Das ist eigentlich komplett die Antwort auf deine Fragen. Finde ich. Von dem wenigen, das du hier erzählt hast, und hinter dem natürlich noch viel, viel mehr steckt, lässt sich schließen, dass dir diese Freundschaft sehr viel bedeutet. Dann bleib dabei, versuche das zu reparieren. So wie es klingt, kannst du ab diesem Punkt die Dinge nur kaputt machen, wenn du keine Kontrolle erlangst. Und das wäre ungeheuer schade, weil das, was du bei ihr suchst, sicherlich auch in einer Freundschaft stecken kann. So schön und richtig es ist, Risiken einzugehen, sollte man nicht eine wunderbare und gesicherte Freundschaft (ihr teilt offenbar sehr viel und kommt auch aus Streits mit einer gewissen Nähe hervor -- das bedeutet schon was) gegen ein unsicheres Was-wäre-wenn eintauschen. Vor allem solltest du dem Was-wäre-wenn nicht hingeben, wenn du ohnehin weißt, dass es nichts wird. Frag dich, was sie dir über das, was du aus der Freundschaft nehmen kannst, hinaus noch geben kann. Und ob es das wert ist, diese Freundschaft auf's Spiel zu setzen, um ihr dieses Mehr abzuverlangen.
Abgesehen davon, dass die Sinnfrage ohnehin sehr problematisch ist, solltest du deinen Lebenssinn nicht an einen anderen Menschen ketten. Das ist eine unheimlich unhöfliche Bürde, die du einem da auferlegst -- und viel Macht über dich selbst, die du aus der Hand gibst. Solltest du deinen Sinn nun in dieser Erfüllung mit ihr suchen: Warum kann diese Erfüllung keine Freundschaft sein? Gleiche Aufgabe wie oben. Eine einverständige Beziehung benötigt Zustimmung von beiden Seiten. Du musst an dieser Stelle entscheiden, ob du mehr willst als die Freundschaft, oder ob du dich damit zufrieden geben kannst. Deinen Lebensinhalt solltest du aber in keinem Fall daraus machen. Da sind noch sooo viele Menschen.Zitat
Das Geniale ist: Darüber entscheidest du. Sobald du aufhören kannst, dich abhängig zu machen. Und du solltest mit der Sache auch nicht allein bleiben. Ihr könnt offenbar über viele Dinge sehr offen reden: Dann sprich doch mit ihr darüber, wie es weitergehen soll. Kommt sie mit deiner Enthüllung klar? Kann sie deine Gefühle akzeptieren? Kann sie dir Zeit geben, damit fertig zu werden? Wie werdet ihr zwei weitermachen? Kannst du die Freundschaft weiter unbeschadet ausleben, ohne dass deine Gefühle etwas ändern? Redet darüber und lasst der Sache Zeit. Die Freundschaft, die du beschreibst, ist stark genug, so etwas überwinden zu können.Zitat
Umso wichtiger ist also diese neue innige Freundschaft. Genauso wie andere neue innige Freundschaften. Oder die Reparatur der alten.Zitat
Auch hier hilft reden. Leute in Beziehungen neigen dazu, ihre Umwelt und auch ihre Freunde hin und wieder mal hängen zu lassen, ohen dass ihnen das bewusst ist. Wenn es ihnen bewusst ist und sich dennoch nichts ändert, ist mit der Freundschaft an ganz anderen Stellen genug im Argen. Und Freunde verändern sich manchmal, ändern ihre Interessen, ihre Kreise, ihre Persönlichkeit. Das bedeutet nicht prinzipiell das Ende der Freundschaft, der andere muss nur bereit sein, da mitzugehen. Ob du das im Fall deines Partygängers bist, musst du selbst entscheiden. Aber mit beiden solltest du tatsächlich sprechen, wenn du dich im Stich gelassen fühlst. Dazu hast du das Recht und fast ein bisschen die Pflicht, wenn es enge Freundschaften sind; niemand möchte irgendwann anrufen und bemerken, dass man sich unheimlich weit voneinander entfernt hat, ohne es zu merken; und dass der andere nichts gesagt hat.
Sollten diese beiden Freundschaften für dich verloren sein bzw. nicht mehr das bergen, was du von ihnen rechtmäßig verlangst (das kann ich leider nicht beurteilen, das obliegt mir vermutlich auch gar nicht), ist das ziemlich doof. Freunde verlieren oder sich von ihnen entfernen ist immer ziemlich doof. Die schlimme Art von doof. Allerdings lebst du weiter und veränderst auch du dich und verändert sich die Welt um dich herum. Du kannst niemals auf den Status Quo vertrauen. Der Status Quo ist manchmal sogar ziemlich lästig. Versuch die Dinge zu kitten und wenn das nicht geht, dann such dir das, was du von anderen Menschen brauchst, an anderer Stelle. Das heißt nicht, dass du die Freundschaften oder deine Gefühle wie heiße Kartoffeln fallen lassen sollst -- das kann man, glaube ich, gar nicht so einfach. Du sollst schon daran hängen und daran interessiert sein, das Bestmögliche rauszuholen. Aber zu wissen, wann bestimmte Ansprüche keinen Sinn mehr machen oder wann du das falsche Ziel im Fadenkreuz hast, ist sehr wichtig im Umgang mit Menschen, die einem wichtig sind.
Halte dir vor allem vor Augen, dass du gerade 18 bist (zumindest sagt das dein Profil). Das ist ein ziemlich wichtiger Umbruch, hier fällt alles ein bisschen in sich zusammen, aber vieles baut sich auch gerade erst auf. Für dich UND die anderen. Da ist Veränderung ein riesiger Faktor; einiges wirst du Zwischenmenschlich nicht retten können, dafür geht das Zwischenmenschliche aber auch gerade erst im großen Stil los (außer du wohnst auf dem Dorf und bleibst auf dem Dorf, da ist es meistens schwieriger und die lästige Art von Status Quo lauert auf sehr bekannten Dorfstraßen).
Ich kann dir nun kein Rezept geben, wie du deine Gefühle loswirst und die Wogen alle glättest. So Friede, Freude, Eierkuchen wird es auch mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nicht werden können, wenn ihr euch weiterhin unmittelbar im Blick habt und Zeit miteinander verbringt. Die Zeit nicht miteinander zu verbringen macht es aber auch nicht besser, die geopferte Freundschaft ist vermutlich ein noch größerer Schaden. Wichtig ist, dass du dich nicht anheftest, dich über genug andere Dinge definierst. Du bist mehr als eine Freundschaft, dein Leben muss irgendwo anders Sinn finden als in einer Gefühlswelt. Es hilft aber, da bin ich mir sehr sicher, wenn du dir eins vor Augen führst: Sie empfindet offenbar nicht das gleiche für dich. Aber du scheinst ihr wichtig und eure Freundschaft scheint auch für sie kein geringer Lebensinhalt zu sein. Was genau würdest du mehr wollen? Was sollte sich ändern? Und ist diese Änderung mehr wert als eure Freundschaft?






). Das ist ein ziemlich wichtiger Umbruch, hier fällt alles ein bisschen in sich zusammen, aber vieles baut sich auch gerade erst auf. Für dich UND die anderen. Da ist Veränderung ein riesiger Faktor; einiges wirst du Zwischenmenschlich nicht retten können, dafür geht das Zwischenmenschliche aber auch gerade erst im großen Stil los (außer du wohnst auf dem Dorf und bleibst auf dem Dorf, da ist es meistens schwieriger und die lästige Art von Status Quo lauert auf sehr bekannten Dorfstraßen).
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