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Thema: Kummerkasten

Baum-Darstellung

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  1. #11
    Ich bin völlig fertig mit den Nerven! Ich zitiere mal eben meinen eigenen Beitrag aus der Wutschachtel von letzter Woche:

    Zitat Zitat
    Ich HASSE, HASSE, HASSE es ein Hartzi zu sein!!
    Als wenn es nicht sch*** genug ist, dass ich nach meinem Studium keinen Job kriege und jetzt über einem Jahr arbeitslos bin - nein, da lassen die dich vom Jobcenter permanent spüren, dass du nicht mehr wert bist als 'n alter Kaugummi unter ihren Schuhen.

    Musste von Mitte Juni bis Anfang September eine dieser total bescheuerten und dämlichen Maßnahmen mitmachen, die - UNGELOGEN!!! - nur daraus bestand den lieben, langen Tag vor dem PC rumzugammeln, um Stellenangebote zu finden. VOLLE 8 STUNDEN LANG, JEDEN EINZELNEN BESCH**** TAG!! Es war sinnlos, brachte mir 'nen Haufen Kopfschmerzen ein und darüberhinaus wurde man noch behandelt, als könnte man nicht bis drei zählen. (Dabei hatten die "Betreuer" selber einen IQ unter den einer Amöbe!) Das wirklich einzig Positive an der ganzen Sache war ein einmonatiges Praktikum in meiner Stamm-Buchhandlung: Anstrengend, aber interessant und ich hatte was Sinnvolles zu tun.

    Jetzt, gerade mal zwei Monate danach, hatte ich einen Termin bei meiner neuen JC-Tusse. Unter anderem fragte sie mich, ob ich motiviert sei (also um Arbeit zu finden) und ich Volldepp sagte auch noch ja. (Versteht mich nicht falsch: Ich WILL Arbeit haben, aber wegen dem, was daraus resultierte, hätte ich lieber 'nö' wählen sollen.) Sie freute sich wie bolle und lobte mich, da ja viele Arbeitslose gleich von Anfang an abblocken würden blablabla... Dann wollte sie wissen, wie meine Maßnahme verlief - ich hab natürlich die Wahrheit gesagt, woraufhin sie erstmal Mitleid heuchelte... UND MIR DIE NÄCHSTE IN DIE FRESSE FEUERTE!!! Ab nächsten Montag muss ich wieder in "Gewahrsam" und das dieses Mal SECHS MONATE LANG!!! Bis Anfang Juni!!! Ja, sind die denn behämmert??!!
    Alles Diskutieren half naturgemäss rein gar nichts - im Gegenteil, sie machte prompt die dämliche Bemerkung "Ich kann Sie auch schon für morgen eintragen!" und ließ Minuten später noch so 'ne honiggetränkte Floskel fallen: "Ich will Ihnen doch nur helfen.". Indem sie mich wieder dazu zwingt, irgendwo den Tag zu vergammeln? Indem sie meine Achtung mit Füßen tritt? Ich weiß, wie man Bewerbungen schreibt. Ich weiß, wie man mit einem PC umgeht. Ich weiß, wo im Netz ich nach Stellen gucken kann. Ich kann meinen VERDAMMTEN Kram allein machen! Der geht es doch eh nur darum, dass ich aus der Arbeitslosenstatistik raus bin. Die KANN und WILL mir überhaupt nicht helfen!
    Mal davon abgesehen, dass ich vor kurzem erst eine Maßnahme hinter mir hatte. Warum legt die mir nicht mal eine Auswahl vor und lässt MICH entscheiden, welche für meine Bedürfnisse die Richtige ist, wenn ich schon wieder zwangseingewiesen werden soll? Bei meiner Schwester ging das auch.
    Und dann die Dauer! Schon bei der alten hieß es "einen BIS drei Monate". Was hab ich gekriegt? Das Höchstmaß! Jetzt steht in der Beschreibung "drei BIS sechs Monate". Warum bekomme ich immer die Höchststrafe?! Was zum Geier habe ich verbrochen? Ist das der Dank dafür, dass ich "motiviert" bin? IST DAS DER DANK DAFÜR??? Ich bin arbeitswillig, ich bewerbe mich... UND FÜR DIESE BEMÜHUNGEN WERDE ICH BESTRAFT??!!
    War dann ein paar Tage später bei dem Maßnahmeträger und hab versucht mit denen zu reden, aber die haben alles partout abgeblockt: "Da können wir gar nichts machen, das wird von ihrer Zuständigen beim Jobcenter festgelegt. Wir können da gar nichts machen. Nein, das können wir nicht." Bin dann wieder ins Jobcenter gefahren, um die blöde Kuh zu bitten, das Ganze wenigstens um einen Monat nach hinten zu schieben. (Ich meine, hallo, so was kurz vor Weihnachten?! Nicht nur, dass ich diverse Pläne hatte - meine Vorfreude hat sich mit lautem Knall in Luft aufgelöst! Mir ist momentan alles vergangen!) Frau Mistkrücke hat mich aber, kaum dass ich im Zimmer stand, mit einem schnippischen "Wir haben keinen Termin!" buchstäblich rausgeschmissen. Also bin ich zur Anmeldung runter und habe - nach ewiglanger Warterei - um einen Termin noch in dieser Woche mit ihr gebeten. Prompt wurde mir bescheinigt, dass das nichts mehr werden wird und weshalb ich denn einen hätte haben wollen. Kaum hatte ich gesagt, dass es um die Maßnahme geht und ich sie zwecks Weihnachten gern nach hinten schieben würde, da fingen die drei Spacken hinter den Schaltern lauthals an ZU LACHEN!!! Was ich mir denn einbilden würde und sie könnten schließlich auch nicht aufhören zu arbeiten, nur weil Weihnachten vor der Tür stünde. Ich hab darauf erwidert, dass es ja wohl ein Unterschied ist, ob man eine Arbeit ausüben würde, auf die man sich beworben hat und wegen der man selbstverständlich seine Pläne verwerfen würde oder ob man in eine Maßnahme gezwungen werden würde, die man nicht wollte und die nichts bringt. Das veranlasste sie dazu NOCH EINMAL ZU LACHEN und mit der Erklärung, es wäre schon alles bezahlt und die Plätze wären reserviert und da könnte ich jetzt nicht so einfach raus, durfte ich gehen.

    Nun bin ich psychisch auch nicht gerade die Stabilste und im gleichen Maße wie mich die ganze Sache aufregt, desto sehr zieht sie mich auch runter. Warum bin ich der Punchingball der Nation? Warum dürfen die dermaßen auf mir rumtrampeln, mich bloßstellen und meine Selbstachtung ignorieren? Sobald ich mich wehre, werde ich blöd angemacht und/oder mir wird mit Entzug meines HartzIV-Geldes gedroht. Warum dürfen die das? Warum haben die das Recht mich wie Dreck zu behandeln?

    Es gibt so viele Assi-Hartzis, die sich auf der Kohle ausruhen und keinen Finger mehr rühren. Ich will nicht so enden und bemühe mich etwas dagegen zu unternehmen und was krieg ich dafür? 'N Tritt in den Arsch! Ehrlich Leute, ich bin kein großer Freund von Gewalt, aber ich kann die Menschen, die in Arbeitsämtern/Jobcentern Amok laufen, echt verstehen. Für die ist man doch wirklich nur Abschaum und minderwertiges Gesocks.

    ICH HASSE DAS JOBCENTER!!!
    Ich habe zwei Tage davon hinter mir und drehe jetzt schon völlig am Zeiger! Es ist nicht viel anders als bei der alten Maßnahme, aber was soll man auch erwarten? Die einzigen annähernd positiven Punkte sind a) mittwochs ist frei und b) es dauert "nur" 7 statt acht Stunden.

    Aber alles andere lässt mich schlecht (ein-)schlafen, mein Magen fängt langsam an zu rebellieren und ich bin permanent am Heulen. Und ich habe regelrecht Angst davor irgendwann während der Maßnahme zum Arzt gehen zu müssen. Warum? Weil Kranktage bei denen gleichbedeutend sind mit Fehltagen und NACHGEARBEITET werden müssen!!! Nennt mir einen, nur einen einzigen Beruf, in dem das auch so ist!! Sämtliche Verwandte und Bekannte äußerten sich entsetzt und glaubten an einen blöden Scherz, als ich das erzählte! Auf meine Frage, weshalb das bitteschön so sei, antworteten die Maßnahmefritzen, dass sie dafür gar nichts könnten und dass das von ihrer Leitstelle in Nürnberg so vorgeschrieben wäre. Jetzt erzählt mir doch nicht, dass die Leute in Nürnberg nie krank werden!!!

    Wir sind aktuell acht Neue und - ich glaub - noch mal so viel „Alte“ (die, die schon drei Monate rum haben) und es kann auch sein, dass wir in der letzten Dezemberwoche noch einen Schwung „Frischfleisch“ kriegen – man muss ja noch so viele Menschen wie möglich einweisen, Scheiß auf Weihnachten und so lächerliche Begriffe wie Menschenwürde und Herzensgüte.
    Jedenfalls meinten die „Alten“, wir sollten uns ja keine Hoffnung auf Abwechslung machen – sie selbst befänden sich bereits jetzt in einer Wiederholungsschleife und bekämen diverse Sachen zum zweiten oder dritten Mal vorgekaut. Sprich auf gut Deutsch: Es gibt nichts mehr, was man ihnen „beibringen“ könnte und rein logisch gesehen würde dass das Ende der Maßnahmezeit bedeuten, aber hey, die Leute früher gehen zu lassen (bzw. von Anfang an eine kürzere Zeitspanne zu wählen)... Also nein, DAS geht ja nun wirklich nicht!

    Und so verbringt man dann wieder die Zeit vorm PC, um Stellenangebote zu suchen und/oder Bewerbungen zu schreiben. Mal davon abgesehen, dass
    - der Wissensstand, was PC-Handhabung angeht, mal wieder EXTREM unterschiedlich ist (einige wie z.B. ich sind ruckzuck fertig und haben nichts zu tun; andere wissen nicht mal, wie man ein Dokument öffnet, kriegen nur kürzeste Anweisungen und sollen trotzdem perfekt geschriebene Lebensläufe und Bewerbungen abgeben)
    - man viele Internet-Seiten (darunter auch Mail-Anbieter wie yahoo oder web.de --> wie soll ich da Online-Bewerbungen losschicken?; und AUCH Seiten, die Ausschreibungen enthalten) wegen zum Teil total bescheuerter Filter nicht öffnen kann --> kontraproduktiv hoch 3!!!
    - ich persönlich meine Bewerbungen nicht in Word schreibe, sondern in einem anderen Programm, das natürlich nicht auf den Rechnern dort installiert ist und ich partout keinen Bock darauf habe, meinen Kram doppelt zu machen, nur damit sie mir über die Schulter glotzen können

    Abgesehen vom Vorm-PC-Rumgammeln erwarten uns noch so „tolle“ Sachen wie ein Ernährungskurs und Filme gucken. Bei beidem stellen sich natürlich die Fragen: WAS HAT DAS MIT BEWERBUNGEN ZU TUN? und WIE HILFT MIR DAS BEIM EINSTIEG IN DIE ARBEITSWELT?? O-Ton Eingliederungsvereinbarung (oder besser „Knebelvertrag“): „Die Maßnahme soll Ihre berufliche Eingliederung durch eine Heranführung an den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt unterstützen.“ und „Ziel: Aufnahme einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt“. WHAT THE F****!!??

    Das „Vergnügen“ eines Films hatten wir bereits am ersten Tag und das Ganze erinnerte mich stark an das Verhalten eines Gymi-Lehrers, der auch immer dann, wenn er absolut keinen Plan mehr hatte unter total fadenscheinigen Vorwänden IRGENDEINEN Film in den Player schob. Wir „durften“ uns in der Maßnahme „Das Experiment“ angucken – einen immer ekliger und brutaler werdenden Fetzen, bei dem ein paar Freiwillige in die Rolle von Gefängniswärtern und Insassen schlüpfen und alles zum Schluss hin auf widerliche Weise eskaliert. Ich verabscheue Filme, in denen nur der Effekthascherei wegen das Blut meterweise spritzt und mir wurde auch prompt flau im Magen. (Damals in der Schule, als wir „Die Kinder vom Bahnhof Zoo“ anschauen mussten und die Tusse sich die Spritze in den Arm donnert und das Blut nur so an die Wand geklatscht wird, hätte ich auch fast das Kotzen gekriegt.) Nach der Tortur fragte ich den „Tutor“, was das Gesehene bitteschön mit Bewerbungen zu tun hat. Die vor sich hingenuschelte Antwort lautete: „Na ja, mit Bewerbungen nicht direkt, aber es zeigt, wie Menschen in Extremsituationen reagieren können.“ ...Ah... ja... War das ein subtiler Fingerzeig? Wenn wir schon durchdrehen, dann bitte nicht so abartig, oder was??!!
    Laut den „Alten“ war das nicht das letzte Mal, dass wir die „Freude“ hatten... Und er hat noch weitere, für uns richtig wichtige Schmankerl in petto... wie z.B. „Die Welle“...

    Ernsthaft, ich dreh durch! Bereits diese Beispiele zeigen doch wieder, wohin uns/mich diese Maßnahme führt... nämlich nirgendwohin (bzw. in einen seelischen Abgrund). Und das Ganze sechs Monate lang? Das halt ich nicht aus!!! Ich geh vor die Hunde!!

    Mein Schwesterherz hat jetzt verschiedene Berichte über Beschwerden und Klagen gesammelt und mir zukommen lassen und am liebsten würde ich es versuchen, aber ich hab auch Schiß in Bezug auf etwaige Folgen (ersatzloses Streichen meines Geldes etc).
    Das hier klingt eigentlich recht gut, aber die Paragraphen 48 und 49 existieren in der neuesten Version nicht mehr (vor ein paar Jahren war die Höchstdauer auch noch auf maximal 3 Monate festgelegt):

    „Es muss sich um eine im Sinne der (§§ 48, 49 SGB 3) förderungsfähige Trainingsmaßnahme handeln, da ich sonst zum Objekt staatlichen Handelns gemacht werde, verletzt durch die in Art. 1 Abs. I GG geschützte Menschenwürde. Ich bin nicht verpflichtet, an jeder beliebigen Trainingsmaßnahme teilzunehmen. Die Maßnahme muss geeignet und angemessen sein, meine Eingliederungsaussichten merkbar zu verbessern (vgl. HLSG 9.8.2000 - L 6 AL 166/00; unklar a.M. LSG Rheinland-Pfalz 25.4.2002 - L 1 AL 50/01 L 6 AL 216/04 Hessisches LSG Urteil Vorinstanz S 8/5 AL 862/03 (Sozialgericht Marburg).

    Die Förderung von Trainingsmaßnahmen, die prognostisch nur eine geringfügige Verbesserung der Eingliederungsaussichten versprechen, verstößt gegen den Grundsatz der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit (§ 7 Abs. 1 Satz 1 SGB 3).

    Als besonderen Fall eines Verstoßes gegen den Grundsatz der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit nennt das Gesetz die Nichtberücksichtigung der Fähigkeiten der zu fördernden Person (§ 7 Abs. 1 Satz 2 SGB 3).“

    Oder was sagt ihr hierzu:

    „Eine Trainingsmaßnahme ist einem Arbeitslosen jedoch jedenfalls dann nicht mehr zumutbar, wenn mehr als die Hälfte des Unterrichtsinhaltes diesen Arbeitslosen krass unterfordert. Oder zeitlich ausgedrückt, es ist einem Arbeitslosen nicht zumutbar, an einer Trainingsmaßnahme teilzunehmen, wenn von sechs Wochen allein vier Wochen sich mit fachlichen Unterrichtsinhalten für Anfänger befassen, wenn der Arbeitslose vertiefte Kenntnisse des Fachgebietes hat, und nur zwei Wochen ein Bereich unterrichtet wird, der geeignet ist, die Eingliederungsaussichten des Arbeitslosen zu verbessern.“

    Das Einzige, was mir sonst noch nützlich erscheint, ist §85 Absatz 3 und 4 vom SGB 3:

    „(3) Zugelassen werden kann eine Maßnahme nur, wenn sie das Ziel hat,
    1. berufliche Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten zu erhalten, zu erweitern, der technischen Entwicklung anzupassen oder einen beruflichen Aufstieg zu ermöglichen,
    2. einen beruflichen Abschluss zu vermitteln oder
    3. zu einer anderen beruflichen Tätigkeit zu befähigen.

    (4) Ausgeschlossen von der Zulassung sind Maßnahmen, wenn überwiegend

    1. Wissen vermittelt wird, das dem von allgemein bildenden Schulen angestrebten Bildungsziel oder den berufsqualifizierenden Studiengängen an Hochschulen oder ähnlichen Bildungsstätten entspricht oder
    2. nicht berufsbezogene Inhalte vermittelt werden.“

    Streng genommen verstößt diese Maßnahme doch dagegen, oder nicht?


    Ich brauch Hilfe!! Kennt sich irgendeiner mit Recht oder so aus?? Kann ich irgendetwas tun?

    Geändert von LittleChoco (07.12.2011 um 19:21 Uhr)

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