Monster Truck
Durchspielbedingung: Spiel durchspielen
Fackeln wir nicht lange herum: ein weiterer Japan exklusiver Schrott eines Entwicklers, der nicht lange Spiele produziert hat, bevor er wieder von der Bildfläche verschwunden ist.
Monster Truck wie Excitebike, wenn man das “aufregend” im Namen streichen würde und ohne dass man die Lanes wechseln kann, von denen es sowieso nur 2 gibt.
So haben wir einen Seitenansichts-Racer, bei dem man im Grunde nur Gas geben oder bremsen kann.
Doch das heißt nicht, dass die Richtungstasten ungenutzt bleiben. Je nachdem, ob man nach links oder rechts drückt, führt man einen Wheelie oder einen Stoppie aus.
Mit oben und unten kann man Monstertrucks auf der anderen Lane rammen, bevor sie es selbst tun, wobei Unten das Spiel über ungenutzt bleibt, da man immer auf der unteren Lane fährt. Einen 2-Spieler Modus gibt es nicht.
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Mit Wheelies und Stoppies adjustiert man den Neigungswinkel, wenn es um das Erklimmen von Hindernissen geht. Das ist jedoch der triviale Part, da man beim Ausführen der Manöver gar nicht hinfallen kann.
Vielmehr ist entscheidend, mit welcher Geschwindigkeit man an die Hindernisse wie Treppenstufen, Baumstämme, Autowracks und hervorstehende Steine heranfährt.
Der Ausgang ist dabei binär: Überschreitet man eine gewisse Geschwindigkeit, fällt das Gefährt hin und man ist für kurze Zeit betäubt und muss erneut langsam beschleunigen.
So ist es essentiell, in dem ohnehin schon recht langsamen Rennspiel von Monstertrucks, die zu Beginn eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h haben, vor jedem Hindernis hart abzubremsen, die Neigung anzupassen und dann wieder Vollgas weiterzufahren. Wenn man dann an einem Rivalen vorbeifährt, betätigt man die Richtungstaste, es sei denn, man befindet sich auf Schrägen, dann kann man gar nichts machen und überholt wahrscheinlich die Rivalen, weil sie allesamt langsamer sind als man selbst und lediglich einen Vorsprung haben.
Ab der 3. Strecke, an einem Strand, kommt es vor, dass die Kontrahenten auf der gleichen Strecke fahren wie man selbst. Das war der Punkt, wo ich ohne ein YouTube-Longplay zu schauen nicht weitergekommen wäre.
Der Gegner blockiert das Weiterfahren und den naheliegende Weg, einfach zur Seite auszuweichen, erlaubt das Spiel nicht. Was tun?
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Die Lösung liegt in Slapstick-Logik: Wenn man ganz schnell mit einem Stoppie an dem gegnerischen Monstertruck heranfährt und dann schnell zu einem Wheelie wechselt, schmeißt man ihn mit einer Hebelbewegung nach hinten, als hätte man ihn auf der Schaufel eines Baggers genommen.
Dieses Manöver ist jedoch dermaßen frickelig auszuführen, dass das Vorbeikommen an Vehikeln, die auf derselben Lane fahren, so ziemlich der Bottleneck ist, um dieses Spiel abzuschließen. Es ist schier purer Zufall, es ist mir nie konsistent gelungen. Glücklicherweise bestraft das Spiel das verlieren eines Rennens nicht, sonst wäre das erneut, rein wegen des Zufalls eine frustrierende Angelegenheit geworden
Im Kontrast dazu ist alles andere nahezu trivial. Die Strecken sind sich allesamt recht ähnlich, sodass ich sie kaum in meinem Gedächtnis rekapitulieren kann. Es gibt unten rechts eine Minimap, die ist jedoch vollkommen nutzlos. Man sieht weder seinen eigenen Fortschritt noch den der Rivalen, weil darauf keine Symbole zu sehen sind, und aus der Seitenansicht spielen Kurven überhaupt keine Rolle.
Der einzige Grund, warum das Spiel einen überhaupt aufhalten wird, ist die mangelnde Transparenz. Die Schwellwerte, wann man Gas geben darf und wann nicht, ab welcher Geschwindigkeit je nach Hindernis, werden überhaupt nicht kommuniziert.
Es gibt verschiedene Unterflächen wie Sand oder Eis, bei denen man ebenfalls hinfällt, wenn man nicht irgendeine Grenze einhält oder vom Gas geht. Selbst das Gerammtwerden von anderen Monstertrucks erkennt man kaum als solches, weil es immer nur die gleiche Slapstick Hinfall-Animation gibt.
Das ist das komplette Gegenteil von intuitivem Spieldesign, alles im Spiel ist zu ertasten und zu erraten.
Ich kann nicht beurteilen, inwiefern die japanische Anleitung hier Abhilfe geschaffen hätte,
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Doch auch mit Wissen der Schwellwerte stellt sich die Frage, was so cool an einem Rennspiel ist, wo der Ausgang nicht physikalisch nach Augenmaß entschieden wird, sondern binär, über einen High- oder Low-Pegel?
Wodurch die Augen mehr auf eine Zahl liegen als auf das – zugegebenermaßen ohnehin – karge Spielgeschehen.
Grafisch ist dieses Spiel vollkommen zweckmäßig, es gibt nichts Entzückendes, was ich der Pixelart abgewinnen kann, da fleißig an Animationen gespart wurde, wo es nur ging.
Schlimmer noch, über das gesamte Spiel hinweg hört man denselben circa 10 Sekunden immer wieder loopenden Soundtrack, der einem schon nach kurzer Zeit auf die Eier geht.
Spiele mit wesentlich gescheiterem Sound haben es bisweilen erlaubt, diesen auszuschalten und nur die Soundeffekte laufen zu lassen, um die es ja eigentlich bei Rennspielen (gerade bei Monstertrucks) gehen sollte.
Daher kann ich nur empfehlen, den Game Boy komplett auf lautlos zu stellen, aber was rede ich da, ich empfehle euch, das Spiel gar nicht erst mit dem Hintern anzuschauen.
Aber, aber, einen Trumpf hat Monster Truck noch!
Das absolute Killerfeature, mit dem sich schon andere japanische Weltklassiker, wie Fist of the North Star oder Master Karateka versucht haben herauszuwinden: RPG-FEATURES!
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Nach jedem Rennen erhält man Punkte, wenn man mindestens Platz 3 (von 5) erreicht hat.
Man muss damit gar nicht erst Platz 1 erreichen, um weiterzukommen, lediglich bei der letzten Strecke, doch je höher die Platzierung, desto mehr Punkte
Von den Punkten kann man sich dann Upgrades für Karosserie, Reifen und Motor in 3 Preisklassen kaufen:
- Karosserie: verringert den Schaden, den man durch Hinfallen oder Kollision mit anderen Monstertrucks erhält.
Ist die Lebensleiste hinüber, muss man das Rennen von neuem beginnen. Es gibt gnädigerweise unendlich Continues.
- Reifen: Mutmaßlich wird dadurch der Schwellenwert für Geschwindigkeit größer, wenn man an ein Hindernis heranfährt oder man auf rutschigen Unterflächen fährt, bevor man hinfällt.
Allerdings empfand ich den Effekt nur als marginal spürbar.
- Motor: Erhöht die Höchstgeschwindigkeit um +20 weitere km/h pro Preisklasse.
Wer also immer nur den 3. Platz holt, ist früher im Spiel im Nachteil und wird dadurch vermutlich noch häufiger nicht den ersten Platz erreichen. Da man Rennen auch nicht beliebig oft wiederholen kann, wenn man sie gewonnen hat. Es geht immer weiter.
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So zumindest die Theorie, doch in Wahrheit ist der Gegner derart langsam, dass man auch ohne Upgrades immer eine Chance auf die Drittplatzierung hat. Die Punktzahl, die man erhält, erhöht sich nach hinten raus immer weiter, sodass man längst seine Karre voll aufgetunt hat, bevor das Spiel vorbei ist. Man besitzt zudem schon zu Anfang ein Startguthaben von 2000 Punkten.
Im Zweifelsfall, da sich das letzte Level immer wiederholt, solange man nicht den ersten Platz erhält, könnte man dort Punkte grinden, was aber garantiert nicht nötig ist.
Unterm Strich fühlt sich das RPG-System dadurch mehr wie ein Placebo an. Wenn das Spiel schon intrinsisch keinen Spaß macht, muss man ihn extrinsisch bekommen, mit Zahlen. Das führt jedoch dazu, dass man das Spiel nicht mehr anpacken wird, nachdem man durch ist. (was selbstredend nicht lange dauert), denn wenn man die Geschwindigkeit von 120 km/h gewohnt ist und wieder auf 60 zurückfällt … Gerade der erste Eindruck ist eine Katastrophe, bei dem Schneckentempo, mit dem sich alles bewegt. Es erscheint mir auch unmöglich, den ersten Platz im ersten Level zu holen, bevor man nicht im Anschluss den Motor upgraded (was eh das Wichtigste ist).
Also sprich, man kann im ersten Level nicht mal Platz 1 erreichen. Welch eine Provokation des Schicksals
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Fazit:
Ich kann es jedem empfehlen, der an freiem Willen zweifelt.
Wer jedoch eine kindliche Faszination für Monster Trucks empfindet, sollte vorsichtig sein. Vielleicht hasst ihr sie danach.
Wertung: E
Schwierigkeitsgrad: 42 %
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