Auch beim Spionrätsel hatte ich wieder andere Ideen aber lassen wir das mal. So, habe es heute früh noch durchgespielt. Nun fürchte meine Kritik: Allgemein von Story und Chars versuchst du einem eine Schokotorte zu verkaufen. Sie glänzt vor Zuckerguss und der Boden und Form sind solide, jedoch ist an der Konsistenz was faul. Die Hälfte ist synthetisch oder irgendein (unpassender) Mischmasch, Tretminen wie Rosinen inklusive. -Direkt am Anfang stelle ich schon die Motivation des Helden infrage, warum sind Hiram und Arren so scharf auf Liebe, wenn sies nicht kennen. Falls das ein unterbewusstes Verlangen ist, hätte mans besser darstellen können. -Was war denn nun am Jahrhundertwald/Verbotenem Wald (die zwei Kulturen verwenden da glaube einen unterschiedlichen Terminus) so unüberwindbar? Da hat das Besondere gefehlt. Entweder ein anstrengender Sprung über eine hohe Hürde oder dass dem Helden irgendwas Magisches zuteil wird, das ihn befähigt. Das Ganze und auch der Rest der Story wirkten dann so kurz, dass die Dramaturgie flöten ging. Später hat Arren ja auch bestätigt, dass nur einige Tage vergangen seien. -Im ersten Dorf nach dem Wald fragen Duran und Vater nicht, warum Kyra nun bei Arren ist. Ohne ihr Verhältnis zu kennen, sperren sie Kyra einfach ein, während sie den Straffälligen förmlich laufen lassen. Er hätte sie auch einfach zurücklassen und sich auf und davon machen können. Dann wäre er zwar vogelfrei gewesen, aber mit Schwert, hätte wieder durch den Verbotenen Wald gekonnt oder sich halt versteckt. Sie hätten ihn doch einfach nur zum Höhleneingang führen und ihm ein Zeitfenster geben müssen. Komischerweise hatte der Hohe Rat zur selben Zeit die Zollgrenze gesperrt. Das hätte man wunderbar verbinden können, dass die Grenzposten informiert werden würden mit Steckbrief. -Hatte der Stamm im Pärätgebirge irgendeine Funktion? Die werden weder näher erläutert, noch irgendwie wieder aufgegriffen und eine symbolische Bedeutung konnte ich ebenfalls nicht erkennen. Es ging einfach nur darum, dass Arren Kyra einmal im Vorbeigehen aus dem Dreck zieht. Da er selbst nebenan gefangen war, musste er jetzt ja nicht Moralsprünge absolvieren, um diese Entscheidung zu treffen. Weiterhin weiß man nicht, wieso und wodurch man danach in eine Gruft teleportiert wurde. -Als man dann in Iviat ankommt, heißt die Mission, den Hohen Rat aufzusuchen. Der glaubt einem natürlich sofort und setzt alle Hebel in Bewegung, um unseren Helden zu unterstützen. Die Frage ist nur, wie wirkt sich das eigentlich auf den Rest der Bevölkerung aus, wenn man einfach mal ein Portal öffnet, das Welten verbindet und womöglich Dämonen oder auch anderes Getier (wurde ja was von gefährlichen Geschöpfen am Tor berichtet) nach Midgard strömen können. Welche Ambitionen und welche Gedanken hat der Rat? -Welche Ambitionen und Gedanken haben andere überhaupt? Die Nebencharaktere wurden viel zu wenig beleuchtet. Kyra will nur nach Iviat, plötzlich treffen wir sie im Schloss und fragen uns nicht einmal, was sie da macht. Später dreht sie dann während der Inselmissionen Däumchen und kommt dann doch wieder mit. Niama hingegen möchte aus irgendkeinem Grund Abenteuer erleben und stirbt dann verwirrt. Bei Sarras haben wir wohl irgendwie die Frist nicht eingehalten, abrupt mag er uns nicht mehr und wie schon gesagt sind seine vorherigen Handlungen nicht nachzuvollziehen. Auch Hiram hatte keine Geschichte oder einen Part nach dem Anfang. Revidierend muss man sagen, dass Kyra und Niama dem Protagonisten nur Probleme bereitet und ihre supportive Aufgabe nicht erfüllt haben. Arren brauchte sie an keiner Stelle wirklich. Im Illusionsschloss wären solo-freundliche Rätsel gekommen und er wäre wahrscheinlich auch so auf Ideen gekommen, wenn Niama sich nicht in den Vordergrund gedrängelt hätte/war ja sowieso nicht so wichtig. Für die Wegbeschreibung nach Iviat hätte er auch jeden anderen fragen können. -Arren hat einfach mal starke Hormonschwankungen. Den einen schreit er an und verspottet ihn für Nichtiges, dem anderen grinst er ins Gesicht und benimmt sich normal oder gar freundlich. Und es ist nicht so, dass sein Verhalten während der Spielzeit langsam überblendet, sondern er einfach jedesmal anders agiert. Eigentlich sollte er sich ja auf der anderen Seite integrieren, was er aber großteils nicht macht, obwohl er gegenüber seinem Auftrag sonst sehr devot ist. Der Integration kommt man nur mit ein paar optionalen Nebenquests nach und sogar bei denen waren einige moralisch fragwürdig. Da hätte er sich gar fast schon in die falsche Richtung entwickelt. Ich weiß überhaupt nicht, wo er nun großartig seine Erkenntnisse für die spätere Wandlung abgekupfert haben soll, denn er war die ganze Zeit nur auf sein Ziel fixiert und mit den Nebencharas war wie gesagt nicht viel los, auch von Dialogen her. -Die Welt ist gerettet, das Böse gebannt, die Frau erobert. Hm, nö. Arren hat zwar etwas Klarheit über seinen "Fluch" gewonnen, aber die Welt wird immer noch von Dämonen bedroht, die sich durch Dimensionsspalte Zutritt verschaffen. Man ist weder Galata noch Rish Tar begegnet oder nur Sarras war eine kleine Personifizierung durch einen Teil von Rish Tars Macht. Auch Olam wurde nicht purifiziert und die Bewohner pissen sich nur gerne gegenseitig ans Bein (wies oben so schön formuliert wurde). Es wäre wohl auch der logische Schluss gewesen, dass man nicht einfach über einen Spell/Dispel die Moral ändert, aber so wie es dargestellt war, wars einfach nur enttäuschend. Und wann haben sich Arren und Kyra ineinander verguckt? Da ist zu wenig gekommen. Gerade wenn man die Nebenquests weglässt, ist neben den Kämpfen eigentlich gar nichts gelaufen. Weitere Punkte: -viele Bugs -manchmal wenig Feedback, wie dass beim AKS Sounds fehlen oder sich in der Feuerhöhle der Schalter zurücksetzt, wenn man nicht den unsichtbaren Pfad zurückläuft. Habe das gar nicht bemerkt, dachte nur Rätsel ist gelöst und er portet mich freundlicherweise zurück. -vermehrt kleine Rechtschreibfehler (mit Dativ und Akkusativ hast du es wohl nicht so) -Die normalen Gegner hätten Fähigkeiten haben sollen (nicht nur onHit-Events), damit gerade auch mal die Kampfbewegung variiert, so wars viel zu einfach. Ich habe das ganze Spiel über keine Magie eingesetzt und auch keine verbrauchbaren Gegenstände, nachdem man das LifeLeech-Accessoire bekam und damit eben locker mehr regenerierte, als man Schaden nahm. Deswegen macht man sowas ja auch eigentlich flat und nicht prozentual, damits später nicht mehr so eine große Wirkung hat. Außerdem hätten die Monster mehr gemischt sein müssen, doch scheinbar lag darauf wie auch auf Item-Management wenig Relevanz. -Die Maps hätte man noch ein wenig mehr mit interaktiven Sachen füllen können. Vom Gelände her wars großzügig, aber dafür gings dann meist auch nur ums Durchlaufen. Die Stärken des Spiels liegen im Terraining und denke großteils Musikwahl. Die Technik mit dem Wasser ist interessant und die Bilder waren gut gefüllt, wirkte flüssig. Die NPCs hatten alle irgendwas zu sagen (auch wenns nicht zur Story beigetragen hat, aber zumindest wurde mehrmals der Gott referenziert) und für ihre Behausungen wurden teilweise sogar Unikate gepixelt/importiert, war also auch nicht so repetitiv. Genau wie in den Außenbereichen, standen hier viele Stockwerke leer, die man noch etwas hätte befüllen können. Ein anderer Punkt, der mir noch gefiel, waren die nicht ganz so leichten Secrets. Die Schatzsuche verpeilte ich allerdings wirklich, da ich auf der Karte halt eine Wegbeschreibung nach Iviat vermutet hatte und nicht, dass die Frau einen nochmal in den Forst schicken würde.
--Der Vogel fängt nicht den Stein.
Geändert von WaterKnight (05.09.2011 um 14:18 Uhr)
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