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Thema: Charaktere mit Behinderung

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  1. #1
    Zitat Zitat von Kelven Beitrag anzeigen
    Ich glaube, gerade bei Spielen wird oft deswegen auf behinderte Figuren verzichtet, weil die Protagonisten vielleicht noch stärker als bei Büchern oder Filmen idealisierte Identifikationsfiguren sind. Bei den AAA-Titeln sprechen ja einige von einem Standardtypus (männlich, 30, braune Haare, Dreitagebart). Es heißt, die Entwickler gingen davon aus, dass sie mit ihm die meisten Spieler erreichen. Und da ist vermutlich auch etwas Wahres dran. Mir würde in einem Rollenspiel auch nicht jede Art Figur gefallen (bei anderen Genres ist es mir lustigerweise oft ziemlich egal).

    Ich sehe es so: Der Entwickler kann einbauen was er will, aber nicht aus political correctness, das wäre das Schlimmste, was er tun könnte, sondern weil er Bock darauf hat.


    In einem Rollenspiel nicht, wobei das auch ein Stück weit davon abhängt, was für eine Behinderung es ist.
    Die Entwickler gehen von einem angenommenen Durchschnitt in der Spielwelt aus der inzwischen nicht mehr so der Wahrheit entspricht. Über die Hälfte der "Gamer" sind inzwischen Frauen und die Zahl der Spieler die tatsächlich in das angestrebte Schema fallen ist inzwischen sogar zurück gegangen. Also wirklich viel Wahres ist da leider doch nicht mehr dran.
    Nicht viele Spieler können sich eben mit dem "Ideal" nicht identifizieren, deswegen finden ja gerade Charaktere wie Clementine in "The Walking Dead" so viel Anklang. Auch "Dragon Age:Inquisition" wurde wegen der Vielseitigkeit seiner Charaktere hoch gelobt.
    Ich finde immer von dem Ideal auszugehen schränkt Entwickler stark ein und verbaut einem den Weg neue, interessante Spiele zu designen. Ich persönlich bin von 50 % des aktuellen Marktes eher gelangweilt.

    Was ist für dich "political correctness"? Ich kann diese Phrase langsam nicht mehr hören, weil sie zumeist benutzt wird um Minderheiten ihre Medienpräsenz madig zu machen. Immer wieder wenn Filme und Spiele nicht zum Großteil aus weißen Männern zwischen 25 und 35 bestehen wird "political correctness" als Beleidigung benutzt.
    Ich verstehe das ehrlich gesagt nicht. Wenn das Spiel gut ist und die Protagonisten anständig charakterisiert wo ist dann das Problem?

    Repräsentation ist wichtig und ich finde es recht unfair, dass in unserer Gesellschaft nur ein kleiner Teil aller Menschen tatsächlich, wirklich eine Bühne in den Medien bekommt.

    Das Problem ist, Entwickler sind auch nur Menschen und entwickeln ihre Spiele nicht in einem Vakuum. Unsere Gesellschaft ist leider immer noch stark sexistisch, rassistisch und homophob und das sind Dinge von denen man sich schwerlich frei sprechen kann. Ich finde gerade als Hobbyentwickler, der nicht unbedingt von dem Geld abhängig ist, sollte man sich fragen: Sind meine Charaktere so, weil ich das so möchte oder weil ich mich an einem von den Medien projezierten "Ideal" fest halte?
    Meiner Meinung nach ist es auch einfach unrealistisch, bestimmte Menschengruppen generell auszuschließen, obwohl unsere Gesellschaft relativ bunt ist.

    Natürlich soll niemand gezwungen werden irgendwas zu machen was nicht gewollt wird, aber etwas kritisches Hinterfragen des eigenen Werkes sollte schon drin sein.

    Zum Thema selber: Ich würde mich freuen, wenn ich in den Medien generell mehr Charaktere mit Behinderungen sehen würde die a) nicht auf ihre Behinderung reduziert werden und b) eine gute Charakterisierung erhalten.
    Leider treffen wir in den Medien oft zwei Arten von Menschen mit Behinderungen. Solche die stark unter dieser Behinderung leiden, so sehr dass ihr gesamtes Wesen auf diese reduziert wird und sie manchmal lieber tot wären als damit zu leben und dann solche die als Beispiel für Überwindung und Kraft glorifiziert werden. Letzteres ist dann eher ein Beispiel für positive Diskriminierung, denn man wird nur anerkannt wenn man trotz der Behinderung noch möglichst der "Norm" entspricht.

    Also ja, alles was jenseits dieser Stereotypen liegt, nur her damit.

  2. #2

  3. #3
    Ich lasse einfach mal einen Trailer zu Beyond Eyes hier. Zeigt imo sehr gut, wie man so ein Thema auch kreativ nutzen kann, wobei sich Blindheit natürlich gerade dafür anbietet, visuell mal einen neuen Weg zu gehen.


  4. #4
    @Narcissu: Heiliger Flatterball! Das ist wunderschön! Darauf behalt ich ein Auge - noch ein Grund auf ne PS4 zu sparen ~

  5. #5
    Zitat Zitat
    Ich sehe es so: Der Entwickler kann einbauen was er will, aber nicht aus political correctness, das wäre das Schlimmste, was er tun könnte, sondern weil er Bock darauf hat.
    Um die letzten Beiträge um eine andere Perspektive zu ergänzen: Dann verlässt du dich aber darauf, dass die Entwickler einen ziemlich weiten Horizont haben, was man gerade bei der Nerd-Lastigkeit des Hobbies vorsichtig anzweifeln darf. Wäre schön, aber ist halt eine recht idealistische Sichtweise. Wenn man realistischer akzeptiert, dass jeder erstmal seine krass-eigene Perspektive hat (und sehen wir es ein - die wenigsten von uns sitzen im Rollstuhl, oder sind weiblich, was das angeht), die ganz stark beeinflusst, auf was man "Bock hat", dann kann "Political Correctness" durchaus ein Mittel sein, um Schaffende auf so etwas hinzuweisen, ihren Horizont zu erweitern. Ich hätte ohne political correctness und entsprechend beeinflusste Medien wohl auch nie angefangen, meine comfort zone in diesem Sinne hinter mir zu lassen.

    Zitat Zitat
    Ich verstehe das ehrlich gesagt nicht. Wenn das Spiel gut ist und die Protagonisten anständig charakterisiert wo ist dann das Problem?
    Ich denke, man muss ein bisschen zwischen den Zeilen lesen. Das Problem ist nicht political correctness als Motor, sondern als breit angelegte Mindestanforderung. Leider lässt sich das alles nicht so klar trennen. "Minderheiten" müssen sich in der Praxis als notwendig darstellen, um überhaupt wahrgenommen zu werden. Wenn jemand nüchtern und bedacht sagt "hey, ein Behinderter hin und wieder wäre cool", kriegt er keine Aufmerksamkeit, und Behinderte werden kaum -- oder nur sehr, sehr langsam -- in den Medien erscheinen.
    Als einzelner Schaffender darf man das Ganze aber imho durchaus kritischer sehen. Ein Werk wird nicht schlecht oder ausgrenzend, wenn es gewisse Minderheiten außen vor lässt. Es so darzustellen, ist lediglich die eine (relativ) sichere Möglichkeit, Aufmerksamkeit zu kriegen, die wir haben. Wie gesagt: Der Autor muss sich aber nicht danach richten. Wichtiger ist, dass er es in seinen Horizont lässt. Und das ist keine Frage von Toleranz oder political correctness, sondern eine Frage von GUT oder SCHLECHT.


    Zum Thema: Behinderung ist relativ "dankbar", was die Minderheiten angeht. Sie kann wahnsinnig viele Formen annehmen (Farbenblindheit anyone?) und die einzige ernsthafte Herausforderung ist, die Balance zwischen den schon genannten Extremen zu halten. Du hast bspw. nicht halb so viele harte Fettnäpfchen wie bei Geschlechterfragen oder Herkunft/"Rasse"/Kultur.
    Im Zweifelsfall: 1. Wird der Charakter wirklich BEHINDERT durch seine Behinderung im Rahmen seiner Umwelt? 2. Ist sie nicht sein großes, entscheidendes Charaktermerkmal? 3. Ist er weder eine Witzfigur, noch ein totales Opfer? (Wobei das natürlich das akzeptierte "Ideal" ist ... tatsächlich kann ein behindertes Totalopfer ein Wahnsinnscharakter sein. Aber da gehen wir dann tief ins Thema, denke ich.)

  6. #6
    @Tentakelgottheit
    Ich möchte diese Sicht der Entwickler auch nicht gutheißen, kann mir aber schon vorstellen, dass nicht jede Figur immer auf Gegenliebe stößt und die Entwickler deswegen nicht ganz auf dem Holzweg sind. Ich hab auch schon öfters gelesen, dass 40% der Spieler Frauen sein sollen, die Gegenseite sagt dann aber immer, dass das Verhältnis nicht bei jedem Genre so ausgeglichen ist und das ist ein Argument, das - aus Sicht der Entwickler - doch wieder für die generische Figur spricht.

    Zitat Zitat
    Was ist für dich "political correctness"?
    Anders Befähigter anstelle von Behinderter zu schreiben. Sie ist für mich vor allem Scheinheiligkeit.

    Ich wollte aber nicht darauf hinaus, dass ein Entwickler, der eine behinderte Figur einbaut, political correct ist bzw. die Figur nur deswegen einbaut. Ich meinte es andersherum. Ein Entwickler sollte eine behinderte Figur nicht deswegen einbauen, um political correct zu sein.

    Zitat Zitat
    Sind meine Charaktere so, weil ich das so möchte oder weil ich mich an einem von den Medien projezierten "Ideal" fest halte?
    Wobei der Einfluss der Medien geringer ist als man denkt. Ich hab erst vor kurzem eine interessante Langzeitstudie zum Thema Sexismus gelesen, die zum Ergebnis kam, dass die Behauptung "sexistische Medien machen sexistisch (oder sexistischer)" sich nicht belegen lässt. Der größte Einfluss geht vom sozialen Umfeld aus. Ab einem gewissen Zeitpunkt sind unsere Ideale so gefestigt, dass sich an ihnen kaum mehr rütteln lässt.

    Es gibt z. B. Merkmale, die ich ästhetisch finde und andere, die ich unästhetisch finde, und das steht unwiderruflich fest, das ist biologisch so einprogrammiert. Das bedeutet nicht, dass ich jemanden, den ich unästhetisch finde, schlechter als andere behandeln würde, aber unästhetisch finde ich ihn trotzdem.

    Zitat Zitat
    Meiner Meinung nach ist es auch einfach unrealistisch, bestimmte Menschengruppen generell auszuschließen, obwohl unsere Gesellschaft relativ bunt ist.
    Wenn ein Spiel in der Gegenwart spielt. In einer Fantasy-Welt, die sich entfernt am Mitteleuropa der Frühen Neuzeit anlehnt, ist es aber z. B. normal, dass einem kaum Schwarze über den Weg laufen.

    @La Cipolla
    Aber ich sehe jetzt auch wieder nicht das große Muss, vom 30-jährigen Mann mit brauen Haaren und Dreitagebart abzuweichen. Es spricht für mich nichts dagegen, von diesem Stereotyp abzuweichen, aber auch nichts zwingend dafür (wobei das nicht ganz stimmt, ich mag Heldinnen lieber und zwar ohne Bart).

  7. #7
    Da meine Daten über Inklusion und Krams noch recht frisch sind, muss ich leider doch auf ein paar Sachen eingehen:

    Zitat Zitat
    Der größte Einfluss geht vom sozialen Umfeld aus.
    Das stimmt allerdings auch nicht, wenn du von der Empirie ausgehst.

    Alle Studien in dem Bereich Geschlechterrollen und Sexismus sind uneindeutig, auch die explizit über das soziale Umfeld (Man weiß immer noch nicht, woher integrierte Geschlechterrollen tatsächlich kommen.). Die Interpretation daraus heißt eben gerade nicht, dass es keine Relevanz hat, sondern das eventuell mehrere Faktoren eine Rolle spielen. Auch gibt es im Bereich der Mediensozialisation kaum Studien, was wiederrum heißt, dass gar nicht genug Hypothesen/Langzeitstudien vorhanden sind um wirklich von empirischer Belegbarkeit auszugehen.

    Was ich sagen will: Nur, weil es Zahlen gibt, gibt es noch keine signifkante Korrelation.

    Zitat Zitat
    Anders Befähigter anstelle von Behinderter zu schreiben.
    Ich weiß ja nicht, woher der Begriff kommt, aber "Behinderung" steht zumindest auch in der Gleichberechtigungsdebatte nicht wirklich... zur Debatte. Wir haben "Behinderungsbeauftragte" und auch in der UN-Menschenrechtskonvention zur vollsten gesellschaftlichen Teilnahme wird von Behinderung gesprochen und der Begriff sogar ausgedehnt ("Danach bezieht sich der Begriff “Men­schen mit Behin­derun­gen” auf Men­schen, die langfristige kör­per­liche, seel­is­che, geistige oder Sin­nes­beein­träch­ti­gun­gen haben, welche sie in Wech­sel­wirkung mit ver­schiede­nen Bar­ri­eren an der vollen, wirk­samen und gle­ich­berechtigten Teil­habe an der Gesellschaft hin­dern können.").

    Es gibt Debatten um Unterbegriffe in der Sonderpädagogik, das weiß ich ("Stumm" ist so ein Kandidat.). Aber Behinderung wurde zumindest in Gesellschaftskreisen, die tatsächlich damit was zu tun haben, noch nicht in Frage gestellt.

    Zitat Zitat
    Es gibt z. B. Merkmale, die ich ästhetisch finde und andere, die ich unästhetisch finde, und das steht unwiderruflich fest, das ist biologisch so einprogrammiert. Das bedeutet nicht, dass ich jemanden, den ich unästhetisch finde, schlechter als andere behandeln würde, aber unästhetisch finde ich ihn trotzdem.
    Da fehlt mir jetzt aber der Sprung von "Ästhetik" zu "Charakterdesign", da nicht alle Charaktere ästhetisch sein müssen/sollen. Das ist jetzt wirklich sehr eindimensional gedacht.

    Zitat Zitat
    Wenn ein Spiel in der Gegenwart spielt. In einer Fantasy-Welt, die sich entfernt am Mitteleuropa der Frühen Neuzeit anlehnt, ist es aber z. B. normal, dass einem kaum Schwarze über den Weg laufen.
    Also, bei Dragon Age haben sie nicht wirklich gestört. Zumindest fand ich sie da nicht unrealistischer als Drachen, Menschen mit spitzen Ohren und graue Riesen mit Hörnern. Das lässt sich zu Genüge auf andere Fantasy-Welten übertragen.

    Zitat Zitat
    Aber ich sehe jetzt auch wieder nicht das große Muss, vom 30-jährigen Mann mit brauen Haaren und Dreitagebart abzuweichen. Es spricht für mich nichts dagegen, von diesem Stereotyp abzuweichen, aber auch nichts zwingend dafür (wobei das nicht ganz stimmt, ich mag Heldinnen lieber und zwar ohne Bart).
    ... Wirklich?

    Geändert von Wonderwanda (03.10.2015 um 01:08 Uhr)

  8. #8
    @Kelven: EIGENTLICH sind es sogar 52% nach neuen Rechnungen -> http://www.theguardian.com/commentis...ry-doesnt-know
    Aber das ist auch nicht das Thema...

    Ich finde es seltsam, dass du dich darauf einschießt, dass Behinderte keine interessanten Protagonisten für ein RPG sind - zumindest lese ich das ein bisschen aus den Zeilen raus.
    Ich komme eher aus der Ecke des fiktiven Schreibens und für mich bilden Menschen aus Randgruppen eine großartige Inspirationsquelle, alleine schon für Game-Design. Weswegen ich auch einen taubstummen Charakter einbauen will - nicht weil ich denke, dass ich es muss, um "politisch korrekt" zu sein, sondern weil ich es kann und ich mit den Kommunikationsmöglichkeiten, die dieser Charakter bietet, spielen möchte (Zeichensprache ect.). Das ist das, was mich so sehr daran fasziniert.

    Es ist schön, dass du deinen eigenen Geschmack hast, aber dieser trifft eben nicht auf alle zu.

    Geändert von Pinguin mit Brille (03.10.2015 um 01:21 Uhr)

  9. #9
    Zitat Zitat von Kelven Beitrag anzeigen
    @Tentakelgottheit
    Ich möchte diese Sicht der Entwickler auch nicht gutheißen, kann mir aber schon vorstellen, dass nicht jede Figur immer auf Gegenliebe stößt und die Entwickler deswegen nicht ganz auf dem Holzweg sind. Ich hab auch schon öfters gelesen, dass 40% der Spieler Frauen sein sollen, die Gegenseite sagt dann aber immer, dass das Verhältnis nicht bei jedem Genre so ausgeglichen ist und das ist ein Argument, das - aus Sicht der Entwickler - doch wieder für die generische Figur spricht.


    Anders Befähigter anstelle von Behinderter zu schreiben. Sie ist für mich vor allem Scheinheiligkeit.

    Ich wollte aber nicht darauf hinaus, dass ein Entwickler, der eine behinderte Figur einbaut, political correct ist bzw. die Figur nur deswegen einbaut. Ich meinte es andersherum. Ein Entwickler sollte eine behinderte Figur nicht deswegen einbauen, um political correct zu sein.


    Wobei der Einfluss der Medien geringer ist als man denkt. Ich hab erst vor kurzem eine interessante Langzeitstudie zum Thema Sexismus gelesen, die zum Ergebnis kam, dass die Behauptung "sexistische Medien machen sexistisch (oder sexistischer)" sich nicht belegen lässt. Der größte Einfluss geht vom sozialen Umfeld aus. Ab einem gewissen Zeitpunkt sind unsere Ideale so gefestigt, dass sich an ihnen kaum mehr rütteln lässt.

    Es gibt z. B. Merkmale, die ich ästhetisch finde und andere, die ich unästhetisch finde, und das steht unwiderruflich fest, das ist biologisch so einprogrammiert. Das bedeutet nicht, dass ich jemanden, den ich unästhetisch finde, schlechter als andere behandeln würde, aber unästhetisch finde ich ihn trotzdem.
    [QUOTE=Kelven;3270674]

    Letzte mir Bekannte Studie zeigte 52 % der Frauen als Spieler. Da sind aber auch Dinge wie "Casual Gaming" also Handyspiele etc. dabei.
    Allerdings ist es etwas zu einfach, das nur in männlich und weiblich zu unterteilen, schließlich sollten wir nicht nur von weißen Heteros ausgehen. Lateinamerikanische junge Männer nehmen auch einen großen Teil der Spielerschaft ein und die sieht man leider auch nicht im Stereotyp repräsentiert.

    Du hast mir immer noch nicht erklärt, was für dich politisch korrekt nun ist. Negativ konnotierte Worte gegen weniger belastete zu tauschen weil es vielleicht für einen selber oder Beteiligte Angenehmer ist, ist für mich eigentlich nur korrektes Verhalten.

    Wir leben in einer patriarchalen Gesellschaft. Bestimmte, sozial eingetrichterte Verhaltensregeln bekommt man nicht einfach aus der Gesellschaft heraus, nur weil wir plötzlich in einer "modernen" Zeit leben.
    Dein Biologie Argument stimmt leider so auch nicht. Es wurde inzwischen schon häufig wiederlegt und man geht davon aus, dass die meisten menschlichen Verhaltensweisen anerzogen sind.
    Das hört bei den Medien irgendwo auf, fängt aber schon mit Eltern und Erziehern in Kitas und der Schule an. Und ja, da gebe ich dir Recht das soziale Umfeld hat viel damit zu tun, aber die haben ihre Ideen auch irgendwoher.

    [QUOTE=Kelven;3270674

    Wenn ein Spiel in der Gegenwart spielt. In einer Fantasy-Welt, die sich entfernt am Mitteleuropa der Frühen Neuzeit anlehnt, ist es aber z. B. normal, dass einem kaum Schwarze über den Weg laufen.

    .[/QUOTE]

    Nein ist es nicht. Unsere Geschichte ist recht weißgewaschen. Menschen anderer Hautfarbe als weiß sind keine Erfindung der heutigen Zeit.
    Einige mehr Informationen zu diesem Thema fasst dieser Blog unter Kunsthistorischen Aspekten zusammen.
    http://medievalpoc.tumblr.com/

    Außerdem: Ist das wirklich ein Argument wenn Magie und Drachen okay sind, aber andere Leute als Weiße nicht? Finde ich etwas...blöd ehrlich gesagt? Weil Drachen und Magie sind sicherlich nicht so historisch stimmig.

    Ich finde man kann eben die Wichtigkeit von Repräsentation nicht einfach abtun und man sollte auch den eigenen Werken gegenüber kritisch sein, gerade weil bestimmte Dinge anerzogen sind und man eventuell nicht sicher sein und unsere Gesellschaft ist noch weit davon entfernt jenseits der Diskriminierung zu sein.
    Mehr möchte ich dazu jetzt aber auch gar nicht sagen, weil die Diskussion gerade doch etwas vom Thema abdriftet.

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