Volle Zustimmung, BDraw. Das Bafög-System funktioniert ja mehr oder weniger so, dass du als normaler, durchschnittlicher armer Student relativ wenig Geld bekommst (falls du überhaupt berechtigt bist), während irgendwelche willkürlichen Faktoren dann entscheiden, ob sich der Betrag noch erhöht. Und wer die Gesetzeslücken kennt ist definitiv im Vorteil.
Bei mir persönlich war es so, dass ich 4 Jahre lang kein Anspruch auf Bafög hatte, weil mein eigenes Vermögen zu hoch war - weil meine Eltern bei meiner Geburt ein Konto für's Studium angelegt haben, auf meinen Namen. Wäre dieses Vermögen auf ihrem eigenen Konto geblieben (was ja eine komplett artifizielle Unterscheidung ist), hätte ich von Anfang an Bafög bekommen.

Ich würde fast behaupten, dass ein von Vermögen und Einkommen unabhängiger Bafög-Satz fairer wäre. Und vor allem unbürokratischer, was langfristig eine Menge Arbeitsaufwand einsparen würde. Das ist ein total liberal-konservativer Gedanke der mir eigentlich gar nicht gefällt, aber wenn man so sieht wie viele Leute durch's Raster fallen und neben ihrem Studium jobben müssen, von ihren Eltern kein Geld kriegen und sich keinen Rechtsstreit mit ihnen leisten können, ... da ist es mir lieber wenn ein paar reiche Studenten Geld in den Rachen geschoben bekommen, das sie nicht brauchen, als wenn diese Leute sich unterm Existenzminimum entlang hangeln müssen.