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Thema: Inglourious Basterds - Once Upon a Time in Nazi Occupied France

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    So wie du das Gespräch mit dem Bauern empfunden hast, kam mir der ganze Film vor. Man hätte gut ne halbe Stunde einsparen können imo. Ob ich den Film nun verstanden hab oder nicht - er hat mir nicht wirklich gefallen, weil er einfach zu langatmig und zu gesprächslastig war.

    Unter einem Kriegsfilm stell ich mir nun mal was anderes vor, als einen Film der zu 90% aus Dialog besteht. Auch wenn die Dialoge gut sind und interessante / spannende Situationen aufzeigen.

    Wie auch immer, mit etwas Abstand ist der Film insgesamt nicht soooo übel, wenn man aber vorher "Bester Tarantino Film" etc. liest, kommt man aus dem Kino raus und fragt sich nur noch "WTF?" Der Film hat div. starke, Tarantino-typische Szenen, aber mehr nicht.

    Hitler fand ich aber recht gelungen, wie er sich am Anfang gebärdet

    *Edit* Auf Wikipedia beschreibt ein Kritiker recht gut, wie mir der Film vorkam:

    Zitat Zitat
    Lars-Olav Beier hingegen schrieb auf Spiegel Online: „Tarantino beginnt mit totalem Stillstand – und nimmt danach langsam das Tempo heraus. Ohne jedes Gefühl für Timing walzt er seine Geschichte geschlagene 160 Minuten lang über die Leinwand."

  2. #2
    Zitat Zitat von NeM Beitrag anzeigen
    Unter einem Kriegsfilm stell ich mir nun mal was anderes vor, als einen Film der zu 90% aus Dialog besteht. Auch wenn die Dialoge gut sind und interessante / spannende Situationen aufzeigen.
    Kriegsfilm ungleich Actionfilm. Und letzterer ist IB definitiv keiner - was auch gut so ist.

  3. #3
    IB ist kein Genrefilm. nton:

  4. #4
    Zitat Zitat von NeM Beitrag anzeigen
    Wie auch immer, mit etwas Abstand ist der Film insgesamt nicht soooo übel, wenn man aber vorher "Bester Tarantino Film" etc. liest, kommt man aus dem Kino raus und fragt sich nur noch "WTF?" Der Film hat div. starke, Tarantino-typische Szenen, aber mehr nicht.
    Komisch, ich fand tatsächlich, dass das hier der beste Film von Tarantino war, den ich kenne.
    Und es war ein typischer Tarantino, der viel Wert auf Dialoge setzt. Während ich aber fand, dass Pulp Fiction sich mit Dialogen zu sehr selbst feiert, dass Kill Bill in abstruse Philosophie abwandert oder dass Death Proof LANGWEILIG³ ist hatte ich bei den Basterds doch das Gefühl, dass tatsächlich Spannung durch Dialoge aufkommt und die Handlung wie auch die Charaktere sich perfekt entwickeln können.
    Das erste Kapitel fand ich nahezu perfekt, in allen Belangen. Es war spannend, da man wusste, dass der Franzose etwas zu verbergen war, man sich aber nie sicher sein konnte, wie viel der unberechenbare Hans Landa weiß.
    Noch perfekter fand ich die Szene im französischen Kaffee, in der man eigentlich nur zwei Leuten beim Strudel-Essen zusieht.
    Zwei weitere Höhepunkte waren für mich die Szene in der Kellerbar und das Verhör am Ende. Eben weil man bei den Beteiligten nie sicher sein konnte, was sie wissen, ob sie nur mitspielen, oder ob sie wirklich unbehelligt sind.

    Und somit muss ich Tarantino einige Dinge zugestehen, die ich ihm davor nicht so ganz genehmigt hätte: Gutes Timing, gute Charakterzeichnung und große Kontrolle über seine Darsteller.

    Unter dem Cast gefielen mir im übrigen ganz besonders:
    - Christoph Waltz, bedarf keiner Erklärung.
    - August Diehl, mindestens genauso gut wie Waltz.
    - Daniel Brühl, hat mich absolut überzeugt.
    - Brad Pitt, den ich trotz geringer Screentime extrem authentisch fand.

    Insgesamt gebe ich dem Film auch 10/10 Punkten, empfehle ihn allen Leuten weiter und denke, dass dies noch in Jahren ein großer Kultfilm sein wird.

  5. #5
    Zitat Zitat von Tiger Beitrag anzeigen
    - August Diehl, mindestens genauso gut wie Waltz.
    Auf jeden Fall. Seine Rolle fand ich auch sehr gut und hätte mir eigentlich ein paar mehr Szenen mit ihm gewünscht.

    Sehr schön, wie er in der Kneipe genau darauf hinarbeitet, dass nur drei Gläser bestellt werden

  6. #6
    Zitat Zitat von NeM Beitrag anzeigen
    *Edit* Auf Wikipedia beschreibt ein Kritiker recht gut, wie mir der Film vorkam:
    Sieht so aus, als ob dieser Kritiker den Sinn hinter diesem Film ebenfalls nicht versteht.
    Wie ich bereits sagte: Der Film ist kein Kriegsfilm oder reinrassiger Actionfilm und er ist schon dreimal nicht historisch akkurat oder irgendwas in der Richtung.

    Dieser Film ist (man mag es kaum glauben) ein Tarantino-Film.
    Man muss zugeben, dass Tarantinos Filme in einer bestimmten Art und Weise schon ein eigenes Genre sind. Und bei jedem Tarantino-Film bisher (egal ob Jackie Brown, Pulp Fiction, Reservoir Dogs, das letzte Viertel von Four Rooms oder eben Inglorious Basterds) list das Hauptaugenmerk auf den Dialogen (und dem Wort "Fuck" und seinen Abwandlungen). Wer also mit den vorherigen Tarantino-Filmen nix anfangen kann (hier schließe ich allerdings die beiden Kill Bill-Filme und Deathproof aus), kann rein logischerweise mit Inglorious Basterds auch nix anfangen, weil der Otto-Normal-Kinogänger da wohl irgendwie entweder nen historisch akkuraten Kriegsfilm oder nen zünftigen Actionfilm erwartet und beides in keinster Weise serviert bekam. Dazu kann ich nur sagen: Pech gehabt, wer bei nem Tarantino-Film was anderes als Tarantino-Inhalt erwartet.

    Um das nochmal kurz zu unterstreichen:
    Ich hab mir die ersten 30 Minuten von Inglorious Basterds nochmal anschauen können (jaja, Kumpels und das Internet) und bestehe immernoch auf meiner Aussage, dass der Film im Prinzip nichts anderes ist als Reservoir Dogs im zweiten Weltkrieg. Besser und exakter könnte man diesen Film imo in einem Satz nicht beschreiben.

  7. #7
    Zitat Zitat von V-King Beitrag anzeigen
    Sieht so aus, als ob dieser Kritiker den Sinn hinter diesem Film ebenfalls nicht versteht.
    Wie ich bereits sagte: Der Film ist kein Kriegsfilm oder reinrassiger Actionfilm und er ist schon dreimal nicht historisch akkurat oder irgendwas in der Richtung.
    Wo bitteschön spricht der Kritiker von einem Genrefilm? Das Zitat bezieht sich lediglich auf die Dynamik. Und die kann auch bei dialoglastigen Filmen mal mehr, mal weniger gut gelungen sein. Imho nichts was man mit einem "It's Tarantino!" rechtfertigen könnte.

    Zum Thema:
    Ich selbst hab' den Film noch nicht gesehen, die überwiegend positive Kritik hat mich aber neugierig gemacht. Vielleicht schleppe ich mich doch noch ins Kino.

  8. #8
    Ich kenn von Tarantino

    From Dusk Till Dawn
    Kill Bill Vol. 1 & 2
    Reservoir Dogs
    Pulp Fiction
    Natural Born Killers (wobei er damit nicht mehr allzu viel am Hut hatte)
    The Rock (da hat er zumindest am Drehbuch mitgearbeitet)

    Bis auf NBK fand ich die alle sehr gut. Wobei sich Reservoir Dogs beim zweiten Anschauen sehr in die Länge zieht. Aber erzähl mir nicht, ich könnte mit seinen Filmen nix anfangen...

  9. #9
    Den Filme habe ich mir gestern angesehen und er hat mir extrem gut gefallen.

    Ich hatte mich vorher kaum darüber informiert, und wusste nicht so recht was ich erwarten sollte... umso erfreuter war ich, dass ich am Schluss keinen simplen Actionfilm mit hier und da eingeworfenen Humor vorgesetzt bekam.

    Die Dialoge waren meiner Meinung nach sehr spannend, und ich bezweifle, dass mich irgendeine Actionszene mehr unterhalten hätte. Das liegt natürlich auch an der großteils sehr guten Besetzung, welche aber nicht nur bei Christoph Waltz anfängt und endet (welcher natürlich besonders hervorsticht). Auch August Diehl hat seine Rolle sehr beklemmend rübergebracht. Waltz' Präsenz hat sich zwar durch den ganzen Film gezogen, und war immer ein Genuß, aber die französische Kellerbar war wohl meine Lieblingsszene aus dem ganzen Film.

    Sonst haben mir auch die ganzen Quirks im deutschen Sprachgebrauch recht gut gefallen ("Ach, das ist ja doll!") - oftmals nur subtil im Hintergrund und sehr österreichisch. Ich bin mir garnicht sicher ob diese Seitenhiebe anderswo so gut ankommen oder auffallen.

    Nur das Ende im Kino hat mir nicht sonderlich gefallen. Die Rauchfratze und Symbolik hinter den Flammen um die Leinwand - ich schätze mal es sollte die Hölle sein - fand ich eher billig, sowohl von der Idee als auch Umsetzung her.

    Geändert von The Protagonist (18.10.2009 um 11:17 Uhr)

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