Ergebnis 1 bis 13 von 13

Thema: RPG Maker Spiele - Alter der Protagonisten

Hybrid-Darstellung

Vorheriger Beitrag Vorheriger Beitrag   Nächster Beitrag Nächster Beitrag
  1. #1
    Charakterentwicklung kannst du im Prinzip mit einem (nahezu) beliebig alten Protagonisten darstellen. Natürlich wirkt es merkwürdig, wenn ein 15-jähriger Abenteurer mit der Lebensweisheit eines 60-jährigen Veteranen um sich schmeißt. Allerdings sind RPGs ja für den Spieler auch immer das Entdecken einer Welt und das verträgt sich eben besonders gut mit einem jungen Helden, der vor Spielbeginn auch noch nicht weiter als 5 Meilen aus seinem Heimatdörfchen herausgekommen ist.

    Und was den windelpupsenden Schüler anbelangt: Nicht wenige Spiele basieren ja auf einem Fantasysetting, welches sich wiederum an mittelalterlichen Geslleschaftsformen orientiert. Und da galt man mit 15 bereits als (mehr oder weniger) erwachsen.

    @Kael: Lufia 2 und Breath of Fire hatten etwas ähnliches, aber in deutlich abgeschwächter Form: In Lufia gab es einen Zeitsprung mit Hochzeit und Baby, nachdem der erste wichtige Obermotz besiegt wurde und in BoF2 erlebt man den Prolog mit dem Protagonisten als Kind, später dann als Heranwachsender. In BoF3 ist es sogar ziemlich genau eine 50/50-Aufteilung mit einem zeitsprung von ca. 7 Jahren dazwischen. Optische Veränderungen ergeben sich aber eigentlich nur bei den 3 Charas, die als Kinder gestartet sind.

    Ein Detail, dass mir an BoF3 besonders gut gefiel, war, dass der Protagonist ganz zu Beginn aufgrund seiner Unerfahrenheit einfach nur wild mit seinem Schwert herumfuchtelt ohne den Gegner anzusehen (er hat einfach Angst). Erst später, als er sich zusammenreißt, beginnt er das Schwert bewusst zu schwingen (beidhändig) und als Heranwachsender ist er schließlich stark und geübt genug, es einhändig zu führen.

    Geändert von Ark_X (15.07.2015 um 12:51 Uhr)

  2. #2
    Bei meinen aktuellen Projekt ich mein Held Anfang bis Mitte 20. Noch komischer als ein 15 Jähriger Held ist meiner Meinung nach ein 10 - 12 Jähriger Held wie z.b Link in Wind Waker oder Harry in den ersten Harry Potter Büchern...

  3. #3
    Junge Helden stören mich garnicht so sehr. Nur meist wird das Ganze dahingehend überspitzt, dass die eigentlichen Verantwortungspersonen scheinbar absolut nichts auf die Reihe kriegen.
    Besonders schön, wenn dann der Jungspund quasi alles im Alleingang regelt (in RPGs eher die Ausnahme, da Gruppe).

  4. #4
    @CptUnnuetz
    Zitat Zitat
    Noch komischer als ein 15 Jähriger Held ist meiner Meinung nach ein 10 - 12 Jähriger Held wie z.b Link in Wind Waker oder Harry in den ersten Harry Potter Büchern...
    Die ersten Bücher werden sich vermutlich auch an diese Altersgruppe richten. Aber unabhängig davon, ich sprach das ja schon mal in einem anderen Thread an: Die wenigsten Autoren wollen über realitätsnahe Menschen schreiben. Meistens sind die Figuren idealisiert (je nach Genre mal mehr, mal weniger) und damit "perfekter" als es ein Mensch eigentlich sein würde.

    @Ark_X
    Siehe oben, wenn Jugendliche die Zielgruppe sind, ist es nicht ungewöhnlich und auch legitim, sie besonders toll darzustellen. Die Charaktere sind so oder so nicht realitätsnah. Wichtig ist nur, dass man erkennt, warum die Figuren so gemacht sind und dass man das nicht übernimmt, wenn man nicht das gleiche Ziel verfolgt. Das ist überhaupt ein interessantes Thema, weil man sich ja fragen sollte, welche Zielgruppe man inhaltlich mit seinen Spielen eigentlich anspricht.

  5. #5
    Mir persönlich erschließt sich das auch nicht, warum Protas immer minderjährig sein müssen. Meine Chars sind immer volljährig (Ilya Lirgane aus "Eskalna" ist 19, Syvilla aus Secret Project 2 ist 23...), weil das einfach mehr Sinn ergibt. Zwar könnte ich mich leichter in 14-18jährige reinversetzen, weil ich selbst erst 18 bin und viel mit 14-16jährigen machen, aber mir erschließt sich der Sinn nicht.

  6. #6
    Wie gesagt, bei kommerziellen Spielen sind sie es, sofern es sonst keine erzählerischen Gründe gibt, weil die Zielgruppe in dem Alter ist und man davon ausgeht, dass sich die Spieler besonders gut mit denen identifizieren können, die ihnen möglichst nahe kommen. Das ist ja nicht nur bei Spielen so. Ich kann mir z. B. vorstellen, dass jüngere Spieler sich mit deutlich älteren Figuren (ist aber sicher auch etwas vom Genre abhängig) schwieriger identifizieren können als ältere Spieler mit jüngeren Figuren.

    Gibt es überhaupt so viele Maker-Spiele mit jugendlichen Helden, ohne dass es dafür erzählerische Gründe gibt?

  7. #7
    Alternde Helden kenne ich nur im Rahmen nervender Spielmechaniken. Der Held kann an Altersschwäche sterben, dann ist das Spiel vorbei. So ein Abenteuer hat also eine von vornherin gedeckelte Gesamtspielzeit; ein Spielelement, das nicht gerade erkundungsförderlich ist. Beherrschen die Gegner magische Alterungstricks, wird es zum Totlachen lustig. Sprengt alle Clowns.

    Ansonsten scheint mir der stets jugendliche Hauptheld eher ein Konsolenphänomen zu sein, zumindest fallen mir auf dem PC zu viele Gegenbeispiele ein. Und seit der eiserne Vorhang fiel, der Konsole samt jRPG streng vom PC mit westlichem Rollenspiel schied, ist das ja auch obsolet. Aktuell läuft auf der Playstation ein weißbärtiger Hexer umher - mit ziemlichem Erfolg. Und wie ich so darüber sinne, geht mir auf, wie sehr die Makerszene bereits in den frühen 2000ern diese Entwicklung aufnahm: Einer der bekanntesten RPG-Maker-Haupthelden (Asgar) dürfte gleich mehrere hundert Jahre alt gewesen sein.

  8. #8
    Dass der Held im Laufe der Story altert, finde ich nicht mal schlecht, da der Charakter sich nicht nur charakterlich sondern auch äußerlich ruhig verändern darf, rennt man zu Beginn vlt mit dem 0815 milchbubi durch die Gegend und slayert kleine Fische, besiegt vlt einen etwas mainstreamigen Bösewicht und im nächsten Kapitel ist aus dem Jüngling ein Mann geworden und die Handlung nimmt fahrt auf.
    Dass zwischen zwei Kapiteln im Spiel mehrere Jahre liegen, kenne ich noch aus Akestas Tournament, wo mir generell gut gefallen hat, wie der Hauptcharakter sich vom naiven Kind in einen antihelden verwandelt, der dann aber später doch die Kurve kriegt oder auch nicht
    (je nach Verlauf der Handlung) Das währe aber eine Alterung des Helden als Storyelement.

    Ein Alterungsprozess als Gamameplayelement ist wie real Troll schon angedeutet hat, unter Umständen eher kritisch aus den genannten Gründen, was nicht bedeutet, dass es nicht so umsetzbar währe, dass es gut ist.
    Zum Beispiel könnten Entscheidungen in jungen Jahren das erwachsene Ich des Protagonisten beeinflussen. Oder es findet keine Alterung in Echtzeit statt sondern unter bestimmten Vorraussetzungen, so dass man das zumindest kontrollieren kann etc pp.

  9. #9
    Fable 1 und 2 sind gute beispiele wie man Alternde Helden darstellen kann...

  10. #10
    Hab nur Fable 1 gespielt und zumindest da liegt die Betonung wirklich auf darstellen im Sinne von "aussehen". Zumindest kann ich mich an keinerlei Auswirkung oder spezifischer Reaktion irgendwelcher NPCs auf das Alter des Helden erinnern (verglichen mit den optischen Veränderungen durch die Gesinnung, die zusätzlich auch das Verhalten der NPCs beeinflusste).
    Und ein wenig ad absurdum wird das Feature auch dadurch geführt, dass man sich (ein~zweimalig?) durch ausreichende Spenden/Menschenopfer verjüngen kann.

    Aber gefallen hat mir das schon. Zumindest hab ich meinen drahtigen Kampfopi mit Pferdeschwanz irgendwann einfach ohne Helm rumlaufen lassen, weil er einfach zu cool aussah, um sein Haupt zu verstecken.

    EDIT: Da ich kürzlich FF IV rausgekramt habe, hab ich mir aus Jux mal die Trope-Seite dazu angeguckt. Und was lerne ich da?
    Zitat Zitat von TV Tropes
    Tellah, whose physical stats actually lower as he levels up: he's an old man, and it's meant to simulate his aging.
    Lustiger Zufall!

    Geändert von Ark_X (16.07.2015 um 20:57 Uhr)

Stichworte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •