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Thema: Charaktere mit Behinderung

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    @ Sabaku
    Spielmechanische Abstraktion deklariert ja nicht automatisch einen Defekt der Spielfigur - ob das nun die Helden eines Action- oder die Städte eines Strategiespiels betrifft. Andernfalls zählte jedes Spiel, das keine vollständige Weltnachahmung anstrebt, zum Kunstgenre des "Behindertensimulators". Oder möchtest du darauf hinaus, dass Spielhelden in ihren Interaktionsmöglichkeiten ohnehin nie vollständig sind, weil man als Spieler, der sein Alltagswissen an die Spielsituation anlegt, immer mehr Optionen zur Verfügung hätte, als die Spielmechanik ermöglicht und daher der Behinderte gerade wegen seiner Einschränkungen der plausiblere Spielheld wäre?

    Für die Freunde streng simulativer Spielabläufe, die abstrahierte Abkürzungen nicht verzeihen mögen, wäre das dann eine durchaus interessante Interpretation. Es gibt gerade in Rollenspielforen eine ebenso kleine wie laute Gruppe, die bereits erbost ist, weil man die Spielfigur auf ihren Abenteuern nicht ständig füttern und tränken muss. Diesen Klagen schafft auch der behinderte Held noch keine Abhilfe, aber er wäre schon mal ein möglicher Schritt auf die Simulationisten zu. Für mich ist die Überlegung allerdings nur ein ansprechendes Gedankenspiel ohne nachhängende Absichten.

  2. #2

    Hier wird nicht geterrort
    stars5
    @realtroll Was anderes als ein Gedankenspiel verlange ich auch von niemandem, das ist schon okay

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    Wer sich vielleicht noch ein wenig für Weiterbildungsmaterial wie das Video von Brillenpinguin jeiks interessiert, dem empfehle ich noch den Channel von "The Blind Spot", ein Gamer mit Sehschwäche. Er beschäftigt sich da intensiver mit dem Thema, vor allem in Bezug auf Technik und dementsprechen auch mit Videospielen.


  3. #3
    @Pinguin mit Brille
    Ich glaube auch, dass die kommerziellen Entwickler (bzw. die Publisher) in der Hinsicht vorsichtig sind, ob das berechtigt ist oder nicht, lässt sich nicht so leicht beantworten. Vermutlich kommt es auch auf die Art der Behinderung an. Der Verlust eines Sinnesorgans ist ja wieder etwas anderes als z. B. körperliche Fehlbildungen oder eine geistige Behinderung.

    Dass es so viele Spiele wie Call of Duty gibt, du meinst wohl allgemein diese Militär-Ego-Shooter, liegt vor allem daran, dass die Spiele erfolgreich sind. Selbst die Indie-Entwickler stürzen sich oft auf erfolgreiche (Indie)Spiele, auch in der Szene wird gerne mal geklont. Das finde ich nicht so schlimm.

    Ich weiß nicht, scheitert es wirklich am eigenen Tellerrand? Kennen tut man Behinderte ja schon, auch wenn die meisten wohl keinen direkten Kontakt mit ihnen haben. Aber jemanden mit schwarzer Hautfarbe sieht man wohl täglich, trotzdem bauen die wenigsten schwarze Figuren in ihr Spiel ein, geschweige denn als Hauptfigur. Da spielt sicher auch der eigene Kulturkreis mit rein, aber das ist noch etwas anderes als nicht kennen.

    Zitat Zitat
    Ich finde, als guter Gamedesigner sollte man sich nicht nur auf das reduzieren, was man kennt, sondern auch andere Dinge ausprobieren.
    Auch dann steht am Anfang das Interesse, besonders bei Indie-Entwicklern, die ja nicht auf die Wirtschaftlichkeit achten müssen und tun können, was sie interessiert. Ich sehe hier (als Spieler) keinen Unterschied im "Wert", ob Mainstream oder Arthouse, egal, Hauptsache es macht Spaß.

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