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Thema: Projekt des Monats: Konzept gegen Spielbares, oder...

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    @Owly
    Das mit dem Nachahmen ist ein interessantes Thema. Ab wann ist ein Spiel ein Autorenspiel und ab wann ist es keines mehr? Werden in der Maker-Community Konzepte häufig kopiert? Vielleicht siehst du das mit den Autorenspielen ein wenig zu eng. Wir haben mit dem Rollenspiel ja ein Genre, das sich wegen der Komplexität leicht variieren lässt. Andere Genres ähneln sich schneller. Mir fallen da die ganzen Platformer oder Vertikal-Shooter ein, die ich zuletzt auf Kongregate gespielt hab. Wobei ich selbst bei denen meistens eine persönliche Note erkenne und die sehe ich bei den Maker-Rollenspielen erst recht. Ich würde das Autorenspiel nicht mit einem innovativen Spiel gleichsetzen. Ein innovatives Spiel ist immer ein Autorenspiel, aber ein Spiel, das ausgetretene Pfade betritt, kann genauso ein Autorenspiel sein. Eben weil man - zumindest beim RPG - nicht viel machen muss, um das Spiel "anders" wirken zu lassen. Vielleicht haben wir beide aber auch eine andere Vorstellung vom Begriff Autorenspiel.

    Ich stimme dem "Mach dein Ding" zwar uneingeschränkt zu, aber ich verstehe darunter nur "Lass dir von niemanden sagen, wie dein Spiel zu sein hat". Trotzdem sehe ich beim typischen Maker-Spiel viel Verbesserungspotential, doch die Mängel haben denke ich nicht so viel mit der fehlenden Individualität zu tun. Oder ich unterschätze den Einfluss, den andere Spiele auf die Community haben. Grafik wird allerdings wirklich gerne kopiert, vermutlich weil sich die am leichtesten ändern lässt.

  2. #2
    Zitat Zitat von Kelven
    Wir haben mit dem Rollenspiel ja ein Genre, das sich wegen der Komplexität leicht variieren lässt. Andere Genres ähneln sich schneller.
    Definitiv. Ich könnte nur eine schwammige Definition liefern, was ein Autorenspiel sei. Für eine konkrete, müsste ich wenigstens eines analysieren, dass sicher als solches zu bezeichnen ist, und ihm eines gegenüberstellen, dass die andere Seite repräsentiert. Und ich müsste den Autorenbegriff historisch aufarbeiten. Der Weg zur Definition schlüge also zwangsläufig den Bogen - mindestens - zu Literatur und Film.
    Na ja, hier trotzdem meine schwammige Definition: Autorenspiele zeichnen sich durch die Wahrhaftigkeit ihrer Autoren aus. Sie sind nicht vom Medium bestimmt, sondern vom Menschen. Dieses "vom Menschen bestimmte", kann zweierlei bedeuten:
    1. Er stellt seine Herzensangelegenheit zur Schau.
    2. Er verarbeitet ein Spezialinteresse, auf dessen Parkett er sicher tanzt.
    Gemein ist beiden Punkten, dass sie keiner Mode unterliegen. Damit haben wir zumindest einen Aspekt den ich als unumgehbare Voraussetzung für ein Autorenspiel sehen würde: Ein Autorenspiel kann niemals aus einer Mode geboren werden. Ein Autor wahrscheinlich schon. Schwieriges Thema, ich wette die geisteswissenschaftlichen Studenten unter uns könnten mit Exkursionen für mehr Eindeutigkeit sorgen.

    Zitat Zitat
    Ein innovatives Spiel ist immer ein Autorenspiel, aber ein Spiel, das ausgetretene Pfade betritt, kann genauso ein Autorenspiel sein.
    Zweite Aussage: Definitiv. Erste Aussage: Definitiv nicht. Mich wundert es, dass du das meinst, wo du doch - zurecht - ein großer Gegner der Innovation ihrer selbst willen bist. Ich behaupte mal, krampfhafte Innovation basiert oft auf demselben Bedürfnis, sich anzubiedern, wie exakte Kopien eines Spielprinzips. Vielleicht haben wir aber wirklich eine total unterschiedliche Auffassung davon, was ein Autorenspiel ist, oder ich habe mir mit meiner Definition selbst widersprochen. Ich revidiere meine Ansichten ja häufig mal in gewissen Bahnen. :P

    Zitat Zitat
    aber ich verstehe darunter nur "Lass dir von niemanden sagen, wie dein Spiel zu sein hat".
    "Niemanden", muss hier definiert werden. Heißt dass, filtere das Gesagte anderer, oder filtere alles? Ich finde nämlich auch, dass man sich nicht von dem Medium und seiner Geschichte sagen lassen soll, wie ein Spiel zu sein hat. Wie überall gilt: Lerne die Regeln, dann kannst du sie nach Lust und Laune brechen. Dass die Regeln nicht gelernt werden, ist wohl hauptverantwortlich für die Mängel. Stellt sich nur die Frage: In welchem Verhältnis sollte man Regeln lernen und sich selbst kennenlernen bzw. sich selbst zu lassen? Im Zweifelsfall bin ich für ein Spiel mit handwerklichen Schwächen, aber Charakter, statt es umgekehrt zu bekommen. Gutes Handwerk steht zu genüge im Laden rum.

  3. #3
    @Owly
    Ist es denn immer so ohne weiteres ersichtlich, ob ein Spiel einer Mode unterliegt? Nachvollziehen kann ich das mit der Mode in folgendem Fall: Tower Defense ist gerade angesagt, jemand macht auch ein Tower-Defense-Spiel, er folgt der Mode. Was ist aber, wenn jemand heutzutage einen Ultima-Klon macht, weil er ein Fan der Reihe ist? Außerdem kommt es mMn selten vor, dass ein Spiel ganz frei von dem ist, was gerade schick ist. Bezieht sich das Autorenspiel mehr auf das Setting oder auf das Gameplay?

    Ich bin auch weiterhin ein Gegner der Innovation als Selbstzweck. Meine Vorstellung von einem Autorenspiel steht dem aber nicht im Weg. Ich verstehe darunter ein Spiel, das eine sehr persönliche Note hat und das kein offensichtliches Derivat von einem anderem (relativ aktuellen) Spiel ist. Falls jemand ein innovatives Spiel macht, gehe ich erst mal davon aus, dass beides zutrifft.

    Filtern sollte man wirklich alles. Auch die Regeln des Genres. Aber nur bis zu einem gewissen Grad, sonst stößt man den Spielern vor den Kopf und läuft Gefahr, einer der Krawall-Innovatoren zu werden. Oder ne, eigentlich muss man dann nur aufpassen, dass man den Spielern nichts vormacht, also kein Genre verspricht, dem das Spiel gar nicht gerecht wird. Das mit den Regeln ist aber gut. Ich denke auch, dass sich die Entwickler oft zu wenig Gedanken machen. Man weiß gar nicht warum man etwas macht. Man fragt sich auch zu wenig, ob den Spieler dies oder das stören könnte. Das hab ich bei Zauberer & Prinzessin selbst gemerkt. Dort bin ich davon ausgegangen, dass etwas, das mich nicht herausfordert, den anderen auch leicht fallen sollte. Dabei hab ich ganz übersehen, dass meine selbst Bullet Hell Shootern (ich mag die auch nicht) gewachsene Geschicklichkeit vielleicht nicht so normal ist.

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