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Thema: gerade durchgespielt

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  1. #1
    Nach knapp 2 Jahren endlich Suikoden 3 durchgespielt. Innerhalb von 68 qualvollen Stunden.

    Fuck this game. Fuck die langweilige Story, die langweiligen Charaktere, das ultra langsame pacing und fuck das furchtbare Kampfsystem. Und fuck me dafür, dass ich das echt noch durchgespielt hab, obwohl mir nach nichtmal 10 Stunden schon klar war, dass es mir nicht gefällt.

    Selten hat es mich so sehr angekotzt ein Spiel anzuwerfen wie Suikoden 3 und ich frage mich ernsthaft, wie man das Spiel verteidigen kann.

  2. #2
    Ich muss mich ausnahmsweise auch mal zu Wort melden, weil mich meine letzten beiden Spielerfahrungen beide auf ihre Weise ziemlich geärgert haben.

    Los geht's mit Game of Thrones: A Telltale Games Series

    Es gibt einige Dinge, die das Spiel ziemlich gut macht. Das GoT-Szenario wird tatsächlich recht gut rübergebracht und fügt sich logisch in die Handlung der Serie ein. Zwar sind viele der Protagonisten mehr oder weniger Äquivalente der Serien-Charaktere, damit kann ich aber grundsätzlich leben, denn wenn Telltale eines kann, dann ist es eine überzeugende Charakterzeichnung. Dass einige Figuren aus der HBO-Produktion auch einen (oder mehrere) Auftritte im Spiel haben, kommt nicht nur wie Fan Service rüber, sondern ergibt im Kontext tatsächlich Sinn. Außerdem hat man so bereits von Anfang an die Hosen voll, weil man weiß, was Ramsey für ein Kerl ist.

    Warum hat mich das Spiel trotzdem aufgeregt? Weil es das verdammte Äquivalent dazu ist, jemanden solange zu foltern, bis er kooperiert, und ihm dann doch eine Kugel in den Kopf zu jagen! Die nur scheinbare Handlungsfreiheit wurde ja bereits in manch anderen Telltale-Titeln kritisiert, aber hier ist es halt noch einmal zehnfach frustrierender, wenn ich mich im Gefühl wiege, meine Charaktere befänden sich auf einem guten Weg, dabei sogar die offensichtlich eingestreuten Abbiegungen des Spiels in Kauf nehme, und letztlich war eigentlich alles vollkommen egal, weil sie eben doch draufgehen! Wie, du versuchst mit Ehre zu spielen? Tot. Aha, du folgst unserem Intrigen-Spielchen? Tot. Du hast dir jetzt über mehrere Stunden der Allerwertesten aufgerissen, zwei deiner Figuren zusammenzuführen? Na, dann wähl mal aus, welcher von beiden stirbt!

    Hier muss ich ausnahmsweise mal den Kritiken zustimmen, während ich sonst immer eher auf der Seite von Telltale stand: Ich will als Spieler verdammt noch mal ernstgenommen werden, denn sonst kann ich mir gleich einen Film angucken! Und nein, Überleben durch Verrat meiner eigenen Werte ist keine veritable Option, sondern ich will zumindest eine potentielle Lösung für ein ganz klassisch kitschiges Happy End haben. Wenn ich diese dann verhaue, okay. Wenn mir aber dauernd suggeriert wird, ich hätte eine Chance, aber am Ende merke, dass ich nie eine hatte, dann regt mich das kolossal auf!

    So, mein Puls ist auf 180, der Rant zu Hellblade muss daher noch ein wenig warten.

  3. #3
    Life is Strange 2: Episode 2 - Rules

    Mit zwei Wochen Verspätung heute an ein Stück durchgespielt.
    Das waren wieder ziemlich genau 4 Stunden Spielspaß und somit eine feine Länge für ein Episodenspiel.
    Direkt nach Kingdom Hearts 3 brauchte ich außerdem dringend eine ernstzunehmende Handlung, damit ich nicht anfange an mein Hobby zu zweifeln und wurde mit LiS2 fündig.

    Episode 2 - Rules hat mich genauso gefesselt wie Episode 1, wobei Rules durchdachter und nicht so hektisch wirkt.
    Verglichen mit dem bereits ziemlich starken LiS, ist mir bis Episode 2 die Geschichte um die Brüder Sean & Daniel lieber.
    Denn so sehr mich Max & Chloe vor einigen Jahren mitgerissen haben, mir sagt der Roadtrip viel mehr zu als das vorherige Teeniedrama.
    Die Charaktere sind greifbarer und als Teil einer Großfamilie, kann ich mich selber mehr in die Protagonisten hineinversetzen.
    Die Sorge um den eigenen Bruder schlägt bei mir die Sorge um die kaputte Freundin um Längen.
    Der allgegenwärtige Vergleich mit zwei Wölfe trägt dabei unheimlich zur Atmosphäre bei und trifft da Dontnod exakt den richtigen Nerv bei mir.
    Und durch die Fähigkeit der Telekinese hat jede Entscheidung gleichzeitig mehr Gewicht, da man nicht wie in LiS immer im Hinterkopf hat, man könnte die Zeit - wenn nötig - einfach wieder zurückspulen.
    Done is done, was jede Episode umso spannender macht.

    Man kann natürlich kritisieren, dass wenig Gameplay vorhanden ist, nur sind die Infos, die ich bisher gesehen habe interessanter, als die 1000 Plakate innerhalb der Schule von Max.
    Und ja, ich durchsuche jede Ecke in LiS.

    Geändert von Ὀρφεύς (08.02.2019 um 20:55 Uhr)

  4. #4
    Ich finde gut, dass du weiter berichtest (und es spoilerfrei hältst! ), ich kann mich bisher noch gut zurückhalten. ^^

  5. #5
    Wobei ich gerade sehe, dass ich mich zu 80% wiederholt habe.
    Direkt nach einer Episode wäre mir die nächste zwar lieber, doch seinen wir mal ehrlich.
    Bei der Auswahl an Games heutzutage verliert man schneller einzelne Titel aus den Augen.
    Die vier Monate Wartezeit waren letztendlich nicht der Rede wert und kürzere Games sind mir des öfteren lieber.

    Und noch eine kleine Ergänzung (okay, ist ein fetter Spoiler) zu Rules: Die Entscheidungen sind kompromissloser und immer wieder verdammt spannend.:A
    Trüffel und der Puma (wo man später sogar erfährt, dass man diesen töten konnte), Chris der sich die Fähigkeiten einbildet und weil ich das nicht klar gestellt habe, wurde er angefahren, sind bloß zwei Szenen, wo ich ein wenig baff da saß.

  6. #6
    Ach, Hellblade: Senua's Sacrifice, du machst es mir nicht leicht. Irgendwie will ich dich ja mögen, alleine schon wegen der Entwicklungsgeschichte. Außerdem soll man ja hin und wieder mal über seinen Schatten springen und sich auf außergewöhnliche Spielerlebnisse einlassen, welches man hier laut diverser Stimmen im Netz angeblich findet. Aber warum in aller Welt bist du dann derart monoton, mechanisch austauschbar und vor allem vorhersehbar?

    Dazu muss erwähnt werden, dass ich mich wirklich so auf das Erlebnis Hellblade eingelassen habe, wie es zu Beginn empfohlen wird, und das komplette Spiel mit Kopfhörern bestritten habe. Mache ich normalerweise nicht, ergibt hier aber grundsätzlich Sinn, denn die Stimmen im Kopf kommen nur so richtig zur Geltung. Das Problem an der Sache? Sie sind mir völlig egal! Keine "emotionale Achterbahnfahrt", kein "Nachvollziehen einer Psychose", nada! Das dauernde Gequatsche geht mir zwar dezent auf den Geist, aber irgendwann blende ich es einfach aus. "You are guilty, it's all your fault" Ja, ich habe verstanden, Senua kämpft mit Selbstzweifeln. Welch subtile Art, dies rüberzubringen. "Don't go in there! She can't! It's dangerous!" Ja, um Himmels Willen, das Spiel zwingt mich aber trotzdem dazu, seine Schlauchlevels abzulaufen, denn sonst geht es nicht weiter!

    Speaking of: Was genau habe ich da eigentlich ~7 Stunden lang genau gemacht? Zunächst einmal bin ich ziemlich viel gelaufen, denn irgendeine Art der Schnellreise gibt es nicht. Selbst wenn man einen "Levelabschnitt" beendet hat, darf man den Weg noch einmal komplett zurücklatschen, ohne dass sich dort etwas Sinnvolles geändert hätte. So kann man die Spielzeit auch strecken. Okay, hin und wieder finde ich einen Stein am Wegesrand und ein Brite kaut mir ein Ohr ab mit nordischen Mythen. Spannend. Aber was ist eigentlich das Spielziel? Nun, im Grunde genommen lässt es sich auf zwei (bzw. drei) Punkte zusammendampfen:

    1. Solange herumlaufen, bis ich irgendwelche Runen in die Luft zeichnen kann, damit ich durch ein Tor laufen darf, um dann wieder rumzulaufen und verdammte Runen zu zeichnen! Klingt langweilig, ist es erstaunlicherweise auch.
    2. Kämpfen, und zwar schlecht. Ernsthaft, das Kampfsystem ist ein Witz und entspricht ungefähr dem, was dabei herauskommt, wenn man ein x-beliebiges Spiel mit Schwertkämpfen nimmt, ihm aber sämtliche Komplexität entzieht. In regelmäßigen Abständen wirft mir das Spiel Gegner vor die Klinge, die ich mit der immergleichen Kombination von "Ausweichen", "Treten", "Draufhauen" erledige. Ach ne, es gibt ja auch noch "Focus!", womit ich die Schattenwesen in meinem Blickfeld verlangsamen oder aus ihrem düsteren Schutzschleier herausholen kann. Wenn mehr Gegner kommen, rolle ich halt ein bisschen länger hin und her zwischen den Schlägen. Wenn ein Boss auftaucht, rolle ich immer noch hin und her, muss aber zwischendurch auch mal solange rumrollen, bis mein Fokus aufgeladen ist. Ach ja, um dem ganzen zumindest eine gewisse Fallhöhe zu verleihen, krabbelt nach jedem Tod von Senua ihre "Blutvergiftung" ein Stück weiter nach oben an ihrem Arm. Angeblich ist das Spiel komplett vorbei, wenn es ihren Kopf erreicht. Ob das stimmt? Keine Ahnung, aber spannender wird das Kampfsystem dadurch auch nicht, sondern höchstens noch nerviger.
    3. Weglaufen oder schleichen. Es brennt? "Run!" Irgendein Buhmann ist hinter dir her? "Run!" Es ist dunkel, aber da vorne brennt Licht? "Run!" In einer Grube wandern Fleischklopse von Links nach Rechts? "Be careful!"

    Das alles wäre ja irgendwie noch erträglich, wenn die Story mich mitreißen würde, aber das tut sie leider nicht. Ich gebe zu: Die doch sehr reduzierte und etwas kryptische Erzählweise hat einen gewissen Reiz. Ich lerne erst nach und nach durch Visionen, Rückblicke und natürlich die Stimmen in meinem Kopf, was genau mit Senua nicht stimmt bzw. warum sie überhaupt auf eine derart schnarchige Odyssee aufbricht. Das Problem an der Sache? Ich fühle es einfach nicht, es holt mich emotional null ab. Kein Mitleid, kein Mitfiebern, kein Mitgefühl. Viel eher ertappe ich mich hin und wieder beim Gedanken "War ja klar..." wenn ein weiteres (vorhersehbares) Puzzleteil enthüllt wird. Das größte Problem an der Sache ist hierbei, dass sich das Spiel so unglaublich ernst nimmt. Alleine schon die Einblendung zu Beginn, man habe mit Experten auf dem Gebiet der Traumatherapie (oder so in die Richtung) zusammengearbeitet, um das Erlebnis möglichst authentisch zu gestalten, und Personen, die selbst eine Psychose durchlaufen haben, sollten äußerste Vorsicht walten lassen, zeigt bereits, wo die Reise hingehen soll: "Wir machen hier Kunst, kein schnödes Videospiel!" Das Ergebnis gleicht (zumindest für mein Empfinden) leider vielmehr einer CD mit Parental Advisory-Sticker, auf der ein paar Mal das Wort "Arschloch" fällt. Irgendwie versucht, aber nicht richtig gekonnt.

    Ich habe mich tatsächlich zwischenzeitig gefragt, ob ich vielleicht einfach mit der falschen Einstellung an das Spiel herangegangen bin, oder ob ich schlichtweg emotional zu abgestumpft bin, um Empathie für Senuas Geschichte zu entwickeln. Dann wiederum habe ich an in ihrer Machart zumindest grob vergleichbare Spielerfahrungen gedacht und mich erinnert, wie diese auf mich gewirkt haben. Als Beispiel seien hier "Papo & Yo" oder "RiME" genannt, die nicht nur in der Erzählweise, sondern auch spielerisch mitunter Parallelen aufweisen. Bei beiden Titeln konnte ich mich auf die Reise einlassen, habe die Rätsel mit Neugier gelöst, und beim großen Finale tatsächlich geflennt. Hellblade hingegen schafft es trotz des düstereren, erwachseneren und brutaleren Szenarios nicht, mich zu berühren. Oder vielleicht gerade deswegen? Quasi "tiefsitzendes, verdrängtes Trauma" gegen "Holzhammer-in-mir-ist-alles-dunkel-kalt-und-laut-Psychose"?

    Ja, es gibt zweifellos auch Dinge, die die Entwickler gut gemacht haben. Zuallererst müssen da natürlich die Animationen bzw. das Motion Capturing genannt werden, welches für einen solchen Indie-Titel wirklich extrem fortschrittlich ausfällt. Hierzu trägt auch die Schauspielerin einen gehörigen Teil bei, denn die Gesichtsausdrücke kommen nicht gekünstelt oder "overactet" herüber. Dann wäre da noch das grundsätzliche Händchen für die Inszenierung. Einige Levelabschnitte hatten durchaus ihren Reiz und stellenweise habe ich zumindest einen leichten Schauer gefühlt. Auch das Ende holt noch einmal relativ viel heraus, zumindest im begrenzten Rahmen der spielmechanischen Möglichkeiten. Von daher bereue ich es jetzt auch nicht wirklich, das Spiel gespielt zu haben; alleine schon, um mitreden zu können. Trotzdem (oder gerade deshalb) ärgere ich mich aber über die verschenkten Chancen, ein wirklich gutes "Spiel" zu kreieren, und nicht nur eine seicht-experimentelle Erfahrung, der man das Prädikat "künstlerisch wertvoll, weil Psychose" verleihen wollte. Naja, vielleicht beim nächsten Titel.

  7. #7
    Zitat Zitat von Byder Beitrag anzeigen
    Nach knapp 2 Jahren endlich Suikoden 3 durchgespielt. Innerhalb von 68 qualvollen Stunden.
    Oh, das steht bei mir noch auf der Liste mit durchspielenswerten Spielen. Was ich von der Graphik bisher sah hat mich sehr angesprochen. Schade, dass es wohl nicht so spannend ist.

  8. #8
    Nachtrag zu Flashback (2013)

    Okay. Wie erwartet war das remake wesentlich mehr gefälliger beim gameplay (selbst als die DOS/SNES Versionen).
    Auch wenn es etwas an grafischen charme eingebüsst hat wird aber die story (zumindest meines erachtens) mehr in den vordergrund rückt,
    was es IMO durchaus zu einem besserem spielerlebnis macht... aaaargh... ich glaub ich werd casual auf meine alten Tage so langsam >.<

    Edit: Habe aus versehen meinen vorherigen post #3302 überschrieben, könnte den ein mod bitte wieder herstellen?
    Danke ^^

    Geändert von fedprod (13.02.2019 um 02:49 Uhr)

  9. #9
    Unravel - Yarny Bundle: Zwei nette kleine Jump and Run-Spiele, von denen ich etwas mehr erwartet habe.
    Gerade in Unravel nutzten sich viele Spielmechaniken extrem schnell ab.
    Ab Kapitel 6 zündeten manche Passagen nicht mehr und würde das ein wenig mit Trine vergleichen, wo ich immer wieder aufs neue überrascht wurde.
    Unravel entlockte mit da vielmehr ein gelangweiltes Gähnen, wenn man zum x-ten Mal ähnliche Passagen mit immer den gleichen Tricks bewältigt.
    Für die Art von Wiederholung empfinde ich Unravel als zu lang.
    Unravel 2 war da schon ne Ecke besser, da sich alles viel flotter spielen lässt und um einiges kürzer ausfällt.
    Sound & Grafik waren dafür Top und die Idee mit den Erinnerungen recht gelungen.

    Onimusha: Warlords: Eine Reihe die damals fast vollständig an mir vorbeigegangen ist.
    Habe vor zig Jahren Onimusha 3 - Demon Siege einige Stunden lang gespielt und war damals positiv angetan.
    Leider nie beendet und da passte mir die Veröffentlichung von Onimusha: Warlords auf Steam gut.
    Durchgespielt laut Spiel in 3:29 Stunden, wobei ich auf 4:30 Stunden reale Zeit komme.
    Hat mich insgesamt voll an Devil May Cry erinnert, womit man einen Nachmittag füllen kann.
    Man schmeckt das Potenzial heraus, worauf man sich in den darauffolgenden Teile freuen kann und so bleibt der erste Teil wie eine Vorspeise.
    Eben einige gute Punkte, mit viel Potenzial nach oben.
    Denn vom Setting, Waffen und der Idee mit dem Handschuh her, ist Onimusha ein spaßiges kleines Spiel.
    Über Handlung & Charaktere hüllen wir dafür besser den Mantel des Schweigens.
    Kann man vielleicht ein wenig auf sein Alter abwälzen, nur konnte die bloß belächeln.
    Doch riesen Lob an Capcom, dass sich bei denen endlich wieder was bewegt und selbst ältere Reihen in die Gegenwart katapultiert werden.
    Gerne mehr davon.

    Geändert von Ὀρφεύς (14.02.2019 um 18:31 Uhr)

  10. #10
    Pillars of Eternity II: Deadfire



    Was habe ich das erste Pillars of Eternity gehasst, ganze 5 Versuche gebraucht und durchgespielt habe ich es trotzdem nicht. Hab bei ca. 3/4 aufgehört, weil es so öde und fad war. Trotzdem hab ich mich an das Genre weiter rangehalten und dank Tyranny (ebenfalls von den Pillars-Machern) und dem genialen Divinity 2 sehr viel Spaß im CRPG-Genre gehabt, wie schon lange nicht mehr. Lange Zeit war nach diesen Spielen Pause und nun folgte Teil 2 der Pillars of Eternity Reihe, den ich heute abgeschlossen habe. Die Skepsis war groß mit wenig Erwartung, doch es kam ganz anders... Vorneweg, ich habe Pillars of Eternity 2 (PoF 2) in seiner ultimativen Version gespielt, also mit allen drei Story DLCs (siehe letzter Absatz), allen Updates bis Februar und im brandneuen Rundenmodus. Das war reiner Zufall, als ich entschieden habe, PoF 2 zu zocken, als just Obsidian den Rundenmodus veröffentlicht hat. Für mich das beste was passieren konnte, da ich Echtzeit-Kämpfe in CRPGs hasse. Dieser ist zwar noch im Beta-Status, Bugs hatte ich trotzdem keine. Im Gegenteil, mit den nachkommenden Updates hat Obsidian den Modus eher verbessert. Das Beste was dem Spiel seit seinem Lauch passieren konnte.

    Nach ca. 90h habe ich die Credits erreicht, und jede Stunde voll gekostet. Hätte ich PoF 2 letztes Jahr durchgespielt, es wäre mein GotY 2018 geworden, so toll ist es geworden. Es ist in allen Belangen besser als sein Vorgänger, doch alles der Reihe nach: Die Story hat mir sehr gefallen, es ist keine typische Held-rettet-Welt-Geschichte (ist es eig. schon, aber nicht im herkömmlichen Sinne). Rückblickend betrachtet ohne zu spoilern, klingt die Geschichte auf dem Papier eher recht kurz und nicht wirklich besonders. Doch was das alles kaschiert, ist der tolle Erzählstil von Obsidian. Das fängt mit dem Einstieg an, es fühlt sich an, als würde man ein dickes Abenteuerbuch aufschlagen und die ersten Seiten lesen. Es ist alles so gemütlich, einladend und baut langsam auf. Kein Wurf ins eiskalte Wasser wie z.B. in eine große Stadt wie in Torment Tides of Numenera. Mit dem Ambiente der jetzigen Jahreszeit, zurückgezogen mit einer Tasse Tee, öffnet sich beim Spielen eine wundersame Welt. Die Skepsis, mir würde das Karibiksetting nicht gefallen, legte sich schnell. Die Welt ist toll gestaltet, es gibt unterschiedliche Landschaften und die Dörfer, Städte, Dungeons etc. sind sehr gut gestaltet. Hatte man im ersten Teil noch die hässlichen fixen Backgrounds, ist hier alles so lebendig. Bäume bewegen sich, Tiere und Menschen nehmen aktiv am Spielgeschehen teil, schöne Lichteffekte durch Fackeln usw. Hier hat Obsidian wirklich viel dazugelernt. Die Grafik hat nen wirklichen Sprung nach vorne gemacht. Und endlich friert die Welt während den Dialogen nicht mehr ein (!), mich zog das im Vorgänger immer aus der Atmosphäre. Leider haben mir die Begleiter nicht wirklich gefallen, sie fallen eher mau aus. Die Romanzen machen das auch nicht besser, da sie nicht wirklich aktiv ins Spielgeschehen eingebettet wurden. Ein paar Dialoge hier und da und fertig. Extra Szenen wie in Divinity 2 gibts nicht. Schade.

    Das Gameplay fand ich super, in allen das rundenbasierte Kampfsystem. Es ist nicht so flexibel wie ein Divinity 2, wo die Umgebung eingebaut wird (zumindest nicht so ganz, Fässer und Co gibts auch hier), aber die unterschiedlichen Charakterklassen, Skills und Fähigkeiten verleihen dem Kampfsystem eine spürbare Tiefe. Blöd, dass einem keine Details von den Buffs der Gegner angezeigt werden. Nur die Namen, aber was was bewirkt, hält das Spiel einem vor. Für mich als Taktiker eher nervig. Toll ist, dass die Audauer aus dem Vorgänger entfernt worden ist. Es gibt nur mehr eine Gesundheit. Herrlich! Was aber gehört noch zum Karibik-Setting? Klar ein eigenes Schiff! Dieses wird meiner Meinung nach auch hervorragend in die Story als auch ins Gameplay eingefügt. Man kann es ausbauen, es gibt versch. Ressourcen, eine Crew, die es zum Trainieren und Rekrutieren gilt und zuguter letzt auch Kämpfe auf offener See. Diese sind aber der größte Schwachpunkt an allem, da diese sich in öden Textfenster abspielen. Ich ging jedem Kampf aus dem Weg, so gut es ging. Aber bei Gott, ich weiß nicht wer sich das bei Obsidian ausgedacht hat, aber das Level-Cap mit 20 ist zu niedrig gesetzt. Wenn man, wie ich alles mitnimmt und auch die drei Story-DLCs spielt, erreicht man dieses Limit viel zu schnell. Ich hätte locker min. 35 Level erreicht.

    Bugs hatte ich keine, hin und wieder verfing sich ein Char im Kampf an anderen Chars. Es hat schon was, wenn man fast ein ganzes Jahr wartet, denn die Balance, die Quests, die Texte, usw. sind alles fehlerfrei und optimal. Das einzige, was mich wirklich genervt hat und ich als größten Kritikpunkt am Spiel überhaupt sehe, sind die extrem langen Ladezeiten.Trotz meines Gaming-PCs, dauert das Laden wirklich lang. Egal ob einen Spielstand laden oder Mapwechsel ... etwas Geduld muss man in PoF 2 durchaus mitbringen. Doch der restliche technische Aspekt ist sehr solide. Der Sound ist wie im Vorgänger wieder wirklich gelungen, die Musik top und auch die komplette englische Vertonung mit ihren unterschiedlichen Akzenten tut ihr übriges. Sehr positiv ist auch der deutliche Rückgang des Textinhalts gegenüber dem Vorgänger. Die Dialoge sind nicht mehr so ausschweifend und elend lang, sondern mehr auf den Kern fokussiert. Etwas das mir in PoF 2 sogar besser gefallen hat, als in Divinity 2, ist seine grandiose Spielwelt. In Divinity 2 hat man 4 bzw. 5 große in sich abgeschlosse Maps als Spielwelt, die man hintereinander besucht. Es gibt bspw. nur ein Dorf und eine Stadt. PoF 2 hat eine ganze Welt zu bieten mit unterschiedlichen Dörfern, Städten, Inseln, Dungeons und Geschichten. Die Lore kommt hier viel mehr zur Geltung und lässt einen, wenn man sich darauf einlässt, sehr tief in die Spielwelt eintauchen. Es braucht für Neueinsteiger etwas Zeit, bis man die Götter, Völker oder wichtige vergangene Konflikte verstanden hat, aber es lohnt sich. Aber wer dieses Genre spielt, bringt diese Eigenschaft sowieso mit sich.

    Ich könnte mein Review noch länger schreiben, aber ich denke, es liest sich gut heraus, dass PoF 2 mir extrem gut gefallen hat. Ich hatte und das meine ich wortwörtlich so, keine einzige Stunde, wo ich mich langweilte. Jede Spielsession hat mir viel Unterhaltung bereitet. Es macht einfach Spaß mit seinem Schiff durch die schöne Spielwelt zu segeln, an unbekannten Küsten anzudocken und die dortigen Dungeons zu erkunden. Sowohl für Neueinsteiger als auch für Veteranen kann ich das Spiel nur wärmstens empfehlen. Für mich ein meisterhaftes Epos, welches seinen Vorgänger komplett in den Schatten stellt. Ich freue im nächsten Winter auf Pathfinder Kingmaker (hoffentlich auch mit einem Rundenmodus ).

    Zu den Story-DLCs: Es gibt drei Story DLCs, die jeweils einen Gott des Spiels gewidmet sind. Mir hat vor allem der erste (Beast of Winter) und der letzte (The Forgotten Sanctum) gut gefallen. Nr. 2 (Seeker, Slayer, Survivor) fand ich nicht prickelnd, war auch der kürzeste von allen und konzentriert sich hauptsächlich aufs Kämpfen. Nichtsdestotrotz fügen sie sich alle gut ins Hauptspiel ein und ergänzen es um interessante Facetten. Beast of Winter behandelt z.B. Ereignisse aus dem Vorgänger, welches für Kenner umso interessanter ist.

    Geändert von Rusk (21.02.2019 um 23:04 Uhr) Grund: Textfixes

  11. #11
    @Rusk

    Ich lese gerne deine Eindrücke über WRPGs, da die ziemlich oft meinen Geschmack treffen.
    Pillars of Eternity 2 hat mir letztes Jahr bereits in den ersten 8 Stunden viel Freude bereitet.
    Habe bloß den Faden - Dank anderer Games - verloren und da vieles nachgebessert wurde, halt erst abgewartet.
    Der Rundenmodus ist dennoch voll an mir vorbeigegangen und wertet ein CRPG für mich deutlich auf, da mir ein Echtzeit-Kampfsystem oft viel zu hektisch ausfällt.
    Dein Eindruck liest sich jedenfalls verdammt gut.

    Battlefield V

    Sehr kurzer Ego-Shooter von ca. 5 Stunden.
    Ich mochte Battlefield 1 vor einigen Jahren, da gerade diese kleinen Geschichten ihren Reiz hatten.
    Im neuen Ableger sind diese zwar nicht schlecht und in der letzten Mission zeigt sich, welch Potenzial EA DICE besitzt, doch auf mich wirkte Battlefield V wie ein DLC.
    Nichts neues, sehr viel kürzer und als Ego-Shooter an sich durch und durch austauschbar mit immer den gleichen Zielen.
    Konnte mich insgesamt nicht abholen und hätte nichts verpasst, sofern ich letztens beim Saturn einfach dran vorbei gelaufen wäre.

    Metro Exodus

    Ich mag das Spiel nicht und habe nach 4-5 Stunden abgebrochen.
    Die Vorgänger waren zwei düstere Ego-Shooter mit einen Punkt, der mich immer wieder aufs neue motivierte, und zwar die Schwarzen.
    Die ganze Idee dahinter hat mich damals so sehr gepackt, dass ich das erste Buch gelesen habe und ja, die Vorfreude auf Metro Exodus war real und habe wirklich nicht mit so etwas gerechnet.
    Tja, die Wolga hat mich dennoch davon gejagt, dabei war der Spielspaß bereits nach zwei Stunden dahin, nur wollte auf Nummer sicher gehen.
    Dabei war der Anfang recht spannend und gut in Szene gesetzt, aber was man sich direkt danach gedacht hat bleibt mir ein Rätsel.
    Stattdessen man das Ende von Metro: Last Light weiterspinnt, dass die Oberwelt langsam wieder bewohnbar wird, gibt es außerhalb von Moskau bereits seit Jahren ganze Siedlungen und die Signale wurden bloß gestört... echt jetzt?
    Welch Schwachsinn hat 4A Games denn da geritten?
    Wollte man so dringend auf den Open World-Zug aufspringen?
    Und wo sind die Schwarzen? Falls die im restlichen Spiel keine Rolle mehr spielen wäre das eine ziemliche Enttäuschung, da die immerhin der Dreh- und Angelpunkt der Reihe waren.

    Auch sonst ist die Welt zwar schön, aber völlig belanglos.
    Man rennt doof rum, nichts lädt zum entdecken ein, die Gegner sind saublöd und ist das ganze Spiel ein riesiger Bug-Pool.
    Artjom bleibt überall hängen, fällt zwischen Gitter und Wände in den Tod, Gegner bekommen epileptische Anfälle, ein Kopftreffer wird zu 80% ignoriert, die Ladezeiten sind unter aller sau (etwas längeres fällt mir momentan nicht ein), die gesamte Handlung zieht sich wie Kaugummi mit einen Haufen unsympathischer Charaktere und wichtige Dialoge fangen einfach so an ohne in irgendeiner Art und Weise in Szene gesetzt zu werden.
    Beispiel: Der Weg zur Kirche, wo man die Mutter mit Kind trifft.
    Was bitte war das? Ich bin nur eine Treppe hochgegangen und plötzlich brabbelt die was davon, wir wären hier eingesperrt und müsse mich aus dieser Kirche befreien. Hä? Wann wurde ich eingesperrt? Wer sind diese Leute überhaupt und warum wird alles so hektisch auf den Spieler losgelassen? Dann geht der Spaß weiter: Diese Gemeinschaft mag keine Technologie und grüßt mich vorher trotzdem, anstatt mir sofort den Rest zu geben? Ein wiederholtes "Hä", von meiner Seite aus.

    Kann man denn keine Geschichten mehr erzählen? Erst Kingdom Hearts 3 und jetzt dieser Schwachsinn?
    Leider wird die Liste der Kritikpunkte nicht kürzer.
    Eine Schnellreisefunktion existiert nicht, was für mich einen Genickbruch in einem Open World Spiel gleichkommt und hält Artjom noch immer die Klappe.
    Ist mir in den Vorgängern nur nie so negativ aufgefallen, was vermutlich daran liegt, dass es jetzt vielmehr Dialoge gibt und der Junge ständig wie ein Held gefeiert wird.
    Wenn dann über Funk der Satz kommt: "Artjom, bitte melde dich", muss man ja unfreiwillig drauflos lachen.
    Schade um die Reihe und welch Glück, dass ich mir die PS4-Version gekauft habe, die kann man wenigstens noch zu Geld machen.

  12. #12
    Ah, gut, dass Du mich daran erinnerst. Rusk, wegen Dir hab ich PoE2 jetzt auch mal in meine Wishlist aufgenommen. Teil 1 fand ich zwar ganz spaßig, aber war dann einfach irgendwann raus. Auch die vielen Kickstarter Nachrichten hatten meine Immersion vollkommen ruiniert. Meinst Du, man kann Teil 2 auch ohne die Kenntnisse spielen, oder entgehen einem da zu viele Details (gerade was Charaktere und die Story angeht)? Und der Äußerung, dass man bei vielen Games erstmal warten sollte vor einem Kauf, kann ich durchaus zustimmen. Heute wird einfach zu viel geändert. Manchmal ists ja sogar so, dass Reviews zum Launch von nem Game bereits ein halbes Jahr später hinfällig sind, weil so viel verbessert wurde.

    Btw. bei den Ladezeiten: Schätze Du hast eine SSD, wie lang waren die denn etwa und lädt das Spiel regelmäßig (verlassen von Häusern, etc.), oder muss es nur lange ein komplettes Gebiet laden?

  13. #13
    Zitat Zitat von Ὀρφεύς Beitrag anzeigen
    @Rusk
    Ich lese gerne deine Eindrücke über WRPGs, da die ziemlich oft meinen Geschmack treffen.
    Pillars of Eternity 2 hat mir letztes Jahr bereits in den ersten 8 Stunden viel Freude bereitet.
    Habe bloß den Faden - Dank anderer Games - verloren und da vieles nachgebessert wurde, halt erst abgewartet.
    Der Rundenmodus ist dennoch voll an mir vorbeigegangen und wertet ein CRPG für mich deutlich auf, da mir ein Echtzeit-Kampfsystem oft viel zu hektisch ausfällt.
    Dein Eindruck liest sich jedenfalls verdammt gut.
    Freut mich, ich lese wiederum ganz still und heimlich deine Berichte in deinen Challenges. Momentan hadere ich damit den ersten Divinity wieder ne Chance zu geben, von dem du am Ende so positiv gestimmt warst.
    Aber zurück zu PoF 2: Der Rundenmodus ist wie ein Geschenk Gottes, ich finde er wertet das Spiel unheimlich auf, weil eben dieses hektische, flotte Echtzeit-KS, welches sich wie ein Fremdkörper anfühlt, ersetzt wird (man kann sich aber aussuchen welchen Modus man will). Habe auch von vielen gelesen, die sich erst durch diesen Rundenmodus das Spiel gekauft haben. Zwar dauern die Kämpfe etwas länger und fallen taktischer aus, aber der Spaß überbietet das. Obsidian hat die Balance schon mit dem ersten Patch verdammt gut hinbekommen, was mich echt überrascht hat. Auch die Anpassungen (statt Erholung gibts jz. Initiative).

    Zitat Zitat von Sylverthas Beitrag anzeigen
    Ah, gut, dass Du mich daran erinnerst. Rusk, wegen Dir hab ich PoE2 jetzt auch mal in meine Wishlist aufgenommen. Teil 1 fand ich zwar ganz spaßig, aber war dann einfach irgendwann raus. Auch die vielen Kickstarter Nachrichten hatten meine Immersion vollkommen ruiniert. Meinst Du, man kann Teil 2 auch ohne die Kenntnisse spielen, oder entgehen einem da zu viele Details (gerade was Charaktere und die Story angeht)? Und der Äußerung, dass man bei vielen Games erstmal warten sollte vor einem Kauf, kann ich durchaus zustimmen. Heute wird einfach zu viel geändert. Manchmal ists ja sogar so, dass Reviews zum Launch von nem Game bereits ein halbes Jahr später hinfällig sind, weil so viel verbessert wurde.

    Btw. bei den Ladezeiten: Schätze Du hast eine SSD, wie lang waren die denn etwa und lädt das Spiel regelmäßig (verlassen von Häusern, etc.), oder muss es nur lange ein komplettes Gebiet laden?
    Ja man kann den zweiten Teil ohne Kenntnisse des Vorgängers spielen, ein bisschen Anfangsinfo wäre aber nicht verkehrt, weil man so leichter und besser in die Spielwelt eintauchen kann. Es hängt aber auch davon ab wie weit man den ersten wie in deinem Fall gespielt hat (meine Frage also an dich: Wie weit hast du gespielt?). Der zweite knüpft nämlich nahtlos an den ersten, es wird aber eine neue Geschichte erzählt. Ich z.B. habe das Finale des ersten nicht gespielt, kenne nur den Namen des Antagonisten, welches im zweiten hier wenig behandelt wird. Wenn du es zumindest bis zur Burg Caed Nua geschafft hast, hast du genügend Vorkenntnisse erspielt, vor allem ist die Burg auch der Ausgangspunkt für den zweiten Teil. Es kommt vorallem um wichtige Grundkenntnisse des Spiels an, z.B. welche Völker es gibt, was hat es mit dem Wächter-Dasein auf sich (dies ist z.B. sehr wichtig, weil man einen Wächter spielt).

    Bei den Charakteren brauchst du dir auch keine Sorgen machen, lediglich drei kommen im zweiten vor (der dritte ist eher unwichtig finde ich). Es ist kein Spoiler, aber Eder und Aloth, welche man im ersten bereits in der ersten Stunde bekommt, hat man auch wieder sehr früh im zweiten (Eder sowieso von Anfang an). Das Verständnis zur Story hängt auch u.a. davon ab wie gut man sich in der Lore auskennt. Ich z.B. hatte überhaupt keine Kenntnisse mehr, z.B. geht es um den Gott Eothas von dem ich überhaupt gar nichts mehr wusste. Auch die anderen Götter spielen eine wichtige Rolle, aber dank des eingebautes Wiki und der Tooltips versteht man relativ schnell die Zusammenhänge. Man muss sich halt etwas in der Anfangszeit hineinfuchsen, also nicht aufgeben, wenn nicht jeder zweite Satz verstanden wird. Kompliziertes Kauderwelsch ist es aber bei weitem nicht. Also wie gesagt, wenn man zumindest weiß was in Pillars 1 passiert ist, dann reicht das aus. Ansonsten könnte Jack meine Eindrücke ergänzen, der hat auch beide Teile gespielt.

    Ich hab ne SSD, aber das Spiel auf ner normalen HDD installiert (SSD ausschließlich fürs OS). Das Laden von z.B. Häuser wechseln dauert nicht zu lange, max. 10 sec. Eher das Verlassen/Betreten von großen Orten wie z.b der Hauptstadt dauert etwas. So ca. 30 sec bis 1 min. Am längsten dauert es ein Spiel zu laden, also mit mind. 2 min kann man locker rechnen. Das Problem ist, man ist viel unterwegs und betritt bzw. verlässt viele Orte in oft kurzen Abständen. Da summieren sich schon die Ladezeiten und die selektive Wahrnehmung ist dementsprechend eher negativ eingestellt. Ein jeder Mapwechsel ist mit einer Ladezeit verbunden. Vielleicht bin ich solche Ladezeiten auch nicht gewohnt, das ist bei jedem anders.

    Geändert von Rusk (22.02.2019 um 23:16 Uhr) Grund: Textfixes

  14. #14
    @Rusk: Ja, die Burg kenn ich tatsächlich. Aber wenn es ne direkte Fortsetzung ist... vielleicht geb ich PoE1 dann doch noch mal ne Chance. Muss zugeben, dass mich die Kickstarter NPCs wohl mehr gestört haben als viele andere, weil ich sie einfach so derbe unpassend und - in gewisser Weise - als ziemlich ekligen Fanservice empfand. Finde es vollkommen ausreichend, wenn Kickstarter Backer irgendwo verewigt werden, aber doch nicht so in your face. Gefühlt waren die Hälfte aller Textboxen nur komplett zusammenhangloses Gebrabbel. Frag mich auch ein wenig, wer sich da gut fühlt, wenn er seinen Text innerhalb von dem ganzen anderen Kauderwelsch von irgendwelchen Backern vorfindet.

    Hat Teil 2 eigentlich auch das Problem? Wurde doch auch mit Hilfe von Backern gefunded, oder?

    Was die Ladezeiten angeht: Gut, CRPGs hatten nie kurze. Bei BG damals saß man auch ewig - und da muss man nicht mal vom regelmäßigen CD Wechsel sprechen ^_O
    Bin nur so sehr an die schön kurzen Ladezeiten am PC gewöhnt und von Konsolen tierisch genervt, bei denen 30s+ ganz gewöhnlich sind. Will doch meine Zeit nicht damit verschwenden, Hashtags zu lesen

  15. #15
    Zitat Zitat von Ὀρφεύς
    Wieso kann man einen Dialog nicht starten, wenn der Spieler genau das möchte?
    Man wird so angelabert und kann nebenbei alles mögliche veranstalten.
    Da wären mir sogar simple Texte, bei denen man weiterklicken kann, viel lieber gewesen.
    Dass die Charaktere von selber anfangen zu reden stört mich persönlich eher weniger, zumal es durchaus dazu beiträgt dass sich die Spielwelt tatsächlich lebendig anfühlt anstatt auf Artyoms Existenz angewiesen zu sein. Stimmt so zwar nicht ganz, da man sich trotzdem erst in die Reichweite der Charaktere begeben muss damit sie anfangen zu reden, aber es macht zumindest mehr Sinn wenn sie von sich aus miteinander sprechen, als dass Artyom sie erst dazu nötigen muss (zumal er selbst ja eh nichts sagt). Es wäre aber natürlich besser, das ganze ein bisschen dynamischer gestalten. Solche Stellen mag es zwar geben, aber nebenbei Kohle zu schaufeln oder zu rauchen ist nicht wirklich interessant.

    Zitat Zitat von Sylverthas Beitrag anzeigen
    Muss zugeben, dass mich die Kickstarter NPCs wohl mehr gestört haben als viele andere, weil ich sie einfach so derbe unpassend und - in gewisser Weise - als ziemlich ekligen Fanservice empfand. Finde es vollkommen ausreichend, wenn Kickstarter Backer irgendwo verewigt werden, aber doch nicht so in your face. Gefühlt waren die Hälfte aller Textboxen nur komplett zusammenhangloses Gebrabbel. Frag mich auch ein wenig, wer sich da gut fühlt, wenn er seinen Text innerhalb von dem ganzen anderen Kauderwelsch von irgendwelchen Backern vorfindet.
    Insofern diese Mod noch ordentlich funktioniert, kann man diese Kickstarter NPCs zumindest stumm schalten. Hab ich damals auch benutzt da die schlichtweg nichts zu irgendwas beitragen und dementsprechend komplette Zeitverschwendung sind. Weiß nur gerade nicht, ob die dann einfach nichts sagen oder tatsächlich entfernt werden. Und nein, Pillars of Eternity 2 hat dieses Problem glücklicherweise nicht. Aber dafür hat mich zumindest das Finale so enttäuscht, dass ich mir die DLCs gar nicht mehr anschauen wollte. Bei Teil 1 hatte ich zwar auch keine Lust zu, aber das fand ich zumindest noch ein bisschen befriedigender.

  16. #16
    Wieso stummschalten? Einfach diese NPCs nicht anklicken, so hab ich das gemacht. Und wenn trotzdem mal einen unabsichtlich angequatscht hat, kann man ja schnell die Dialoge mit "Weiter" überspringen.

    Zitat Zitat von ~Jack~ Beitrag anzeigen
    Und nein, Pillars of Eternity 2 hat dieses Problem glücklicherweise nicht. Aber dafür hat mich zumindest das Finale so enttäuscht, dass ich mir die DLCs gar nicht mehr anschauen wollte. Bei Teil 1 hatte ich zwar auch keine Lust zu, aber das fand ich zumindest noch ein bisschen befriedigender.
    Wusste ich doch, das ich etwas vergessen habe: Das Finale! Das fand ich nämlich auch sehr enttäuschend, wird leider zu schnell abgehandelt. Nicht mal ein (fettes) Enddungeon gibt es.

  17. #17


    Nachdem ich die ersten drei Teile innerhalb kürzester Zeit durchgesuchtet hab, bin ich nun auch mit Deponia Doomsday, dem vierten Teil der Deponia-Reihe von Daedalic Entertainment, durch. Da die Trilogie mit Goodbye Deponia ohnehin abgeschlossen war, seh ich den vierten Teil als lustiges Add-On, das so für sich durchaus eine Existenzberechtigung hat und spielerisch durchaus als der beste Teil der Reihe zu betrachten ist. Insgesamt ist die komplette Reihe in meinen Augen einfach nur klasse! Als hätten sie diese Spiele nur für mich entworfen. Ich hatte so viel Freude damit. Fast ein bisschen Schade, dass es nun vorbei ist, aber es hat sich gelohnt! Werde mir demnächst auch mal das restliche Zeug von Daedalic Entertainment reinpfeifen: Edna bricht aus soll es sein. Mal sehen, ob mich das ähnlich konsequent an den Monitor fesselt wie es die Deponia-Reihe geschafft hat.

    Geändert von Ken der Kot (24.02.2019 um 15:32 Uhr)

  18. #18

    Adventure Time

    Unavowed
    Normalerweise ist das Horrogenre nicht mein Fall, weil es i. d. R. auf extreme Weise eine Gut/Böse Dichotomie zelebriert. Dabei werden Ängste vor Tieren, jungen, oder alten Menschen, und allg. vor Einzelgängern übersteigert und diese als scheußlich und gefährlich dargestellt, so dass der Sieg über das Böse nur mit dessen physischer Vernichtung enden kann. Unavowed macht es sich nicht ganz so einfach und gibt den Figuren stets eine gewisse Motivation. Das Hauptaugenmerk liegt hier auf den Beziehungen der Charaktere zueinander, das Kombinieren von Gegenständen zum Lösen von Puzzles ist dabei zweitrangig. Leider ist es wieder eines dieser Spiele, bei denen man Hinweise kombinieren muss, damit das Spiel "weiß" das man nun hinter die Lösung eines Rätsels gekommen ist. Hier hakte es einmal bei mir. Ansonsten ist dieses Adventure rundum gelungen: Von der Präsentation zu den atmosphärischen Gesprächen bis zu den ausführlichen Hintergrundgeschichten der eigenen Truppe wird einem eine Menge geboten, so dass Unavowed eine beeindruckende Evolution der "Blackwell" Serie darstellt. Selbst das Finale, normalerweise eine Schwäche der Wadjet Eye-Spiele, überzeugt.

    Kathy Rain
    Die Demo hatte ich vorher schon gespielt und dann wieder vergessen. Jetzt bin ich ganz durch und war ganz angetan von der unheimlichen Idylle. Sehr hübsch und atmosphärisch wechselt die Stimmung und Narrative von David Lynch (Twin Peaks lässt grüßen) nach Cronenberg, wo die Protagonistin gänzlich auf sich selbst zurückgeworfen wird. Leider ist dieser Übergang nicht ganz nachvollziehbar: Viele Hinweise in der ersten Spielhälfte gehen so notwendigerweise ins Leere und ich als Spieler, der von der Spielewelt annimmt, dass sie konsistent ist, wird mit seinen Überlegungen letztlich vorgeführt. Trotzdem überzeugt das Spiel durch die Liebe zum Detail und die bissige Heldin.

    Whispers of a Machine
    Eine Post-apokalyptische Welt irgendwo in Skandinavien ist der Schauplatz dieses ruhigen Adventures von Raw Fury. Die Menschen leben nach einem großen Krieg im Einklang mit der Natur und ächten die Nutzung von Hochtechnologie wie Computern. Unsere Heldin, deren cyberpunke Frisur die Amis sarkastisch wohl einen "Jugend" nennen, in Anklang an die Jugendorganisation in der NS-Zeit (ohne dass ich hier einen Zusammenhang unterstellen will), ist mit "blue" ausgestattet, einem Serum, das Fähigkeiten im Einklang mit den Charaktereigenschaften seines Trägers ausbildet. D. h. sie entwickelt z. B. eine schärfere Sicht, wenn sie sich in Gesprächen analytisch gibt, oder kann das Äußere eines Menschen kopieren, wenn ihre Antworten regelmäßig empathisch ausfallen. Diese Idee ist super und soll wohl zum mehrmaligen Durchspielen verleiten, ihre Umsetzung gerät aber ein wenig umständlich. Außerdem wirkt die Welt leer: In der Stadt gibt es praktisch keine Passanten. Die graphische Darstellung gefiel mir auch nicht so recht. Trotzdem ist die Geschichte nett erzählt und spannend.

    Katana Zero
    Diesmal ein Action-Spiel von einem texanischen Entwickler um einen Samurai im neonfarbenen Cyberpunk. Reizvoll: Die Action geht so schnell vonstatten, dass man sich für jede Szene einen Plan zurechtlegen sollte, nach dem man dann vorgeht. Leider steht der Einsatz des Retro-Looks nicht für eine heile Welt. Bei Folterszenen schalte ich lieber ab. Schade, um die Mühe, die in dem Titel steckt.

  19. #19
    Zitat Zitat von Ὀρφεύς Beitrag anzeigen
    Stattdessen man das Ende von Metro: Last Light weiterspinnt, dass die Oberwelt langsam wieder bewohnbar wird, gibt es außerhalb von Moskau bereits seit Jahren ganze Siedlungen und die Signale wurden bloß gestört... echt jetzt?
    Welch Schwachsinn hat 4A Games denn da geritten?
    Wollte man so dringend auf den Open World-Zug aufspringen?
    Und wo sind die Schwarzen? Falls die im restlichen Spiel keine Rolle mehr spielen wäre das eine ziemliche Enttäuschung, da die immerhin der Dreh- und Angelpunkt der Reihe waren.
    Mich hat das Spiel bisher auch noch nicht vollends überzeugen können, eben weil es bei weitem nicht mehr so atmosphärisch und bedrohlich wie die Vorgänger daherkommt. Ein paar der Probleme haben aber scheinbar ihren Ursprung bereits in Metro 2035, wo diese Störsignale ebenfalls eine Rolle gespielt haben, und es somit offensichtlich außerhalb der Metro immer noch einiges an Leben gibt. Ich habe das Buch zwar nicht gelesen, das aber auch nur weil ich Metro 2034 schon nicht mehr wirklich mochte, und weil im letzten Buch scheinbar alles fallengelassen wurde was die Reihe für mich so interessant gemacht hat. So fokussiert es sich scheinbar nur noch auf die Geschichte der Menschen in der Metro, während die Monster durch einen abrupten Anstieg der Radioaktivität allesamt tot umgefallen sind, was einfach mal ein total billiger Twist ist um die aus der Story zu entfernen. Von daher bin ich froh, dass sie zumindest das im Spiel ignoriert haben. Und man merkt Metro Exodus auch an, dass es sich extrem auf die Charaktere fokussiert. So stand ich heute Nacht sicherlich ne halbe Stunde dumm in der Gegend rum weil die Charaktere ständig etwas neues zu erzählen hatten. Und das ist auch eigentlich ganz nett. Es leidet nur wie du schon gesagt hast darunter, dass Artyom nie auch nur ein Wort von sich gibt, selbst wenn er direkt angesprochen wird.

    Ich finde es außerdem ein bisschen schlecht designt, dass man scheinbar in jedem Gebiet überall die richtigen Entscheidungen treffen muss um jeweils das beste Ende zu bekommen.
    So habe ich im ersten Gebiet einmal was falsch gemacht und die andern beide Male alles richtig, aber mir ist trotzdem der Charakter weggestorben der ansonsten überlebt hätte.

    Durchspielen werde ich das zwar auf jeden Fall, aber ich bezweifle dass es nochmal die selbe Stimmung wie die Vorgänger einfangen wird.

    Geändert von ~Jack~ (22.02.2019 um 16:11 Uhr)

  20. #20
    Zitat Zitat von ~Jack~ Beitrag anzeigen
    Mich hat das Spiel bisher auch noch nicht vollends überzeugen können, eben weil es bei weitem nicht mehr so atmosphärisch und bedrohlich wie die Vorgänger daherkommt. Ein paar der Probleme haben aber scheinbar ihren Ursprung bereits in Metro 2035, wo diese Störsignale ebenfalls eine Rolle gespielt haben, und es somit offensichtlich außerhalb der Metro immer noch einiges an Leben gibt. Ich habe das Buch zwar nicht gelesen, das aber auch nur weil ich Metro 2034 schon nicht mehr wirklich mochte, und weil im letzten Buch scheinbar alles fallengelassen wurde was die Reihe für mich so interessant gemacht hat. So fokussiert es sich scheinbar nur noch auf die Geschichte der Menschen in der Metro, während die Monster durch einen abrupten Anstieg der Radioaktivität allesamt tot umgefallen sind, was einfach mal ein total billiger Twist ist um die aus der Story zu entfernen. Von daher bin ich froh, dass sie zumindest das im Spiel ignoriert haben.
    Deswegen mag ich Metro: Last Light so gerne.
    Eben weil man sich von der Buchvorlage löst und etwas eigenes daraus macht.
    Metro 2033 war für mich solide genug und nachdem ich den Klappentext von Metro 2034 gelesen habe, hatte ich kein Interesse mehr an der restlichen Buchreihe.
    Der erwähnte Twist hätte mir dann wohl den Rest gegeben.

    Zitat Zitat von ~Jack~ Beitrag anzeigen
    Und man merkt Metro Exodus auch an, dass es sich extrem auf die Charaktere fokussiert. So stand ich heute Nacht sicherlich ne halbe Stunde dumm in der Gegend rum weil die Charaktere ständig etwas neues zu erzählen hatten. Und das ist auch eigentlich ganz nett. Es leidet nur wie du schon gesagt hast darunter, dass Artyom nie auch nur ein Wort von sich gibt, selbst wenn er direkt angesprochen wird.
    Gerade dieses dumm rumstehen zieht mich immer voll aus ein Game.
    In Fallout 3 und Dragon Age 3 ist das mein ich ähnlich und kann mir ein Videospiel schnell ruinieren.
    Wieso kann man einen Dialog nicht starten, wenn der Spieler genau das möchte?
    Man wird so angelabert und kann nebenbei alles mögliche veranstalten.
    Da wären mir sogar simple Texte, bei denen man weiterklicken kann, viel lieber gewesen.
    Was die Charaktere angeht, ich hatte keinen von denen mehr in Erinnerung.
    Die haben in den Vorgängern keinen Eindruck hinterlassen und besonders Miller ist unausstehlich.
    Wenn ich dann noch lese, dass das Winterkapitel nicht das langweiligste Kapitel ist, brauche ich erst gar nicht mehr weiterzocken.
    4A Games hätte Metro besser als Zweiteiler so gelassen und sich auf eine neue Reihe konzentrieren sollen.

    @Rusk

    Oh, was habe ich Divinity: Original Sin damals unterschätzt?
    Manchmal brauchen diese CRPGs echt Zeit, bevor man mit ihnen warm wird und Divinity kommt den zweiten Teil gefährlich nahe.

    Wegen Pillars of Eternity.
    Kann die zahlreiche Kritik hier im Forum gut nachvollziehen und ist das Spiel über zahlreiche Stunden recht mühsam.
    Doch eines muss man Obsidian lassen, die wissen wie man eine Welt kreiert.
    Man erhält zahlreiche Hintergrundinformationen über alles mögliche und darauf kann die Fortsetzung wunderbar aufbauen.
    Wenn dann die Dialoge flotter ablaufen, das Kampfsystem gewechselt werden kann und man sich die Grafik plus dieses erfrischende Priatensetting vor Augen hält, darf man ruhig großes erwarten.
    Mein Ersteindruck nach süßen 8 Stunden - trotz Bugs und Echtzeit-Kampfsystem - haben meine Erwartungen sogar überflügelt.
    Habe da gerade auch richtig Bock drauf... wird Zeit Yo-Kai Watch 3 zu beenden.

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