sich diese von anderen Populationen der selben Art weg, bis eine Fortpflanzung untereinander nicht mehr möglich ist - eine neue Art hat sich gebildet.
Allerdings funktioniert natürliche Evolution nur mit hinreichend großen Populationen und dauert lange. Künstliche Evolution (= Zucht) geht schneller, dauert aber immer noch lange genug, daß die Bildung neuer Arten allenfalls in der Pflanzenwelt und unter den Einzellern zu beobachten ist.
Ein Beispiel für bedingte Vorteile wäre die Sichelzellenanämie. Eigentlich ist die genetische Disposition für Sichelzellenanämie ein Nachteil, da sie zu einer Deformation der roten Blutkörperchen führt, wodurch die Fähigkeit zum Sauerstofftransport eingeschränkt ist. In Malariagebieten hingegen ist die Sichelzellenanämie ein Vorteil, da sie eine gewisse Resistenz gegen Malaria bietet. Folglich ist die Quote der Menschen mit Sichelzellenanämie in Malariagebieten höher als normal.
Bei den Giraffen war es eben so, daß ein überdurchschnittlich langer Hals einen evolutionären Vorteil darstellte (mehr Möglichkeiten, an Nahrung zu kommen). Dadurch wurden lange Hälse vorherrschend und die Giraffen entwickelten sich zu einer eigenen Art.

Kontrollzentrum





Zitieren