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Thema: Starke weibliche Figuren

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
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    Wie gesagt, ich bin skeptisch. Bei Schönheitsidealen kann man sicher ausführlich über den Einfluss der Gesellschaft diskutieren, aber wenn etwas ganz losgelöst von gesellschaftlichen Werten von den Personen selbst als negativ aufgefasst wird, dann würde ich hier schon von einem tatsächlichen Nachteil sprechen. Man darf auch nicht vergessen, dass zu große Unsicherheiten/Ängste mehr als ein Persönlichkeitsmerkmal sind, nämlich psychische Erkrankungen.
    Ich wollte sicherlich nicht darauf hinaus, dass psychische Erkrankungen als etwas Positives und Erstrebenswertes dargestellt werden sollten. Aber davon ab glaube ich nicht mal das es überhaupt generell notwendig ist ein Spiel mit Protagonisten zu füllen die vor allem positive Charaktereigenschaften transportieren. „I have no mouth but I must scream“ hatte zum Teil so widerwärtige Charaktere wie es nur irgend möglich ist, war deswegen aber noch lange kein schlechtes Spiel. Oder um mal bei Makerrollenspielen zu bleiben „Gods of Ashes“. Die Protagonisten sind bestialisch in ihrem Tun und man kann sich mit praktischer keiner ihrer Eigenschaften in irgendeiner Weise positiv identifizieren. Wird das Spiel dadurch schlechter als Spiele mit strahlendem Helden? Meiner Auffassung nach in keinster Weise.

    Zitat Zitat
    Etwas zu den Begrifflichkeiten
    Spiele haben meistens nur eine Hauptfigur, also die Figur, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird, die Erste Rolle…
    Dann versuch ich die eigentliche Frage mal nach deinen Äußerungen zu präzisieren:
    Werden weibliche Charaktere in klassischen Rollenspielen, in denen es eine männliche Hauptfigur und eine weibliche Figur die wichtiger als alle anderen Nebenrollen ist (es würde sonst keinen Sinn machen einfach eine weibliche Figur aus der Gruppe herauszunehmen) marginalisiert und nur über ihre Beziehung zur männlichen Figur charakterisiert?
    Ich muss sagen, ich hab keine Ahnung, die einzigen Spiele aus der letzten Zeit die für die Betrachtung überhaupt eventuell in Frage kämen wären IRdH und Timeblazer. In IRdH war es dfinitiv nicht der Fall, in Timeblazer vlt. teilweise. Aber falls das wirklich häufig der Fall ist, sollte man nicht auch schauen ob dasselbe nicht auch bei umgekehrter Geschlechterkonstellation stattfindet?

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    Wie wäre es eigentlich, wenn der Spieler das Geschlecht der Spielfigur selbst auswählen könnte?
    In “Wrath of the Council” ist das der Fall. Die Demo gibt noch zu wenig her, um zu sagen wie gut das klappt, aber wenn ich mich recht erinnere, war es bei den Dialogen so, dass es gar nicht negativ hervorstach, dass diese so geschrieben waren, dass es keinen Unterschied machte ob der Charakter weiblich oder männlich ist.

    Zitat Zitat
    Sagt ehrlich warum eure Charaktere weiblich sind, oder warum sie gerade NICHT weiblich sind.
    Meine zentrale Protagonistin ist weiblich weil es die Geschichte des Spiels aufgrund ihrer Anlehnung an historische Ereignisse so verlangt. Ihr Charakter bildet sich hauptsächlich auf Grundlage des Gesamtkonzepts, weil die Geschichte bestimmte Eigenschaften von ihrer Rolle verlangt und Einflüssen aus dem was über die historische Figur (wobei eben diese historische Figur einfach gut in die Geschichte passte, die Geschichte wurde nicht um die Figur herum gebaut) bekannt ist. Das Ergebnis ist, falls man es in wenigen Stichworten beschreiben kann, dass sie vor allem eine bis zum Exzess abgehärtete, wenn nötig auch brutale und gefühlskalte, passionierte, Zigarre qualmende, Soldatin und bedingungslose Verfechterin des Kommunismus ist.

  2. #2
    Die eigentlich nicht gänzlich uninteressante Brustgrößendiskussion ignoriere ich auf diesem Level jetzt einfach mal ..

    Zitat Zitat
    Meine zentrale Protagonistin ist weiblich weil es die Geschichte des Spiels aufgrund ihrer Anlehnung an historische Ereignisse so verlangt. Ihr Charakter bildet sich hauptsächlich auf Grundlage des Gesamtkonzepts, weil die Geschichte bestimmte Eigenschaften von ihrer Rolle verlangt und Einflüssen aus dem was über die historische Figur (wobei eben diese historische Figur einfach gut in die Geschichte passte, die Geschichte wurde nicht um die Figur herum gebaut) bekannt ist.
    Die interessante Frage ist an dieser Stelle dann ja eher, wie dieses Gesamtkonzept entsteht. Ich würde tatsächlich sagen, dass die meisten Videospielcharaktere als Konsequenz eines Gesamtkonzepts männlich sind, was aber eben daran liegt, dass "männliche" Gesamtkonzepte üblich sind.

    Jetzt also ohne Bezug auf dein Spiel ganz generell: Und daran krankt jedes Realismus-Argument (vgl. etwa Real Troll, der das Argument sehr gut formuliert hat). Wenn es wirklich so viele männliche Helden gäbe, weil weibliche Helden historisch gesehen statistisch unwahrscheinlich waren, dann wären die allermeisten Helden auch irgendwelche Bauern, die Sonntags zur Kirche gehen und sich sonst um ihren Lebensunterhalt kümmern. SO realistisch will man es dann aber doch nicht haben. Man will außergewöhnliche Helden haben, Leute, die sich gegen die große Autorität auflehnen, Dörfer gründen, Tyrannen erschlagen! Selbst in einem Spiel, dass sich ernst nimmt oder gar "realistisch" schimpft. Was man kulturell nicht haben will, sind weibliche Helden, so außergewöhnlich die auch wären. Und zwar nicht, weil man irgendwie böse oder rückständig wäre, sondern einfach weil wir eine Medienkultur der männlichen Helden haben.

    Will sagen: Bevor man den Mangel an weiblichen Haupthelden mit irgendwie geartetem Realismus begründet, muss man erst einmal überprüfen, wo das eigene Gesamtkonzept herkommt. Irgendwelche Sachen IM RAHMEN EINES KONZEPTS zu begründen, führt meistens am Problem vorbei. Das große Problem mit Sexismus ist schließlich nicht das einzelne Medium, sondern das Gesamtbild. Niemand würde sich über einen einzelnen sexistischen Film beschweren, wenn Sexismus in Filmen allgemein kein Problem mehr wäre. Also lasst uns lieber wieder gute sexistische Filme machen, wenn der dieser sagenumwobene "durchschnittliche Film" weniger sexistisch geworden ist. Dann werden die auch wieder entsprechend gewürdigt.

    Aktuelles Beispiel übrigens Guardians of the Galaxy. Marvel hat es nach zehn Filmen und vier festen Ankündigungen im Cinematic Universe (also 14 FILMEN!) immer noch nicht gebacken gekriegt, einen Film mit einer alleinigen weiblichen Hauptheldin zu bringen. Wir haben die üblichen 20% in beiden "Team-Filmen", aber hey, da gibt es inzwischen auch einen Baum und einen Waschbären, die zusammen insgesamt ebenfalls 20% ausmachen. Und wenn dieses Gesamtbild nicht wäre, hätte der praktisch perfekte Guardians of the Galaxy auch nicht so einen unangenehmen Beigeschmack, sondern wäre einfach nur geil.

  3. #3

    Hier wird nicht geterrort
    stars5
    Zitat Zitat von La Cipolla Beitrag anzeigen
    Aktuelles Beispiel übrigens Guardians of the Galaxy. Marvel hat es nach zehn Filmen und vier festen Ankündigungen im Cinematic Universe (also 14 FILMEN!) immer noch nicht gebacken gekriegt, einen Film mit einer alleinigen weiblichen Hauptheldin zu bringen. Wir haben die üblichen 20% in beiden "Team-Filmen", aber hey, da gibt es inzwischen auch einen Baum und einen Waschbären, die zusammen insgesamt ebenfalls 20% ausmachen. Und wenn dieses Gesamtbild nicht wäre, hätte der praktisch perfekte Guardians of the Galaxy auch nicht so einen unangenehmen Beigeschmack, sondern wäre einfach nur geil.
    Gibt es jetzt eigentlich bald mal einen Wonderwomen-Film?

  4. #4
    Wonder Woman wird in Man of Steel 2 vorkommen, aber ein einzelner Film ist noch nicht angekündigt. Die Zeichen verdichten sich aber, dass das nur noch eine Frage der Zeit ist, was übrigens auch für Marvel und seine weiblichen Heldinnen gilt, muss man der Fairness halber erwähnen.

    Oh, und wenn jemand das Argument bringen will, dass die meisten Superhelden männlich sind und Geschichte und bla ... stimmt, aber Marvel hat genügend weibliche, und die Guardians waren ebenfalls der totale Ausschuss (ebenso wie die kommenden Filme über Ant-Man und Doctor Strange). Mit etwas Wille ginge das problemlos.

    Fairness²: Im Herbst läuft mit Agent Carter eine Marvel-Serie mit weiblicher Protagonistin an, und eine weitere Serie (Jessica Jones) ist angekündigt, neben drei männlichen Helden. Serien sind aber auch das wirtschaftlich weniger riskante Gebiet. Trotzdem natürlich eine gute Entwicklung, die man mit Sicherheit Joss Whedon zu verdanken hat, der auf solche Sachen durchaus Wert legt.

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