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Thema: Wie denkt ihr über den Einsatz von KI in der Spielentwicklung?

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  1. #11
    Zitat Zitat von Klunky Beitrag anzeigen
    Im Gegenteil, es gibt so viel Neues zu beobachten – ich finde, 1 Jahr später ist das Bild, das wir über AI haben, noch mal ein ganzes Stück drastischer, eher im Negativen, weil die ganzen großen Big-Tech-Companies Schindluder mit den Daten veranstalten, Rechenkapazitäten aufkaufen und riesige Datenzentren erschaffen, die irgendwie gekühlt werden müssen. Insbesondere enabled durch den zunehmend autoritär werdenden US-Staat, der jegliche Checks und Balances in der Verantwortung der Profitierenden lässt.
    Ganz ehrlich - nach diesem Einstieg hätte ich nicht gedacht, dass Dein restlicher Beitrag so eine techno-optimistische Verteidigung von AI sein wird
    Und noch ehrlicher: Auch wenn ich Teilen davon zustimmen kann, so dem Gesamtbild definitiv nicht.
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    Das führt zu einer massiven Welle des Hasses, nicht unbegründet, aber in meinen Augen auch häufig irrational und fehlgeleitet.
    So sehr Du das auch zu argumentieren versuchst, man *kann* AI nicht von dem Umfeld trennen, in dem sie existiert - und das ist nunmal eines, wo die Big Player nur noch mehr Einfluss, noch mehr Macht aggregieren werden. Dazu kommt, dass bei AI die Einstiegshürde so hoch ist, das nötige Kapital und Infrastruktur so immens, dass automatisch viel Macht bei wenigen konzentriert wird. Da es auch internationale Effekte hat ist hier eine demokratische Kontrolle und auch die von einzelnen Ländern praktisch ausgeschlossen. Hier war eine der letzten disruptiven Technologien - das Internet - durchaus anders. Was definitiv auch mit der Geschwindigkeit der Adoption der Technologie zusammenhängt, die Du später noch ansprichst. Denn es ist schon bedenklich, wie rasant diese ins allgemeine Leben eingebettet werden soll, ohne über irgendwas zu diskutieren.

    Aber das ist natürlich auch kein Zufall, denn das begünstigt antidemokratische Strömungen. Dass die zunehmend autoritär auftretende US-Regierung nun komplett steilgeht und AI massiv pushed ist hier kein Zufall. Denn Autoritarismus und Kapitalismus sind leider nicht unabhängig. Und wer sich die Geschichte anschaut, das ist auch kein Zufall - oft ist das Kapital geneigt, sich Faschisten anzuschließen. Und was wird durch AI größer, als Kapitalisten?
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    obwohl RAM-Preise lediglich einer von vielen Gründen sind.
    Ich meine... die RAM-Preise (bzw. Technologiepreise allgemein, siehe Anstieg von Kupferpreisen, die sich auch auf noch mehr durchschlagen werden) sind alleine schon ein guter Grund, AI skeptisch gegenüberzustehen. Dafür muss man keinen Strohmann aufbauen
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    dass dieser Hass auch auf jeden überschlägt, der auch nur in irgendeiner Weise was mit AI zu schaffen hat, und so sind augenscheinlich auch Teile der Community inzwischen bereit, sich noch weiter abzuspalten, weil die Antipathie gegenüber jeglichen KI-Modellen längst zum Teil der Identität geworden ist.
    Ich stimme Dir in dem Sinne zu, dass es einige wirklich übertreiben mit ihrer "no AI"-Haltung. Das ist ein Auswuchs davon, dass wir heutzutage gefühlt überall feste Stellungskämpfe haben - es gibt meine oder die Gegenseite, nichts dazwischen. Und wenn Du nicht auf meiner bist, dann bist Du im Gegenlager und gehörst zerstört. Sieht man ja auch wunderbar bei all den rechten Griftern, die das jetzt schon mehrere Jahre wunderbar nutzen - aber natürlich oft sehr AI optimistisch sind, weil das ihnen hilft, ihren Schwachsinn besser zu verbreiten. Btw. nur damit wir uns nicht missverstehen: Ich bezeichne nicht alle als rechts, die AI sehr optimistisch gegenüberstehen.
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    höre ich immer wieder die gleichen wiedergekäuten Scheinargumente und völlig unpassende Vergleiche zu NFTs und Krypto, was entweder für das mangelnde Verständnis oder für die Vorstellungskraft bezüglich der Funktionsweise dieser Technologie spricht.
    Kann es sein, dass man AI mit diesen Technologien in einen Hut wirft, weil sie stark von rechten Schwurblern beworben wurden? Es also weniger die Technologie an sich ist, sondern eher die Umgebung davon? Zumindest sehe ich da den latenten Zusammenhang, weniger in der Technologie selber. Wer den faktischen Nutzen in der Forschung komplett ausblendet, macht es sich zu einfach - aber das gilt umgekehrt genauso.
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    Technologie wurde schon immer auch als Vehikel zur Profitmaximierung missbraucht, so wie sie auch utilitaristischen Nutzen hat.
    Das stimmt durchaus. Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt und können nur von der Vergangenheit und dem Status quo ausgehen.
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    Man kann sich dem aus Überzeugung verweigern, aber wer bin ich, jemandem abzusprechen, der darin einen Wert für seine Arbeit erkennt?
    Weil jemand ein Werkzeug zum Töten benutzt, verurteile ich nicht das Werkzeug, sondern den Nutzer dahinter.
    Es hängt davon ab, oder? Wenn das Werkzeug das Töten leichter macht, dann ist schon das Werkzeug ein Problem. Wenn man es Personen schwerer machen kann, das umzusetzen, ist das nicht gut? Vielleicht sollte ich mich nicht an dem Vergleich aufhängen, weil ich ihn ehrlicherweise nicht passend finde. Aber gehen wir auf AI zurück: Es ist ja nicht unwahrscheinlich, dass aufgrund dessen nun Giftstoffe, Bakterien, Computerhacks, etc. möglich werden, die vorher nicht möglich waren. Natürlich muss man sich der Situation stellen und es geeignet regulieren. Aber das auf ner globalen Ebene halte ich für unmöglich. Und die big Player haben da gefühlt auch nicht unbedingt Interesse dran. Und selbst wenn - wir wissen ja, dass man durch cleveres Prompting viele Sicherheitsschranken aufbrechen kann. Eigentlich können wir nur hoffen, dass die AIs genug halluzinieren, dass es praktisch unmöglich wird ohne viel Wissen daraus irgendwas zu machen *g*
    Zitat Zitat
    wenn Argumente wie das Plagiatieren von menschengemachter Kunst scheitern, weil die Kausalkette bei Letzterem einfach zu lang ist, um IMO überzeugend genug zu klingen.
    Was meinst Du damit? Die Kausalkette ist doch klar: Es werden echte - urheberrechsgeschützte - Daten ohne Einwilligung zum Training verwendet. Dass ein Modell diese dann verwurstet, das ist zweitrangig. Und wehe, Du kommst mir mit einem Argument a la "aber Menschen machen das doch auch!" - was der größte Kurzschluss ist, den man hier machen kann. Verarbeiten Menschen Milliarden von Daten in ihren Werken? Nein. Ich habe da nen witzigen Vergleich gehört: Ist ein U-Boot vergleichbar mit einem Menschen, weil beide tauchen? Nein, definitiv nicht.
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    Wenn wir diese Maßstäbe wirklich ansetzen, dass eine Interaktion mit AI-Modellen den Verfall der Umwelt weiter voranschreiten lässt, komme ich nicht umhin, so viel mehr in unserer Lebensweise zu hinterfragen.
    Das ist aber schon ein seltsames Argument pro AI. "Weil wir es sowieso nicht besser machen, ist es in Ordnung, es noch schlimmer zu machen"?
    Zitat Zitat
    So lässt sich KI für Ertragsprognosen für den Gewinn erneuerbarer Energien einsetzen oder für die frühzeitige Erkennung von Objekten, die den Ozean verschmutzen.
    Auch gibt es viele Durchbrüche im Bereich Medizin, die nicht dadurch entwertet werden, dass Wettbewerber die Vorherrschaft um das Rennen der (möglichen) KI-Revolution erlangen möchten.
    Hier stimme ich Dir zu. Und ist auch ein Punkt, weswegen ich AI nicht komplett verteufele. Wobei ich Consumer Grade AI nicht geil finde (die meiner Meinung nach viel zu schnell kam). Wir müssen nicht endlos Ressourcen verheizen, damit little Timmy sich seinen Pornfetisch erfüllen kann. Aber AI gerade in der Forschung ist etwas sehr nützliches und es gibt schon einige wirklich gute Ansätze. Das ist etwas, wo ich noch am ehesten sage "OK, lasst uns schauen, wo es hinführt." Auch wenn ich hier ebenfalls nicht so optimistisch wie Du bin, dass diese Dinge tatsächlich den Energieverbrauch von Rechenzentren - die tendenziell immer größer werden - aufwiegeln können.
    Wobei ich auch nicht so pessimistisch bin zu denken, dass AI immer so bleiben wird, wie sie jetzt ist - da wirds sicher noch genug Innovationen geben.

    Geändert von Sylverthas (28.02.2026 um 11:56 Uhr)

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