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Thema: Starke weibliche Figuren

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Zitat Zitat von Kelven Beitrag anzeigen
    @Whiz-zarD
    Dir ist sicher bewusst, dass ich damit nur sagen wollte, dass sich die Romane an der Realität orientieren (in Moby Dick sollen sogar die Erfahrungen des Autors als Walfänger eingeflossen sein). Es geht hier also nicht um den von dir angesprochenen "Schwachsinn", sondern darum, dass die Seefahrt damals reine Männersache gewesen ist und die Autoren wollten die Geschichte in der Realität spielen lassen.
    Und heute gilt das plötzlich nicht mehr? Warum? Warum kann/darf es heute keine Männersache oder Frauensache mehr geben?
    Sicherlich können und dürfen heute auch Frauen auf Fischerboote arbeiten, aber dennoch wird dieser Beruf von Männern dominiert. In ganz Deutschland gibt es auch nur drei oder vier männliche Geburtshelfer. Also wird der Beruf als Hebamme von Frauen dominiert. Es werden sogar Frauen in diesem Beruf bevorzugt, weil Frauen sich nun mal lieber von Frauen behandeln lassen. Bis 1985 war es Männern sogar untersagt, diesen Beruf auszuüben, und bis heute gibt es da nicht eine Männerquote. Es gibt also sowas, wie "Frauensache". Warum dann also nicht "Männersache"? Warum dürfen nun die Frauen das selbe machen, wie Männer, während Männer in bestimmten Berufszweigen bewusst ausgegrenzt werden? Sogar die Bundeswehr hat man für die Frauen geöffnet, und selbst da gibt es schon eine Frauenquote.

    Und nun auf Moby Dick und Die Schatzinsel zurückzukommen:
    Wieso müssen plötzlich in Romane, die mit Fischerei zu tun haben, Frauen auftauchen?

    Und genau das meine ich mit Schwachsinn.
    Ein Roman-Autor soll sich damit beschäftigen, welche Figuren er zu welchem Zweck einbauen möchte, und nicht welche Figuren er wegen Gleichberechtigung einbauen muss.
    Wenn er ein Roman schreiben will, dass auf einem Fischerboot spielt, und nur männliche Charaktere vorkommen, ist das sein Ding.

    Zitat Zitat von Kelven Beitrag anzeigen
    50% der Spielerschaft könnten unzufriedener sein als sie müssten.
    Wer sagt das?
    Wer sagt, dass Frauen unzufriedener sind, wenn hauptsächlich Männer im Spiel vorkommen?
    Wer sagt, dass Frauen unzufriedener sind, wenn hauptsächlich Frauen im Spiel vorkommen?
    Wer sagt, dass Männer unzufriedener sind, wenn hauptsächlich Männer im Spiel vorkommen?
    Wer sagt, dass Männer unzufriedener sind, wenn hauptsächlich Frauen im Spiel vorkommen?

    Ich kenne dafür keine Studien, die dies irgendwie belegen könnten.

  2. #2

    Hier wird nicht geterrort
    stars5
    Zitat Zitat von Whiz-zarD Beitrag anzeigen
    Wer sagt das?
    Wer sagt, dass Frauen unzufriedener sind, wenn hauptsächlich Männer im Spiel vorkommen?
    Wer sagt, dass Frauen unzufriedener sind, wenn hauptsächlich Frauen im Spiel vorkommen?
    Wer sagt, dass Männer unzufriedener sind, wenn hauptsächlich Männer im Spiel vorkommen?
    Wer sagt, dass Männer unzufriedener sind, wenn hauptsächlich Frauen im Spiel vorkommen?
    Um die Frage aus erster Hand zu beantworten: Mir ist scheißegal ob ein Charakter männlich, weiblich, Heterosexuell, Homosexuell, Bisexuell, Pansexuell, ein Hermaphrodit, Transsexuell, n Hund, ne Katze, ein Pantoffeltierchen oder sonst irgendeine andere sich fortpflanzende Gattung ist.
    Das einzige was mich als Spieler unzufrieden macht, sind Spielelemente die meinen Spielspaß drücken. Und dumme, unglaubwürdige, furchtbar geschriebene Charaktere gehören da unter Umständen dazu - geschlechtsunabhängig.

    @Whiz Ich hab gehört hier gehts um Frauen und Panzer?

    Geändert von Sabaku (04.08.2014 um 16:45 Uhr)

  3. #3
    @Whiz-zarD
    Wir haben doch schon festgestellt, dass unsere Spiele nicht die Realität abbilden. Wenn jemand ein Spiel entwickelt, das in der Gegenwart spielt und von einem typischen Männerberuf handelt, dann sollten da natürlich auch nur Männer sein. In einer Fantasy-Welt hat der Entwickler aber alle Freiheiten.

    Bei der Schatzinsel fällt mir noch ein, um noch mehr Öl ins Feuer zu gießen, dass Autor und Verlag wohl auch gedacht haben: "Schätze, Abenteuer, Piraten - das ist doch nur was für Jungs". Über die Zielgruppe hat man sich sicherlich schon damals Gedanken gemacht. So genau weiß ich natürlich nicht, was Mädchen damals gelesen haben, aber meine Intuition sagt mir, dass es keine Abenteuergeschichten gewesen sind.

    Zitat Zitat
    Ein Roman-Autor soll sich damit beschäftigen, welche Figuren er zu welchem Zweck einbauen möchte, und nicht welche Figuren er wegen Gleichberechtigung einbauen muss.
    Davon hat aber auch niemand gesprochen. Du betrachtest das aus der falschen Richtung. Der Entwickler sollte sich fragen - was bei dem aktuellen Geschlechterverhältnis schon berechtigt ist - warum die Frauen eine so geringe Rolle spielen.

    Ich hab wegen der unzufriedenen Spielerschaft ja extra im Konjunktiv geschrieben, ich kann nicht in die Köpfe aller Menschen schauen. Das können Studien übrigens auch nicht, selbst wenn sie so tun. Mir reicht schon die Kritik aus den Artikeln, das ist genug, um über das Thema nachzudenken.

    @La Cipolla
    Die Spielerverteilung (selbst wenn es nicht ganz 50% sind ) hab ich aus diesem Artikel.

  4. #4
    Zitat Zitat
    Bei der Schatzinsel fällt mir noch ein, um noch mehr Öl ins Feuer zu gießen, dass Autor und Verlag wohl auch gedacht haben: "Schätze, Abenteuer, Piraten - das ist doch nur was für Jungs".
    Naja, ich glaub so abwegig ist der Gedanke nicht, wo der ursprüngliche Untertitel doch "A Story for Boys" war .

  5. #5
    Siehste, so haben sich die Zeiten geändert. Heutzutage sind Abenteuergeschichten auch bei Mädchen beliebt.

  6. #6
    Zitat Zitat von Kelven Beitrag anzeigen
    Siehste, so haben sich die Zeiten geändert. Heutzutage sind Abenteuergeschichten auch bei Mädchen beliebt.
    Naja ...
    Die Schatzinsel ist im "Young Folks"-Magazin veröffentlich worden. Ein Magazin für Kinder und Jugendliche, und selbst heute noch trennt man in diesem Bereich oft zwischen Jungen und Mädchen.

  7. #7
    Ja, wird heute immer noch stark getrennt, gerade bei Kindern (was übrigens nicht NUR gesellschaftlich-"sexistische" Gründe hat, sondern tatsächlich auch entwicklungspsychologische -- Kinder im beginnenden "Medienalter" suchen erstmal Anpassung an die Gesellschaft, also die Zugehörigkeit zu einem Geschlecht, noch keine Individualisierung; das kommt dann später). Diese Trennung ist aber durchaus in der Auflösung begriffen, zumindest in Teilen. Sowas wie My Little Pony als Serie für beide Geschlechter wäre vor dreißig Jahren nicht möglich gewesen.

    Wir hatten die Schatzinsel übrigens tatsächlich mal in einem Seminar über Medien und Geschlecht. Tut aber erst am Ende der Erklärung zum eigentlichen Thema bei.

    Letztendlich liegen die Gründe dafür, dass Hollywood immer noch "Männerfilme" macht, wohl tatsächlich in den Untiefen der viktorianischen Zeit. Man hat die Logik von damals ("Mädchen wollen sowas nicht lesen!" -> Weil es sich nicht ziemte, ist klar.) einfach übernommen, und nun ja, da Mädchen nicht bescheuert sind, haben sie die Sachen auch nur selten mit dem Arsch angeschaut, wenn sie so dermaßen stumpf auf eine männliche Zielgruppe zugeschnitten waren. Das liegt aber eben nicht daran, dass Mädchen "sowas" -- im Sinne von Genre! -- nicht sehen wollen, sondern einfach daran, dass die Filme für eine andere Zielgruppe gemacht wurden, in ihrer Machart, nicht mal vorrangig in ihrem Inhalt (wir reden also von Sachen wie Identifikationsfiguren, male gaze etc). Dementsprechend ist es auch nicht überraschend, dass Abenteuerfilme, die anders gemacht werden, durchaus ein überraschend großes weibliches Publikum erreichen, ohne ernsthaft Teile des männlichen zu verlieren.

    Und das ist der Grund, warum es sinnvoll ist, über feministische Ideen zu Medien zu reden; Spiele entstehen nicht im Vakuum, sondern sind von vielen (auch impliziten) Hintergründen umgeben. Ich nehme niemandem ab, dass der Großteil der Helden männlich ist, weil das irgendwie logisch wäre oder zur Konsistenz des Settings passen würde, nicht mal mit dem sinnvollen Nebensatz, dass die Realität durchaus sexistisch ist. Vielleicht, wenn wir hier von 40 vs. 60% reden würden. Tun wir aber nicht. Und mich persönlich kotzt es als Autor an, wenn ich weiß, dass meine Geschlechtermatrix letztendlich hauptsächlich auf irgendeiner seltsamen Moral von vor 200 Jahren basiert.

    Also, wer sein Spiel plant (!), stellt sich einfach immer mal die Frage, wieso er dieses und jenes tut, zieht eventuell Konsequenzen, und dann ist gut. Niemand muss auf Teufel komm raus Frauen irgendwo reinstopfen.

  8. #8

    Katii Gast
    Schatzinsel war mein erstes Buch was ich durchgelesen habe, nachdem ich den Anime dazu regelrecht verschlungen habe... ich habe mir ja vorgenommen mich aus der Diskussion rauszuhalten... aber ein Video wollte ich mal verlinken, vielleicht passt es ja.




    Das hier noch als Zusatz zum Video oben http://www.dailymail.co.uk/news/arti...onference.html Ich habe auch den Sinn von booth babes nie richtig verstanden... Wenn man booth babes hat, sollte man auch booth guys anbieten, einfach für Gleichberechtigung :P. i

    Brenda Romero (damals noch bekannt als Brenda Brathwaite) arbeitete an der Wizardry Serie und wurde bei Wizardry 8 schließlich sogar Lead Designer. Außerdem hat sie an Jagged Alliance gearbeitet und an der englischen Lokalization der Nordland-Triologie (wo sie vor allem beim Handbuch auch mitwirkte)

  9. #9
    Zitat Zitat
    Sowas wie My Little Pony als Serie für beide Geschlechter wäre vor dreißig Jahren nicht möglich gewesen.
    Es fällt mir schwer zu glauben, dass MLP Jungs ansprechen sollte. Ein drolliger Internet-hype bei dem erwachsene Männer plötzlich anfangen Spielzug für 5 bis 8 jährige Mädchen zu kaufen, ist doch nicht planbar.

  10. #10
    "Sollte" nicht, tut es aber. Und nein, tatsächlich nicht nur die Bronies. Geh mal in durchschnittliche fünfte Klasse und frag die Jungs, da finden sich immer ein paar (bzw. mehr als man erwarten würde). Kinder sind oft klug genug, um über das Marketing hinweg das Produkt zu sehen. Wobei MLP seit der zweiten Staffel auch recht bewusst an mehrfache Zielgruppen vermarktet wird.

  11. #11
    @Corti
    Erst mal das und außerdem sind ziemlich viele Kinderserien geschlechtsneutral. MLP fällt doch eher deswegen auf, weil - Achtung, böser Humor! - viele nur deswegen Fan davon werden, um später sagen zu können, dass sie diskriminiert werden, weil sie Fan von MLP sind. Das ist irgendwie eine seltsame Form von Internet-Masochismus. Dabei ist das nicht mal etwas Außergewöhnliches, dass Erwachsene Kinderserien mögen, das gab es auch schon vor 30 Jahren. Wobei ich nicht verstehe, warum man das wie ein Fußball-Ultra vertreten muss. Aber anderes Thema!

    @La Cipolla
    So neu ist das aber nicht, in meiner Jugend haben Jungs z. B. Mila Superstar oder Sailormoon geschaut.

    Zum Video:
    Ich kann american english echt nicht folgen, da verstehe ich nicht mal jedes zehnte Wort.

  12. #12
    Zitat Zitat von Kelven Beitrag anzeigen
    So neu ist das aber nicht, in meiner Jugend haben Jungs z. B. Mila Superstar oder Sailormoon geschaut.
    Und wer hat es damals freiwillig zugegeben? Ich bin mir sicher, dass viele Jungs sich die Serien "heimlich" angeschaut haben, es aber nie zugegeben haben.
    Ich kenne auch einige Männer, die damals Sailor Moon angeschaut haben, es aber damals nie zugegeben hätten.

    Mila Superstar ist ein Shōjo-Manga bzw. Anime. Es erschien im Margaret-Magazin, ein Shōjo-Magazin. Mila Superstar richtete sich also in erster Linie an Mädchen.
    Sailor Moon ebenso. Es erschien im Nakayoshi-Magazin. Ebenfalls ein Shōjo-Magazin.

    Dass Jungs auch Comics/Animationsserien lesen/schauen (und umgekehrt) mag ja auch niemand bezweifeln, dennoch gibt es zwischen Jungs und Mädchen eine Trennung. Sowohl im Marketing, als auch im pädagogischen Sinne.
    Das ist auch der Grund, wieso damals She-Ra erfunden wurde. Es sollte ein weibliches Gegenstück zu He-Man erschaffen werden, dass Mädchen anspricht, oder die alte My Little Pony-Serie. Die aktuelle Serie halte ich da mal ein bisschen raus, da ich denke, dass man schon vorhatte, vorzugsweise Mädchen ansprechen zu wollen, aber aufgrund des Internet-Hypes die Zielgruppe allgemeiner gestaltet hat.

  13. #13
    Es gibt denke ich auch einen Unterschied zwischen "für die Zielgrupe gemacht" und "wurde geguckt weil damals zeitgleich nix besseres lief".

  14. #14
    @Whiz-zarD
    Ich hab aber auch nur davon gesprochen, dass es geschaut wurde, nicht, dass sich damit identifiziert wurde.

  15. #15

    Hier wird nicht geterrort
    stars5
    Zum Video: Die Untertitel einzuschalten hilft ein wenig beim Verständnis, ist aber wie man es von YT gewöhnt ist, zu einem guten Teil Übersetzungsfehlergibberisch dass nur irritiert.

    Ich persönlich war ja noch nicht auf der Gamescom, E3 oder vergleichbaren Gaming-Veranstaltungen. Allerdings war ich auf Conventions und hatte mal ein Erlebnis auf dem WGT, dass ich so schnell nicht vergessen werde: Eine Freundin von mir, die - ich drücks mal straight aus - eine hammermäßige Oberweite hat, hat sich morgens fertig gemacht, Highheels, Hammer Korsett, kurzer Rock, bla, bla, sie hat sich sehr wohl gefühlt, kein Ding. Als wir dann über die Moritzbastei gelaufen sind tauchten allerdings einige Männer im Mittleren alter auf, die sich gelinde gesagt wie die letzten geile Böcke benommen haben. Sie wollten unbedingt, UNBEDINGT Fotos machen "einmal in der Gasse um die Ecke"-obwohl wir betont haben, dass wir dringend weiter müssten- und ich hoffe bis heute dass der eine ne Rolle Münzen in der Hose hatte.

    Bei Licht betrachtet war das echt gruselige Scheiße, und ich stell mir immer vor wie sich dann wohl Frauen fühlen, die auf die E3 gehen, ihren Job als Werbedame machen, jeder verfluchte Horst weiß dass es ihr verdammter Job ist, und sie trotzdem von Männern bedrängt werden, die eigentlich wissen müssten, dass sie und ihr biergeförmter Körper NICHT der einzige Grund sind, warum die heute morgen in kurze Röckchen gesteckt wurden. Das einzig gruselige an diesen knapp bekleideten Damen ist das Feedback, dass sie bekommen. Wie die Dame in dem Video schon sagt: Irgendwelche Nerds tauchen auf und heizen die Atmosphäre mit ihrem "Titten-Ärsche-Talk" auf, dass man sich vorkommt wie im Sauna-Club. Genau so ist es mit Cosplayerinnen von Videospielcharakteren. Die sind nicht dafür auf der Convention, damit ihr Leute auf den Arsch glotzen, weil sie einen Charakter cosplayt, der nunmal knapp angezogen ist, die sind da um Spaß zu haben wie alle anderen auch und ja, auch um Komplimente zu ernten, aber Bedrängt zu werden ist nicht geil und kein Kompliment.. Diese Frauen müssen wirklich ein großes selbstbewusstsein und echt Nerven wie Stahlseile haben bei den ganzen Idioten die sich auf solchen Veranstaltungen herumtreiben.

    Was wäre also die Lösung? Entweder Horste hören auf Horste zu sein oder Frauen dürfen leider keine Tanktops und Hotpants mehr in überfüllten, brüllend heißen Conventionhallen tragen. Ah und die knappen, dem Originalcharaker entsprechenden Chainmails in die Fans Stunden an Arbeit reingesteckt haben, die quasi Teil der Spiele sind, wegen denen es offensichtlich Spieleconventions gibt, fallen natürlich auch flach. Choose.

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