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Baum-Darstellung

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  1. #12
    Stille lag über dem Motel tief im Wald. Ein Streifen rot zierte den Himmel, der Tag war fast vorbei. Doch anstatt wie sonst in den Wald zurück zu kehren, blickten die Wölfe stumm auf das marode Gebäude als könnten sie sehen und verstehen was dort drin passieren würde. Der Wind schwieg, die Gäste schwiegen, der Wirt schwieg. Die Ruhe vor dem Sturm.
    Hinter dem umgestoßenen Küchentisch lag der Wirt, sein Gewehr in der Hand und beobachtete den Himmel. Unruhig zuckte sein Finger über dem Abzug herum.
    Woanders, in der Finsternis des Kellers, lauerte Yvaine, auch als Larentia bekannt. Schon in jungen Jahren musste sie sich des Nachts gegen Jungen und Männer zu wehr setzen, denn schöne Mädchen waren rar in der Nähe des Hofes. Mit einer kalten Eisenstange in der Hand war sie bereit und fähig, jeden der in ihre Nähe kam zu erschlagen.
    Kai Martenor, in Untergrundkreise besser bekannt als Kael, saß dagegen in seinem Zimmer auf dem Bett und starrte die Tür an. Die Kopfhörer hingen stumm an seinem Hals, bei jedem Geräusch riss er die beiden Messer nach oben. Die Lage war ganz und gar nicht gut.
    Weniger angespannt waren Rosco Gordon, aka the Turgon und BIT. Der Arzt hatte Glück. Als er vor Wut auf Wand einschlug, stieß er auf einen geheimen Weinkeller mit dem er seine Nerven beruhigen konnte. Seine Trunkenheit wäre jedoch keineswegs ein Grund zur Beruhigung, denn gerade Betrunken konnte er am besten Morden.
    Und the Turgon schlich gerade von Raum zu Raum und packte alles ein, was nur klein und wertvoll genug aussah. Dennoch hatte er schon einen beachtlichen Beutel vollgemacht. Auch er war keineswegs schutzlos, denn er war es gewohnt in einer Welt ohne Rechte zu leben. Auf der Straße wurde alles zur tödlichen Waffe, was in seine Hände kam. Er war nervös gewesen, solange er sich an Rechte und Regeln zu halten hatte, aber nun war er frei zu tun was er wollte.

    Die fünf Menschen waren noch am Leben. Noch. Die Spannung war hoch und es war nur eine Frage der Zeit, bis jemand den Kampf auslösen würde. Vielleicht zuckte dem Wirt der Finger und er würde einen Schuss auslösen oder the Turgon würde in seinem Raubrausch auf einen der anderen treffen. Aber nein, der Auslöser für den letzten Kampf war ein ganz anderer. Ein lauter Knall ließ alle aufschrecken. Sogar die Wölfe rannten jaulend davon. Der Wirt und Kael blickten aus dem Fenster und beide sahen es. Luis de Rais war zurück. Mit zerfetzter Kleidung, Sprengkörpern und einer Kalaschnikov.
    Jetzt wusste der Wirt auch, wen er vor sich hatte und den Grund seines Verschwindens. Luis de Rais war Mivey, der Killer der vor Jahren einst ein ganzes Dorf auslöschte und seit damals nicht mehr gesehen wurde. Es musste das Grab besucht und nebenbei noch ein Versteck aufgespürt haben.
    "So eine Scheiße!", knurrte der Wirt und schoss durch das geöffnete Fenster. Einmal, zweimal, dann hatte Mivey ihn ausgemacht und schoss zurück. Keinen Moment zu früh warf sich der Wirt auf den Boden. Er hört Geschirr und Holz splittern und spürte wie Glasscherben über ihn regneten.

    Woanders setzte sich Kael panisch in Bewegung. Mit seinen Messer hatte er dagegen keine Chance. Die Wölfe waren weg, der Weg war frei, vielleicht konnte er das Chaos zur Flucht nutzen. Doch der Plan schlug nach wenigen Metern fehl. The Turgon kam mit seinem Sack aus einem Zimmer und sah Kael an.
    "Shit Happens.", flüsterte er und ließ das Wertgut fallen. Sein Gegner hatte zwei Messer, das sollte kein Problem werden. Schreiend kam Kael auf ihn zu gerannt. In einer fließenden Bewegung schlug the Turgon seinem Gegner ein Messer aus der Hand und stieß ihn hart gegen eine Wand. Schweigend lief er zum Messer und hob es auf.
    Kael biss sich auf die Lippen. Wer war dieser Kerl, dass er sich unbewaffnet gegen zwei Messer behaupten konnte? Er sah aus den Augenwinkel, wie sich der andere Gast kurz weg bewegte, um das Messer aufzuheben. Ihm blieb keine Wahl. Er setzte die Kopfhörer auf und startete schnell seinen MP3-Player. Wenn er Musik hört, war es, als wäre er in einer anderen Welt.
    Was machte der da?, dachte sich the Turgon und wirbelte das Messer mit der Hand herum. Wollte er mit der richtigen Musikuntermalung sterben? Schnell rannte er auf den Jungen zu. Und hieb mit voller Wucht zu. Ein lautes Klirren ertönte, als die beiden Klingen auf einander trafen.
    "Nicht schlecht." meinte the Turgon und bewegte sich blitzschnell neben seinen Gegner und stieß zu. Das Messer traf sein Ziel, the Turgon lächelte grimmig als er die Klinge in die Seite trieb. Doch eine Hand packte plötzlich sein Gelenk während ein Messer gleichzeitig in seine Brust drang. Kael summte, ohne das Messer in seinem Körper zu beachten eine Melodie und sah scheinbar an the Turgon vorbei. Dieser starrte ihn mit offenen Augen an. Mit wem hatte er es da zu tun?

    Eine Etage tiefer torkelte BIT mit einem Skalpell und einer Flasche Whiskey durch die Gänge. Er würde nicht eher gehen, bis der Mörder seine Familie gefunden würde. Der Arzt konnte ihn eigentlich nicht verfehlen, wenn er einfach alle hier umbrächte. Larentia hatte gute Ohren. Die dumpfen Schritte des Betrunkenen vor der Tür des Kellers konnte sie nicht überhören. Ohne zu Zögern stieß sie die Tür auf und setzte dem Arzt mit Eisenstange gezielt einen Schlag auf den Hinterkopf. BIT stolperte einen Schritt nach vorne und drehte sich dann um.
    "Hast du schon mal ein Auto sabotiert?"
    Ohne zu antworten schlug Larentia noch mal zu. Wieder torkelte BIT und wieder konnte er sich fangen. Dem nächsten Hieb wich er aus. Das Blut an seinem Kopf begann in sein linkes Auge zu rinnen. "Ich wiederhole mich. Hast du schon mal ein Auto sabotiert?"
    "Nein, stirb endlich."
    "Später vielleicht."
    BIT stürmte direkt auf Larentia zu. Diese hob die Eisenstange zum Schlag an, als auf einmal eine Flasche Whiskey an ihrem Kopf zersprang. BITs Skalpell verfehlte den Hals und streifte die Schulter. Mit Alkohol und Blut in den Augen hieb Larentia blind auf den den Arzt ein. Doch dieser richtete sich auf und setze erneut zum Stoß mit dem Skalpell an.

    Indes war Mivey durch das zerschossene Küchenfenster in das Motel gestiegen und hielt Ausschau nach dem Wirt. Die Waffe im Anschlag verließ er die Küche und durchsuchte die Räume entlang des Ganges.
    Der Wirt floh nach oben wo er der Kampf zwischen Kael und the Turgon mitanhörte. Mit dem Gewehr in der Hand wartete er an der Ecke auf den Ausgang des Gefechts.
    Geändert von Karl (14.05.2010 um 22:37 Uhr)

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