Was und wann war mein letztes
Prince of Persia?
Prince of Persia: Die vergessene Zeit für die Xbox 360 im Jahre 2012.-_-'
Trotz all der Kritik hatte ich viel Spaß damit und war damals schon lange ein Fanboy der Reihe.
Denn die
Sands of Time-Trilogie habe ich mir zwischen 2005 und 2006 gegeben.
Es war Liebe auf den ersten Blick und egal, was Ubisoft damals anfasste, es wurde fast immer Gold daraus oder zumindest Silber.
Danach folgte
Prince of Persia (2008) und eben
Prince of Persia: Die vergessene Zeit für die Nintendo Wii und Xbox 360/Playstation 3.
Wichtig hierbei ist: Es handelt sich um
„Die vergessene Zeit“ und zwei komplett unterschiedliche Titel mit eben dem gleichen Namen für verschiedene Konsolen.
Und danach war leider Schluss, aber den Film habe ich mir noch im Kino angeschaut.
Ubisoft wälzte sich danach die Jahre wie ein Schwein in den
Assassin's Creed-Dreck und um den Prinzen wurde es ganze 12 Jahre lang still.
Der Sand der Zeit bekam hier eine ganz neue Bedeutung und während ich mein Leben weiterlebte, ploppte so um 2021 die Nachricht auf, dass ein Remake von
Sands of Time erscheinen soll.
Die Begeisterung war da, aber mein Vertrauen in Ubisoft nicht.
Dass der erste Trailer von den grafikverwöhnten Kiddies anschließend zerrissen wurde, war dann natürlich nicht gerade förderlich, und so vergingen weitere Jahre, dafür mit ein wenig mehr Zuversicht meinerseits.
2023 folgte dann die Ankündigung zu
Prince of Persia: The Lost Crown von Ubisoft Montpellier, die sich für die
Rayman-Reihe verantwortlich zeigten.
Mein Interesse war wieder geweckt, selbst wenn ein 2.5D-Metroidvania nicht überall Freudenschreie auslöste.
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Okay, spulen wir ein knappes Jahr vor.
Wir haben den 18. Januar 2024, es ist Winter, Klein-Orpheus hat frei und kauft sich direkt für einen schmalen Betrag von 46,99 Euro (von wegen „2.5D ist kein vollwertiges Spiel, deshalb der günstige Preis, blablabla“)
Prince of Persia: The Lost Crown.
Was danach die Wochen folgte, war eines der besten Metroidvanias, die ich bis dahin spielen durfte.
Aber worum geht es? Man spielt Sargon, ein Mitglied der Unsterblichen, die Speerspitze des persischen Reiches.
Nach einer verhinderten Invasion der Kuschana sollte endlich Ruhe im Reich einkehren, doch während der Siegesfeier wird Prinz Ghassan von Sargons Mentorin entführt.
Die Unsterblichen verfolgen die Kidnapperin bis zum Berg Qaf, wo eine Zeitanomalie sie prompt daran hindert, den Berg zu verlassen.
Ziel ist es, die Entführer zu stellen und den entführten Prinzen sicher ins Königreich zurückzubringen.
Die Zeitanomalie ist hierbei die größte Herausforderung, denn neben Monstern und Soldaten trifft Sargon auf seiner Reise viele Menschen, die ebenfalls auf dem Berg Qaf feststecken.
Was mit der Tradition der Reihe bricht, ist die Tatsache, dass man mit Sargon nicht den Prinzen von Persien spielt und hauptsächlich der Antagonist über die bekannten Zeitkräfte verfügt.
Am Anfang war ich gar nicht so angetan von der Handlung, aber durch die vielen Notizen und Dialoge war mein Interesse schnell geweckt.
Und da in einem Metroidvania für mich die Handlung nicht an erster Stelle steht, waren die ersten Stunden völlig in Ordnung, doch im Nachhinein ein Segen und bin froh darüber, eine gelungene Geschichte erleben zu dürfen, was für mich eben eine kleine Seltenheit in dem Genre darstellt.
Dass Sargon am Ende einer der Prinzen ist und eben der Antagonist als weiterer Prinz über Zeitkräfte verfügt, ist natürlich eine nette Idee gewesen, um dem Namen der Reihe gerecht zu werden.
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The Lost Crown ist ein Spiel, welches sich locker in unter 20 Stunden durchspielen lässt, was ich bereits recht umfangreich finde.
Wer möchte, kann sich das Spiel aber auch deutlich erleichtern oder erschweren, indem neben dem Schwierigkeitsgrad ganze Hindernisläufe übersprungen werden können.
Ich habe den Schwierigkeitsgrad auf „Held“ gestellt, habe auf ein gewisses Amulett verzichtet, welches auf Schätze und zerstörbare Mauern hinweist, und Funktionen deaktiviert, welche einem wirklich alles abnehmen.
Das habe ich natürlich nicht nur gemacht, weil ich möglichst lange was vom Spiel haben wollte, sondern auch, weil das den Reiz eines Metroidvanias ausmacht und die Welt zu fantastisch ist, als dass man sich alles vorkauen lassen sollte.
Mit Sargon wird der Spieler dann Stück für Stück stärker und lassen sich mit der Zeit viele richtig coole Fähigkeiten freischalten.
Diese sind dann nicht nur für den Kampf gedacht, sondern es wartet ein Hindernislauf nach dem anderen auf einen, was eben typisch für die Reihe ist.
Manche sind Pflicht, andere hingegen sind bloße Herausforderungen, die aber immer mit tollen Belohnungen locken.
Die Map ist dazu riesengroß und manchmal sucht man händeringend den nächsten Checkpoint, was einen gewissen Nervenkitzel auslöst.
Das Kampfsystem ist dabei fordernd, aber nie unfair, und spielt sich butterweich.
Einfaches Drauflosprügeln hat mich schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, selbst wenn hier kein Soulslike-Schwierigkeitsgrad auf einen wartet.
Die Bosse hingegen können da schon eher für schwitzige Hände sorgen und spätestens jetzt sollten Angriffe, Fähigkeiten, Blocken und Parieren sitzen.
Wer von alldem eine Pause braucht, kann seine Waffen und Fähigkeiten verbessern oder mit einigen interessanten NPCs quatschen.
Da ich so ziemlich alles im Spiel mitgenommen habe, über Notizen, Herausforderungen und Nebenquests, und das ganz ohne Hilfestellung, ist am Ende eine enorme Spielzeit entstanden, wovon sich nicht eine Sekunde vergeudet anfühlte.
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Was ich zu Anfang ein wenig bemängelte, war das Charakterdesign.
In den Trailers kam ich mir ein wenig vor wie in
Fortnite, was sich beim Selberspielen schnell änderte.
Die Charaktere wirken zwar ein wenig comichaft und manche Kämpfe sind etwas übertriebener als das, was ältere Semester von einem
Prince of Persia erwarten könnten, doch passt alles gut zusammen.
Besonders der Berg Qaf könnte abwechslungsreicher gar nicht sein, mit seinen H. R. Giger-Katakomben oder dem tobenden Meer, wo mehrere Schiffe in einer Zeitblase eingefroren wurden.
Natürlich ist dieses orientalische Setting generell selten in Games und besonders in einem Metroidvania, was für mich ein Pluspunkt ist.
Aber das war schon immer eine Stärke der Reihe, woran auch der Soundtrack anknüpfen kann, mit seinen orientalischen Klängen, vermischt mit Modernem.
Dieser wirkte in den ersten drei Stunden zwar etwas unscheinbar und hat mich schlussendlich aber ganz schön eingenommen.
Während ich diese Zeilen schreibe, läuft der OST auf YouTube rauf und runter, denn dafür ist der perfekt, wenn man nebenbei was schreiben oder lesen möchte.
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Kritikpunkte? Ja, es gibt sie.
Was mich am meisten störte, sich aber direkt beheben ließ, war die deutsche Sprachausgabe.
Ich finde diese absolut grässlich und habe sofort auf Englisch gestellt, wobei sogar Farsi/Persisch zur Verfügung steht, was sich vielleicht eines Tages für einen zweiten Durchlauf anbieten würde.
Ein weiterer Kritikpunkt ist ein wenig die Erweiterung
„Mask of Darkness“.
Die ist keineswegs schlecht, bloß habe ich diese erst Monate später gespielt und sie stellt nur ein Kapitel innerhalb des Spiels dar.
Und dafür wird der Spieler 2× zur Kasse gebeten, was ein wenig frech ist.
Außerdem stehen nicht alle Fähigkeiten zur Verfügung, plus muss durch die Zeit zwischen Hauptspiel und Erweiterung die Steuerung neu erlernt werden.
Mag zwar in jedem Spiel der Fall sein, nur in einem anspruchsvollen Metroidvania kann das ein wenig Nerven kosten.
Sonst trübten nur die bereits erwähnten Kleinigkeiten den ansonsten sehr guten Gesamteindruck.
Manchmal zu viel Action für die Reihe, die Handlung braucht ein wenig und bleibt
nur gut.
Wer sich zudem auf die zahlreichen Hilfen einlässt, macht sich diese Erfahrung meiner Meinung nach ein Stück weit kaputt.
Aber der allergrößte Kritikpunkt ist und bleibt Sargons Physique.
Jeder, der Sport treibt, fühlt sich direkt demotiviert.:B
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Fazit: Warum habe ich jetzt zwei Jahre für dieses Review benötigt?
Vielleicht, weil Ubisoft das
Sands of Time Remake eingestampft hat, während die blödesten Gerüchte durchs Netz geisterten, dass das angeblich im Januar 2026 als Shadowdrop erscheinen sollte?
Als ob Ubisoft auf monatelange Werbung freiwillig verzichten würde.§facepalm
Nein, vielmehr weil ich mich dieses Jahr endlich an
The Rogue Prince of Persia setzen und die älteren mir unbekannten Teile nachholen möchte.
Denn verglichen mit den letzten 12 Jahren hat sich innerhalb der letzten zwei Jahre einiges getan und ich hoffe, dass in Zukunft wieder mehr Spiele um den persischen Prinzen erscheinen, wenn auch nicht zwangsläufig von Ubisoft direkt.
Denn damit komme ich auch zu meinem Fazit.
Die Welt musste viele Jahre auf ein neues Abenteuer warten und
Prince of Persia: Lost Crown ist eine wundervolle Entschädigung für die lange Wartezeit.
In meinen Augen ein fast perfektes Metroidvania.
Nur schade, dass es wieder kein Verkaufshit wurde und das Studio auf andere Standorte aufgeteilt wurde.