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Thema: A movie for every year: Der Vintage-Thread

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  1. #1
    Zitat Zitat
    Ich hab mit ein paar Freundinnen mal zwei oder drei Miss Marple Filme gesehen, die mit zum DVD-Abend gebracht wurden. Murder She Said, Der Wachsblumenstrauß und Murder Ahoy oder so glaube ich. Die basieren doch auch auf Agatha Christie Romanen, nicht? Fand ich gar nicht schlecht. Aber normalerweise sind Krimis nicht so mein Ding (schon gar keine modernen - die alten Schinken leben wenigstens von ihrer besonderen Atmosphäre). Vielleicht schau ich in ein paar der von dir erwähnten Sachen bei Gelegenheit mal rein.
    Jo das sind GEschichten von ihr. Agatha Christie schrieb ja auch noch die klassischen Geschichten mit hyperpotenten Detektiven, obwohl sich bei ihr eben schon deutlich die Moderne Bahn bricht. In ein paar ihrer Geschichten tauchen ja auch britische Agenten auf, die sich dann in ihrer Freizeit als Detektive verdingen und nebenbei mal einen Spion ausfindig machen ^^ Kalter Krieg und so. Aber Tod auf dem Nil oder Orient Express verkörpern auch noch das Lebensgefühl des Common Wealth und des ausgehenden Imperialismus/ Kolonialismus.

    Die genannten Filme stechen insofern heraus, da sie ja uA mit Peter Ustinov gut besetzt sind und auch einige ihrer bekanntesten Geschichten aufgreifen. Von ihren Romanen gab es sicherlich etliche Verfilmungen im Laufe der Jahre, aber die genannten würde ich als herausragend ansehen.

  2. #2
    James Bond 007 – Diamantenfieber /Diamonds Are Forever (1971)
    Uuuund erwähntes Schema wurde gebrochen, denn auch diesen Film mochte ich nicht so wirklich. Das Las Vegas Setting hat mich nicht so recht gekümmert, das Diamanten-Thema haben sie komplett verschenkt, weil sie nicht wie angeteasert nach Südafrika gegangen sind, und das Bond-Girl war eher nervig. Immerhin schön, dass sie am Anfang indirekt auf das Ende vom letzten Teil eingegangen sind, indem Bond jetzt fieberhaft nach Blofeld gesucht hat. Umso idiotischer erscheint es mir, dass die am Ende wieder den gleichen Fehler machen. Wenn ich das richtig sehe, endet das Finale nach wie vor mit Blofeld in diesem Mini-U-Boot am Kran, er ist Bond und den guten Jungs, die die Bohrinsel stürmen, praktisch ausgeliefert. Doch nach dem Schnitt zum Ending wird darauf gar nicht mehr eingegangen o_O Haben sie ihn jetzt erwischt oder was? Kein Wunder, dass der immer wieder fliehen und zurück kommen kann, wenn niemand bei solchen Gelegenheiten zupackt und ihn erledigt bzw. wenigstens festnimmt. Das erscheint hier aber umso unpassender, weil es in dem Film im Grunde die meiste Zeit darum ging, den Bösewicht ausfindig zu machen und zu neutralisieren (um nicht zu sagen um Bonds Rache). Als hätten sie dort ne Szene vergessen.
    Während mir die Umgewöhnung von Connery auf Lazenby im vorangegangenen Agentenabenteuer relativ leicht fiel, fand ich es jetzt viel seltsamer, plötzlich doch wieder (und zum letzten Mal in der offiziellen Reihe) Connery in der Hauptrolle zu sehen. Lazenby hätte hier wirklich besser gepasst. Was mir bei dem Film außerdem negativ aufgefallen ist, war die Musik - bzw. das Fehlen derselben. Da finden actionreiche Verfolgungsjagden oder spannende Schusswechsel statt, und alles geschieht ohne Soundtrack, nur mit der Geräuschkulisse :-/ Das kann man ja mal machen, aber auf die Dauer lässt das gerade solche Szenen irgendwie ärmer und weniger interessant wirken.
    Kannte Diamantenfieber übrigens doch schon aus dem Fernsehen, wo ich den vor Jahren mal nebenher gesehen habe. Hatte ich aber offenbar komplett vergessen ^^ Schätze, bei den Moore-Teilen wird mir sowas noch öfters passieren, von denen hatte ich einige früher mehr oder weniger schon abgecheckt.

    Zitat Zitat von KingPaddy Beitrag anzeigen
    Die genannten Filme stechen insofern heraus, da sie ja uA mit Peter Ustinov gut besetzt sind und auch einige ihrer bekanntesten Geschichten aufgreifen. Von ihren Romanen gab es sicherlich etliche Verfilmungen im Laufe der Jahre, aber die genannten würde ich als herausragend ansehen.
    Ustinov ist natürlich immer ein großer Pluspunkt :3 Schade nur, dass alle erwähnten Filme bis auf den Orient-Express nicht mehr ganz in die Zeit fallen, die ich hier abzudecken versuche (bis 1975). Eine gewisse Neugier besteht natürlich trotzdem, aber am meisten freu ich mich, wenn ich irgendwelche Jahre endlich von der Liste abhaken kann *g* Mord im Orient-Express wäre in dem Zusammenhang natürlich doppelt interessant, weil der aus dem vertrackten Jahrgang '74 kommt, zu dem ich sonst absolut nix finden konnte. Also werd ichs damit bestimmt mal versuchen. Leider ist der Film ebenfalls nie bei uns auf BD veröffentlicht worden, obwohl eine HD-Version existiert (Schweden, ohne deutsche Tonspur). Zum Import greifen würd ich aber nur bei Filmen, die ich wirklich total super finde und unbedingt haben möchte. Schaunwamal.

  3. #3
    Zitat Zitat
    James Bond 007 – Diamantenfieber
    Ich finde das Remake "Die Another Day" (der deutsche Titel ist so sperrig) besser .

  4. #4
    James Bond 007 – Leben und sterben lassen /Live and Let Die (1973)
    Endlich wieder ein brauchbarer Teil. Fängt ja schon mit einem der besten Bond-Songs überhaupt an (inklusive Ohrwurm-Faktor, den man nie wieder los wird), der auch im Film selbst noch ein paar Mal vorkommt. Der Name alleine, den ich seit jeher mochte, rockt bereits als cleverer, zynischer Dreher der alten Redewendung. Bei Setting, Atmosphäre und Themen in der Handlung (New Orleans, Voodoo usw.) mal wieder nicht ganz so generisch. Ich mein hey, die haben sogar pseudo-übernatürliche Elemente eingebaut! Dass es teils in einem fiktiven Land spielte, störte mich nicht. Fand es außerdem positiv, dass zum ersten Mal Spectre überhaupt keine Rolle gespielt hat, auch wenn das wohl nur aufgrund von Rechtsstreitigkeiten der Fall war. Wäre doch langweilig, wenn es immer nur um die gleiche Organisation ginge.
    Hatte ganz vergessen, wie hypnotisierend Moore in der Hauptrolle ist. Hat sowas Schelmisches-lockeres an sich, als würde er weit über den Dingen stehen. Aber was diesen Film im Besonderen ausmacht, sind imho die vielen Kleinigkeiten, das Meiste davon so over-the-top, dass es zwar die Glaubwürdigkeit beeinträchtigt, aber dafür umso mehr Spaß macht (den vor allem die aktuellen Filme mit ihrem gritty Realismus irgendwie völlig vergessen zu haben scheinen): Live and Let Die bietet das beste Bond-Auto ever, ein heruntergekommener, blauer Doppeldecker-Bus (Oh, Moment, streicht das mit dem "Doppeldecker" xD), auch wenn sie nicht lange was davon hatten. In einer Szene wird Bond von hungrigen Krokodilen belagert, und rettet sich, indem er auf ihre Rücken springt wie Trittsteine im Wasser - awesome! Der Handlanger des Schurken hat einen mechanischen Kneif-Arm als Prothese. Es gibt eine Verfolgungsjagd mit Schnellbooten, die schon alleine deshalb das lahme Finale aus "From Russia with Love" übertrifft, weil sie währenddessen eine Hochzeit crashen ^^ Und der Oberbösewicht selbst explodiert zum Schluss wie ein Ballon *__* Oh, und dazu noch die grandiose Anfangsszene: "Wessen Beerdigung ist denn das?" "Deine eigene!" Was will man mehr?
    Kann verstehen, wenn der Film nicht für jeden was war, und speziell für modernere Sehgewohnheiten ist er stellenweise nach wie vor eher von der langsamen Art, kam mir aber immer noch deutlich energetischer vor als Diamantenfieber oder die meisten der Vorgänger.

    Zitat Zitat von Liferipper Beitrag anzeigen
    Ich finde das Remake "Die Another Day" (der deutsche Titel ist so sperrig) besser .
    Heh, den hab ich damals sogar im Kino gesehen So rein aus der Erinnerung find ich den Film auch gar nicht soo schwach wie alle sagen, von ein paar ganz peinlichen CGI-Effekten und Madonna mal abgesehen. Damals hatte ich aber auch noch nicht so viele Vergleichsmöglichkeiten was den Rest der Reihe angeht. Und ...Remake? Naja. Gibt da schon ein paar Parallelen.

    Geändert von Enkidu (04.04.2016 um 17:27 Uhr)

  5. #5
    Zitat Zitat
    Und ...Remake?
    Keine AAhnung, ob es offiziell von irgendwem als solches bezeichnet wird (vermutlich eher nicht), aber ich nennen es eben so. Außerdem hätte ich mich sonst ja nicht selbst zitieren können .

  6. #6
    Jetzt kann ich nur noch beten, dass mir auch "The Man with the Golden Gun" gefällt, um endlich dieses verflixte Jahr 1974 loszuwerden

  7. #7
    James Bond 007 – Der Mann mit dem goldenen Colt /The Man with the Golden Gun (1974)
    Nope, sorry. Das war nix. Irgendwie klar, ist ja von 1974 *grusel* Dabei gabs ein paar interessante Ideen, das exotische Setting, das ich so wichtig finde, und Christopher Lee himself als Bösewicht! Wie konnte das nur schief laufen? Schade, schade. Der lahmste Titelsong ever dabei. Eine der uninteressantesten Pre-Opening-Sequenzen. Das bis jetzt mit Abstand dümmste und nervigste Bond-Girl! Na dann gute Nacht (See what I did there?). Dazu hat die Handlung gegenüber dem Vorgänger wieder deutlich an Energie und Tempo abgenommen. Aber auch das ganze Konzept mit diversen Details wie der Feuerzeug-Pistole zum Zusammenbasteln oder dem Flugzeug-Auto wirkte ein bisschen zu lächerlich... auf die schlechte Art lächerlich, meine ich. Als wäre die unterbelichtete Agentin nicht schon schlimm genug gewesen, hat dieser von Clifton James gespielte Polizist Pepper (der kurz schon im vorherigen Teil vorkam) als misplaced Comic Relief dem Film imho den Rest gegeben. Das war nur noch Camp-Niveau und Cartoon-Humor. Bäh.


    James Bond 007 – Der Spion, der mich liebte /The Spy Who Loved Me (1977)
    Ja, war geil. Da weiß man gar nicht, wo man anfangen soll. Hat praktisch alles gestimmt. Klassischer Bond. "Beißer" ist der unkaputtbare Henchman schlechthin! Hab ich lange drauf gewartet. Anya nicht nur attraktiv sondern - man höre und staune - für ein Bond Girl auch einigermaßen aktiv, weiß sich zu behaupten und bringt ein Stück Hintergrundstory mit, welche für ein bisschen Motivation und Anspannung sorgt, grade im Hinblick auf ihr Zusammenspiel mit dem Titelhelden. Überhaupt war hier mal wieder etwas Kalter Krieg Subtext zu spüren. Der Bösewicht Stromberg altmodisch größenwahnsinnig. Zwar ultrafies, aber gleichzeitig wunderbar trocken und ruhig, als würde er fast beiläufig handeln. Pluspunkte gibts bei ihm dank Sinn für Stil und vor allem für die vielleicht abgefahrendsten, stylishsten Schurkenverstecke der Reihe ^^ Die Ägypten-Szene mit der Show vor den Pyramiden fand ich audiovisuell echt clever gemacht. Der berühmte kleine Sportwagen mit Unterwasser-Funktion und allerlei Schnickschnack, großartiges Gadget! Auch die Verfolgungsjagd davor schön rasant. Und die finale "Schlacht" zwischen Henchmen-Armee und U-Boot-Crews setzt dem ganzen noch die Krone auf. Erwähnte ich schon, dass ich Wasser mag?
    So toll, wie das bodenständig /glaubwürdig anfängt und dann in immer mehr durchgeknallter Awesomeness eskaliert :3 Hatte vor Jahren mal auch hier wieder ein gutes Stück vom Film gesehen, so in etwa die zweite Hälfte, aber Erinnerungen inzwischen blass und lückenhaft. Jetzt endlich in voller Länge abgecheckt, hat sich gelohnt. Von den bisherigen "alten" Bond-Filmen definitiv mein Favorit und auch in der gesamten Reihe weit, weit oben. Komisch, wie einer der besten und einer der schlechtesten Teile so direkt aufeinander folgen.

  8. #8
    Zitat Zitat von Enkidu Beitrag anzeigen
    Jetzt kann ich nur noch beten, dass mir auch "The Man with the Golden Gun" gefällt, um endlich dieses verflixte Jahr 1974 loszuwerden
    1974? *google*

    Nach fünf Minuten imdb-recherche, wie wär's mit

    Murder on the Orient Express
    Chinatown
    The Conversation
    Godfather 2
    Alice in den Städten

    Tauchen auch ständing in so best-of Listen auf. Und wenn dir das nichts taugt, wie wären z.B.

    Das Gespenst der Freiheit
    Szenen einer Ehe
    A Woman Under the Influence
    Angst essen Seele auf
    Andy Warhol's Dracula
    Lady Snowblood 2
    School of the Holy Beast
    Karlsson auf dem Dach
    Je, Tu, Il, Elle (ist absolut kein Film für dich, aber ich liebe ihn)
    Fontane Effi Briest
    Female Trouble

    1974 ist voll gut!

  9. #9
    Zitat Zitat von MrBamboo Beitrag anzeigen
    1974 ist voll gut!
    Vielen Dank für die Vorschläge, aber ist jetzt nicht so, dass ich nicht schon unheimlich intensiv danach gesucht hätte und die IMDb diverse Male durchgegangen bin bzw. umgegraben habe (nach Relevanz mit über 600 von 2900 Titeln alleine für dieses eine Jahr! Alternativ auch nach Bewertungen und Genres). Wenn ich von deiner Liste das streiche, was mich so überhaupt gar nicht interessiert, bleibt leider nicht viel übrig, außer vielleicht zwei oder drei, die ich mir noch irgendwann geben wollte (Chinatown, Murder on the Orient Express), auch wenn sie nicht direkt dem entsprechen, was ich normalerweise mag. Zu berücksichtigen wäre auch, dass es optimalerweise Filme sein sollten, die populär genug sind, um eine moderne Heimvideoveröffentlichung auf BD in Deutschland zu rechtfertigen, die ich direkt in meine Sammlung aufnehmen kann, ohne erst auf eine angemessene Umsetzung zu warten oder mich um Importe zu bemühen. Siehe die rote Farbe auf der ersten Seite dieses Threads ^^ Manches lässt sich selbst bloß auf DVD schon schwer bis überhaupt nicht auftreiben.

    Der Pate Teil 2 habe ich hier ja bereits abgehandelt und war von diesem angeblichen Meisterwerk mehr als nur unbeeindruckt :-/ Bin ursprünglich überhaupt erst auf den Film gekommen und habe mich dort aus dem Grund herangewagt, weil er in diesem einen Jahr veröffentlicht wurde (nur dann musste ich natürlich erstmal am Anfang der Trilogie beginnen).

    Na, um fair zu bleiben, natürlich gibt es einige Streifen von 1974, die ihre Fans haben. Aber bei der Verallgemeinerung sprach und spricht der Frust aus mir: Für meine Präferenzen ist 1974 wirklich ein toter Punkt und birgt so gut wie nix Brauchbares. Sci-Fi, Fantasy, Abenteuer, Monster, Animation? Aber bitte mit einem Mindestmaß an Qualität und Reputation, nicht der hinterletzte Billig-Schund, der auf IMDb weniger als 5 Sterne bekommt. Finde es insofern schon auffällig, als selbst 50 Jahre eher in den 20ern und dann, wenn auch nicht durchgängig, in diversen vorangegangenen Jahrzehnten gleich mehrere tolle Sachen aus diesen Kategorien dabei waren, während ich für 1974, das so viel näher an unserer Gegenwart liegt als die fernen Stumm- oder auch nur Schwarz-Weiß-Filme, trotz aller Bemühungen einfach nichts finden kann, das mir persönlich wirklich zusagt.

  10. #10
    Belladonna ist leider von '73, eine ganz wunderbare psychodelische Animation. Sollte demnächst auch als BluRay in Deutschland erscheinen... aber um ein Jahr verfehlt.

    In deinen Genres gibt's zu der Zeit am ehesten Parodien. Ist ja auch der normale Fortgang der Genres. Von frühen Versuchen, über die Blüte, dann eine Filmflut, schließlich Ermüdung samt vieler Parodien, bis zur Innovation (falls sie dann mal kommt).
    1974 ist scheinbar die Ermüdung groß. Sehe gerade Mel Brooks hat 1974 Young Frankenstein gemacht. Andy Warhol's Dracula ist auch eine ziemlich bescheuerte Sexfilmparodie auf den Vampirmythos. Oder Dark Star eine low-budget Sci-Fi Parodie. Die Auflösung des Studiosystems hat billige Filme in gemacht. Fantasy ist da immer schwierig

    Sonst versuchs echt mal mit Chinatown. Ist eine schöne und spannende Kriminalgeschichte mit grandiosen Darstellern. Und im Prinzip eine Innovation im Film Noir, der zu der Zeit eigentlich auch schon tot war.

  11. #11
    Danke dass du dir da noch so viele Gedanken gemacht hast ^^'

    Bin jetzt auch nicht pur auf diese Bereiche festgelegt, und die Übergänge zwischen den Genres sind ohnehin fließend, aber das ist so der Kern dessen, wonach ich eigentlich Ausschau halte. Wenn da wenigstens noch irgendwelche Schnittmengen bestehen, okay. Doch an zahlreiche reine Dramen oder Kunstfilme wage ich mich gar nicht heran, wenn ich nicht wenigstens glaube, dass das irgendwie passen könnte, weil ich damit sonst zu viele schlechte Erfahrungen gemacht habe, mich meine Intuition in der Beziehung nur selten täuscht und mir die viele Zeit dafür zu schade wäre.
    Ja, ich bin da manchmal etwas wählerisch Andererseits erschließe ich mir auch gerne ab und zu neue Bereiche und bin offen genug, was anderes wenigstens auszuprobieren, was dann neue Erfahrungen mit sich bringt. So konnte ich früher nichts mit Western anfangen, aber hab mich im Rahmen dieses Threads näher damit beschäftigt und einige Perlen gefunden, die ich richtig klasse fand (darunter auch "Der Texaner", den hab ich hier allerdings nicht aufgeführt, weil er aus den 80ern ist). Doch selbst im Western-Bereich ließ sich nichts von Belang für 1974 finden.

    Von Belladonna hatte ich noch nie was gehört, aber sieht ...interessant und seltsam aus. Würde ich bei Gelegenheit bestimmt mal einen Blick wagen.

    Ja, das mit den Parodien ist mir auch aufgefallen. Leider kann ich Comedy in Filmform meist nicht ausstehen, vor allem nicht solche. Wenn es einfach Filme sind, die den erwähnten, bevorzugten Genres angehören, aber in denen viele amüsante Elemente drin vorkommen, oder die Werke anderweitig quirlig und verpeilt genug sind, dann gerne. Aber wenn es nur bei oberflächlichen Albereien bleibt, denen das Hauptaugenmerk gilt, und die eigentliche Geschichte und Handlung dafür in den Hintergrund rückt, verzichte ich lieber.

  12. #12
    James Bond 007 – Moonraker: Streng geheim /Moonraker (1979)
    Hmm. Wieder so ne schwierige Kiste. Im Prinzip ist das strukturell ja eine völlige Kopie vom unmittelbaren Vorgänger. Inklusive größenwahnsinnigem Villain mit verrücktem Plan, der zu einem over-the-top Endspiel führt. Diesmal jedoch ...in Space! Bin hier echt zwiegespalten. Einerseits wars wirklich unterhaltsam und ich finde nicht, dass der Film all die negativen Meinungen verdient hat. Auch die Drehorte waren klasse, Südamerika, Brasilien, vorher Venedig. Die Boots-Verfolgungsjagd war gut und die Seilbahn-Sequenz waghalsig spannend. Aber andererseits besitzt der Film weder die Klasse, noch die hervorragende weibliche Hauptrolle von "Der Spion, der mich liebte".
    Im Gegenteil, manchmal wird die Grenze zur Albernheit leider deutlich überschritten. So sehr ich den Beißer als Charakter mag, ihn am Ende spontan die Seiten wechseln zu lassen und vor allem, ihm auch noch ein Love Interest an die Seite zu stellen, die so übertrieben auf nerdy getrimmt ist, dass es einem Cartoon-Abziehbildchen gleichkommt, das war ein bisschen zu viel und zu dick aufgetragen, genau wie die unangebrachten musikalischen Anspielungen und Querverweise zu anderen Filmen (ich dachte ich hör nicht recht - deutlichstes Zeichen, dass die Verantwortlichen das selbst nicht mehr ernst genommen haben). Über das Finale mag man streiten. Kann verstehen, wenn Leute finden, dass es nicht so ganz zur Serie passt, denn das war wirklich schon eher Science Fiction. Sogar mit Riesen-Raumstation und Laser-Geballer! Aber hey, ich mag Sci-Fi. Das futuristische Set der Station hat mir sehr zugesagt ^^


    James Bond 007 – In tödlicher Mission /For Your Eyes Only (1981)
    Lol @ funky Disco-Soundtrack, und das mein ich nichtmal unbedingt negativ. Der Film war irgendwie der absolute Durchschnitts-Bond. Nicht schlecht, aber auch nicht so richtig toll. Habe inzwischen gemerkt, dass mir Szenen mit Bergen, Skiern, Schnee und Eis weit weniger liegen als Sonne, Sand, Strand und Meer (das zieht sich neben privaten Vorlieben übrigens auch bis zum aktuellen Teil der Reihe, Spectre). Von ersterem Aspekt gab es hier glücklicherweise nicht so viel wie noch in "On Her Majesty's Secret Service", von daher kam ich noch damit klar und immerhin brachten die Orte mehr Abwechslung rein, auch wenn die Story soweit ich mich erinnere komplett europäisch bleibt. In den Alpen hat vor allem die jugendliche Eisläuferin Bibi als eindimensionales, hyper-naives Klischee auf zwei Beinen genervt. Im krassen Gegensatz dazu hat mich Melina (Carole Bouquet) hier richtig überzeugen können, und das nicht bloß äußerlich. Überhaupt waren die Stellen mit ihr, die Tauchgänge und auf dem Boot und das Kielholen, am besten. Take notes, Feuerball, so macht man das mit Unter-Wasser-Handlungskram!
    Gefallen hat mir außerdem, wie man zunächst auf die falsche Fährte gelockt wurde, was den eigentlichen Drahtzieher und Oberschurken angeht. Das Finale dann leider wieder ziemlich enttäuschend. Der sympathische Schmuggler Milos hat doch bestimmt mehr als nur drei Henchmen zur Verfügung, um Bond bei der Erstürmung des entlegenen Klosters zu unterstützen?! Wenn man sich da die epischen Schlachten anschaut, die die Vorgänger geboten haben, verpuffte das hier irgendwie sofort und war vorbei, bevor es überhaupt richtig angefangen hatte. Ich erwarte ja kein großes Gemetzel mit Explosionen usw., aber ein bisschen mehr wäre schon schön gewesen, und sei es nur sneaky Stealth-Action.


    James Bond 007 – Octopussy /Octopussy (1983)
    Weniger gut. Und das nicht bloß wegen dem bescheuerten Namen. Dabei hat es soo klasse angefangen mit einer wunderbar coolen Bond-in-Bestform Eröffnungsszene - die rein gar nichts mit dem Rest der Geschichte zu tun hat >_> Zwar geht die Reise anschließend nach Indien, aber aus dem Setting wird vergleichsweise wenig herausgeholt. Stattdessen gibts einen Frauenharem in knallig roten Spandexanzügen auf einer Insel o_O Und das Abspulen diverser obligatorischer Stereotypen. Der Deutschland-Part in Ost und West war nicht besser.
    Beim Finale kam durch die ablaufende Zeit zwar ein wenig Spannung auf, aber Bond im Clownskostüm war nur schwer zu ertragen. Dieses Hin und Her kam auch nicht so gut an. Nachdem die Detonation verhindert wurde, war der Film im Prinzip vorbei, geht aber noch 10 bis 15 Minuten weiter, um den geflüchteten Unterhändler zu stellen (Bond taucht dort sogar erst später auf). Die Szene mit dem Flugzeug war richtig cool, die Stunts bestimmt gefährlich. Sah atemberaubend aus, aber nachdem einmal die Luft raus war, wirkte das irgendwie disconnected und drangehangen. Schade dass sie das nicht schon irgendwie eher unterbringen konnten. War ja nett gemeint, mal eine andere Struktur zu versuchen, aber ich fands eher störend, dass die Handlung so wirr aufgebaut wurde - es gab im Prinzip gar keinen Hauptschurken, sondern nur eine Reihe von kleineren Fischen, die für sich genommen alle nicht sonderlich beeindruckend waren.


    James Bond 007 – Im Angesicht des Todes /A View to a Kill (1985)
    Ein junger Christopher Walken als gezüchteter Psycho-Unternehmer und das (neben Live and Let Die) vielleicht beste Titellied (A View to a Kill von Duran Duran) sprechen für den Film. Und so viel mehr leider nicht. Roger Moore ist alt geworden, und dummerweise sieht man es ihm hier mit Ende 50 sehr deutlich an. Wäre besser gekommen, wenn er die Rolle schon nach der vorherigen Mission an den Nagel gehangen hätte. Das ist aber nicht das Hauptproblem, das ich mit dem Film habe. Irgendwo hier erwähnte ich, wie wichtig exotische Schauplätze für die Reihe imho sind. A View to A Kill hatte irgendwie gar keinen, vielleicht abgesehen von den zwei Minuten am Anfang in Sibirien. Im Prinzip spielt sich die erste Hälfte des Films in Paris bzw. Frankreich ab und die zweite in San Francisco bzw. Kalifornien. Als Setting ist das nun nicht sehr ausgefallen :-/ Hätte nichts dagegen, wenn die Produzenten die Regel aufstellen würden, in der Reihe alle 20 Minuten die Location wechseln zu müssen, denn das hier wurde mir irgendwann zu einseitig und zu wenig international. Noch viel schlimmer ist aber der thematische Aspekt, der die erste Hälfte ausfüllt: Es geht die ganze Zeit um Pferde! Wenn die sich eine Weile mit Pferden beschäftigen, kein Problem. Aber fast ne Stunde? Uninteressanter ging es kaum.
    Im späteren Verlauf wurde es besser, vor allem der Schlusspart mit der Mine, aber da war der Schaden schon unreparierbar geschehen. Entsprechend kamen mir auch die ganzen Actionszenen sehr gemächlich, langsam und unbeeindruckend vor. Nix dabei, was in Erinnerung bliebe (eventuell ausgenommen die Golden Gate Bridge zum Schluss). Ebensowenig irgendwelche Gadgets für 007. Manche Action erschien sogar total sinnlos. Zum Beispiel nach dem Brand und der Flucht aus dem Fahrstuhl: Bond hätte sich von der Polizei abführen lassen und die Angelegenheit offiziell klären können, seine Tarnung hatte er ja schon fallen gelassen, auch wenn ihm nicht geglaubt wurde. Stattdessen zettelt er eine Verfolgungsjagd mit der Polizei quer durch die Stadt an und verursacht dabei nicht nur zigtausende Dollar Schaden, sondern gefährdet auch das Leben zahlloser Zivilisten. Warum? Nur um etwas Zeit zu gewinnen? Um ein Fahrzeug zu haben (wobei ein Feuerwehrtruck auch wahnsinnig praktisch und unauffällig ist >_<)? Wirkte auf mich wie eine erzwungen konstruierte Szene, die kaum in die Handlung passte.
    Oh, und Bond überlebt so viele von seinem Widersacher geplante Tode für ihn. Wäre wahnsinnig unterhaltsam gewesen, wenn Zorin darüber vor Wut gekocht und am Ende nur noch in Unglauben den Kopf geschüttelt hätte, dass der Agent immer wieder unerwartet auftaucht. Oder auch ein paar nette One-Liner von Bond. Stattdessen nur der übliche, lahme Kommentar vonwegen "Der ist ziemlich hartnäckig". Hmpf. Zu Gute halten kann man dem Film schon dieses typische 80s Feeling, und es gab definitiv schon schlechtere Teile (Tiefpunkt bleibt für mich Golden Gun), aber View to a Kill war meiner Meinung nach einer der "unrundesten", trotz aller Bodenständigkeit. Da fehlte das gewisse Etwas.


    Bei Moonraker und For Your Eyes Only hab ich mich noch nicht entschieden, ob die auch für die Sammlung besorgt werden sollten, aber die letzteren beiden sind auf jeden Fall raus.

    Geändert von Enkidu (09.04.2016 um 05:44 Uhr)

  13. #13
    Trivia-Nachtrag zu For Your Eyes Only: Ha, hab ich doch richtig gesehen ^^ Da spielt tatsächlich Charles Dance als unbedeutender Henchman mit Hat, meine ich, nichtmal ne Sprechrolle. Müsste laut IMDb sogar sein erster Filmauftritt gewesen sein! Faszinierend.

    Und der Disco-Soundtrack, der erst ulkig-gut und dann seltsam-awesome wird, stammt von Bill Conti of Rocky Fame. Kein Wunder, dass mir der Stil so bekannt vorkam.


    Sag niemals nie /Never Say Never Again (1983)
    Kann es sein, dass der komplette Film in Pastellfarben und Umgebungen in Beige/Weiß/Grau gehalten ist? Glaube ich hab nicht ein Mal was Knalliges gesehen :-/ Ansonsten hat das Remake für mich keinen gewaltigen Unterschied ausgemacht. Fand den nicht nennenswert besser als das Original, vielleicht sogar schwächer. Klar, war moderner, extravaganter und ein bisschen sexier. Aber auch aufgeblasener, gefühlt langgezogener, möchtegern-komischer und mit ein paar sehr nervigen und/oder verschlimmbesserten Charakteren. Der neue M war furchtbar. Dazu Atkinson als Comic-Relief, really? Und Largo als Bösewicht hier geradezu ekelig, wozu auch die deutsche Synchro noch beitrug (hat sich Brandauer selbst nachsynchronisiert?) - der hat mir in der 1965-Variante mehr zugesagt trotz aller Blandness. Wusste abgesehen von den Produktionshintergründen inhaltlich bisher nicht viel über "Sag Niemals Nie" und war überrascht, wie viele bekannte Schauspieler da noch mitgemacht haben. Ansonsten gibts nicht viel zu sagen. Dieses Laser-Spiel mit den Elektroschocks war lächerlich, und der gesamte Soundtrack ziemlich lahm bis mies (kann sowas jazziges ohne Struktur nicht ausstehen). Macht schon was aus, wenn das berühmte Titelthema gar nicht zu hören ist und es darüber hinaus auch kein effektvoll animiertes Opening zur Einstimmung wie in der offiziellen Reihe gibt. Die Actionszenen für 1983 nichts Besonderes. Der Schlusspart zum Einschlafen. Soll jetzt nicht heißen, es handle sich um den schlechtesten Film aller Zeiten oder so. Funktioniert halt. Aber da gibts nichts zu sehen, was es anderswo nicht schon sehr viel besser gab. Einfach fade, ein Stück zweitklassiges 80s Actionkino. Hätte man sich im Grunde auch sparen können.

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