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Thema: Kummerkasten

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    @Ben: Danke Ben, aber meine Fähigkeit zu reflektieren hat einen Haken: Sie macht sich nur mit einigem Abstand bemerkbar. Als Beispiele:
    1. Ich bin mit einer kleinen Gruppe von der Arbeit zusammen, wir trinken was, ich verliere mich in meinen Gedanken. Drei von uns fangen an, ihre Sorgen vorzutragen, Beziehungsprobleme, Unzufriedenheit mit der Arbeit - so was halt. Dann erzähle ich ihnen, wie viel einfacher es doch ist, wenn man beziehungsfrei lebt und nur rudimentäres Interesse an Geld hat. Ich erzähle und erzähle also und bekomme gar nicht mit, dass die das nicht hören wollen. Das waren schließlich nett gemeinte Ratschläge von mir.
    2. Ich bei McFit, gehe in meinen Bereich und höre plötzlich neben mir jemanden "Na?" rufen. Das war einer der Trainer, der mich dabei anlächelte. Ich blieb erstmal stehen und überlegte, was er von mir wollen könnte. Die Situation war schon peinlich. Klar, hinterher ist mir bewusst geworden, der wollte mich nur grüßen und ein einfaches "Hi!" hätte ausgereicht. Schätze ich jedenfalls.

    Und meine Eigenarten aufzuzählen, damit habe ich tatsächlich kein Problem. Ich muss mich ehrlich gesagt zügeln, nicht viel häufiger von mir zu erzählen und das viele Zügeln tut mir auch nicht gut. Andererseits ist es ein stetiger Kampf, ein Gespräch oder Thema am Leben zu halten. Ich eröffne relativ gerne Threads, aber Antworten in ihnen zu geben, Gott ist das hart, vor allem weil mir die Kohärenz oft fehlt. Ich habe keine Lust für meine Beiträge immer Stunden zu brauchen, weil Sätze nicht in erkennbarem Zusammenhang miteinander stehen.


    @Dennis: Ich weiß, dass dein Beitrag aufmunternd gemeint ist und dafür danke ich dir, aber ich fürchte, was gelebte Sozialkompetenz angeht, bin ich mit meinem Latein am Ende. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich selbst für die Diskrepanzen zwischen mir und meinem Umfeld verantwortlich bin - umgekehrt genauso wenig. Mein Leben könnte wirklich so wunderbar sein, wenn mir nicht immer die anderen Menschen so viele Rätsel aufgeben würden. Das und meine Schwierigkeiten auf der Arbeit. Mein Team ist eigentlich toll. Momentan ist jeder total gestresst, mein engster Vertrauter spielt mit dem Gedanken zu gehen, doch menschlich kann ich mich nicht beklagen. Und trotzdem fällt es mir schwer, teilweise ist es unmöglich, mich auf das, was sie sagen oder verlangen zu konzentrieren. Ich verstehe die Zusammenhänge nicht, besonders nicht, wenn sie ein Problem prosaisch beschreiben und ohne Anweisungen, bin ich quasi aufgeschmissen. Dabei wurde ich sicher nicht zur Hilfslosigkeit erzogen. Meinen Haushalt kann ich schmeißen, nur mit Unstrukturiertheit in meinem Umfeld komme ich nicht klar.
    Ich bin gerne Anwendungsentwickler wenn ich einfach Anwendungen entwickeln kann. Die Wahl meines Arbeitsplatzes sollte ich also gezielter nach den Aufgaben aussuchen und nicht nach möglichst tollen Kollegen. Schön, dass mir die Erkenntnis jetzt kommt. ^^


    @Ryo Descard: Ich bin für jeden Strohhalm dankbar, da ich nicht weiß, ob ich in naher Zukunft anfange Panik zu schieben, wenn ein paar Sicherheiten eventuell wegbrechen. Ich weiß, dass es keine Soziophobie ist, aber im Spektrum des Normalseins, fühlt sich das auch nicht an.

    Geändert von Owly (11.07.2012 um 22:34 Uhr)

  2. #2
    Was ist das denn für dich persönlich: normal oder der norm entsprechendes Verhalten, Owly?

  3. #3
    Ich denke, Normalsein bedeutet mindestens ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Rationalität und Irrationalität. Hingegen rationalisiere ich vieles, was rein auf der emotionalen Ebene stattfinden müsste und halte an irrationalem Glauben fest, wie dass ich als Kind mal einen mit Blut gefüllten Teich auf dem wilden Grundstück neben meinem Elternhaus gefunden habe. Derart diffuse Erinnerungen von damals habe ich einige und heute, wo ich den Unterschied zwischen meiner Welt und der Außenwelt verinnerlicht habe (aber eben nicht genug, es geht nicht und ging nie und das ständige Integrieren strengt mich sehr an), beeinflussen Stress- und Ausnahmesituationen meinen Schlaf massiv bis zu einer REM-Schlafstörung. Vor drei(?) Wochen war ich mit meiner Abteilung in der Eifel und da bin ich in der zweiten Nacht halb aufgewacht, weil ich dachte, eine Schlange sei in meinem Bett. Dabei habe ich rumgeschrien, eine Lampe runtergerissen, aber glücklicherweise weder mich, noch sonst jemanden verletzt. In der Nacht nach dem Deutschland-Italien-Spiel bin ich halb aufgewacht, weil ich dachte, ein zombifizierter Buffon liegt in meinem Bett und röchelt, und ich sei ihm ausgeliefert. Dabei bin ich durch mein Zimmer gewandert, dass ich nicht als das wahrgenommen habe und blieb an einem Stuhl hängen, in dem ich eine Barrikade sah. Danach konnte ich mir noch so oft sagen, ich sei wach und alles sei in Ordnung - kapiert hatte ich das nicht. Was ich sagen will: Heute scheint sich meine Welt einen anderen Weg zu suchen. Zumindest, wenn ich mich irgendwie ohnmächtig fühle.
    Ich glaube ja auch nicht, dass es normal ist, so lange glücklich allein sein zu können, ohne wirklich produktiv zu sein. Es ist ja nicht so, dass ich in den letzten zehn Jahren massenhaft Spiele oder Programme rausgebracht, Bücher geschrieben oder Bilder gemalt hätte. Nach meinem eigenen Ethos eines seligen, produktiven Lebens habe ich bislang seltenst gehandelt und bin trotzdem auf merkwürdige Art und Weise glücklich. Ich weiß aber, da ist noch so viel mehr, aber ich kann weder für mich alleine herausfinden, was getan werden muss, um zielgerichteter zu sein, noch finde ich heraus, wie es im sozialen Leben funktioniert. Man empfindet mich halt schon als lieben Kerl, aber ich empfinde mich selbst irgendwie nicht. Schwierig zu sagen. Ich führe ein total klares Leben, das ich nur vage beschreiben kann und ein total nebulöses, das aber ganz leicht zu beschreiben ist.

    Geändert von Owly (12.07.2012 um 21:48 Uhr)

  4. #4
    Mich hat das Leben grad irgendwie selber eingeholt. Bin seit Freitag von der Arbeit daheim geblieben.

    Kann es gar nicht erklären, aber irgendwie ist mir die Kraft zum leben abhanden gekommen. Sogar Sachen die ich gerne mache, wie Roman schreiben,
    Malen, zeichnen oder jammen machen mir nach 10-20 Minuten überhaut keinen Spaß mehr und ich kann mich für nichts mehr länger begeistern außer lesen.
    Desweiteren kommt mir das Grausen wenn ich daran denke, ich müsste morgen arbeiten gehen. Nicht weil ich es unter normalen Umständen nicht gerne tue.
    Ich habe nur keine Ahnung welche Kraft mich denn dort hinschleppen soll.

    Ich bin völlig leer.

    Dazu kommt eine unangenehme Sinnentleertheit. Ich zweifle alles an, was ich bisher glaubte, vom moralisch- religiösen Wertesystem, über mein freundesumfeld (und ob diese es wirklich so gut mit mir meinen), bishin zu meinen Zukunftsvisionen.
    Alles Dinge die mich die letzten zwei Jahre irgendwie durch ziemlich widrige Umstände getragen haben.

    Wer mich nicht so gut kennt, sollte vielleicht an dieser Stelle wissen, dass ich ne ziemlich verschissene Jugend hatte, die ich mehr in Sanatorien und der Reha verbrachte als an anderen Orten. Von Depressionen, Manien, jahrelangem Mobbing und einer verkorksten Kindheit ohne Vater, plus scheiternden freundschaften und Beziehungen war alles dabei.
    Aufgrund meiner Ethik habe ich mir auch nie irgendwie was gegönnt, nie bei Drogen oder frauengeschichten wirklich über die Stränge geschlagen. Und krankerweise habe ich nun den Drang dies alles Nachzuholen, obwohl
    es mein ganzes inneres Wesen sprengen würde. Ich würde wohl das tun was meine Seele immer wollte, aber was der verstand Jahrelang zu verhindern versuchte.

    Es mussnicht unbedingt ein Ratschlag sein, aber vielleicht erhoffe ich mir einfach ein paar einfühlsame Worte oder Verständnis. ich bitte einfach drum das zynismus und Sarkasmus aus den Antworten draußen bleibt.
    Das war wahrscheinlich der ehrlichste Post seit meiner Anmeldung. Es hat Überwindung gekostet das zuzugeben und ich will es nicht bereuen.

  5. #5
    Meiner Meinung nach könntest du eine Gaumenspülung vertragen. Irgendetwas, was dir das Gefühl gibt, von vorne anzufangen. Solche Momente folgten bei mir immer nach ziemlich beknackten Situationen, allerdings waren diese nur die Auslöser. So richtig in Verbindung steht diese Motivationslosigkeit/Sinnentleertheit nicht, jedenfalls fühlt es sich nicht so an. Zuhause rumzuhängen ist deswegen nichts ungewöhnliches, aber es ist... langweilig, sagen wir es so. Ich weiß nicht, worin deine Interessen liegen, aber du könntest beispielsweise eine neue Serie schauen. Sitcoms haben mir da sehr geholfen. Sowas verlangt nicht viel Arbeit, man lehnt sich einfach nur zurück, schaut es sich an und lacht dabei. Was vor allem hilfreich gewirkt hat, war die Motivation, die Serie weiterzuschauen. Dadurch bekommt man Stück für Stück Lust, weiterzumachen, in allen Bereichen der Interessen oder deines Lebens. Ich kann nichts garantieren, aber bei mir hat es jedenfalls gewirkt.

  6. #6
    Du bist einfach an dem Punkt angekommen, dass du mitbekommst, dass du nicht derjenige bist, der du sein willst. Die Phase macht wohl jeder durch und leidergottes macht es dich weder besonders, noch zu einer Ausnahme. Ich kann natürlich nicht nachvollziehen, wie sehr du an deiner Wunsch- und Wertevorstellung hingst und wie sehr es dir wichtig ist, dem zu entsprechen, aber du solltest es ganz einfach akzeptieren. Such dir eine Beschäftigung und nimm einfach hin, wer du wirklich bist.

    Aus meiner persönlichen Sicht solltest du wirklich deinen Kopf ersteinmal freikriegen und dann schlägst du bei "Drogen oder frauengeschichten wirklich über die Stränge", weil es ja das ist, was du scheinbar willst. Mein Tipp: Warte lieber ab, bis es dir von alleine besser geht. Trost in chemischen Substanzen zu suchen, die Glückshormone ausschütten, ist nämlich ne gefährliche Sache und kann schnell damit enden, dass du glaubst, ohne nicht mehr in den Tag starten zu wollen. Und körperliche Zuneigung hilft dir mit Sicherheit auch nicht, mit dir selbst besser klarzukommen.

  7. #7
    In meiner Familie bin ich mittlerweile ein kleines Stück Abfall, welches in der Respekts-Hierarchie den Platz ganz unten, noch vor meinem jüngerem Bruder, rangiert und nicht wert ist, versorgt zu werden. Niemand will sich um mich kümmern und ich werde behandelt wie ein Sklave, über den sich alle lustig machen dürfen. Aber noch viel schlimmer als das: Ich hatte eben zweimal zm ersten Mal das Bedürfnis, aus dem Auto zu springen und mich vor ein anderes zu werfen. Ich muss ganz schnell hier weg, da ich das Gefühl habe, dass ich die nächsten 24 Stunden ansonsten nicht überleben werde.

  8. #8
    Ligiiihh, hast du irgendwelche Verwandten, wo du hinkannst? Wenigstens für ein paar Tage, bis dieses Gefühl vorbei ist?

  9. #9
    Würde ich auch vorschlagen... Vielleicht bei Tante/Onkel, Oma/Opa? Oder notdürftig bei Freunden?

    - Das Inno -

  10. #10
    Ist die Frage ob das eine nachhaltige Lösung ist...
    Aber um den Kopf freizubekommen kann es nicht schaden, erstmal Abstand zu nehmen.

  11. #11
    Eine Nachhaltige Lösung ist vermutlich nur der Schritt in die Selbstständigkeit. Eigene Wohnung etc. Aber wie? Das ist der Punkt.

    Aber ich würde Dir ebenfalls empfehlen erstmal da weg zu kommen.

  12. #12
    Zitat Zitat von Daen vom Clan Beitrag anzeigen
    Ist die Frage ob das eine nachhaltige Lösung ist...
    Nein.
    Zitat Zitat
    Aber um den Kopf freizubekommen kann es nicht schaden, erstmal Abstand zu nehmen.
    Genau darum gehts jetzt erstmal.

  13. #13
    Ich habe hier keine Verwandten und wollte gerade weg. Aber ich wurde eingesperrt...

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