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Thema: Starke weibliche Figuren

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Die eigentlich nicht gänzlich uninteressante Brustgrößendiskussion ignoriere ich auf diesem Level jetzt einfach mal ..

    Zitat Zitat
    Meine zentrale Protagonistin ist weiblich weil es die Geschichte des Spiels aufgrund ihrer Anlehnung an historische Ereignisse so verlangt. Ihr Charakter bildet sich hauptsächlich auf Grundlage des Gesamtkonzepts, weil die Geschichte bestimmte Eigenschaften von ihrer Rolle verlangt und Einflüssen aus dem was über die historische Figur (wobei eben diese historische Figur einfach gut in die Geschichte passte, die Geschichte wurde nicht um die Figur herum gebaut) bekannt ist.
    Die interessante Frage ist an dieser Stelle dann ja eher, wie dieses Gesamtkonzept entsteht. Ich würde tatsächlich sagen, dass die meisten Videospielcharaktere als Konsequenz eines Gesamtkonzepts männlich sind, was aber eben daran liegt, dass "männliche" Gesamtkonzepte üblich sind.

    Jetzt also ohne Bezug auf dein Spiel ganz generell: Und daran krankt jedes Realismus-Argument (vgl. etwa Real Troll, der das Argument sehr gut formuliert hat). Wenn es wirklich so viele männliche Helden gäbe, weil weibliche Helden historisch gesehen statistisch unwahrscheinlich waren, dann wären die allermeisten Helden auch irgendwelche Bauern, die Sonntags zur Kirche gehen und sich sonst um ihren Lebensunterhalt kümmern. SO realistisch will man es dann aber doch nicht haben. Man will außergewöhnliche Helden haben, Leute, die sich gegen die große Autorität auflehnen, Dörfer gründen, Tyrannen erschlagen! Selbst in einem Spiel, dass sich ernst nimmt oder gar "realistisch" schimpft. Was man kulturell nicht haben will, sind weibliche Helden, so außergewöhnlich die auch wären. Und zwar nicht, weil man irgendwie böse oder rückständig wäre, sondern einfach weil wir eine Medienkultur der männlichen Helden haben.

    Will sagen: Bevor man den Mangel an weiblichen Haupthelden mit irgendwie geartetem Realismus begründet, muss man erst einmal überprüfen, wo das eigene Gesamtkonzept herkommt. Irgendwelche Sachen IM RAHMEN EINES KONZEPTS zu begründen, führt meistens am Problem vorbei. Das große Problem mit Sexismus ist schließlich nicht das einzelne Medium, sondern das Gesamtbild. Niemand würde sich über einen einzelnen sexistischen Film beschweren, wenn Sexismus in Filmen allgemein kein Problem mehr wäre. Also lasst uns lieber wieder gute sexistische Filme machen, wenn der dieser sagenumwobene "durchschnittliche Film" weniger sexistisch geworden ist. Dann werden die auch wieder entsprechend gewürdigt.

    Aktuelles Beispiel übrigens Guardians of the Galaxy. Marvel hat es nach zehn Filmen und vier festen Ankündigungen im Cinematic Universe (also 14 FILMEN!) immer noch nicht gebacken gekriegt, einen Film mit einer alleinigen weiblichen Hauptheldin zu bringen. Wir haben die üblichen 20% in beiden "Team-Filmen", aber hey, da gibt es inzwischen auch einen Baum und einen Waschbären, die zusammen insgesamt ebenfalls 20% ausmachen. Und wenn dieses Gesamtbild nicht wäre, hätte der praktisch perfekte Guardians of the Galaxy auch nicht so einen unangenehmen Beigeschmack, sondern wäre einfach nur geil.

  2. #2

    Hier wird nicht geterrort
    stars5
    Zitat Zitat von La Cipolla Beitrag anzeigen
    Aktuelles Beispiel übrigens Guardians of the Galaxy. Marvel hat es nach zehn Filmen und vier festen Ankündigungen im Cinematic Universe (also 14 FILMEN!) immer noch nicht gebacken gekriegt, einen Film mit einer alleinigen weiblichen Hauptheldin zu bringen. Wir haben die üblichen 20% in beiden "Team-Filmen", aber hey, da gibt es inzwischen auch einen Baum und einen Waschbären, die zusammen insgesamt ebenfalls 20% ausmachen. Und wenn dieses Gesamtbild nicht wäre, hätte der praktisch perfekte Guardians of the Galaxy auch nicht so einen unangenehmen Beigeschmack, sondern wäre einfach nur geil.
    Gibt es jetzt eigentlich bald mal einen Wonderwomen-Film?

  3. #3
    Wonder Woman wird in Man of Steel 2 vorkommen, aber ein einzelner Film ist noch nicht angekündigt. Die Zeichen verdichten sich aber, dass das nur noch eine Frage der Zeit ist, was übrigens auch für Marvel und seine weiblichen Heldinnen gilt, muss man der Fairness halber erwähnen.

    Oh, und wenn jemand das Argument bringen will, dass die meisten Superhelden männlich sind und Geschichte und bla ... stimmt, aber Marvel hat genügend weibliche, und die Guardians waren ebenfalls der totale Ausschuss (ebenso wie die kommenden Filme über Ant-Man und Doctor Strange). Mit etwas Wille ginge das problemlos.

    Fairness²: Im Herbst läuft mit Agent Carter eine Marvel-Serie mit weiblicher Protagonistin an, und eine weitere Serie (Jessica Jones) ist angekündigt, neben drei männlichen Helden. Serien sind aber auch das wirtschaftlich weniger riskante Gebiet. Trotzdem natürlich eine gute Entwicklung, die man mit Sicherheit Joss Whedon zu verdanken hat, der auf solche Sachen durchaus Wert legt.

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