Für mich gewinnt da klar Pandora's Tower.

Xenoblade hat eine ganz nette Geschichte mit einem Clusterfuck-Ende, die mich ganz gut unterhalten hat. Jedenfalls mache ich mir ganz gerne Gedanken über sowas, z.B. ist der ,,Monado''-Name des Schwertes kein Zufall, sondern bewusst so gewählt. Außerdem fand ich die mini-Anspielungen auf die anderen Xeno-Spiele ganz nett.

Dann stehen auf der Habenseite noch eine sehr schöne Welt (die aber hinter ihrem Potential zurückbleibt, was Kiru gut beschreibt), ein guter Soundtrack und gute Ansätze im Gameplay.

Wie ich schon oft erwähnt habe, ist das Spiel aber in vielen Punkten sehr aufgeblasen. Die Landschaften haben imo kein wirklich großartiges Design. Sie sind zwar abwechslungsreich und fantasiereich gestaltet, vom Gameplayaspekt her aber nur ein endlos langer Laufweg. Gegen Ende wird das Spiel mit uninteressanten Orten noch abartig gestreckt, um wieder Inhalt vorzutäuschen. Viele Gameplayaspekte sind völlig Banane, wenn man nicht gerade die richtig fetten Gegner besiegen möchte.

Das sind Sachen, die ich aber ignorieren kann. Besonders die Sidequests.

Nicht ignorieren konnte ich das Kampfsystem, das für mich eines der langweiligsten des ganzen Genres ist (nach Skies of Arcadia). Interessante Ansätze, in der Praxis aber total langweilig. Wie erwähnt ist der Level der Charaktere viel zu ausschlaggebend, sodass das Spiel teilweise in einen nicht enden wollenden Grinding-Orgasmus verfällt. Das zieht das Spiel für mich ganz schön runter, da ein großer Teil der Spielzeit mit Kämpfen verbracht wird.

Würde hier mittlerweile eine 6/10 vergeben. Immer, wenn ich an Xenoblade denke, fällt mir schlagartig ein, dass es zwar nett, aber stellenweise total öde war.

Last Story ist 1:1 Mass Effect in jRPG-Form. Die Spiele sind von Aufbau her wirklich identisch, auch das Kampfsystem hat frappierende Ähnlichkeiten. Ich fand das Gameplay gar nicht schlecht, war eine spaßige Angelegenheit. Es macht nicht alles perfekt, aber beinhaltet viele Elemente, die sich andere jRPG-Entwickler mal genauer angucken sollten.

Im Gegensatz zu Xenoblade fand ich hier die Story furchtbar. Also...sie ist nicht direkt furchtbar, was die Qualität angeht, sondern im Sinne der Klischees und der Beliebigkeit. Neben Logiklöchern hat mir die Story nicht eine Minute einen Grund gegeben, an ihr interessiert zu sein. Selbst die Wendung am Ende war bereits 1000 Mal in anderen Genrevertretern präsent. Einzig die Charaktere waren interessant und lebendig, auch wenn sie nur Stereotypen waren. Aber in dieser Suppe an Beliebigkeit nimmt man das hin.

Es hat ok unterhalten, aber ist eine totale Enttäuschung, nachdem Sakaguchi mit Lost Odyssey ein wirklich tolles Spiel abgeliefert hat. Für mich eher 'ne 5/10

Pandora's Tower habe ich zwar noch nicht durch, aber es fesselt mich 100x mehr vor die Wii als die anderen beiden Spiele. Im Gegensatz zu Last Story hat es ein ausgefallenes Grundthema und im Vergleich zu Xenoblade wiederum nutzt PT das auch aus. Es ist gewiss nicht perfekt, aber das finde ich auch überhaupt nicht schlimm, weil dafür alle Aspekte des Spiels Hand in Hand miteinander gehen und Kohärenz bilden. Mehr zu meiner Meinung dann im Thread.


Zum Abschluss:

Ich finde es insgesamt schön, dass wir hier alle drei Spiele abbekommen haben. Wobei ich mich persönlich einfach frage, ob mir das Genre noch viel gibt (außer von einigen Ausnahmen). Xenoblade und Last Story werden überall sehr positiv aufgenommen, Xenoblade wird teilweise als das beste jRPG der letzten Jahre angesehen. Da steh nun ich und finde beide Spiele nicht sonderlich toll, wo ich mich dann schon fragen muss, ob's noch mein Genre ist. PT zählt da so gar nicht rein, weil es auch kein jRPG, sondern eindeutig ein Action-Adventure ist.