Ich möchte völlig unkonventionell allen Recht geben.
Kelven hat Recht. Der eigene Held ist das Spielelement, dem der Spieler am häufigsten ausgesetzt ist. Allein das macht die Figurenzeichnung schon zu einem Premiumthema im Game-Design-Bereich und gibt noch dem soundsovielten Kelven-Thread zu dieser Frage Berechtigung genug.
Corti hat Recht. Wer den Sinn solcher Diskussionen anzweifelt, kann das ganz aufwandslos per Thread-Ignoranz erledigen.
Sorata hat Recht. Gewiss führen viele Wege nach Rom. Umso aussagekräftiger wird es doch, wenn jeder seinen Weg anschaulich beschreibt und Gründe für gerade diese Streckenempfehlung angibt. Dann kann verglichen und anhand der eigenen Vorlieben womöglich gelungener ausgewählt werden als es ganz ohne Ratschlag möglich wäre.
Daen hat Recht. Neulingen ist mit konkreten Ratschlägen oft mehr als mit Metadiskussionen geholfen. Das Themo böte beiden Aspekten Raum. (s. "Sorata hat Recht")
caesa_andy hat Recht, indem er seine Lieblingswegstrecke vorstellt und bewirbt, behält der Faden anschauliche Bodenhaftung und wird konkret.
Habe ich irgendjemanden vergessen? Er hätte im Zweifel auch einfach Recht.


Und am allermeisten habe natürlich ich Recht, denn auch ich habe eine Theorie zur Figurenkreation für Rollenspiele. Ich erstelle mir in meiner Fantasie ein Kerlchen, dessen Eigenschaften durchaus der angestrebten Welt entsprungen sein könnten (Plausibilitätsgedanke) und schiebe seinen Charakter in der Entwurfsphase solange hin und her, bis ich ihm eine hinreichend glaubwürdige - das meint: intrinsische - Motivation andichten kann, um aus eigenem Antrieb der Handlungsspur zu folgen. Das kann Goldgier sein oder die Schönheit einer klaren Befehlslage oder weil es in dieser verdammten Stadt nun mal nur einen gibt, der den dreckigen Fall lösen kann.

Ist das geklärt, lasse ich den Helden im Folgenden auf der Grundlage seines entworfenen Charakters immer wieder mal auf die Spielwelt, ihre Entwicklung und Situationen an der Wegstrecke reagieren. Ich doziere somit nicht etwa als Erzähler, was der Held alles sei, sondern zeige es direkt. Schlagfertigkeit ist dafür eine brauchbare Entwicklergrundfertigkeit. Sie ist sogar recht einfach zu praktizieren, denn ich muss nicht einmal spontan sein, da ich beim Dialogeschreiben ausschließlich mit mir selbst debattiere.