Ich will hier doch niemandem vorwerfen, ein Spiel zu erstellen geschieht ausschließlich aus den Gründen von Ruhmerwerb und Eigenwerbung. Dass da sehr viel Selbstverwirklich drin steckt, ist doch klar. Dennoch ist ein solches Werk für viele nichts wert, wenn man es nicht angemessen präsentieren kann. Sei es in kleinem Kreis, oder vor einer ganzen Community. Und um so größer und einheitlicher diese Szene oder Community ist, desto mehr Leute werden erreicht, desto mehr Anreize werden geschaffen.
Niemand kann mir sagen, dass er ein Spiel bis zur Perfektion pixelt, programmiert, ja meinetwegen auch Soundtracks schreibt, nur weil er es selbst gerne so haben möchte. Es hat wirklich teilweise damit zu tun, dass ein Spiel in dieser Community heutzutage nicht mehr nach den Faktoren Story, Spielfluss und Setting bewertet wird, sondern die grafische und programmiertechnische Leistung ganz stark in den Vordergrund rückt.
Ein RPG Maker Spiel ist hier im Kontext der Community nicht mehr das Teilen von Spielen unter Freunden, nein. Man bietet ein Produkt an, andere Leute bieten Dienstleistungen an (Pixler, Artworker, Komponisten) und man hat Kunden und Abnehmer, die die groß angelegten Spielevorstellungen, die ins letzte Detail herausgeputzten Demos und die Trailer anlocken sollen.
Ja, das ist korrekt. Diese Leute bemerken nicht, dass sie nicht daran interessiert sind, ein gutes Spiel zu erschaffen, sondern wollen ums Verrecken den Ruhm der Community erlangen. Da dies jedoch weit nicht so motivierend ist, wie eine Idee wachsen und entwickeln zu sehen, springen viele vom Zug ab... und starten prompt wieder ein neues Projekt.
Du siehst: Dies hier ist aber wieder eine Anforderung von Außen, die mit der Selbstverwirklichung so rein gar nichts zu tun hat. Es geht meines Empfindens nach auch nur nebensächlich um den Ottonormal-Screenfun-Spieler, denn der hat ja keine Ahnung, was das für ein KS ist, ob das jetzt RTP oder Mac&Blue ist, oder woher die Facesets sind. Diese Spielen das Spiel auf objektiver Basis, sehen also: Aha, das Kampfsystem funktioniert gut, die Landschaftsgrafiken passen nicht zu den Charakteren und die Musik ist falsch eingesetzt. Der Faktor, dass es sich dabei um ein eigenes, zeitaufwändig gestaltetes Kampfsystem handelt, wird hier nicht honoriert. Der Spiele sieht: Funktioniert gut oder funktioniert nicht gut - und einzig und allein darauf basiert das Urteil. Das Rödeln, das akribische Spriten, das zeitintensive Programmieren und das Komponieren wird aber, so denke ich, in erster Linie für die Community getätigt, die den Unterschied bemerkt und deswegen eher honoriert.







Zitieren
Ich pixel die Grafik selber, weil ich nicht von irgendwelchen Sets abhängig sein will und mir auch nicht vorschreiben lasse wie das Spiel auszusehen hat. Ein eigenes KS wähle ich meistens deswegen, weil ich mein Konzept mit dem Standard-KS nicht umsetzen kann und es mir zu langweilig ist immer das gleiche Gekloppe zu spielen. Bei der Geschichte lasse ich mir sowieso von niemanden reinreden (da ist der Anspruch der Community aber offenbar sowieso nicht besonders groß). =3 Es stimmt schon, dass sich viele nach den
"Wolfenhain" fertig. "Endzeit": fertig. "Nachbarlicht": Demo im Betatest 
