#213 – Evening Starter (PC)

Gestartet: 01.06.2026
Beendet (Cleared!): 05.06.2026



Warum gerade dieses Spiel?

… das ist eine gute Frage, und bleibt meine Erinnerungsnotiz für immer, dass ich hin und wieder echt mal meine Wunschliste auf Steam ausmisten sollte. Was hatte das darauf verloren? Warum hab ich’s zum Geburtstag geschenkt bekommen? Hat die Göttin der Zufallszahlen mich mal wieder verflucht und im Anschluss glorreich im Stich gelassen? Ahem. Ich kann nur noch raten – Evening Starter ist ein 1st-Person-Dungeon Crawler wie Etrian Odyssey, wurde aber mit einem Maker entwickelt. Dass dieses Konzept grundsätzlich funktioniert, zeigen mir andere Spiele regelmäßig, Evening Starter aber definitiv nicht. Vielleicht wär’s mit dem H-Content besser gewesen, aber das werde ich nicht rauskriegen.

Spielweise:

  • Schwierigkeit war Hard. Es gibt noch Easy und Normal. Auf Hard haben die Trash-Viecher und Bosse ziemlich zugeschlagen. Alleine der Anfang … zumindest bis zu dem Zeitpunkt, ab dem man seine Charaktere ordentlich ausgebaut hat.
  • Hauptparty waren Ren, Sei(jirou) und Yulia. Sei war wegen seinen Fähigkeiten (Blend- und Feuergranaten) nahezu Pflicht und sowohl auf Yulias Heal als auch auf ihre Wiederbelebung wollte ich nicht verzichten. Mana hat in regelmäßigen Abständen noch an Kämpfen teilgenommen, Juuzou so gut wie gar nicht. Der war eh komisch.
  • Ich hab Ending B - Sweeper bekommen. Da geht's darum, dass Ren ihre Schulden gegenüber Mikan nicht abbezahlen konnte und weiter Zombies abschlachten muss, um sich über Wasser zu halten. Welches Ending man bekommen hat, hing davon ab, ob Ren ihre Schulden abbezahlt hat oder nicht und welche Mittel sie ergriffen hat. War zu viel Prostitution dabei, konnte es sein, dass sie wegen mentaler Degeneration nicht mehr regulär arbeiten konnte - das hat sich auch im Ending widergespiegelt. Insgesamt gab's fünf davon.
  • Ich hab die Steam-Fassung gespielt - ohne Patch. Mit Patch sieht man in einigen Fällen (als Ren eine Mail beantwortet, in der es um einen Auftrag als "Bodyguard" geht) die sogenannten Ith-Videos - Videos (& H-Content) von alternativen Zeitleisten, in denen Bad Endings passiert sind. Der Game Over-Screen zählt auch dazu und noch viel mehr. Hat mich nicht interessiert.
  • Rens Schulden lagen am Ende noch bei 660,000,000 Yen von ehemals 2 Mrd. Yen. Ich hab nicht den Hauch einer Ahnung, wie man das abbezahlen soll. Paar unsinnige Ausgaben gab's, aber für die Tilgung der restlichen Schulden müsste man noch Stunden grinden. Nein Danke.
  • Grundsätzlich musste Ren nie zu unlauteren Mitteln (=implizierte Prostitution) greifen, um ihre Schulden abzubezahlen. In der Steam-Fassung sieht man eh nix, außer dass nun ein weiteres Ith-Video für all ihre Fans existiert, aber nicht den Inhalt.
  • Den einen zeitbasierten optionalen Dungeon, den man freischaltet, wenn man Ooi und seine Freundin nochmals rettet, hab ich abgeschlossen.
  • Nahezu jeder Charakter besaß seine verbesserte Waffe. Juuzous hab ich nicht gefunden, aber der war eh nutzlos.
  • Build für jeden einzelnen Charakter lag meist auf seinen individuellen Stärken. Für Ren war die Blut-und Giftmagie wichtig, bei Sei die Granaten (und dass er einen stetigen Zulauf hatte), für Yulia Heilung und Heiligmagie und bei Mana die Spruchtafeln (die auch lächerlich kaputt waren). Komplett vernachlässigt wurde der Umgang mit Schusswaffen. Es gibt bestimmt Builds dafür, aber ich hielt diesen Zweig des Talentbaums für ineffizient. Minuspunkte gibt's auch dafür, dass der Talentbaum selbst nicht sichtbar ist, sonst hätte ich schon eher in Rens Buffs investiert.
  • Postgame gab's nicht, NG+, um die restlichen vier Endings zu erspielen, wurde nicht erledigt.
  • Game Over hatte ich 18, alleine sieben davon im ersten Dungeon - da wusste ich noch nicht so recht, welche Skills gut sind und welche nicht. Man musste im ersten Dungeon außerdem noch deutlich häufiger mit Hinterhalten rechnen, das war Game Over, da war nichts zu machen. Bosse haben einen bei ungenügenden Resistenzen und/oder Pech außerdem richtig alt aussehen lassen. Der Endboss Hastur (nach PoNR) ging beim ersten Versuch - unter anderem, weil einem gesagt wird, was man machen muss. Fand ich etwas arm, gerade in einem auf Horror basierenden RPG, aber naja. Das Non-Standard-Game Over kurz vorher hab ich mir angesehen, ist aber nicht sonderlich spannend - als Ren den Turm hochkraxelt, um die Beschwörung von Hastur zu verhindern, schafft sie's nicht rechtzeitig und nibbelt am Gift ab. Die Zeit für diese Aufgabe reicht aber mehr als nur aus, man muss das provozieren.
  • Ich hab auf Englisch gespielt – ging ja nicht anders.
  • Spielzeit (bis der Abspann gesehen wurde): 011:11 h (Cleared!), Lv30


Story:


Ren Nosogi ist ein sogenannter Sweeper - ein verdeckter Agent, der gefährliche Einsätze für sich beansprucht, die mit übernatürlichen Phänomenen mitten in Tokyo zu tun haben. Man sagt, wenn sich ein Gebäude nennenswert verändert, zu einem Tor zur Hölle wird, ist Ren nicht weit, um durch Pech verfolgte, verlorene Seelen aus diesem Gebäude zu retten. In letzter Zeit mutieren immer mehr Orte zu Herden der Unterwelt, wodurch Ren und ihr Auftraggeber Seijirou alle Hände voll zu tun haben, diese Phänomene in den Griff zu bekommen - irgendwas oder irgendwer plant von weit entfernt die Übernahme durch beschworene Dämonen. Ren hat einen gigantischen Vorteil, der sie befähigt, ihre Aufgaben überdurchschnittlich gut zu erledigen - sie ist immun gegen jegliche Art von Gift und kann somit die Angriffe von Dämonen deutlich besser überstehen als andere. Ein Zivilist namens Ooi wird Zeuge davon, als Ren mit ihm zusammen einen Beschwörer erschlägt, der für eine Zombieinvasion verantwortlich war - das Zombie-Gift interessiert sie nicht die Bohne.

Während der nächsten Mission ist Ren das Glück allerdings nicht hold. Zwar wurde ihr Ziel, ein weiterer Beschwörer erledigt, hat jedoch zuvor ein paar Shoggoth, außerirdische Lebensformen, herbeigerufen, die gegen jegliche regulären Mittel immun sind. Ren kommt ein brillanter Einfall - die Shoggoth zu einer Halle voller TNT zu locken und gezielt in Flammen aufgehen zu lassen. Allerdings passiert nicht nur das, sondern das halbe Distrikt brennt dabei nieder - was Ren angelastet wird, obwohl sie die Stadt vor den Shoggoth gerettet hat. Insgesamt betragen die Schulden von Ren nun satte 2 Milliarden Yen, die sie der Stadt zahlen muss - wodurch sie jeden Job annimmt, der ihr vor die Füße fällt. Nicht nur das, Mikan, die Schuldeneintreiberin vermittelt ihr auch noch, dass sie Zinsen auf ihre Schulden abdrücken muss - alternativ würde sie als Bezahlung auch eine "Star Performance" auf Ith Video akzeptieren - was auch immer sie unter Star Performance versteht ...

Story-Eindruck:


Paar Beschwörer, die die Welt durch Dämonen bedrohen
Evening Starter hat mich nicht beeindruckt zurückgelassen. Allgemein gesagt wird von den Charakteren viel gefachsimpelt, gerade was die Rückkehr der Dämonen durch die ganzen Beschwörer betrifft und auch sonst passiert ... ja, nicht viel anderes. Heißt, Ren bekommt nach und nach immer wieder Aufträge von Sei, sich um irgendwelche Beschwörer zu kümmern, die eine mächtige Cthulhu-Tentakelgottheit beschwören wollen, weil ... äh, man das heutzutage eben gern mal machen möchte. Irgendein wirklich nennenswertes Motiv, außer Glaube an einen "Outer God", wie die Charaktere die beschworenen Viecher nennen, kam auch nicht herüber. Anschließend stellt sie fest, dass sie ihrem eigentlichen Ziel - die 2 Mrd. Yen abzuarbeiten, nur bedingt näher gekommen ist, und nimmt den nächsten Job an. Was ganz gut umgesetzt ist, ist tatsächlich das Zeitmanagement - ewig Zeit hat Ren nicht, ihre Schulden abzubezahlen, weil die Beschwörer einen Dämon herbeirufen, mit dem sie selbst nicht mehr fertig wird. Ab dann kann man nicht mehr in die anderen Dungeons und hat somit keine Möglichkeit mehr, Gegner ihre Items abzunehmen und die zu verkaufen. Man sieht's auch deutlich am Ende: Nur sie selbst kann die Beschwörung von Hastur, dem letzten Dämon durch Lord Meyer (Der Name ... ist okay) noch aufhalten, da sie halbwegs immun gegen Gift ist und Meyer kurz vorher eine Art üble Senfbombe, die Winde von Hastur, im Gebäude gezündet hat, damit Ren etc. nicht rechtzeitig kommen, um Hasturs Beschwörung zu verhindern. Hat irgendwie schon was, muss ich sagen!

Die in Summe irrelevanten Charaktere - Ren, Seijirou, Yulia, Juuzou, Mana, Meyer
Zunächst einmal zu den Charakteren - bzw. die Ausgeburt von verschwendetem Potenzial. Zwei davon sind eigentlich irrelevant, da sie nur als Verstärkung für die Missionen dienen - Juuzou & Yulia. Ersterer hat sich durch Sei anheuern lassen, weil er Langeweile hatte und letztere nörgelt über ähnliche Schwierigkeiten wie Ren - ihre Kirche ist aufgrund eines Vorfalls von ihrem Vorgesetzten bettelarm geworden, weswegen sie jetzt Geld braucht. Wie das zustandekam, kann man sich wahrscheinlich denken. Natürlich werden auch betreffende Charaktere immer wieder mit ihren Missetaten aufgezogen: Ren, weil sie das Distrikt abgefackelt hat, Juuzou wegen seiner mangelhaften Motivation bei der Secret-Agent-Abteilung der Regierung mitzumischen und Yulia, weil ihr Image nicht dem eines heiligen Richters entspricht. Ein Charakter ist in causa Piesacken der Mitstreiter ziemlich weit mit vorne dabei, und entspricht auch dem, über den am Wenigsten bekannt ist - Agent Sei(jiriou). Das ganze Spiel über bespricht er nur die Aufträge, verteilt Seitenhiebe und sagt Ren, wo sie hingehen soll. Es wird zumindest halbwegs akzeptabel mit dem Gedanken gespielt, dass er eigentlich für eine andere Fraktion arbeitet, weil er an paar Stellen ziemlich shady wirkt. Beispielsweise hat er keinen Wohnsitz, ist immer auf Achse, verschwindet hin und wieder mal und lässt sich generell wenig in die Karten gucken, ganz anderes als Ren-Mrs.-Offenherzig, die Ooi am Anfang erstmal ihre ganze Mission ausplaudert - aber daraus wurde nichts, er bleibt ein Enigma und undurchsichtig bis zum Schluss. Im Grunde verhält sich der Umgang mit Ren auch ähnlich - es wäre noch interessant gewesen, wie sie überhaupt zu dem Job kam und woher ihre Giftimmunität stammt, das Spiel bleibt einem diesen Ansatz aber schuldig. Mana, der letzte Charakter entspricht dann nur noch dem Schlüssel, um den Endboss final zu schlagen, um den Meyer auch kämpft wie verrückt und Mana entführen ließ, bevor sie von Ren gefunden wurde - einer Art magischen Computeremulation, der die Beschwörung von Hastur umkehren soll - wodurch es den Dämon auch nicht mehr gibt. Außerdem bringt sie staubtrockene Sprüche und analysiert die Situation, ohne eine Miene zu verziehen, egal wie schlimm die Situation ist.

Star Performance in Ith-Videos - was ist das und kann man's essen?
Was ich sonst noch nicht optimal fand, war der Umgang mit den Ith-Videos (den nicht mehr grenzwertigen Content) und damit verbunden auch dem Game Over. Klar hab ich die Videos an sich nicht gesehen, das rechtfertigt aber nicht die Handhabung: Man erfährt in irgendwelchen Nebensätzen, dass sie zu irgendwelchen absurden Zeitpunkten gefilmt wurden, wie in der Vergangenheit, Zukunft oder in einer alternativen Zeitleiste - aber man bekommt weder mitgeteilt, was Ith-Videos überhaupt sind, noch woher sie kommen, noch welchem höheren Zweck sie dienen (für den Spieler selbst ist der Zweck vermutlich klar, wenn's in-universe dasselbe ist, dann ist mir das echt zu wenig). Beim Game Over ist's auch dasselbe - Ren kriegt einen ziemlich unansehnlichen, äh, Einlauf samt Ith-Video davon und wacht ungeschoren in ihrem Haus wieder auf. Sei fragt sie anschließend, ob sie schlecht geschlafen hat, das Game Over an sich sei nichts weiter als ein schlechter Traum gewesen. Was auch seltsam ist - im Game Over ist Ren eigentlich alleine, obwohl man in der Regel mit mehreren Mitstreitern einen Dungeon betritt - passt also auch nicht zusammen. In der erwähnten Star Performance in den Ith-Videos, die Mikan Ren als Alternative zum Zahlen der Zinsen anbietet, merkt man auch nicht viel - es wird lediglich mitgeteilt, dass Videos von Ren ausgesprochen beliebt sind. Ahja - okay.



Was machen wir mit dem Plutonium, das hier herrenlos herumlag?
Was man allerdings sagen muss - Evening Starter fand ich irgendwo doch witzig. Das rettet weder die Story noch irgendwas anderes, aber ich fand's trotzdem erwähnenswert. Seijirou zieht in regelmäßigen Abständen Charaktere auf, überwiegend "Moronic Face" Ren und "Only One Expression" Mana. Juuzou wird von Ren zur Exekution freigegeben, weil seine Feigheit im Kampf gegen die Dämonen mal wieder überhandgenommen hat - einmal akut nasse Unterhosen beim Anblick eines Cthulhu-Elefanten bekommen. Und dann gab's noch die Plutonium-Szene: Ren findet das Zeug im letzten Dungeon und ist am Überlegen, was sie damit machen. Behalten wollen sie's nicht, liegen lassen können sie's nicht, und Plutonium auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen ist auch keine gute Idee. Resultat? Seijirou ließ seine Beziehungen spielen, wodurch das Plutonium an die Regierung verkauft wurde. War das jetzt besser?

Gameplay:


1) Allgemein

Das allgemeine Gameplay von Evening Starter war im Endeffekt kompletter Standard und stach nicht heraus. Im Fokus stand das Beschaffen von Geld durch jegliche Mittel, egal wie. In der Theorie gab es dafür ein Zeitlimit, weil Mikan in regelmäßigen Abständen irgendwelche Schuldeneintreiber zu Ren geschickt hat, die ihr Zinsen abzwacken wollten - das konnte Ren auch durch Star Performance umgehen, wenn man nicht zahlen wollte, hat sich aber "negativ" aufs Ending ausgewirkt. So oder so musste man sich mit dem Tilgen der Schulden etwas beeilen, da Meyer nach der fünften oder sechsten Mission von Seijirou anfängt den Dämon Hastur zu beschwören, was unbedingt verhindert werden muss. Man wird vor dem Punkt nochmal klar gewarnt, ich hätte es aber den Umgang mit der bevorstehenden Beschwörung als Dilemma besser gefunden, sodass man die Möglichkeit bekommt, die Welt wegen Rens ollen Schulden untergehen zu lassen (bitte mit passenden Kommentaren und/oder Game Over-Screen), oder den Bosskampf gegen Hastur noch zu verstärken, weil die Beschwörung schon zu weit fortgeschritten ist, und er schon zu viel Kraft angesammelt hat. Schade!

Es gab einige Möglichkeiten, an Geld zu kommen, aber der Großteil war komplett ineffizient. Hier hätte ich mir ein besser durchdachtes System gewünscht, gerade mit Überbleibseln von unfassbaren 660,000,000 / 2,000,000,000 Yen Schulden. Lächerlich. Kann gut sein, dass ich irgendwo noch was übersehen hatte, aber an sich seh ich nicht, wie man diese Menge abbezahlen soll, außer man grindet Monsterdrops.

  • Schätze/Treasures. Erlös von Schätzen wurde 9:1 aufgeteilt - 90% gingen in das Abbezahlen der Schulden, 10% durfte Ren behalten. Über das Spiel hinweg durfte man auf diese Weise bestimmt rund ~1,000,000,000 Yen Schulden abbezahlen, gleichzeitig gab's auch ein Problem - Schätze waren begrenzt. Einmal eingetauscht, war es das.
  • Dungeon-Events waren ausschließlich Einmal-Events. Dazu zählt der Umgang mit dem Plutonium (das Seijirou für 100,000,000 Yen an die Regierung verkauft), die korrekte Identifikation eines ermordeten Reporters und das Wiedersehen mit Ooi wieder mal im nächstbesten unwirtlichen Dungeon, den man zum zweiten Mal retten darf und dafür von seiner Freundin ein hübsches Sümmchen geschenkt bekommt. Ungefährer Ertrag: 150,000,000 Yen.
  • Nebenquests äußerten sich in der Form - "Besorge mir drei unbekannte DVDs, dafür gibt's rund 1,000,000 Yen und eine Todes-Karte. Bitte keine Fragen stellen." Well, YEAH. Waren natürlich begrenzt, obwohl es keinen Grund dafür gab - es existierten über 90% nutzlose Drops, zu denen es keine Quest gab. Umgerechnet ergaben alle Nebenquests vielleicht 10 - 15,000,000 Yen. Vernachlässigbar. Ich hätte mir hier ein paar persönlichere Anfragen von Mikan, Kazu oder anderen NPCs gewünscht, die es gab - stattdessen alles generischer Schlonz. Hätte man auch mit den Ith-Videos verbinden können, die es manchmal als Belohnung gab, mehr nicht.
  • Verkauf von Dungeon-Loot zeigte sich als ein hartes Pflaster. Einen der teuersten Gegenstände konnte man für rund 3,000,000 Yen verkaufen - davon brauchte man dementsprechend viele, zumal man genau wissen sollte, welcher Gegner welche Trash-Items droppen.
  • Was zwar nichts eingebracht hat (ging nicht), es aber durchaus eine Liste dafür gab und was auch gepflegt von den Protagonisten kommentiert wurde - Organhandel war in Evening Starter ein Thema. Immerhin umgerechnet 8,000,000 Yen für eine von Rens Nieren ...
  • "Bodyguard-Arbeit" über E-Mail ging einmal pro Tag, aber es war Zufall, ob man eine derartige Mail bekommen hat. Der Erlös war vernachlässigbar, 200,000 - 500,000 Yen, aber am Anfang, als man nicht viel Geld hat (und nicht die Möglichkeit hat, im ersten Dungeon nennenswert voranzukommen), konnte sich das zumindest sehen lassen. Derartige Arbeit zu oft anzunehmen, hat sich negativ aufs Ending ausgewirkt.
  • Star Performance hat einem beim Schuldeneintreiber zwischen 500,000 Yen am Anfang und ca. 4,000,000 Yen später gespart. Immerhin etwas, hat sich aber negativ aufs Ending ausgewirkt.

    Ansonsten vielleicht noch paar unnötige Ausgaben:
  • Erwerb von verbesserten Waffen: Ren war davon nicht betroffen, da man ihre Waffe in einem Dungeon gefunden hat. Yulia, Mana, Seijirou und Juuzou kamen durch Yakuza-Beziehungen an neue Waffen, die man teuer bezahlen musste - eine dieser Waffen kostete satte 50,000,000 Yen - ergo 200M für vier Waffen. Die behält man in NG+, wären schon mal 200M Schulden weniger, meine Charaktere besaßen zumindest drei der vier Waffen. Ähnliches gilt für die ultimativen Rüstungen, die insgesamt immerhin auch noch mal 50M ausmachen.
  • Schusswaffen und Militär-Ausrüstung - beides komplett überflüssig. Schusswaffen lohnen sich aus Gründen sowieso nicht und Militär-Ausrüstung war gegen alle Elemente schwach, was sich später als nicht mehr und nicht weniger als ein Sargnagel fürs Team äußerte. Insgesamt auch bestimmt 30,000,000 Yen, die man sich sparen kann.


Guckt man sich das nun in Summe an, schaut man selbst ohne jegliche Ausgaben immer noch auf rund 250 - 300,000,000 Yen, die man noch irgendwie bei Monstern locker machen muss - bestimmt stundenlanger Grind.

Abschließend noch ein paar Takte zum Ablauf und dem ungenügenden Dungeon-Aufbau: Eigentlich war das Spiel in Tage aufgeteilt. Man konnte einmal pro Tag in den Dungeon, nach dem siebten Tag kam der Schuldeneintreiber an und wollte seine Zinsen. Wie oben beschrieben zeigten sich die Zinsen nicht so hoch, wenn man im Dungeon schon etwas weiter fortgeschritten war, aber es hat sich irgendwann aufaddiert, weswegen es auch kein Problem darstellte, wenn man sich mit dem Abbezahlen der Schulden Zeit gelassen hat - nach dem PoNR ging's natürlich nicht mehr. Am Anfang musste man noch regelmäßig den Rückzug antreten, weil entweder HP, MP oder Blend-/Schockgranaten zu Neige gegangen sind - alleine für den ersten Dungeon hab ich fünf Tage gebraucht, der Rest ging in zwei oder gar einem Tag. Der Dungeon-Durchgang selbst äußerte sich auch ziemlich uninspiriert - Dungeon-Gimmicks fehlten nahezu komplett, mit Events wurde gespart, und die Dungeons bestanden lediglich aus Sackgassen und Fallgruben, wenn überhaupt. Optisch unterschieden sich die Dungeons auch nicht wirklich (was dem Setting geschuldet war), ein Gebäude, bisschen Schleim hier und da, sonst nur gähnende Leere. Rens Giftimmunität wäre noch eine gute Gelegenheit für Floor Hazards gewesen, wurde aber nicht nennenswert genutzt. Der einzige wirkliche Vorteil zog Evening Starter daraus, Gegner nicht als Random Encounter auftauchen zu lassen. Stattdessen gab's bestimmte Stellen, an denen zu 100% ein Monster auftauchte - und das war zufällig. Hat man die Flucht angetreten, konnte man solange dieses Feld wieder betreten, bis die richtige Monstergruppe dabei herausgekommen ist.

2) Schwierigkeit


Evening Starter war überraschend hart - vor Allem am Anfang. Wenn ich einen einzigen Aspekt nennen müsste, die Evening Starter wirklich gut macht - es bleibt von Anfang bis Ende ziemlich fordernd, zwar abnehmend, durch die Möglichkeiten, die man später bekommt, aber immerhin. Der erste Dungeon verlief noch etwas anders als der Rest - man wollte hier nur so weit kommen, bis man genug Items hatte, um die nächsten Arztkosten zu zahlen oder bis zur nächsten Abkürzung, alles andere konnte man sich bedingt durch Hinterhalte und generellem absurden Schaden nicht leisten. Ab dem zweiten Dungeon ging das besser, auch deswegen, weil ich mit Seijirou dessen Granaten-Angriffe gelernt habe.

Hinterhalte, mit denen man im ersten Dungeon noch regelmäßig rechnen musste, führten fast ausschließlich zum Game Over. Gegnerische Partygrößen variierten von etwa 1-2 größere Gegner bis zu fünf kleineren und beide Varianten besaßen alle Möglichkeiten, kurzen Prozess mit der Party zu machen. Es ging noch eine Spur weiter: Fiel ein Gegner in die Dämonen-Kategorie, richtete man keinen physischen Schaden an diesen Gegnern an. Nun konnte man mit Yulia oder Mana den Nahkampfwaffen ein Element verpassen, wodurch dieses Problem wegfiel, hat sich aber nicht auf Schusswaffen ausgewirkt, die satte 0 Schaden an derartigen Gegnern angerichtet haben. Einer der vielen Gründe, warum man keinen müden Skillpunkt in Schusswaffen (oder Atk-Buffs) investieren sollte. Zurück zu oben genannten Granaten - solange man die Gegner nicht in einem Zug erledigen konnte, ließen sich große Gruppen gut mit Blend-, Frost- und Schockgranaten in den Griff kriegen. In allen drei Fällen verpasst ein Gegner die nächsten ein bis zwei Züge oder erleidet einen einschneidenden Genauigkeitsverlust auf seine physischen Angriffe (ziemlich cool, wenn aus einem 10-Hit-Magazin vielleicht ein Schuss trifft). Anschließend müssen Ren mit ihrem AoE-Giftzauber mit Delay, Seijirou mit einer regulären Granate oder Yulia mit ihren Heilig-Zaubern nur noch mit dem Gegner aufräumen. Bei Magieanwendern war aber Vorsicht geboten, weil Blind da nicht wirkt und trotz allem gab's gerade, wenn man sich auf das Blind-Ailment zu stark verlassen hat, auch den einen oder anderen Ausrutscher Richtung Game Over. Es ist aber nicht übertrieben, zu sagen, dass Seijirous Granatenangriffe das Spiel im Alleingang trivialisiert haben. Natürlich war er komplett nutzlos, hatte man keine Granaten mehr, er konnte aber am Ende jedes Tages Verstärkung anfordern (was ~3-5 einfache Granaten und nochmal 3-5 Special-Granaten eingebracht hat), und teuer waren die auch nicht. Besser auf jeden Fall, als in regelmäßigen Abständen Game Over zu gehen.

Bosse hatten grundsätzlich absurde HP, Zugriff auf Magie, Ailments und zwei Züge pro drei Charaktere, die sie gut genutzt haben. Die absurden HP waren das erste, was man irgendwie umgehen musste - nicht mal reguläre Angriffe (bei Ren ihre Gift-/Blut-Spells, bei Seijirou die Granaten und bei Yulia den Dreifach-Schlag) haben einen wirklichen Effekt gezeigt. Es gab jedoch einen etwas lächerlichen Shortcut - das Brand-Ailment, gegen das jeder Boss empfindlich war (außer der letzte) und das ganze -10% HP/Runde weggenommen hat. Bosse schlugen grundsätzlich zu wie Berserker, weswegen auch eine valide Strategie war, mit Ren zu verteidigen, mit Sei auch zu verteidigen und mit Yulia den Multi-Heal auszupacken, während der Boss blind und verbrannt ist und sich nach und nach selbst erledigt hat, bis Sei die nächste Brandgranate schmeißen durfte. Viele Bosse versuchten das durch Fear zu unterbinden, das sämtliche Magie unterbunden hat - also auch Yulias Heilung. Der Zugriff auf Magie vereinfachte auch einige Bosse - im Normalfall war das der stärkste Angriff eines Bosses, gegen den man sich wappnen konnte. Die Blind-Strategie hat bei den meisten Bossen nicht viel gebracht, fing aber zur Not einige physische Angriffe ab, sodass man Blind auch nicht missen wollte. Der letzte Boss war übrigens ein Spezialfall und cool inszeniert (Meyer hat die Winde von Hastur gezündet, woraufhin Sei, Juuzou, Mana und Yulia schwer vergiftet werden und sich im Krankenhaus erholen müssen, während Ren gegen Hastur ran muss, den er beschworen hat - und die Beschwörung durch Manas Eingriff rückgängig zu machen, auch wenn er dadurch eher simpel war - 1v1, Ren gegen den Endboss. Man musste nur einen Haufen Windresistenz ansammeln, was einem vorher noch gesagt wird - danach ist's ein Fall von Verteidigen und Heilen, zumal er nur alle zwei Züge im Durchschnitt überhaupt angreift. Mana oneshottet ihn anschließend durch einen Bann, wenn der Zirkel abgeschlossen ist. Im Anschluss gibt's noch ein 1v1 gegen den schwer verwundeten Meyer, den Ren auch gewinnt, weil er permanent danebenschießt, während sie erst ihre Knarre suchen muss. Das geschilderte letzte Pistolengefecht kann man nicht mehr verlieren, denke ich.

Fazit (3,0/10):

Wär's kein Geburtstagsgeschenk gewesen, hätte ich Evening Starter wahrscheinlich nicht mal angerührt. Ich fühl mich fast schon schlecht, wenn ich die beiden andern Spiele ansehe - Evenicle und Stardew Valley, die ich schon länger habe, vermutlich besser oder ansprechender sind, aber immer noch nicht angerührt habe. Keine Ahnung, warum. Gleichzeitig fand ich aber auch, dass Evening Starter zumindest einen markanten Vorteil hatte - dieser Spuk war auch relativ fix wieder vorbei. Empfehlung gibt's keine, lohnt sich nicht. Gut war's nur für die Schmach, zu wissen, dass man seine Steam-Wishlist nicht ordentlich entrümpelt hat. Nächstes Mal wird das besser!

Bei der Story hab ich nix erwartet und ähnlich wenig bekommen. Rens Geschäftsreisen durch irgendwelche verzerrten Dungeons dienen eh nur als Ausrede, um ihr überhaupt ein wenig Profil zu geben, den Umgang mit Ith-Video fand ich nicht ideal und die Antagonisten haben so viel Profil wie die Autoreifen, die ich neulich austauschen musste - ergo, nicht viel. Positiv lässt sich aber zumindest sagen, dass die Charaktere in Summe ganz witzig sind, aber mehr halt auch nicht. Oh, und das Plutonium und die damit verbundene Ratlosigkeit, was man damit am besten macht.

Das Dungeon Crawler-Gameplay empfand ich als öde und ziemlichen Standard, und und ähnlich wirkte auch das Abbezahlen der Schulden mit den rund 300 Millionen Yen, die auch dann übrigbleiben, wenn man jegliches Item verkauft. Bei den Nebenquests und der Beziehung von Schuldeneintreiberin Mikan zu Ren hätte man noch ein wenig mehr herausholen können, aber zumindest war irgendwas in der Richtung vorhanden. Das Gameplay selbst kann sich sehen lassen - auf Hard war man zumindest veranlasst, sich mit seinen Charakteren und den Skills ein wenig zu befassen. Einen Skill-Tree gab's auch nicht, weswegen man da auch ein wenig herumprobieren musste, welche Skill-Anwendungen überhaupt eine nennenswerte Wirkung erzielt haben.