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Thema: KOTT - All talk, no games - Part II

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Zitat Zitat von Ligiiihh Beitrag anzeigen
    Ich weiß nicht, worauf dieses Versprechen gründet. Jeder, der sich jemals ernsthaft mit Informatik, deren Forschung befasst hat oder zumindest mal ein Buch in die Hand genommen hat, das einen Überblick über den aktuellen Stand der KI-Technologie bietet (ich kann da jedem „Künstliche Intelligenz – Fakten, Chancen, Risiken“ von Manuela Lenzen ans Herz legen), würde so was nicht von sich geben.
    Ich glaube, wir reden hier ein Stück weit aneinander vorbei. Mir geht es gar nicht darum zu behaupten, dass DLSS 5 heute schon perfekt ist oder keine Probleme hat. Die Kritikpunkte wie Uncanny Valley, instabile Details oder dieses "AI-Filter"-Gefühl sieht man ja jetzt schon. Was ich aber nicht nachvollziehen kann, ist die Annahme, dass sich das grundsätzlich nicht verbessern sollte. Wenn man sich die Entwicklung der letzten Jahre anschaut, ist eher das Gegenteil der Fall: DLSS 1 war ziemlich schwach, DLSS 2 dagegen ein massiver Sprung, und auch Dinge wie temporale Stabilität oder Upscaling wurden kontinuierlich besser. Ähnlich sieht man es ja auch bei generativen Modellen allgemein, die von Jahr zu Jahr konsistenter und stabiler werden. Natürlich bleibt die Grundfrage bestehen, ob man überhaupt möchte, dass KI aktiv ins Bild eingreift - das ist für mich eher eine Philosophiefrage. Aber rein technisch sehe ich keinen Grund anzunehmen, dass Effekte wie Uncanny Valley nicht reduziert werden können, dass Bewegungen nicht stabiler werden oder dass sich die KI nicht besser an den ursprünglichen Stil eines Spiels anpassen lässt.
    Dass es aktuell noch teilweise wie ein Filter wirkt, heißt für mich eher, dass die Technologie noch am Anfang steht und nicht, dass sie auf diesem Niveau stehen bleibt. Man kann das Ergebnis heute kritisieren, aber die Weiterentwicklung der Technik grundsätzlich auszuschließen, halte ich für nicht überzeugend.

  2. #2
    Zitat Zitat von Rusk Beitrag anzeigen
    Was ich aber nicht nachvollziehen kann, ist die Annahme, dass sich das grundsätzlich nicht verbessern sollte.
    Ich glaube, ich habe mich auch etwas ungenau ausgedrückt. Was ich meine, ist das Versprechen, dass (KI-)Technologie in den nächsten Jahren derart reifen wird, dass wir es für diverse (künstlerische) Arbeiten nicht mehr für nötig empfinden werden, noch Menschen anzuheuern. Ich finde diese Prognose maßlos übertrieben, aber ich kann vollkommen verstehen, warum Leute das denken: Sie bekommen wahnsinnige Ergebnisse fortgeführt, was sich mit LLMs alles deepfaken lässt, und nehmen an, dass das nur besser werden kann. Und bis zu einem gewissen Grad mag das zwar stimmen, aber wir stecken grafisch schon seit Jahrzehnten im Uncanny Valley fest. Es ist auch überhaupt nicht abzusehen, dass wir dieses Problem überhaupt noch zu Lebzeiten überwinden werden – deswegen gehen so viele Studios ja auch einen Schritt zurück und setzen wieder auf stilisierte Grafiken.

    Das Einzige, wovon ich ernsthaft ausgehe, ist die Herabsetzung der Erwartungen von zahlungsbereiten Konsumenten: Die Leute werden im Alltag mit so viel AI-Slop bombardiert, dass sie sich daran gewöhnen und es egal wird, wenn menschengemachte Arbeit theoretisch überzeugendere Ergebnisse abliefern könnte. Gerade bei der jungen Generation, für die das alles schon von Anfang an existiert, ist das ziemlich gut vorstellbar. Und da generative KI-Modelle nach allen Regeln des Kapitalismus alles schön streamlined, standardisiert, viel Wiedererkennungswert gibt, existierende Werke ausbeutet und auf Effekthascherei ausgelegt ist, funktioniert das auch gut. Das Marketing-Versprechen „KI wird nur besser und alles ersetzen“ wurde von einem Großteil schon angenommen.

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