Ergebnis 1 bis 20 von 3446

Thema: Wutschachtel

Hybrid-Darstellung

Vorheriger Beitrag Vorheriger Beitrag   Nächster Beitrag Nächster Beitrag
  1. #1
    Sorry, aber das hat nichts mit Bayern zu tun, denn das ist überall so.

  2. #2

    Badass Freakin' Administrator
    stars_admin
    Zitat Zitat von Whiz-zarD Beitrag anzeigen
    Sorry, aber das hat nichts mit Bayern zu tun, denn das ist überall so.
    Sehe ich auch so, denn wenn es so wäre, hätte ich nicht genau das Gegenteil von Cuzco hier in Bayern erreicht.
    Ich habe nach der Schule nicht studiert, habe nach meiner Ausbildung einen schlechten Job gehabt, aber seit dem ersten Jobwechsel (der nun schon ein paar Jahre her ist) verdiene ich genug, um mehr als zufrieden zu sein. Die Leute in meiner Arbeit sind bis auf wenige Ausnahmen super, die Leute hier in der Stadt ebenfalls großartig bzw. gibt es hier nicht viel Stress. Was will ich mehr? Mir geht es hier gut und für mich käme nie ein anderes Bundesland als Bayern in Frage.

    @Cuczo
    Meinst du nicht, dass das Problem eher deine Erwartungen an Bayern sind bzw. wie du und deine Bildung / Studium hier aufgenommen wird? Und vor allem, wie deine Einstellung dazu ist? Denn um ehrlich zu sein, es wundert mich kein Stück dass du in Bayern kein Fuß fassen kannst, wenn du immer nur ausstrahlst: "Hier kotzt mich alles an! Und du! Und du! Und besonders du!". Sowas merken die Leute...

  3. #3
    Stimme Whizzar zu. Sicher kann ich mich gut in deine Situation hineinversetzen, weil es mir lange mal recht ähnlich ging. Jedoch gibt es überall im Land diesen einen oder anderen Fleck, mit dem du nicht warm wirst. Ich kann zum Beispiel deine Erfahrungen mit dem Altmühltal und München nicht nachvollziehen, weil ich eben dort auch selbst unterwegs gewesen bin. Jedoch sprechen deine Erfahrungen eine andere Sprache. Ich fühle mich dagegen im Norden oder etwa in Köln unwohl und jedes Mal total missverstanden. Ich glaube, dass jeder Mensch - so verschieden er ist - auch die unterschiedlichsten Erfahrungen in den unterschiedlichsten Gegenden macht. Lass dich jedenfalls aufgrund deiner schlechten Erfahrungen nicht hängen und versuche, davon zu profitieren, indem du einfach nichts anderes tust als deinen Weg weiterzugehen. Es klingt wie eine hohle Phrase, aber du wirst merken, das sich genau das irgendwann auszahlen wird!

    Edit: Gerade über das, was Knuckles sagt, solltest du dir mal Gedanken machen. Wenn du irgendwohin mal neu hinziehst oder mal hinfährst, lass dich einfach überraschen und schraube deine Erwartungen ein bisschen nach unten. Ich verspreche dir, dass du alles um dich herum dann ganz anders wahrnehmen wirst. c:

    Geändert von Haudrauf (06.02.2016 um 13:32 Uhr)

  4. #4
    Zitat Zitat von Knuckles
    Meinst du nicht, dass das Problem eher deine Erwartungen an Bayern sind bzw. wie du und deine Bildung / Studium hier aufgenommen wird? Und vor allem, wie deine Einstellung dazu ist? Denn um ehrlich zu sein, es wundert mich kein Stück dass du in Bayern kein Fuß fassen kannst, wenn du immer nur ausstrahlst: "Hier kotzt mich alles an! Und du! Und du! Und besonders du!". Sowas merken die Leute...
    Nein! Diese "Einstellung" habe ich zwar aktuell, aber nur aufgrund meiner Erfahrungen. Das war auch nicht immer so: Ich bin nämlich immer positiv an alles rangegangen und hatte im ersten Anflug auch nie ein Problem mit irgendetwas hier. Aber es gab immer irgendwas, was mich auf die Fresse fallen ließ. Meist Personen die im Hintergrund gearbeitet haben, weil ihnen irgendwas nicht gepasst hat. Und viele Menschen hier sind sehr negativ eingestellt. Im Arbeitsamt wurde ich NUR negativ aufgenommen. Mein Studium wurde als Hobby bezeichnet und der Abschluss als minderwertig und mir wurde gesagt, ich sei wieder so ein Sozialschmarotzer, die hier nix verloren hätten. Und das nicht nur bei einem Arbeitsamt. Letztenendes haben die mich in Tölz dann auf die Spur gebracht umzuschulen. Mit welchem Ergebnis: Ich hab mir den Arsch aufgerissen, die Leistungen passen auch, aber aufgrund eines schlechten Starts mit einer bestimmten Personengruppe haben die mich jetzt auf dme Kieker und wollen mich durchfallen lassen. Ich habe immer souverän reagiert und meistens auch nix dagegen unternommen und es nie jemanden heimgezahlt. Ich war immer ehrlich und hab immer versucht eine Lösung zu finden. Auch die Sache mit dem Volo stinkt zum Himmel. Oder die Personalabteilung in der Firma wo ich Diplomarbeit geschrieben habe - die eine Anstellung - auch ein weiteres Praktikum einfach verneinten, weil weil halt. Auch diese bayerische arrogante Ich-bin-besser-als-du-und-lass-es-raushängen hab ich leider ganz ganz oft mitbekommen. Nur was soll ich machen? Ich habe halt auch kein Vitamin B. Wie soll man sich da wehren. Viele Leute, die mich kennen, sagen, einschließlich meiner Eltern, dass ich mir einfach alles gefallen ließe und zu ehrlich sei. Ich will aber einfach auch kein Arschloch sein.

    Und ich kenne auch sehr viele Leute, die von Bayern die Schnauze voll haben. Einer hat jahrelang in Düsseldorf gelebt und hat gemeint, er würde sofort wieder zurückgehen, wenn er hier nicht seine Familie hätte. Auch jemand aus Bochum, der mich öfter mal mit dem Auto mitgenommen hat, hat über die nicht so pralle bayerische Weltoffenheit berichtet. Und ich war übrigens immer erst so, dass ich gesagt habe, sie sollen den Bayern noch ein Chance geben. Letztendes lernt man hier ja auch viele tolle Leute kennen. Wie ich feststellen musste: Ja, man lernt viele tolle Leute kennen, aber nicht in irgendwelchen hilfreichen Positionen. Der Abschuss war, als ich im Ausland mal auf ein älteres Ehepaar aus Ingolstadt traf und da ich zu diesem Zeitpunkt grade mal 30-40 km von der Stadt entfernt auf dem Dorf wohnte, hab ich auch mit ihnen über die "Heimat" gesprochen, mit folgendem Fazit: "Es gibt nix krattligeres (engstirnigeres), wia an Schanzer (Einwohner der Stadt Ingolstadt)!"

    @Haudrauf: Ich werde meinen Weg weitergehen. Er wird aber wohl vom Isartal zum Ruhrtal führen. Bisher hat sich die Gegend als -witzigerweise- sehr freundlich und weltoffen offenbart.Ich war jetzt auch schon richtig oft da und auch lange. Und hatte nie das Gefühl, dass einen die Menschen dumm kommen/ nicht leiden. In Bayern geht das leider öfter so. Die Menschen lassen sich auch auf mehr ein, hören einem zu. Gut, die sind auch nicht so reich. Müssen nicht wie in Bayern jeder einen BMW, Mercedes oder Audi fahren, um cool zu sein. Im ganzen Ruhrgebiet gibt es wahnsinnig viele Studenten. Und die Leute sind dort halt einfach entspannter. In München ist immer alles megahektisch. Und geschäftig. Die Leute rennen nur noch aufgetakelt herum. Mehr Schein als sein. In NRW, auch in Köln sind die Leute recht entspannt, lustig, lachen viel und tragen "normale" Kleidung, respektive fahren meistens ziemlich Schrottkarren, bei denen dich die Jugendlichen in Bayern schief anschauen (Was, Du fährst Honda!)
    Dennoch: Meine Tölzer Berge sind ebenfalls mit netten und freundlichen Menschen bevölkert. Die Stadt (Tölz) ist wunderschön und die Lebensqualität spitze. Und die Leute entwas normaler als in der Stadt. Aber die Mieten, die Lebenshaltungskosten an sich sind sehr hoch und Kultur ist eher wieder auf München zentriert. Und Arbeit in meinem Bereich findet man im Oberland auch nicht. Und die Umschulung werde ich wohl nicht schaffen, weil man mich auf dem Kieker hat. Also muss ich weg von da. Irgendwohin, wo's was gibt - und das wohl außerhalb von Bayern.

  5. #5
    Dass die Leute zumindest in München unfreundlich sind, habe ich auch schon miterleben dürfen. Damals, 10. Klasse Abschlussfahrt München 2004. Egal, wo man war und was man gefragt hat, immer bekam man eine dumme Antwort oder wurde mit zusammengezogenen Augenbrauen angestarrt, als wollte man uns die Pest an den Hals wünschen. Ich kann verstehen, wenn man irgendwann so einen Eindruck bekommt. Freiwillig würde ich da auch nicht mehr hingehen wollen.

    - Das Inno -

  6. #6
    @Cuzco
    Das ist vermutlich nicht ausschließlich eine bayerische Problemlage. Der einzige Ort an dem Kreativberufe um ihrer selbstwillen geschätzt werden sind mondäne Großstädte, die etwas auf ihr kulturelles Angebot und ihre kreative Boheme halten und damit werben. Anderswo geht es um den praktischen (d.h. finanziellen Nutzen). Wenn also kein Bedarf an Kreativberufen oder bestimmten Kreativberufen studiert, dann liegt das Arbeitsamt schon richtig mit der Aussage, dass du damit praktisch wertlos bist und liegt auch richtig mit einer Umschulung, zumindest wenn du in der Gegend bleiben willst, denn schließlich können die nicht einen Arbeitsplatz aus dem Boden ploppen lassen. Etliche Arbeitsstellen werden eben auch nicht offen über die Ämter ausgeschrieben sondern suchen auf anderem Wege oder erwarten Initiativbewerbungen, wie gesagt wenn es sie gibt. In meiner Heimatregion sieht es arbeitsplatztechnisch sowieso nicht so prall aus und Kreativberufe stehen am Ende der Nahrungskette. Hinsichtlich der Anzahl der Kunden, die so etwas nachfragen, gibt es bereits ein stabiles Angebot von Unternehmen, die das bereits anbieten und die brauchen nicht jedes Jahr etliche neue Leute, Wenn es hochkommt braucht man Grafiker, Werbetexter, Leute die Webseiten erstellen udgl. Da Ton einzubringen läuft da erstmal unter ferner liefen, da braucht man kaum so viele Fachleute dafür und wenn man mal ehrlich ist braucht im Endeffekt auch niemand Musiker oder Schriftsteller oder Maler. Die haben wenn sie viel Glück haben mal einen Erfolg. Sofern sie nicht irgendeine Fähigkeit für einen Brotjob mitbringen, der auch nachgefragt wird, dann war es das. Und es gibt nicht genug Verlage in Deutschland um potenziell alle Leute zu beschäftigen, die es zwar nicht zum Autor sondern höchstens zum Lektor bringen würden, zumindest nicht flächendeckend.

    Du kannst von einer Sache ausgehen: Das Ganze ist eher nicht auf bestimmte Personen oder Personenkreise zu reduzieren, da spricht die Frustration und Schuldigensuche aus dir. Es ist die generelle Situation, regional als auch bundesweit. Du wolltest einen Job machen, der dich erfüllt und der dir Spaß macht, nur heißt das nicht, dass es genau die Arbeit ist, die auch geschätzt ist, entsprechend muss man Kröten schlucken, wenn man das Aufrecht erhalten will: Prekäre Verhältnisse, schlechte Bezahlung, womöglich einen Arbeitgeber am Arsch der Welt.

    Und zum Thema Wahrheiten aussprechen: Ich weis ja nicht, was für Wahrheiten du da so aussprichst, aber ab einem bestimmten Moment ist es immer förderlicher den Mund zu halten und den feisten Chef, auch wenn der noch so doof ist, einfach stillschweigend den Kaffee zu reichen. Ab einem gewissen Alter sollte man auch wissen, dass die Phrase "Seien so ruhig offen" beim Bewerbungsgespräch nur eine gesellschaftliche Konvention ist, damit beide Seiten ihr Gesicht wahren können, während man sich gegenseitig anlügt, denn man bietet sich nun einmal auf einem Fleischmarkt feil.

    Ich will nicht sagen, es hätte überhaupt nie was mit Seilschaften und mangelnden Kontakten zu tun (letztes verabscheue ich genauso) aber du steigerst dich da langsam in eine Opfer-Obsession rein, die nicht hilfreich ist, ohne dabei die Rahmenbedingungen in Augenschein zu nehmen. Such doch am besten mal bundesweit nach Arbeitsmöglichkeiten. Wenn du deinen Traumberuf machen willst, insbesondere wenn es sich um so etwas exponiertes handelt, dann musst du flexibel sein, ist doof aber nicht zu ändern.

  7. #7
    Mein Berufsfeld ist kein reiner Kreativberuf. Du brauchst solche Leute relativ häufig. Ob im Theater, auf Live-Konzerten, bei der Beschallung von Events, Ereignissen, Konferenzen. Oder der Planung von Beschallungsanlagen jeglicher Art. In der Entwicklung von Heimkinoanlagen. In der technischen Entwicklung von Autos, sei es Sound-Anlagen oder auch Prüfstände. An Universitäten, in der Forschung. Im Bereich der gesamten Sendeabwicklung von audiovisuellen Medien oder nur Audio-Medien. In Tonstudios, in Werbeagenturen, für Hörbuch-/ Hörspielproduktionen und auch im journalistischen Cross-Media-Bereich.

    Ich habe mich an so vielen Sachen versucht. Als Video-Journalist, wo ich imho auch geeignet dazu war, da man meine Beiträge ungesehen einfach in die Abendnachrichten integrierte. Oder als Entwicklungs-Ingenieur oder in der Forschung an einer Universität. Ich habe alles versucht, was auch nur im entferntesten mit meiner Qualifikation zu tun hatte. Sogar für zwei Tonstudios habe ich freiberuflich gearbeitet. Hier war auch nicht das Problem meine Arbeit, sondern einfach dieses typische Rumgeschachtle. Wenn man einen Kumpel mitnimmt, um ihm zu helfen und dieser dann hinter Deinem Rücken zusieht, dass sie Dich abschreiben, nur damit er hier eine feste Stelle bekommt... Ich habe sogar als Verkäufer in der HiFi-Abteilung eines Elektronikriesen gejobbt. 1'200 Euro netto, den ganzen Tag stehen und einräumen, kontrollieren, einräumen und wenn jemand kommt, dann am besten gleich einen Flatscreen aufschwatzen. Da ich mich damit ein wenig auskannte, konnte ich die Leute relativ gut beraten. Doch dann kamen - wieder typisch - diese Snobs, die einen toll bezahlten Job gefunden haben mit ihren - für jeden gut sichtbaren - Werksausweisen und pöbeln mich an, ich würde mich doch gar nicht auskennen und Leute wie ich, die hier arbeiteten hätten eh nix in der Birne. Daraufhin hab ich versucht höflich zu bleiben, aber sie haben immer weiter provoziert bis ich einfach gegangen bin. Daraufhin wurde sich bei meinem Vorgesetzten, einem BWLer (was auch sonst), beschwert, den die zu allem Pech auch noch kannten. Da ich noch in der Probezeit war, tschüss Cuzco.
    So geht das hier oft. Ich kenne einige Leute die regelmäßig auf die Fresse fliegen. Meine "Umschulung" klappt übrigens auch nicht. Die Ausbilder sind doch tatsächlich der Meinung ich sei für diesen Beruf nicht geeignet. Natürlich suche ich zuerst mal bei mir, was es denn sein könnte. Doch in dem Fall sind die Gründe höchst suspekt. Die einen sagen, ich würde mich für die Ausbildung nicht interessieren und hätte keinen Bock drauf. Die anderen sagen wiederum ich wäre zu ehrgeizig und verbissen und würde mir viel zu viel Stress machen. Was denn jetzt?!

    Mir kommt es echt so vor, als würde ich alles was ich mache, scheiße sein. Außerdem haben bis jetzt auch nur die Leute in NRW gemeint, dass ich doch nen ganz geilen Job hätte. Die anderen stempeln mich als Spinner ab oder - wie King Paddy - "(...)dann liegt das Arbeitsamt schon richtig mit der Aussage, dass du damit praktisch wertlos bist(...)". Es gäbe ja Jobs in Bayern, aber keine fairen Bedingungen, da irgendwie Fuß zu fassen.

    NRW ist irgendwie viel cooler. Die Menschen sind grundsätzlich aufgeschlossener. Nein, das IST so. Warum das so ist, das weiß ich nicht. Aber ich weiß, dass es so ist. Ich kenne schon seit Jahren viele Leute aus Höxter. Sogar meine Eltern schwärmten immer, wenn wir in Westfalen waren "Sind das nette Leute!". Rücksicht und Respekt ist da ne andere Sache. Bayern ist allerdings bei denen auch hoch angesehen, aber nicht der netten Leute wegen, sondern, weil Ingenieure bei uns viel besser bezahlt sind und es auch Stellen gibt. *Hust* Opel, Bochum *hust*, 10'000 Arbeitslose *hust*... Und wenn es spitz auf Knopf kommt, erdolchen einen die Leute in NRW von vorne, nicht von hinten. Das sieht man auch, weil es in Bayern die CSU gibt. Ne tolle Partei... Und es stehen 2/3 der Bevölkerung dahinter. Warum auch nicht!

    Ich will Bayern jetzt nicht schlecht machen. Aber es ist bekannt, dass dieses Bundesland bei der Chancengleichheit das Schlusslicht bildet. Is so! Trotzdem hab ich auch viele tolle Menschen kennengelernt und auch einen Haufen echter Freunde gefunden. Die werde ich auch vermissen. Aber sie raten mir alle, eventuell den Schritt mit Essen in Erwägung zu ziehen. Sie hätten nur Glück gehabt, hier Fuß zu fassen. Bayern hat sogar weltoffene Städte, wie Würzburg. Nur leisten kann man sich das auch nur als Student. Das Städtchen am Main hat rund 20'000 Studenten und sehr höfliche nette Einwohner. Aber keine Jobs. Tölz ist ebenfalls sehr nett, aber trotzdem touristisch und die Hälfte der Leute dort hat einen guten Job in München drin. Und es gibt halt sehr viele schöne Altstädte: Bamberg, Rothenburg o.d.T., Regensburg, Augsburg, Ingolstadt, Landshut, Passau, Dinkelsbühl, Nördlingen, Bad Tölz, Lindau, Bayreuth, Fürth und sogar Erlangen...

    Essen hingegen hat ebenfalls sehr ansehliche (und auch erschwingliche) Wohngegenden, die alle eine gute Infrastruktur besitzen. Kettwig, Werden, Bredeney sind süße kleine (Schiefer-) Fachwerkstädtchen im idyllischen Ruhrtal und mit der S-Bahn grade mal 10 Minuten vom Hauptbahnhof und Innenstadt weg. Und obwohl man meint, man sei auf dem unterfränkischen Land, ist man mitten in der Stadt. Duisburg und Bochum sind in unter 20 Minuten zu erreichen, Düsseldorf in 45 und Köln immerhin in 60 Minuten. Natürlich sind die Stadtzentren nicht schön. Gerade Bochum war auch bereits vor dem zweiten Weltkrieg keine Schönheit. Trotzdem gibt es ein charmantes Szeneviertel, viel Kultur und Kleinkunst. Und die Leute sind da sehr redseelig und aufgeschlossen. Außerdem leben im Ruhrgebiet, also dieser 5 Millionen-Einwohner-Stadt schätzungsweise 200'000 Studenten. Nur die Wirtschaft ist da wohl nicht so pralle... Doch witzigerweise wird da nicht nur mehr für Kreativberufe getan, sie werden dort auch noch besser bezahlt. Wo ich wieder beim Thema wäre...

    @Inno: Ist leider wirklich so, dass die herzliche Stadt München alles andere als herzlich erscheint. Man meint es dort allerdings nicht böse. In Berlin waren die BVG-Kontrolleure/ Busfahrer ja auch immer besonders unfreundlich. Mir wurde aber versichert, dass dies einfach zum Beruf gehöre und getrost ignoriert werden darf (von wegen Berliner Schnauze und so).

    Geändert von Cuzco (08.02.2016 um 16:47 Uhr)

  8. #8
    Semi-related: Warum, WARUM hab ich nicht Computerlinguistik studiert? Da gibt es Stellenausschreibungen wie Sand am Meer. Ohne Informatik findet man in der "normalen" Linguistik dagegen fast nichts - als Postgraduate hat man aber wenigstens die Möglichkeit, hier und da Lehraufträge anzunehmen oder an kleineren Forschungsprojekten mitzuarbeiten, als PhD ist das Feld auch nochmal offener (wenn auch keineswegs breiter).

    Ich glaube ich sollte mich mal nach 1-Jahres-MAs in computational linguistics umschauen. Auf noch ein ganzes MA-Studium hab ich glaube ich nach dem hier nicht wirklich Bock... Oder ich schau mich echt nach ner PhD-Stelle um. Aber die wiederum sind auch nicht wirklich zahlreich und dafür sollte ich mal langsam einen klaren Forschungsschwerpunkt finden. Ich hänge gerade wieder wunderbar zwischen den Feldern. :/

    Jedenfalls darf ich für ein Modul mir ein Praktikum suchen. Ich habe bloß keinen Schimmer, wann ich das machen soll oder wovon - Pflichtpraktika sind fast immer unbezahlt und ich kann nicht 3 Monate mal eben meine Jobs beiseite legen. Bei einem ginge des während der Semesterferien, aber irgendwann muss ich ja auch noch die Hausarbeiten schreiben.
    Ich werd mal versuchen, mir meine Uni-Stelle anrechnen zu lassen (hey, noch fachnäher wird's nicht...). Dann hätte ich zwar immer noch kein Praktikum, aber wenigstens die Punkte und mehr Freiheit in meiner Planung. Ich bin da aber alles andere als zuversichtlich, da das ja eigentlich nicht ganz Sinn und Zweck dieser Praxismodule ist (und mein Prof mir das fürchte ich genau so sagen wird). :/


    @Cuzco: Also zumindest die Szene mit dem Laden gibt es wirklich überall. Das auf einen Ort reduzieren zu wollen klappt nicht - das wäre dir 1:1 so in Köln-Chorweiler passiert (wie ich aus eigener Erfahrung sagen kann). Ebenso, dass man sich beschwert, wenn du Kunden einfach stehen lässt. Das ist in der Branche eben ein no-go.
    Versteh mich nicht falsch, das klingt wirklich alles nicht so berauschend, aber auch ein wenig nach "Das Gras ist immer grüner auf der anderen Seite". Die ganze Geschichte habe ich mit anderen Bereichen fast 1:1 auch hier in NRW schon x mal gehört und in Auszügen selbst erlebt.
    Aber anders herum: Wenn dich scheinbar so wenig in Bayern hält, dann versuch es doch tatsächlich mal woanders. Vielleicht hast du ja tatsächlich Glück?

    Geändert von BDraw (08.02.2016 um 17:03 Uhr)

  9. #9
    Was braucht man denn als Grundstudium für Computerlinguistik? Reicht der Toningenieur (Bachelor) und die ersten zwei Jahre der Logopädie-Ausbildung dafür aus? Das könnt ich mir auch noch überlegen. Grundständig will ich nichts mehr studieren.

    @Topic: Es ist wirklich so, dass in Bayern solche Sachen gehäuft passieren. In Bayern ist es schwerer. Das sieht man an der Chancengleichheit, die dort (nicht) vorherrecht. Von meinem Bekanntenkreis haben viele im Ausland (bevorzugt Berlin und Köln studiert) und konnten es bestätigen, dass zumindest die Mentalität dort mit mehr Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft angereichert ist. Die Menschen haben dort auch interessanterweise genauso reagiert, wie ich es tun würde, als bspw. Personalwesen, BWL oder Bänker die Gesprächsthemen waren. Da ist so was eher noch verpöhnt. In Bayern hingegen geht es darum, möglichst erfolgreich zu sein. Da wird man eher für einen Assi gehalten, wenn man nicht BWL studiert hat. Selbst Lehrämtler werden da schon verarscht, weil (natürlich auch) die Berufsaussichten momentan megaschwierig sind. ich kenne da einige, die Englisch-Erdkunde studiert haben und sich jetzt wundern, dass das Arbeitsamt mit ihnen genauso umspringt wie mit mir, obwohl sie keinen so exotischen Beruf haben.

    Wenn ich demnächst meine Ausbildung abbrechen muss, dann habe ich zwei Möglichkeiten: Elektrotechnik/ Mechatronik studieren oder in NRW arbeiten. Da ich schon 30 Lenze zähle, habe ich keine Lust noch mal ein Studium zu machen. Also wird's wohl letzteres.

  10. #10
    Zitat Zitat von Cuzco Beitrag anzeigen
    Was braucht man denn als Grundstudium für Computerlinguistik? Reicht der Toningenieur (Bachelor) und die ersten zwei Jahre der Logopädie-Ausbildung dafür aus? Das könnt ich mir auch noch überlegen. Grundständig will ich nichts mehr studieren.
    Das ist das, was mich damals abgeschreckt hat: Stellenweise reicht das durchaus. (wobei halt, Toningenieur ist kein Bachelor of Arts, oder? Dann tatsächlich doch nicht)
    Als ich mich vor ca. anderthalb Jahren auf MAs beworben habe, war computational linguistics nicht sehr verbreitet; ich meine, mich an nur 2 Unis zu erinnern, wo es das gab, die für mich in Frage gekommen wären. Die eine wollte aber bereits einen BA in computational linguistics (den sie praktischerweise auch selbst anbot, den ich aber halt nicht habe) und die andere hatte Sinngemäß auf der Website stehen "Hauptsache B.A., was genau ist egal". Fand ich auch nicht so ansprechend, da das im worst case heißt, dass der MA auf BA-Niveau ist, um erstmal die Grundlagen zu vermitteln.

    Ich find den Gedanken dauerhaft an der Uni zu bleiben ja inzwischen durchaus ganz attraktiv - sieht man von den furchtbaren Verträgen und desaströsen Zuständen in den Geisteswissenschaften in Deutschland ab.

  11. #11
    Doch es ist ein B.A. (Bachelor of Arts). Wäre aber auch egal, wenn es ein B. Sc. wäre. Juristisch sind beide Sachen ja gleichgestellt.

    Lediglich ein B.Ed. (Education, also Lehrer) hätte eine Sonderstllung. Sonst sind alle Bachelorabschlüsse, sei es B.Mus., B.A., B.Sc. und B.Eng. gleichgestellt. Das heißt gleich viel wert. Ist halt der erste berufsqualifizierende (akademische) grad mit 180 bis 210 ECTS-Punkten. 180 sollte aber normalerweise für jeden (!) M.A. ausreichen. Zumindest wenn er vier Semester geht. Oder Du machst es so wie ich und schreibst noch ne Diplomarbeit (Dipl. FH) und bekommst 210 Punkte.

    Geändert von Cuzco (08.02.2016 um 17:47 Uhr)

  12. #12

    Examinierter Senfautomat
    stars_mod
    Stimmt so nicht, auch der B.Ed. ist den anderen Bachelorabschlüssen gleichgestellt. Eigentlich weist der Namenszusatz nämlich nur darauf hin, dass zusaätzlich zu den Fachinhalten der Kernfächer (die im Bachelor nahezu identisch sind) noch die erziehungswissenschaftlichen Grundlagen (also EW oder Pädagogik als Fach) gemacht wurden. Der Bachlor wurde in dem Bereich ja unter anderem eingeführt, um den Sonderstatus abzuschaffen und später noch gleichwertige Wahlmöglichkeiten zu haben.

    Geändert von BIT (08.02.2016 um 18:25 Uhr)

  13. #13
    Zitat Zitat
    Mir kommt es echt so vor, als würde ich alles was ich mache, scheiße sein. Außerdem haben bis jetzt auch nur die Leute in NRW gemeint, dass ich doch nen ganz geilen Job hätte. Die anderen stempeln mich als Spinner ab oder - wie King Paddy - "(...)dann liegt das Arbeitsamt schon richtig mit der Aussage, dass du damit praktisch wertlos bist(...)". Es gäbe ja Jobs in Bayern, aber keine fairen Bedingungen, da irgendwie Fuß zu fassen.
    reiß meine Zitate bitte nicht aus dem Zusammenhang, ja? Die Arbeitsämter haben eine Aufgabe nämlich dich in Arbeit zu vermitteln. Ökonomisch gesehen ist eine Arbeit dann sinnvoll, wenn man sie brauchen kann um damit Umsatz zu generieren. Es zählt hier die Nachfrage. Gibt es keine Nachfrage ist der Beruf egal wie toll du darin bist und wie groß die Nachfrage anderswo auch ist, wertlos. Ein Arbeitsamt kann dich nicht in Jobs vermitteln, die nicht nachgefragt werden, weil es dann eben keine Stelle gibt. Das Arbeitsamt hat im GEgensatz zur Politik nicht Möglichkeiten noch Auftrag Arbeitsplätze zu schaffen sondern dich in bestehende Angebote zu vermitteln, einerseits in dem sie Angebot und Nachfrage zusammenbringen und in dem sie dein Arbeitskraftangebot optimieren, zum Beispiel in dem sie dich qualifizieren oder eben umschulen zu etwas, dass nachgefragt wird. Wenn also keine Nachfrage nach Toningenieuren besteht, dann kannst du erstens damit nicht vermittelt werden, zweitens nützt eine Qualifizierung dann auch nichts, drittens ist eine Umschulung sinnvoll und 4. wenn du das nicht möchtest, dann kannst du geneigt sein nach anstellungsmöglichkeiten zu suchen, die das Amt eben nicht in ihrem System hat oder kannst 5. darauf beharren trotz offenkundigem Desinteresse der Wirtschaft deiner Region, dass du diese Arbeit machen willst und solange arbeitslos sein, bis weider Stellen frei werden.

    Das so etwas gebraucht wird steht außer Frage. Es werden auch Bäcker gebraucht aber nur soviele bis die Stellen besetzt bin. Wenn dazu dann auch noch etliche Freiberufler kommen, wie du mehrfach im Forum erwähnt hast, die man ebenso gut für diese Tätigkeiten mieten kann, dann hat man ebenso wenig Bedarf an festangestellten Kräften. Entsprechend gibt es das halt nicht. Entsprechend ist die Skepsis gegenüber "brotlosen Künstlern" (und das ist ein Bild das 19. und 20. Jahrhunderts also keine spezifisch neueztilich-bayerische Erfindung) groß, die dann eben statt sich einen Job zu suchen, mit dem sie sich eben unterhalten können, im Zweifel auf Kosten der Leute, die einer Arbeit nachgehen, einem Traum hinterherjagen. Das Ansehen eines Berufsstandes hängt von den finanziellen Möglichkeiten und dem Aufstieg ab und Kreativberufe gelten als eher prekär und mit geringem Verdienst, entsprechend werden feste Anstellungen mit sicherem und ordentlichem Gehalt bevorzugt. Und das gilt wie gesagt nicht nur in Bayern. In urbanen Zonen und da auch nur in nicht-bügerlichen Gegenden sieht das mit der Wertschätzung wiederum anders aus, weil es da als chick gilt. Das ist aber eben eine völlig andere Mentalität als die einer protestantischen Arbeitsethik. Allerdings können auch Kreative sich den Respekt verdienen, in dem sie wirtschaftlichen Erfolg haben, denn das ist eine anerkennenswerte Leistung. Die anderen werden nicht vor allem geschätzt, weil sie als gesellschaftlich relevanter gelten, sondern weil sie mit ihren Berufen tendenziell wirtschaftlich größeren Profit und beruflichen Status erlangen. Das ist das faszinierende an bankern, managern usw. Das gleiche können Kreativlinge auch erreichen aber da ist unberechenbar.

    Ansonsten das Hinterfotzige auf Arbeit. Auch das ist keine spezifisch-bayerische Lebensart. Wo Konkurrenz (um Arbeitsplätze, Beförderungen, wichtige Leitungspositionen) besteht, ist jeder bestrebt sich möglichst durchzusetzen. Da kann es schon reichen, dass nicht einmal gegen dich schmutz geworfen wird, sondern da kann es schon reichen, dass dein kollege heimlich Mehrarbeit macht und damit dem Chef imponiert und dich dann so bei der nächsten Beförderungsrunde aussticht. Und das Ganze ist ein Verhalten das tagtäglich überall in Unternehmen vonstatten geht, bewusst oder unterbewusst. Das ist die freie Wirtschaft mit ihrem Wettbewerbsgedanken und tatsächlich sind das Eigenschaften, die unter anderem auch für Führungspositionen qualifizieren, weil sie im Geschätsleben (nicht im Übermaß) auch nützlich sind.

    Die bayerische Chancenngleichheit bezieht sich auch nicht auf Seilschaften oder asoziales Betriebsklima sondern es geht dabei immer um das Bildungssystem. Das bayerische Bildungssystem betreibt Elitenauslese nach alter Schule und ist dabei enorm darwinistisch. Es geht nicht so sehr um die Kritik am Leistungsprinzip. Der Großteil der Eltern wünscht Leistung und Leistungsvergleichsbarkeit als Grundlage für Noten. Wofür Bayern in der Kritik ist, ist die Tatsache, dass die Kinder gar nicht so recht in die Lage kommen ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis zu stellen, da das Schulsystem von seinen Anforderungen her an die Bedürfnisse vermögender Eltern angepasst ist, die ihr Kind durch die hohen Hürden prügeln in dem sie Nachhilfelehrer etc. beschäftigen. Wenn es wie die Kinder armer Eltern keine zusätzliche Förderung erhalten würde, dann würde offengelegt werden, dass das bayerische Schulsystem die Kinder nicht ausreichend von sich selbst aus fördert sondern nur fordert ohne die nötigen Voraussetzungen dafür zu schaffen, diese Forderungen erfüllen zu können. Deshalb werden soziale Ungleichheiten zementiert. Tatsächlich aber kann man das korrigieren und am Leistungsprinzip festhalten. Dann werden die sozailbenachteiligten Schüler ebenso gut vorbereitet, dass sie gedanklich mit ihren wohlhabenden Pendants mithalten können, was aber im Endeffekt keinen Unterschied macht, da dann trotzdem noch nach Leistungsfähigkeit ausgesiebt wird und man kann durchaus der Meinung sein, dass die Uni eben einer entsprechenden Gruppe offen stehen soll, die auch die geistigen Fähigkeiten dafür mitbringen. Das Ziel ist dann nicht möglichst hoher Studentenanteil sondern der Anspruch die an die Uni zu schicken, die da auch was zu suchen haben. In Anbetracht der Studentenschwemme und der Entwertung von Schulabschlüssen kann man durchaus fragen, ob das Konzept nicht im Grundsatz richtig ist. Aber Unterstützer von leistungsorientierten Schulsystemen hast du in vielen Bundesländern so auch in BaWü oder Sachsen. Auch hier keine bayerische Spezialiät.

    Darüber hinaus trifft das eben auch auf dich nicht zu. Du bist eine qualifizierte Fachkraft und gehörst damit auch zu den Gewinnlern dieses Systems. Das man für dich damit nur keine Verwendung hat, ist jetzt Pech.

    Ansonsten bekommt man aber, wenn man das von dir liest, das Gefühl das es nicht unbedingt das Problem der Jobangebote ist sondern eventuell auch deiner sonstigen Ansprüche. Deine Verkäuferepisode zeigt das deutlich. Du musst dir klar werden, dass du ein Angestellter bist, damit hast du dich in gewisse Kontexte ein- und damit unterzuordnen unter anderem unter die Tatsache, dass der Kunde König ist und sich so arschig benehmen darf, wie er will. Du solltest dir im Klaren darüber sein, dass die unternehmen nicht auf dich warten, sondern das du in Leistung treten musst. Man muss sicher nicht mit jeder belastenden Arbeitssituation umgehen können (es gibt ja ziemlich krasse Fälle, wo man besser das Unternehmen verlässt) aber generell gehört es auch dazu Kröten zu schlucken, wenn es eben nicht an den Bereich des Unterträglichen geht. Du solltest mal deine Erwartungen herunter schrauben und einsehen, dass du nicht das Maß der Dinge bist. So wie du hier über die vermeintliche Mentalität der Leute in Bayern herziehst, sollte man sich eben fragen, wer hier die gestörte Mentalität besitzt: du oder die paar Millionen Bayern, denen du vorwirfst unfreundliche arschige Menschen zu sein, weil du in ihrer Mitte nicht funktionierst. Und ich kann dir versprechen, dass die andere Seite des Zauns zwar immer grüner aussieht, aber da die angesprochenen Probleme keine bayerischen Exklusivitäten sind, kannst du in NRW genauso Pech damit haben einen entsprechenden Arbeitsplatz zu finden, der deinen Ansprüchen genügt.

    Es gibt diesen schönen Ausspruch: Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. Die Arbeit soll dich erhalten und im besten Fall sollte es sein, was du machen willst, aber im Endeffekt bleibt es ein Broterwerb für den man auch mal zurückstecken muss. Du kannst es natürlich auch wie der Ponader von den Piraten machen (ist der noch bei denen?) und einfach mit Ignoranz sagen, dass halt die Arbeitswelt wie sie jetzt ist das Problem ist und du nicht dazu beitragen willst. Dann bleibst du vielleict mit dir selbst im Reinen brauchst dich dann aber nicht zu beschweren, dass du arbeitslos bist und vom Arbeitsamt entsprechend schikaniert wirst.

    Das klingt vielleicht hart, aber anstatt dich ständig selbst mental in die Opferrolle zu flüchten und alle anderen für dein Unglück verantwortlich zu machen, solltest du mal schauen, ob es wirklich die anderen oder deine ansprüche sind, die dich behindern.

  14. #14
    Ach ja ... die Deutsche Bahn war gestern Abend wieder nervig ... S-Bahn fuhr nicht mehr (Polizeieinsatz), selbst der Regio, mit dem ich gefahren bin, wurde umgeleitet (Weichenstörung). Dadurch war ich 2 Stunden lang vom Betrieb nach Hause unterwegs, davon ca. 50 Minuten reine Wartezeit .

    PS: Folgendes ist schon fast was für die Happy-Box: Mein Ausbilder hat sich (auch wenn sehr gedrungen und nur über indirekte Rede) bei mir entschuldigt, dass er mich so angemacht hat. Ich war davor immer noch bisschen geknickt drauf. Das hat ihn wohl gestört. Mir wurde an Herz gelegt, dass ich Situationen, wo ich beschimpft oder angeschrien werde, doch ignorieren soll. Die würden das ja nicht so meinen, sondern nur in der Situation etwas sehr über reagieren, aber einem nicht gleich das schlimmste Wünschen. Das sind ja alles Gutmenschen. Naja Schmarn drauf, die paar Monate werde ich noch überstehen. NACH VORNE BLICKEN UND MARSCH, MARSCH!

  15. #15
    Also langsam beginne ich ja schon, die Hoffnung in unsere Allgemein-Mediziner zu verlieren. 16:57, genau drei verschissene Minuten vor Ende der Dienstzeit fliegt uns noch mal der Piepser um die Ohren. Einsatzstichwort "fortgeschrittener Thrombose-Notfall". Wir natürlich volles Brett und mit Lichthupe zum Einsatzort. Dort trafen wir auf den Hausarzt der schon recht alten Patientin, welcher den Notruf abgesetzt hatte. Freundlicherweise hatte man schon vorgesorgt; Die Patientin hatte ihre Tasche gebracht und sie lag schon bereits, sodass sie nur umgelagert wurde. Medikamentenpläne und Versicherungskarte waren auch schon in der Tasche bereit und da wir kein NEF nachfordern mussten, übergaben wir auch erst in der Notaufnahme die Medikamentenliste. Und was fällt mir entgegen, während ich die Tasche später auspacke? Ein penibel geführter Marcumar-Pass. Meine erste Position musste sich so beherrschen und ich kam mir wirklich vor wie im schlechten Film. Wenn ich als kleiner, dummer, naiver Rettungshelfer mittlerweile schon einem studierten, promovierten Allgemeinmediziner voraus bin, dann mache ich mir wirklich gerade Gedanken um die Kenntnisse und Fertigkeiten von besagtem Hausarzt. Die Patientin hatte wohl nichts weiter als ein bisschen Wasser im Bein, was wiederum mit den Kapillaren zusammenhängt.

    Kurz und bündig: Die Patientin kann niemals eine Thrombose haben, wenn sie seit Jahren schon auf Marcumar ist, weil letzteres blutverdünnend wirkt und genau eben jegliche Restriktionen einer Thrombose, (Gerinnsel, Geschwür, Verdickung vom Blut) bereits im Keim erstickt wird.

    Für uns waren das dann unterm Strich zweieinhalb Stunden später Feierabend und der Tiefpunkt unserer Laune. Hätte ein Notarzt von uns eine solche Fehldiagnose gestellt, hätte der ne Einladung vom Betriebsrat bekommen...

  16. #16
    Innerhalb von drei Wochen wurde jetzt nun ein zweites Mal in der Firma eingebrochen.

    Edit:
    Laut der Kripo sind sie über eine Balkontür eingebrochen, die zu einem Vorsprung mit einer Feuerleiter führt. Wir sitzen aber im 7. Stockwerk. Sie sind die gesamte Feuerleiter bis zum siebten Stock hoch- und auch wieder runtergeklettert ... Beim ersten Einbruch haben sie einfach an der Tür geklingelt und die Putzfrauen haben die Tür aufgemacht...

    Geändert von Whiz-zarD (29.02.2016 um 15:15 Uhr)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •