System: PC
Genre: Visual Novel
Entwickler: Nozori Games
Releasejahr: 2025
Spielzeit: 10h
Schwierigkeit: Easy
Beendet: 20.02.2026
Das Spiel habe ich mir aus zwei Gründen genehmigt. Erstmal finde ich die Erkundung von Parasozialität wirklich spannend. Zweitens war es konzeptuell nicht unähnlich zu Needy Girl Overdose (Needy Streamer Overload auf Steam, weil man "Overdose" wohl nicht so gerne sieht *g*), welches ich ziemlich mochte. Was macht das Spiel mit den Konzepten? Let' see!
Den ganzen Tag ging sie mir nicht aus dem Kopf. Was sie wohl gerade tut? Das letzte Update auf Y ist schon mehr als 30 Minuten her. Da hat sie aufgelöst, dass die zweite Zahnbürste nur für ihre beste Freundin war. Dabei konnte ich die ganze Nacht nicht schlafen bei dem Gedanken, dass sie… nein, beruhige Dich. Auf ihrem Subreddil ist auch nix los. Noch zwei Stunden bis ihr Stream beginnt. Was sie wohl diesmal machen wird? Vielleicht rutscht ihr aus Versehen etwas raus, so dass ich ihr näherkommen kann.![]()
Diesmal sorge ich dafür, dass du mich siehst, Mio.
1. I Love My Waifu Streamer!
Und deswegen schaue ich mir auch jeden Stream von Mio an! Ähnlich wie in Needy Girl Overdose verfolgt man hier Streams und zwischendurch kann man ein paar Aktionen machen. Nur, dass man hier keine Kontrolle über das Streaming-Thema hat, sondern wirklich nur ein Zuschauer ist. Das ist natürlich ne ganz andere Perspektive: Bei K-Angel hat man als ihr Producer auch immer noch ihre realen Tweets mitbekommen, wo sie so richtig von der Leine gelassen hat. Während man bei Mio eher in der Perspektive ist, dass man nicht weiß, ob sie wirklich so ne hohle Nuss ist, wie sie rüberkommt. Lieb, naiv, spricht von sich in der dritten Form (), hält ihre Titten in die Kamera aber betont, dass es nur Zufall sei, dass sie sich so kleide.
Das Spiel gibt sich durchaus Mühe, dass man Mio mag. Ob das erfolgreich ist, hängt total von der eigenen Perspektive ab - ich kann mir vorstellen, dass ein Orpheus sie beispielsweise auf den Tod hassen wird *g*
Ich fand sie eherokaygroßartig,ein wenig blandtotal spannend, was sie erzählt. Könnte mirnichtgut vorstellen, sie als Streamer zu verfolgen. Es gibt schon einige lustige aber auch wholesome Interaktionen mit ihr. Parasozialitäts-Score ist natürlich through the roofDafür ist die Interaktion im Chat intensiver - und ich würde das als das wahre Highlight vom Spiel bezeichnen. Man kann sich rege an Streams beteiligen und es wird auch begrenzt auf einen reagiert. Dabei gibt’s trollige, liebevolle oder stalkerige Antworten. Den Chat fand ich dabei sogar recht authentisch - wenn man sich so ein halbes Publikum von 4channern und die andere Hälfte von total verzweifelten... ok, ihr gesamtes Publikum besteht aus 4channern. Manche Antworten, die man geben kann, ballern schon echt hart und werden dann auch oft von den selben 2-3 Leuten abgefeiert. Und ja, man kann schon bald ein paar Namen wiedererkennen - es entsteht tatsächlich sowas wie ne kleine Community um Mio, was schon wirklich cool ist.![]()
Wobei ich ihre Freundin Aria, die Mod in ihrem Chat ist, auch ziemlich cool fand. Gibt sogar einen Stream mit ihr, der war immer mein Favorit. Errr... sorry Mio, Du bist natürlich die Beste!Das System ist letztendlich aber sehr flach. Man sollte sich früh für eine Art der Antwort entscheiden, weil man sonst nur zu einem "Standardende" kommt. Bei dem Mio von nem Stalker gekillt wird, obviously. Gleichzeitig sollte man ihr - auch wenn man ein Hater Ende will (was man ja nicht will, weil man sie liebt!) - einiges an Geld geben.![]()
Ich weiß nicht, ob hier der tief zynische Gedankengang hinter ist, den ich darin sehe: Dass man von einem Streamer nur Aufmerksamkeit bekommt, wenn man ihm Kohle gibt. Wenn man das gute Ende sehen will sollte man auf jeden Fall seine Taschen locker machen undsie mit Kohle vollstopfender Göttin huldigen. Aber wie bekommt man eigentlich Geld, so als Arbeitsloser, der bis Mittag pennt und nur für Mios Streams lebt?Na, durch Minispiele!![]()
Ich sehe hier definitiv die Vision: Damit man mehr zeigt, wie wichtig einem Mio ist, muss man sich ein wenig reinknien und sich hart das Geld erarbeiten. Indem man gleichfarbige Steine nebeneinander legt, am Rad dreht oder Karten klopft. Und alle davon sind kompetent umgesetzt - haben aber nicht wirklich viel mit dem eigentlichen Spiel zu tun. Sie integrieren sich auch nicht gut in den Spielfluß - wann soll man denn diese Minispiele "natürlich" spielen? Zwischen den Streams, immer ein paar Runden? Ja, aber wenn man nun mal für ein Geschenk + Mios nächstes Streaming Goal (die man fast komplett im Alleingang erfüllt - sie ist schon echt beliebt *g*) weit über 2000 Funbucks braucht, dann kann man sich schon ein paar Ründchen einstellen. Was vermutlich als kleine Ablenkung von dem Lesen gedacht war, entpuppt sich eigentlich eher als Blocker. Was wohl auch der Entwickler gedacht hat und so gibt es einen Easymode. In diesem kann man bereits mit einem Minispiel in wenigen Minuten so viel Kohle verdienen, dass man gar nichts mehr machen muss. Was ich auch getan habe - was zeigt, als wie irrelevant ich sie letztendlich angesehen hab.Dabei gäbe es einige Elemente, die sich für ein sinnvolles Gameplay eher anbieten würden. So hat man bereits mit Reddil, Chat, Omozon und Y einige Plattformen, die man härter hätte ausbauen können. Aber hier kann man praktisch gar nicht interagieren - bis auf an Schlüsselszenen. Ich habe ja gerade Until Then drinnen, und sogar in dem Spiel kann man mit seinem Feed und in Chats stärker interagieren. Hier wäre das für mich fast schon Pflicht gewesen. Hätte vielleicht auch das Gameplay ein wenig aufgelockert, so dass man nicht nur 100% Hater oder![]()
100% SykophantFan sein muss um zu einem Ende zu kommen.
2. I Hate My Waifu Streamer!
Man, dass Mio nicht mit einem interagieren will, dass macht einen echt so richtig wütend. FUCKING BITCH! So, wie die sich kleidet, hat sies doch verdient, dass man sie flamed! Ich muss schnell gagglen, wie ich mich in ihren Rechner reinhacke. Ah, die Darkweb App. Gut, dass einer ihrer loyalen Fans () diese im Chat verbreitet hat. Nun nur noch ihre E-Mail rausfinden und ab gehts. Der zeig ichs!
Ich will ehrlich sagen - ich hab mich schon wirklich schlecht gefühlt bei dem fucked up shit, den man ihr an den Kopf schmeisst um sie fertig zu machen. Das geht wirklich in die Richtung von "womit hat das arme Mädchen das eigentlich verdient?". Es gibt dafür zwar einen "Grund", aber dazu etwas später. Im wesentlichen wird man sie in der Hater Route nur so mit richtig heftigen Kommentaren überhäufen. Und wenn sie einen banned? Na, dann macht man sich halt nen neuen Account mit dem kreativen Namen Syl2! Das wird sie nicht kommen sehen!
OK, irgendwie hab ich mich hier schon gefragt, ob Twilck echt kein besseres System hat, um User permanent aus Streams auszublenden - aber ok, so ist der Plot.
Im Groben hat das Spiel mehrere Enden. Wenn man das True Ending erreichen will, muss man aber in jedem Fall erstmal das True Hater Ending erreichen. Was... eine Entscheidung ist, die ich immer fragwürdig finde, wenn Spiele nicht mit Timeloops operieren. OK, seien wir ehrlich, selbst dann find ichs fragwürdig *g*![]()
Aber gut - der Name ist Programm. Man wird wohl das Spiel nicht kaufen und sich denken, dass man nun nie Edgelord Maximus spielen wird um sie in einem See aus tiefschwarzem Edge zu ertränken, oder? Und ja, bei der Hasskampagne, die man gegen sie lostritt, hatte ich schon eine körperliche Reaktion, einen Knoten im Magen. In dem Sinne hat das Spiel zumindest einen Zweck erfüllt und gut dargestellt, wie grässlich es ist, wenn wirklich jeder einzelne Chatteilnehmer gegen einen ist, man keinerlei Rückhalt mehr bekommt, man komplett alleine ist. Man merkt, wie sich da diese Lawine an Hass bildet, diese Gruppendynamik. Es zeigt auch, dass es oft nicht mal viele Leute braucht, um sowas loszutreten - im Prinzip sind es nur zwei, die den Hass schüren und es schließen sich immer mehr an. Auch die Szene, bei der sie dann Viewer Messages liest und sogar ihre "gute" Freundin Aria sich nicht mehr mit ihr abgeben will, weil es für sie zu gefährlich wird... das ist richtig, richtig harter Tobak. Man merkt, dass das Spiel mit der Hater-Route im Gedanken designed wurde.Dabei hat das Spiel auch noch alternative Enden, die meist eher in die seltsam humorvolle Richtung gehen. Was nicht immer passt. Beispielsweise kann man sie so brechen, dass sie zu einer Domi Mommy wird - ich weiß nicht, ob das wirklich zu dem passt, was man hier im Spiel veranstaltet. Oder auf dem Weg zum True Ending kann man ihre Yandere-Seite sehen. Wobei man sie da wirklich provoziert hat. Immerhin kommt man zu ihr nach Hause und scheißt ihr dann verbal erstmal so richtig vor die Tür - wtf. man
3. Was willst du von mir?
Nach einem Reddit Post zu urteilen wurde das Spiel entwickelt, weil die Person selber Opfer von Cyberbullying wurde. Gerade im True Hater Ending kann ich das durchaus sehen. Wobei ich hier die Umsetzung anzweifle. Ja, ich hatte bei der True Hater Route schon eine abstoßende Reaktion auf das, was ich getan habe - Mio wurde immerhin als eigentlich recht liebenswürdig gezeichnet, es gibt eigentlich keinen Grund, sie so zu hassen. Gleichzeitig *ist* man permanent auf der Seite der Hater und kann höchstens durch seine eigenen moralischen Vorstellungen spüren, dass das hier fucked up ist, was man tut. Ganz am Ende dreht sich der Spieß und man wird selber Opfer des Mobs und landet sogar im Knast. Hier hätte man meiner Meinung nach viel mehr rausholen können, statt dass man nur eine recht knappe Abschlusssequenz daraus macht. Hier hätte das Spiel wirklich eine starke Nachricht hinterlassen können.
Also zeichnet das Spiel ein Bild von einem irrationalen Typen, dem es vermutlich selber scheiße geht und der einfach Leute zu Fall bringen will?![]()
Nein. Denn man findet heraus, dass die Schwester vom Protagonisten ein riesiger Mio Fan war, den sie geghosted hat. Daher hat sie sich das Leben genommen und nun macht MC-kun Mio für den Tod verantwortlich. Sein Ziel ist es, dass Mio auf ihn aufmerksam wird und er sie richten kann. Diese eine Sache dreht das Bild in gewisser Weise und... warte, tut sie das? Das Spiel hat mich durch dieses Detail irgendwie total davon abgebracht, was es eigentlich sagen will. Soll das die True Hater Route legitimieren? Nein, das kann doch nicht sein, oder? Nebenbei ist auch sehr fraglich, inwiefern Mio für den Tod der Schwester verantwortlich ist, nur, weil sie nicht mehr mit ihr sprechen wollte - was ein Thema für sich ist. Im True Ending erfährt Mio, dass der Protagonist sie für den Tod verantwortlich mache. Und sie wischt das dann weg damit, dass die Schwester nur ein obsessiver Fan gewesen sei. Also ist Mio selber ein Arschloch?
Ernsthaft, ich erkenne hier im Spiel keine gute Botschaft, die es senden will. Bis auf die True Hater Route für sich alleine genommen (also ohne den Kontext, der im letzten Abschnitt steht) nicht mal eine in irgendeiner Form sinnvolle für das Thema Cyberbullying. Wenn ich das, was ich daraus ziehe, at face value nehme, ist die Nachricht sogar eine verdammt düstere: Mio ist ne kaltherzige Bitch und hats verdient, dass man sie in den Tod treibt. Denn wenn man das nicht tut, dann verfällt man ihr, wie einer Sirene - was das True Ending ist. Und das klingt schon hart incel-artig.Den Rahmenplot, dass sie von einem Fan umgebracht wird, weil die doofe Nuss irgendeine App öffnet, die ihr der Fan geschickt hat, wirkt kaum passend. Außer, um noch mal ne andere Perspektive auf obsessive Fans zu zeigen, aber wofür? Hierbei bin ich bis zum Ende nicht klargekommen, was nun die Persönlichkeit von Mio sein soll. Ist sie naiv und dümmlich? Steckt mehr hinter ihr, wie manche Enden suggerieren? Aber einige wirken davon auch wie "Joke" Endings?
Vielleicht ist das Spiel hier cleverer als ich zugestehe und man soll seinen Waifu Streamer nicht wirklich kennen - so, wie man mehr als die Persona auf dem Bildschirm auch von Streamern auf Twitch oder Youtube nicht kennen wird.
Auch die Sache, dass man ihre Aufmerksamkeit nur bekommt, wenn man ihr richtig viel Kohle in den Arsch schiebt, ist ne Ansage. Das Spiel geht hier sogar so weit, dass sie einen dann kontaktiert, wenn man ihre Streaming Goals erfüllt und Geschenke gibt und sich richtig an einen ranmacht. Sie säuselt einen dann auch süß voll, aber das Spiel macht nicht den Anschein, dass das nur fake ist, was sie sagt? Aber hey, immerhin kann man ihr Dick Pics schicken
Das Outfit kommt noch dazu - es ist sicher kein Zufall, dass sie sich recht offenherzig kleidet und öfter richtung Kamera beugt - was auch regelmäßig kommentiert wird.
Was soll man denn sonst hieraus ableiten, als die zynische Ansicht, dass weibliche Streamer durch Sexappeal nur Deine Kohle kriegen wollen?
Fazit:
Das Spiel setzt sich als Ziel, Cyberbullying und Streamer-Kultur darzustellen und gegebenenfalls zu kritisieren. Was es nur teilweise schafft - vor allem, weil die Nachrichten, die es sendet, unklar, wenn nicht sogar offen zynisch, sind.
Man kann hier grob einer von drei Routen folgen. Auf der Hater-Route lässt man seinem inneren Edgelord so richtig freien Lauf und ich muss sagen, dass sich mir bei einigen späteren Sachen schon der Magen umgedreht hat. Diese Route halte ich für am effektivsten. Leider wird durch die anderen Routen die Nachricht dann stark verwässert. Vielleicht soll es aber wirklich so düster sein, wie ich es interpretiert habe.
Mio ist ein okayer Charakter, auf den ich aber nie den Finger legen konnte, ob sie wirklich einfach nur als so naiv und dümmlich gezeichnet werden soll oder da mehr hinter sein soll.
Das herausstechende Merkmal ist definitiv der Chat. Der ist so voller Trolle aber auch Superfans, dass sich da eine interessante und unterhaltsame Dynamik entwickelt. Nach einiger Spielzeit sieht man sogar einige der Namen wieder und es entsteht sowas wie eine Community, was cool ist. Durch Kommentare und Donations kann man auch selber eingreifen. Geld bekommt man durch ein paar Minispiele, die aber nicht gut in den Spielfluß integriert sind. Sonst gibt es noch Reddil, Y und Omozon womit man ein wenig interagieren kann, aber zu wenig meiner Meinung nach.
Ehrlich gesagt? Wenn man ein Spiel in diese Richtung spielen will, und es noch nicht getan hat, würde ich Needy Girl Overdose eher empfehlen. Das Spiel ist zwar ebenfalls edgy, aber auch lustiger, durch bewusste Überspitzung sarkastischer und hat in seinen Routen deutlich klarere Aussagen. K-Angel aka Ame ist auch ein spannenderer Charakter als Mio. Die Spiele sind zwar nicht direkt vergleichbar - die Perspektiven sind andere und der Chat in I Hate My Waifu Streamer ist deutlich stärker ausgebaut - aber die Themen sind ähnlich.

Kontrollzentrum






), hält ihre Titten in die Kamera aber betont, dass es nur Zufall sei, dass sie sich so kleide.

) diese im Chat verbreitet hat. Nun nur noch ihre E-Mail rausfinden und ab gehts. Der zeig ichs!




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