Zitat Zitat von Lonicera Beitrag anzeigen
Die Wochen nach Tschernobyl waren die bedrückendsten, die ich je erlebt habe.
Außer dem Ratschlag, unsere Kinder und das Gemüse zu waschen, gab es fast nichts an Information.

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Tägliche Tabellen in der Zeitung über Belastung von Gemüse und Boden verunsicherten noch mehr.
Zusätzlich haben Eltern ihre Kinder zur Schule oder Kindergarten gefahren um ihnen möglichst wenig Frischluft zuzumuten.
Ja, und Jodtabletten waren ausverkauft - der Rest hilflose Verzweiflung und Angst.
Ich kann mich daran erinnern. Richtig begriffen hab ich es natürlich nicht, denn ich war gerade 4 Jahre alt. Aber wie unsere Kindergärtnerin versucht hat, uns zu erklären, weshalb wir trotz schönen Wetters nicht nach draußen durften, das weiß ich noch fast Wort für Wort. Ebenso dieses Gefühl von Angst. Ich konnte es natürlich nicht artikulieren, aber diese Furcht lag über allem wie Mehltau, in den Stimmen und Gesprächen und vor allem den Blicken der Erwachsenen. Das war so creepy, dass ich auch davon noch Bilder und Satzfetzen im Gedächtnis habe. Die Erkenntnis, dass es Dinge gibt, vor denen mich Mama und Papa nicht schützen können (und sich selbst auch nicht), schlug in dem Moment ziemlich ungebremst ein.
Schön ist anders .