Seite 9 von 10 ErsteErste ... 5678910 LetzteLetzte
Ergebnis 161 bis 180 von 1002

Thema: Vampires Dawn 3 - The Crimson Realm Diskussionsthread

Hybrid-Darstellung

Vorheriger Beitrag Vorheriger Beitrag   Nächster Beitrag Nächster Beitrag
  1. #1
    Zitat Zitat von Yoraiko. Beitrag anzeigen
    Da scheiden sich die Geister. Als normaler Spieler wäre das natürlich die naheliegendste Lösung, um seine eigene Energie und Lebenszeit zu sparen, aber wenn man schon darüber diskutieren und ggf. sprechen will ist es etwas anderes. Wenn man VD3 abbricht kann man sich kein Gesamtbild davon machen, das Gesamtprodukt nicht passabel bewerten und insgesamt nicht mitreden. Vor allem darf man dann auch nicht unreflektiert behaupten, es wäre in seiner Gesamtheit ein gescheitertes und schlechtes Spiel. Zwar weiß ich jetzt schon für mich, dass ich es schrecklich finde, aber bis ich nicht ganz durch bin kann ich nicht wissen ob es so bleibt. Da muss man eben abwägen was einem wichtiger ist, die eigene Lebenszeit oder die Teilnahme am Diskurs sowie die befriedigte Neugier.
    Fairer Punkt, ich mache das eigentlich ganz ähnlich — allerdings hast du hier bereits mehrfach erwähnt, daß VD3 für dich das schlechteste Spiel überhaupt wäre. Was ich dir in Anbetracht deiner LPs, in die ich reingeschaut habe, übrigens auch nicht abkaufe. Das geht viel mehr in Richtung "guilty pleasure".

    (Eine halbe Million kann ich mir auch beim allerbesten Willen nicht vorstellen. Mich würden zehntausend schon überraschen.)

    edit: Gerade mal aus Neugier die offizielle VD-Seite besucht, wo nichts davon steht, daß das Spiel bereits veröffentlicht wurde, dasselbe auf Instagram. Nur auf Facebook gibt es die Info, danach wurde aber nichts mehr beworben. Erschien das nicht vor über einem Jahr? Dafür massive Tippfehler auf den Promo-Texten: Nyria etwa will den heiligen "Keuzzug" beenden und ihre beste "Feundin" rächen. Erfolgreich geht anders.

    Geändert von Froschvampir Q (26.06.2022 um 20:44 Uhr)

  2. #2
    @Froschvampir
    Das Problem ist schon, dass Moral subjektiv und eine Empfindung ist. Sie ist einfach da. Und sie lässt sich oft nur schwer vermitteln, wenn jemand nicht ähnliche Vorstellungen hat. Ich versuche es trotzdem.

    Wir wissen alle, welche Auswirkung Gewalt auf Menschen hat, nicht nur die physische, sondern auch die psychische. Rund um die Uhr wird Menschen Gewalt angetan. Da hat es schon Geschmäckle, Gewaltszenen toll zu finden. Auf der einen Seite mag ich Spiele, in denen ich kämpfe und die Gegner spektakulär auseinandernehme, auf der anderen Seite ist mir bewusst, was mir dort Spaß macht. Es ist ein Widerspruch, der natürlich für uns Menschen ganz normal ist bzw. stellen wir oft am Ende unsere eigenen Bedürfnisse über unsere Moral.

    Ich halte es für vertretbar, weil es Fiktion ist und weil die Gewalt sich gegen Leute richtet, die einen selbst an die Gurgel wollen, es sind halt Kampfsituationen. Ich würde aber z. B. nie einen Mörder spielen wollen. Und wenn die Spielfigur wirklich realiätsnahe Gewalt anwendet - und damit meine ich nicht die Darstellung, sondern wie Gewalt in der Realität eben ist, nicht so "comichaft" wie in den Spielen oder Filmen, egal ob Splatter oder wie bei Marvel - dann würde mich ein Spiel wohl anwidern. Wenn die Figur z. B. jemanden misshandelt und das Opfer für immer unter den Folgen leidet und sich daran ergötzt wird.

    Ich gebe dir recht, dass man nicht immer auf Grundlage des Inhalts Rückschlüsse über die Einstellung des Autors ziehen kann. Manchmal ist es aber schon sehr wahrscheinlich, dass der Autor sich mit dem Inhalt auch identifiziert. Bei Vampires Dawn 3 will ich das nicht sagen. Die Beispiele, die Yoraiko anbringt, treiben mir allerdings schon ein paar Runzeln auf die Stirn.

    @Yoraiko
    Zitat Zitat
    Wenn man VD3 abbricht kann man sich kein Gesamtbild davon machen, das Gesamtprodukt nicht passabel bewerten und insgesamt nicht mitreden.
    Ob man ein Spiel durchspielt oder nicht, hat keine Auswirkung darauf, wie passabel die Bewertung ist. Eine Bewertung ist immer passabel, es sei denn der Bewertende sagt nicht die Wahrheit. Wenn mir ein Spielinhalt den Spielspaß verhagelt und ich das Spiel nach fünf Minuten abbreche, dann ist es ein schlechtes Spiel und das wäre es auch, wenn ich es komplett durchgespielt hätte.

  3. #3
    Zitat Zitat
    Ne halbe Million verkaufter Exemplare von VD3? Hast du dafür eine Quelle, das klingt für mich zu hoch gerechnet. Wir reden von einem Maker-Spiel aus Deutschland...
    Tschuldigung, mein Fehler, laut steamspy sind es so 50 - 100k, das war allerdings schon vor Monaten so also gehts vermutlich Richtung 200k, also definitiv keine halbe Million. Marlex dürfte dennoch zufrieden sein.

    Zitat Zitat
    allerdings hast du hier bereits mehrfach erwähnt, daß VD3 für dich das schlechteste Spiel überhaupt wäre.
    Ja das dachte ich mir beim Schreiben auch, also es stimmt natürlich nicht ganz, wie auch Kelven sagt, dass man ein schlechtes Spiel nur komplett erkennt - Die Beispiele von Filmen, Spielen, Büchern die 70 % schlecht waren und dann am Ende richtig gut wurden dürften wohl an ein paar Händen abzählbar sein. Dennoch würde es sich gerade im Hinblick auf Reviews, tiefergehende Diskussionen und dergleichen für mich irgendwie falsch und halbherzig anfühlen, wenn ichs nicht zu Ende bringen würde. Und das ist übrigens auch der einzige Grund, warum ich das LP nicht abbreche. Ich giere seit Monaten drauf mit Crosscode weitermachen zu können, aber es geht nicht, wegen den Regeln, die ich mir bei sowas selbst auferlege. Aber hey, 2 Parts noch, dann bin ich durch.

    Zitat Zitat
    Ob man ein Spiel durchspielt oder nicht, hat keine Auswirkung darauf, wie passabel die Bewertung ist. Eine Bewertung ist immer passabel, es sei denn der Bewertende sagt nicht die Wahrheit. Wenn mir ein Spielinhalt den Spielspaß verhagelt und ich das Spiel nach fünf Minuten abbreche, dann ist es ein schlechtes Spiel und das wäre es auch, wenn ich es komplett durchgespielt hätte.
    Du hast natürlich in Teilen recht und ich verstehe auch was du meinst (Geht mir selbst so mit diversen Schundmedien) aber so ganz der Wahrheit entspricht das natürlich nicht. Das was du schreibst würde ja implizieren, dass jedes Spiel, Film, Medium bereits in den ersten Minuten gut sein muss. Das ist natürlich das Ziel, aber unheimlich viele Geschichten brauchen etwas Anlauf, manche mehr, manche weniger, um so richtig in Fahrt zu kommen und bei vielem muss ich rückblickend sagen, dass es schade gewesen wäre, wenn ich nach anfänglichem Eindruck aufgehört hätte. Ich denke schon, dass es ein wichtiger Unterschied ist, ob ein Rezensent 10 oder 100 % vom Spiel gesehen hat, zumindest wüsste ich als Leser, wem ich vertraue.

  4. #4
    Selbst wenn die Zahlen stimmen sollen sind die vermuteten 200k absoluter Mist wenn man sich andere RPGs als Beispiel nimmt.

    Selbst vor ein Paar Monaten sollten die theoretischen 100k ziemlich exakt auch für diesen Zeitraum sein. VD3 ist fast 1 Jahr draussen. RPGs sind im Verkauf meistens recht frontloaded, heißt in den ersten Wochen kommen die meisten Verkäufe rein.

    Warum sollten sich also innerhalb von 2-3 Monaten die Verkaufszahlen verdoppeln? Das ist absurd, was wäre der Auslöser dazu gewesen. Wenn die 50-100K stimmen sollten wird er die niemals durchbrochen, geschweige denn verdoppelt haben in den Monaten. Das schafft kein RPG. In den Monaten sind vielleicht 300-500 neue verkaufte Einheiten hinzgekommen. Und das wäre für ein 1 Jahr altes Spiel absurd viel. VD3 ist kein Evergreen. XD

    Alles was ich sehe scheint eher ein 70-80K estimate zu sein, was auch bei einem Deutschen Nischenrelease deutlich realistischer ist.

    In den letzten Monaten war der Playercount pro Tag bei 25-50. Die neuen 100.000 Spieler üben sich aber in großer Zurückhaltung.

    Und bei immer noch bei einem 50-100K (die da immer noch stehen, also die 100K wurden nicht durchbrochen) estimate immer nur auf die 100K zu schielen ist sehr stark verfälscht. 70-80K und er wird kaum darüber hinaus kommen.

    Geändert von Ninja_Exit (27.06.2022 um 07:47 Uhr)

  5. #5
    @Yoraiko
    Ein Spiel, Film etc. muss nicht in den ersten fünf Minuten gut sein, das Werk darf nur nichts enthalten, was mir ein Weiterkonsumieren unmöglich macht. Der 5-Minuten-Abbruch ist ja ein Extrembeispiel. So was kommt bei mir nur sehr selten vor. Meistens breche ich etwas erst nach längerer Zeit ab, weil es mir zu fad geworden ist (und dann ist es nicht schlecht, sondern nur nicht gut genug) oder ich erkenne sofort, dass es nicht meinen Geschmack trifft, dann ist es auch nicht schlecht, sondern trifft eben meinen Geschmack nicht. Mir ging es nur darum, dass man ein Medium schnell abbrechen und trotzdem ein Urteil darüber bilden kann. Ich meine, ich brauche manche Werke nicht mal anfangen, um zu wissen, dass sie schlecht sind, z. B. dann, wenn der Autor menschenverachtende Ansichten propagiert.

    Ich geh auch davon aus, dass ein (Indie)Spiel nach seiner Veröffentlichung schnell an Schwung verliert. Das wäre ja schön, wenn die Neukunden konstant bleiben, aber ich geh eher davon aus, dass sie schnell gegen null tendieren. Die Frage ist zudem, wie viele von den erfassten Käufern Backer sind. Die werden ja vermutlich von Marlex einen Code erhalten haben und werden von Steam offiziell als Käufer gezählt. Ich könnte mir vorstellen, dass die Anzahl der tatsächlichen Käufer im vierstelligen Bereich liegt.

    Geändert von Kelven (27.06.2022 um 11:41 Uhr)

  6. #6
    Zitat Zitat von Ninja_Exit Beitrag anzeigen
    Selbst wenn die Zahlen stimmen sollen sind die vermuteten 200k absoluter Mist wenn man sich andere RPGs als Beispiel nimmt.

    Selbst vor ein Paar Monaten sollten die theoretischen 100k ziemlich exakt auch für diesen Zeitraum sein. VD3 ist fast 1 Jahr draussen. RPGs sind im Verkauf meistens recht frontloaded, heißt in den ersten Wochen kommen die meisten Verkäufe rein.

    Warum sollten sich also innerhalb von 2-3 Monaten die Verkaufszahlen verdoppeln? Das ist absurd, was wäre der Auslöser dazu gewesen. Wenn die 50-100K stimmen sollten wird er die niemals durchbrochen, geschweige denn verdoppelt haben in den Monaten. Das schafft kein RPG. In den Monaten sind vielleicht 300-500 neue verkaufte Einheiten hinzgekommen. Und das wäre für ein 1 Jahr altes Spiel absurd viel. VD3 ist kein Evergreen. XD

    Alles was ich sehe scheint eher ein 70-80K estimate zu sein, was auch bei einem Deutschen Nischenrelease deutlich realistischer ist.

    In den letzten Monaten war der Playercount pro Tag bei 25-50. Die neuen 100.000 Spieler üben sich aber in großer Zurückhaltung.

    Und bei immer noch bei einem 50-100K (die da immer noch stehen, also die 100K wurden nicht durchbrochen) estimate immer nur auf die 100K zu schielen ist sehr stark verfälscht. 70-80K und er wird kaum darüber hinaus kommen.
    Sehe ich genauso wie du, alles andere wäre einfach übertrieben. Man darf nicht vergessen, dass das Spiel aus Deutschland ist und ein Maker-Spiel ist. Es bietet keine englische Sprache, der Entwickler ist auch seit Release mundtot, keine Updates, keine wirkliche soziale Netzwerk-Aktivität. Und guckt man sich die Zahlen auf steamdb, dürften unsere Vermutungen richtig liegen. Am Allseits-Peak spielten 1,145 Spieler gleichzeitig VD3, da können keine 100k Verkäufe drin sein. Max. 50k, aber das ist wirklich das Höchste aller Gefühle, was auch kaum schaffbar ist. Die Resonanz und das Spielerfeedback wären einfach sonst viel größer.

  7. #7
    Das Spiel hat aktuell 229 Reviews auf Steam (+ solche aus verschenkten Keys etc, die nicht gezählt werden).
    Erfahrungsgemäß (von Indie-Verkaufszahlen die mir bekannt sind) kann man Verkaufszahlen grob als das 20-100 fache der Review-Zahl schätzen. Das ist natürlich keine exakte Wissenschaft (die Spanne habe ich bewusst so breit gesetzt), kann aber zumindest Anhaltspunkte auf einen Bereich liefern.

    Der Punkt ist, dass mich Verkaufszahlen, die deutlich über 30k liegen, ziemlich überraschen würden. Sonst hätte VD3 eine außerordentlich Review-faule Spielerschaft und/oder das Spiel wurde in sehr preisgünstige Sales/Bundles verramscht, wo die meisten Käufer es für sehr billig kaufen, aber nie anspielen.
    Steam Spy ist auch schon seit Jahren keine verlässliche Quelle für Verkaufszahlen mehr und überschätzt diese vor allem bei kleineren Titeln sehr stark. Selbst die als "untere Grenze" angegebene Zahl (hier die 50k) kann deutlich über den echten Verkaufszahlen liegen.
    Und ja, bei dieser Art von Spiel, ohne nennenswerte zusätzliche Content-Updates, dürften sich Verkäufe auch sehr stark auf die Zeit direkt nach Veröffentlichung konzentriert haben. Plus gelegentliche Sales, die dann aber natürlich entprechend weniger einbringen (apropos, aktuell ist es für 50% zu haben ;P).

    Das soll allerdings nicht heißen, dass das Spiel ein "Flop" war. Selbst mit Verkäufen um die 20-30k~ (+ das Crowdfunding?) könnte so ein mehrjähriges (fast) 1-Mann Projekt seine Kosten durchaus gedeckt und Gewinn gemacht haben. "Reich" wurde Marlex damit aber vermutlich nicht.

  8. #8
    Ich fand es sowieso extrem komisch, wie Marlex einfach absolut null PR für das Spiel gemacht hat, außerhalb seiner eigenen Fanbasis zumindest. Das Spiel war einfach plötzlich da. Wenn man sich nicht zufällig in einschlägigen Foren oder Discord-Servern bewegt, hatte man gute Chancen, absolut nichts vom VD3-Release mitzubekommen.

    Der Release wurde gefühlt nirgendwo angekündigt, außer auf der offiziellen Webseite und der eigenen Facebook-Seite, welche ~6.100 Fans hat. Und selbst dort war unmittelbar nach Release nichts mehr zu hören. Kein Einhypen der Fans, keine Posts, kein Anfeuern, gar nichts. Nicht ein einziger Facebook-Post in den ersten Monaten nach dem Release. Irgendwie die Mainstream-Presse oder den Mainstream-Markt zu erreichen wurde nicht mal versucht, obwohl einige größere Spielemedien in der Vergangenheit durchaus ein bisschen Interesse an VD3 gezeigt hatten. Die Englische Übersetzung ist bis heute nicht gekommen und seit Juli 2021 hat man auch nichts mehr davon gehört. Ich kann mir vorstellen, dass die auch nicht mehr kommt, denn ob es sich lohnt, ein primär für den deutschen Markt entwickeltes, schon über ein Jahr altes Nischen-Spiel auf Englisch zu übersetzen, sei dahingestellt.

    Daher glaube ich tatsächlich, dass die Verkaufszahlen vielleicht sogar eher enttäuschend waren, weil einfach absolut nichts getan wurde, um das Spiel zu bewerben. VD hat immer noch eine loyale Fanbasis von ein paar tausend Leuten im deutschsprachigen Raum und die hat das Spiel in der ersten Zeit nach Release ziemlich gehypt und war sehr aktiv darin, Videos zu erstellen und Steam-Bewertungen zu schreiben. Diese sehr aktive Fanbasis hat mit ihren vielen Videos und Steam-Reviews das Spiel vermutlich populärer ausschauen lassen, als es tatsächlich war. Ich glaube, dass diese Zahlen den SteamSpy-Algorithmus daher in die Irre geführt haben und die Verkaufszahlen real deutlich niedriger sind.

    Das erfolgreichste von Marlex' drei Handyspielen war VD - Deceit of Heretics, welches sich nach Marlex' eigenen Angaben rund 25.000 mal verkauft hat. Das war 2007, als Vampires Dawn als Marke noch um einiges größer war.

    Allerdings war es damals auch deutlich schwieriger Handyspiele zu kaufen, da man häufig in irgendwelche Jamba-Abofallen etc reingerutscht ist und generell Handyspiele damals noch ein Nischenmarkt waren. Steam ist da heute die wesentlich akzeptiertere Plattform, bei der eigentlich alle, die irgendwas mit PC-Spielen am Hut haben, ein Konto haben. Anders als damals ist es heute kein Akt mehr, sondern sicher und bequem möglich, sich VD3 zu kaufen. Gleichzeitig dürfte aber über die Jahre, in denen mit VD praktisch nichts passierte, die Fanbasis geschrumpft sein.

    Ich tippe jedenfalls darauf, dass VD3 so ungefähr im Bereich von 20.000-30.000 liegt. Da wird wahrscheinlich schon ein bisschen Geld für Marlex rausgesprungen sein, aber in Reichtümern wird er wohl nicht schwimmen. Steam nimmt ja alleine 30% des Erlöses, dann kommen Steuern dazu, dann hatte er sicher Ausgaben für Grafiker und Musiker, evtl. Webdesigner für seine VD-Homepage, etc. Und das Spiel gab's ja auch schon mehrfach zu reduziertem Preis.

  9. #9
    Das stimmt Steamdb erwähnt auch eine ähnliche Range wenn sie die Reviews in Betracht ziehen. Dort sagen sie 12-33K was euren Einschätzungen sehr nahe kommt. Es hätte mich auch sehr überrascht wenn das Spiel sich 6-stellig verkauft hätte. VD3 hatte viel zu wenig Marketing betrieben und der Release glich mehr einem Shadowdrop. Dann hat man nur den Deutschsprachigen Raum als potentielle Käufer was den Kundenstamm stark einschränkt.

    Damit kann man bestimmt nicht in Frührente gehen. xD

  10. #10
    Der Gag (größter anzunehmender Glücksfall) für Marlex wäre ja wahrscheinlich, falls Epic irgendwann auf die Idee kommen würde, das Spiel als einen ihrer Gratistitel anzubieten, dafür bekommt der Entwickler ja einen Fixpreis.
    Ohne englischsprachige Version sehe ich in dieser Hinsicht allerdings eher schwarz...

  11. #11
    Soweit ich weiß, wurden alle Dienstleister vom Erlös des Crowdfundings bezahlt, wobei nicht alle Aufträge kostenpflichtig waren. Das heißt, dass das für Marlex bis zum Release ein Nullsummen-Spiel war.

    Die Einnahmen sollten also größtenteils an ihn gehen, wobei das natürlich nur Spekulation ist. Und das finde ich total in Ordnung, denn aller (berechtigter) Kritik zum Trotz hat er hauptverantwortlich unter Aufgabe seiner Freizeit ein Mammutprojekt geschultert. Es ist nun an den Spielern, sich vor dem Kauf zu informieren, ob die Investition eine Gute ist.

    Noch zum vorigen Thema: Meine persönliche Interpretation ist, dass Marlex — wie Sorata bereits erwähnte — eine 'edgy' Grimdark-Fantasy erschaffen wollte, aber nicht über das notwendige Handwerkszeug verfügt, um eine solche Gattung angemessen zu Papier zu bringen. Er hat sich hier schlicht übernommen. Daher finde es schwierig, ihn als Sexisten und Gewaltverherrlicher zu framen. Man kann Vampires Dawn 3 durchaus unterstellen, Gewalt zu verherrlichen und Frauen zu entmenschlichen — inwieweit das seitens Marlex aber Kalkül, internalisiert oder Versehen ist, kann man nicht seriös beantworten. Eine weit wohlwollendere Lesart wäre, dass er diese Überspitzung als 'cautionary tale' bewusst gewählt hat, seine eigenen Fähigkeiten als Autor aber zu begrenzt waren, damit die Narrative als solches auch ankommt. Aber auch hier: Spekulation.

    Daher würde ich zumindest dafür plädieren, nicht zu sehr von Vampires Dawn 3 auf Marlex zu schließen. Ganz im Sinne von ‚Death of the Author‘ haben wir ja auch mit dem Spiel genügend Material, worüber es sich zu diskutieren lohnt, ohne den sehr realen Menschen Marlex hier charakterliche Verfehlungen zu unterstellen.

    Zitat Zitat von Liferipper Beitrag anzeigen
    Der Gag (größter anzunehmender Glücksfall) für Marlex wäre ja wahrscheinlich, falls Epic irgendwann auf die Idee kommen würde, das Spiel als einen ihrer Gratistitel anzubieten, dafür bekommt der Entwickler ja einen Fixpreis.
    Ohne englischsprachige Version sehe ich in dieser Hinsicht allerdings eher schwarz...
    Das kann man aus vier weiteren Gründen ausschließen:
    1. Das Spiel ist bisher meines Wissens nach exklusiv auf Steam
    2. Es ist so sehr in der Nische, dass es selbst für die Epic-Freebies zu obskur ist
    3. Es ist der dritte Teil einer fortlaufenden Reihe, wobei Teil 1 und 2 gravierende Urheberrechtsverstöße zum Inhalt haben
    4. Die behandelten Themen (sexualisierte Gewalt, Folter, Trauma, Entmenschlichung) sind zu extrem um für ein breites Publikum gefeatured zu werden

  12. #12
    Huhu,

    Hab hier mal ein wenig geblättert und gelesen und die Diskussion mal ein wenig durchleuchtet.

    Vampires Dawn 1 - 3 hat makertechnisch vor allem in Deutschland 3 Meilensteine gesetzt:

    1.) Spiele in dem Umfang größtenteils alleine fertigzubauen.
    2.) VD 1 und 2 sind einige von den Titeln, die auf der screenfun released wurden und somit auch die Popularität des Makers stiegen lassen um 2005/2006 afair rum.
    3.) Kaum ein Spiel wurde so unfair zerrissen.


    Warum unfair?
    Zum Spiel selbst, hab sie damals auch gespielt, den ersten Teil, mein ich, sogar komplett durch. Was soll man sagen.
    Sieht aus wie ein JRPG, spielt sich im gewissen Maße wie ein JRPG aus den 90ern, hat aber aus meiner Sicht sonst null Bezug und wenig Atmosphäre, die mich an bspw. SNES-Titel erinnert.

    Zur Story:
    Ein damals pubertierender junger Mann schreibt eine Vampirgeschichte und sie ist…
    Handwerklich nicht vergleichbar mit einem UID, was jemand schrieb, der schon ewig lang RPG-Runden leitete und schon Erfahrung im World Building hatte.

    Auch die Vergleiche mit Velsarbor und Seekers of the Sun find ich schwierig. Die Spiele zeigten, was mit dem 2K technisch möglich ist und waren in allen Belangen natürlich stärker. Dazwischen lagen aber knapp 5 Jahre, zwischen den beiden Titeln (vd1 und velsarbor).
    Bei VD stört man sich am Copyright infringement, bei Velsarbor nicht (vermutlich weil viele die Quellen der Grafiken nicht kennen)

    Marlex hat mind. 3 mir bekannte Vollversionen released, in einer Zeit, in der es noch durchaus üblich war, dass auf gba zB Spiele in 2D präsentiert werden in Auflösungen unter 640 x 480.

    Die anderen Projekte starben an ihren Ambitionen.

    Dass Marlex nun viel Geld habe: Definiere viel Geld lol


    Und, was zum Geier ist eine authentische Vampirwelt? Twilight, oder was?
    Der Sinn von Fiktion ist gerade das Fehlen von Authentizität.

  13. #13
    Zitat Zitat von erisch Beitrag anzeigen
    Bei VD stört man sich am Copyright infringement, bei Velsarbor nicht (vermutlich weil viele die Quellen der Grafiken nicht kennen)
    Liegt daran, dass VD jetzt ein Thema ist, Velsarbor aber schon seit einer ganzen Weile nicht mehr, und es damals schlicht nicht so viele Leute gejuckt hat.

  14. #14
    Zitat Zitat von erisch Beitrag anzeigen
    Zur Story:
    Ein damals pubertierender junger Mann schreibt eine Vampirgeschichte und sie ist…

    Handwerklich nicht vergleichbar mit einem UID, was jemand schrieb, der schon ewig lang RPG-Runden leitete und schon Erfahrung im World Building hatte.
    Kurz zur Einordnung: Marlex war zum Release von VD1 20 Jahre alt. Sicher noch recht jung, aber die Pubertät sollte er da schon erfolgreich abgeschlossen haben. 😄

    Zitat Zitat von erisch Beitrag anzeigen
    Und, was zum Geier ist eine authentische Vampirwelt? Twilight, oder was?
    Der Sinn von Fiktion ist gerade das Fehlen von Authentizität.
    Ich möchte hier nicht in Wortklauberei verfallen, aber hier würde ich deutlich widersprechen. Fiktion muss authentisch sein, um zu funktionieren. Sie muss nicht realistisch sein, wohl aber authentisch. Man benötigt authentische Charaktere in einer authentischen Welt, die zumindest was ihre eigens gesteckten Mechanismen, Regeln und Gegebenheiten anbelangt, konsistent ist. Ansonsten ist es unmöglich, die Suspension of Disbelief hochzuhalten.

  15. #15
    Zitat Zitat von nocius Beitrag anzeigen
    Fiktion muss authentisch sein, um zu funktionieren. Sie muss nicht realistisch sein, wohl aber authentisch. Man benötigt authentische Charaktere in einer authentischen Welt, die zumindest was ihre eigens gesteckten Mechanismen, Regeln und Gegebenheiten anbelangt, konsistent ist. Ansonsten ist es unmöglich, die Suspension of Disbelief hochzuhalten.
    Luis Buñuel würde dir da wahrscheinlich widersprechen. :P

  16. #16
    Zitat Zitat von erisch Beitrag anzeigen
    Huhu,

    Hab hier mal ein wenig geblättert und gelesen und die Diskussion mal ein wenig durchleuchtet.

    Vampires Dawn 1 - 3 hat makertechnisch vor allem in Deutschland 3 Meilensteine gesetzt:

    1.) Spiele in dem Umfang größtenteils alleine fertigzubauen.
    2.) VD 1 und 2 sind einige von den Titeln, die auf der screenfun released wurden und somit auch die Popularität des Makers stiegen lassen um 2005/2006 afair rum.
    3.) Kaum ein Spiel wurde so unfair zerrissen.

    Zu 3): VD hat irgendwie schon immer polarisiert. Es gab die Hasser, die die Spiele vollkommen unfair zerrissen haben. Das war teilweise wirklich einfach nur Hass (und Neid), was dem Spiel entgegengebracht wurde. Andererseits gab es aber auch die Fanboys und -girls, die das Spiel völlig jenseits aller Maßstäbe in den Himmel gelobt haben, à la „VD ist das beste Maker-Spiel“.

    Die Wahrheit ist wohl, wie so oft, irgendwo in der Mitte. Wobei ich im Fall von Marlex und seinen Spielen sagen würde, dass bei einer fairen Betrachtung weitaus mehr Positives festzuhalten ist, als negatives.

    Marlex hat kein einziges Spiel abgebrochen und hat vier große Maker-Vollversionen veröffentlicht. Das muss man erstmal schaffen. Er hat im Alleingang vermutlich etliche tausend Leute zum Maker gebracht. Er hatte eine Vision und diese auch umgesetzt, ohne sich in Details und Nebensächlichkeiten zu verlieren. Aber sein Schaffen hatte auch einige eklatante Schwächen.

    Jetzt konkret an VD3 hat mich einfach gestört, dass einige der Schwachpunkte schon im über 20 Jahre alten VD1 vorhanden waren und sich teilweise fast unverändert in VD3 wiederfinden. Das ist traurig, denn wie ich bereits erwähnt habe, finde ich VD3 im Ansatz gar nicht übel. Auch die Vorgänger hatten ihre großen Stärken, wurden aber von einer Reihe größtenteils vermeidbarer Probleme nach unten gezogen.

    Entweder hat Marlex kaum bis gar keine Tester gehabt (was ich nicht glaube), oder aber, was ich eher glaube, er hatte Fanboy-Tester, die alles toll finden, wo VD drauf steht und Marlex kein objektives Feedback liefern. Dieses Gefühl hatte ich sowohl bei VD2 als auch bei VD3.


    Weiß eigentlich jemand mehr, wieso Marlex den VD3-Release so vollkommen unter dem Radar hat laufen lassen? Er hat ja wirklich so demonstrativ wenig getan, dass VD3 bekannt wird, dass man denken könnte, er wollte nicht, dass das Spiel außerhalb des harten Kerns der Fanbasis gespielt wird.

  17. #17
    Ich hab mit den Bezeichnungen Hater und Fanboy immer so meine Schwierigkeiten, denn bei ihnen schwingt mit, dass die Meinungen falsch sind. Doch jeder, der etwas mag, wird eher ein Auge zudrücken, als wenn er es nicht mögen würde, und jeder, der etwas nicht mag, wird kritischer sein, als wenn er es mögen würde. Ich denke nicht, dass die besonders negativen oder positiven Meinungen weniger legitim sind als andere.

    Ich glaub auch nicht, dass es bei VD 3 an den Testern gelegen hat. Marlex hat schon vor langer Zeit mal gesagt (sofern ich mich nicht irre), dass er das in die Spiele einbaut, was die Spieler haben wollen bzw. das, von dem er meint, dass die Spieler es haben wollen.

  18. #18
    Zitat Zitat von Kelven Beitrag anzeigen
    Ich glaub auch nicht, dass es bei VD 3 an den Testern gelegen hat. Marlex hat schon vor langer Zeit mal gesagt (sofern ich mich nicht irre), dass er das in die Spiele einbaut, was die Spieler haben wollen bzw. das, von dem er meint, dass die Spieler es haben wollen.
    Hätte er in diesem Fall das dann nicht besser mit seiner Community kommuniziert?

  19. #19
    Vielleicht hat er es ja, ich weiß nicht, wie oft er im VD-Forum etwas gefragt oder vorgestellt hat. Es kann aber wie gesagt auch sein, dass Marlex einfach angenommen hat, dass die Spieler das Spiel genau so haben wollen. Und es gibt ja wirklich mehr positive Stimmen als negative, vielleicht stimmt es sogar.

  20. #20
    Also Marlex ist eigentlich gar nicht mehr in Foren aktiv. Nicht mal mehr im VD-Forum. Das Atelier war übrigens Marlex' erstes Forum, so nebenbei. Hier hat er VD1 das erste Mal der Welt vorgestellt.


    Zitat Zitat von Kelven
    Ich hab mit den Bezeichnungen Hater und Fanboy immer so meine Schwierigkeiten, denn bei ihnen schwingt mit, dass die Meinungen falsch sind. Doch jeder, der etwas mag, wird eher ein Auge zudrücken, als wenn er es nicht mögen würde, und jeder, der etwas nicht mag, wird kritischer sein, als wenn er es mögen würde. Ich denke nicht, dass die besonders negativen oder positiven Meinungen weniger legitim sind als andere.
    Es ist natürlich nicht falsch ein Fanboy zu sein. Dinge kategorisch schlecht finden, darf man selbstverständlich auch. Geschmack ist immer größtenteils subjektiv. Aber ab einem bestimmten Grad des Hater- oder Fanboytums werden Meinungen einfach immer unrationaler. Und ich kann mir vorstellen, dass Marlex beim Betatest primär solche Fanboys engagiert hatte - oder aber er hatte kaum bis gar keine Tester. Das bringt uns zu einem Problem:

    Zitat Zitat von Kelven
    Es kann aber wie gesagt auch sein, dass Marlex einfach angenommen hat, dass die Spieler das Spiel genau so haben wollen. Und es gibt ja wirklich mehr positive Stimmen als negative, vielleicht stimmt es sogar.
    Das ist es ja was ich meine. Ich habe das Gefühl, Marlex hat das Spiel primär für die Hardcore-Fangemeinde gemacht und sich auch nur von diesem Personenkreis das Feedback eingeholt. Und ich glaube, so ist ihm wertvolle Kritik, die er vielleicht hätte umsetzen können, entgangen. Wie gesagt, das sind nur Annahmen, aber ich kann mir vorstellen dass es so war. Dass z.B. die Steamrezensionen so überwiegend positiv waren, liegt glaube ich einfach daran, dass die meisten Rezensenten aus der VD-Fan-Blase kamen. Übrigens gibt es sogar aus der VD-Community eine Fanedition des Spiels, die einige der ganz argen Kritikpunkte angeht.

    Hier eine beispielhafte Rezension:
    Zitat Zitat
    Ich bin ein absoluter fan von Vampires Dawn I als auch II, aber mit Vampires Dawn III hat sich der Spielentwickler selbst übertroffen, klar einige mag die Retro Grafik abschrecken aber bei diesem Spiel geht es nicht um die Grafik sondern um die Storry sowie die Rätzel welche mit den verschiedenen Quest auferlegt werden. ich habe aktuell 46 h gespielt, und auch wenn ich ein Fan bin, schreibe ich selten eine Meinung, Daher kann ich es absolut empfehlen.
    Ich möchte VD3 nicht schlechter reden, als es ist. Ich fand es ja nicht mal so übel. Aber das Spiel hätte so viel mehr aus sich machen können, wenn Marlex ein paar Dinge angegangen wäre, die teils schon vor 20 Jahren nicht gut waren. VD1 und VD2 lagen letztlich nur ein paar Jahre auseinander. Zwischen VD2 und VD3 vergingen 16 Jahre und auch allgemein haben sich Ansprüche an Spiele durchaus gewandelt. Aber diese Entwicklung scheint an VD3 irgendwie vorbeigegangen zu sein.

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •