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#RottenToTheCore
Da mein Informatik/Mathematik-Professor ziemlich motiviert ist, was "neuere" pädagogische Konzepte angeht, kommt mir das Thema recht häufig unter die Nase – wenn auch meist im Mathematik-Zusammenhang. Hier gibt es zum Beispiel einen positiven Erfahrungsbericht aus Bern, den ich erst vor Kurzem bei der Play Group HD gesehen habe.
Ich bin ja etwas skeptisch dem Konzept gegenüber. Wenn man sich die Mühe gibt und ein funktionierendes System hat, finde ich es prinzipiell sehr cool. Allerdings befürchte ich auch, dass es sich sehr schnell abnutzt, sollte man es zu oft einsetzen. Nur, weil es spielerisch ist, ist es nicht zwangsweise motivierender, wenn man quasi das gleiche oder ein sehr ähnliches Konzept immer und immer wieder "spielen" muss. Die Frage ist auch, ob es auch wirklich Kinder motiviert, die eben nix mit Zocken anfangen und auf bekannte Mechaniken zurückgreifen können. Erfahrungen habe ich aber mit Gamification keine sammeln können und es ist halt alles so mein Bauchgefühl, weil es eben über den Lernerfolg auch noch wenige Berichte gibt (Um mal ein anderes Beispiel zu nennen: Flipped Classroom funktioniert bei mir super, in der Praxis scheiden sich aber unheimlich die Geister über den Lerneffekt.). Das Eheste, was ich in der Richtung ausprobiert habe, war das Konzept der WebQuest, was – wenn nicht oft angewendet – durchaus mal ein spielerischer Motivationsschub sein kann.
Aber so verhält es sich ja bei den meisten pädagogischen Konzepten. Exzessive Anwendung führt schnell zu einer Abnutzung und es stellt sich die Frage, wie der Aufwand gerechtfertigt wäre. Schließlich muss man ja Level, Erfolge usw. usf. irgendwo einsichtig festhalten; und das am besten ohne direkten Vergleich mit anderen, weil das auch demotivierend sein kann. Klingt jetzt alles etwas negativ, aber ich sehe durchaus ein, wenn ein nicht-technisch versierter Lehrer, der noch dazu keine Ahnung von Spielen hat (und das sind auch bei den jüngeren noch so einige), darauf jetzt nicht sonderlich abfährt. In der Pädagogik allgemein glaube ich schon, dass solche Konzepte immer interressanter werden können. Es ist nur wie so oft die Umsetzung bzw. die Fähigkeit dazu das Problem, aber vielleicht findet sich doch mal ein stehendes System wie bei der Kickstarter-Idee, wenn die jüngeren Lehrer ins Berufsleben kommen. Man sollte es auf jeden Fall im Hinterkopf behalten, um Mittel und Wege zu finden es umzusetzen.
Geändert von Wonderwanda (19.04.2014 um 16:18 Uhr)
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Mirokurator
Kann ich eigentlich nur noch so unterstreichen. ^^
Und man sollte vielleicht auch nicht unterschätzen, wie viel Gamification selbst der klassischste Unterricht schon hat, so mit Noten und Zeitlimits etc (die nicht so aussehen, letztendlich aber durchaus als "spielerische" Konzepte verstanden werden können). Der Übergang ist in meinen Augen also fließend, und dadurch muss man es nicht unbedingt übertreiben, nicht zwangsweise auf 180 gehen.
Schade, dass aus dem Projekt oben nichts geworden ist. =(
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Mein zweites Spiel, jetzt bereit für eure Wishlist! =D
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Lehrling
Finde die Idee auch nicht schlecht. Immerhin mal was anderes und neues was auch genau dort ankommt wo es soll.
Das daraus nix geworden ist wundert mich aber auch nicht - bei den engstirnigen Meinungen heutzutage.
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