mascot
pointer pointer pointer pointer

Ergebnis 1 bis 20 von 95

Hybrid-Darstellung

Vorheriger Beitrag Vorheriger Beitrag   Nächster Beitrag Nächster Beitrag
  1. #1
    @Enkidu
    Nun, ganz allgemein könnte man ja auch durchaus sagen, dass West-RPGs wie Waku beschrieben hat, sich einfach besser dazu eignen seine eigenen Abenteuer zu erleben, während Ost-RPGs mehr wie spielbare Anime-Serien sind, nicht? Ergo das meiste angefangen von Charakteren bis hin zur Story und dessen Auflösung, ist vorgegeben. Das ist natürlich pauschal und ignoriert Ausnahmen. Aber das ist ja kein Geheimnis und von dem her gesehen kann man sich ja im Vorfeld überlegen, auf was man Lust hat.

    Was ich sehr, sehr schade finde ist, dass bei Ost-RPGs schon als das Genre noch in den Kinderschuhen war, ein gravierender Fehler gemacht wurde. Soweit ich mich entsinne, hat ja Enix DQ als japanische und vereinfachte Form von Ultima ins Rennen geschickt. Das „Maß“ an Interaktion wurde jedoch, höchstwahrscheinlich mangels Speicherkapazität der Module geopfert. Aber hey, im neuen Jahrtausend ist praktisch immer noch alles beim alten o_O

    Ich bin nach wie vor der Meinung, dass man das Beste aus beiden Sub-Genres mehr und mehr miteinander verbinden sollte. So was wie Anachronox könnte ja erst der Anfang sein. Das vermischte spielmechanisch gesehen sowohl Elemente von Ost und West. Ich hätte nichts gegen Rollenspiele, die zwar komplexe Stories, aber zeitgleich auch ein hohes Maß an Interaktion bieten. Wobei mir dann wieder mehr nach genialem Genremischmasch á la The Nomad Soul wäre… Aber sehen wir uns mal Jump and Runs an. Was hatte man früher? Super Mario, Donkey Kong und natürlich Sonic. Diese Spiele haben definitiv eine bessere Entwicklung durchgemacht, weil ihre Nachfolger der letzten Generation (also ich meine damit schon 128 Bit) sich schon mehr zu Action Adventures im weitesten Sinne entwickelt haben. Ganz reinrassige Plattformhüpfer sind es jedenfalls keine mehr. Bei Sonic hätten wir Adventure-Elemente, bei DK zum Beispiel die Schusswaffen, die ja auch kein Standartelement älterer Jump and Runs waren. Da hat sich was getan. Möchte nicht sagen, dass sich bei Ost-RPGs überhaupt nichts getan hat, aber etwas mehr Mut zur Revolution wäre schon drin.

    Was mir außerdem bei Ost-RPGs fehlt, ist dass man sich für eine Seite entscheiden kann. Ich persönlich mag nicht immer der Gute sein, der die Welt retten muss. Aber gerade bei „storylastigen“ Spielen wäre das eine Finesse, sich für eine Gesinnung zu entscheiden.

    Tja, jetzt heißt es wohl abwarten was die Zukunft bringt… Einstweilen zähle ich einfach die Punkte auf meiner Tapete.
    Geändert von Saga (17.07.2007 um 00:42 Uhr)
    "LONG LIVE THE NEW FLESH"

  2. #2
    Zitat Zitat von Waku Beitrag anzeigen
    Wtf wtf, hier bricht es völlig auseinander. Once again.

    Es werden immerwieder die Ausgearbeiteten Spielfiguren in Jrpg's angeführt als Vorteil gegenüber West RPG's.
    Ich habe das nicht explizit als Vorteil gegenüber West-RPGs angeführt, sondern als eine Andersartigkeit.
    Zitat Zitat
    Was auch in den meisten fällen stimmt wenn man strikt der Hauptline folgt und auszuscheren. Once again hier tritt das Phänomen der Integrierten Umwege auf.

    Wirklicke Character-Tiefe entsteht bei den wenigsten da diese durch das gezwungene Einfügen in die Storyline oft gekünstelt wirkt. Von wirklicher Character Interaktion will ich garnicht erst anfangen. Das einzige Spiel was mir jetzt Spontan einfällt wo das ein wenig angeschnitten wird sind Tales of's mit den zufälligen Overworld Gesprächen... die aber wiederum im Grund fürn Arsch sind weil vollkommen hirnrissige Dialoge vom band gelaufen lassen werden ohne jegliche Konsequenz.
    Andersherum macht es mich nicht glücklich, wenn ich noch so tolle Dialoge in diesen "Umwegen" habe, wenn sie nicht in eine das alles in einen Gesamtzusammenhang setzende Handlung integriert sind. Dass die Gespräche oft gekünstelt wirken stimmt, aber darauf kann man sich einlassen, zumal die ganze Fantasywelt an sich doch eher unrealistisch ist.
    Zitat Zitat
    Steck in Baldur's Gate 2 Minsc und Jan Jensen in deine Party und du hast das was JRPG's angeblich so viel besser können sollten: Wirkliche beduetende Charakter Interaktion. Die beiden Streiten sich unentwegt was wenn man nicht die richtigen Dialoge Optionen wählt um zu schlichten bleiben Punktabzüge bei der Moral der Party verursachen kann und endet im extremstfall daran das sich die beiden irgenwann wenn mans vieleicht am wenigsten will anfangen sich zu bekämpfen bis einer Tot ist. Permanent. Und im Gegensatz zu JRPG's wo Characterentwicklung nur auf einer Schiene stattfindet, könnte ich heute noch Baldur's Gate oder Fallout, oder Arcanum anwerfen und noch etliche andere Entdeckungen in der Geschichte und in den Beziehungen von Characteren untereinander die ich noch nicht ausprobiert habe. HK-47 ist woll einer der einfallsreichsten Character in RPG's überhaupt... und vollkommen optional.
    Das hört sich schon sehr fein an. Vielleicht nicht in so einem Ausmaß, dass man es gleich als Qualitätsmerkmal auf die Nase gebunden bekommt, aber in einem überwiegenden Großteil der Ost-RPGs finden sich dieser Aspekt ebenfalls. Je nach dem, welche Charaktere man während einem bestimmten Punkt in der Geschichte mit in die aktive Party steckt, erhält man ganz unterschiedliche Dialoge die einem die Sichtweisen der Figuren eröffnen und manchmal auch zusätzliche Szenen, die in seltenen Fällen auch die Handlung ein Stück weit verändern können. Die Suikoden-Reihe ist ein gutes Beispiel dafür, aber auch in einem Final Fantasy VI gab es das recht häufig zu sehen.

    Doch wie gesagt geht es mir darum gar nicht so sehr. Ich wollte nur klären, dass mir durchaus etwas an einer größtenteils vorgefertigten und damit ja auch einigermaßen überschaubaren Story liegt.
    Ich führe das nicht als Blüte des Genres an, aber als eine Stilrichtung, die mir persönlich viel eher zusagt, als allzu große Freiheiten (bei denen ich zum Teil auch Angst hätte, wesentliche Teile des Spiels letztenendes zu verpassen).
    Und besagte Geschichten definieren sich für mich nur zu einem zwar nicht unerheblichen aber doch nicht überwiegenden Anteil durch die Dialoge der Charaktere. Das hat mir FFXII hinreichend gezeigt: Relativ schwach ausgearbeitete Figuren und trotzdem geile Story imho.
    Zitat Zitat
    Es wird immer wieder Story Story Story für Jrpg's angeführt und als Blüte angesehen, bis heute jedoch ist nicht ein Spiel Dialog-technisch noch Storymässig an Planescape Torment herangekommen. Ein Manko woran dieses woll fest zu machen ist ist die Tatsache das mir bis jetzt noch kein Japanisches Spiel (Genre mal ignoriert) das mehr oder weniger beschiessene Dialoge hat (Metal Gear, ganz großes Exemplar) ob das an der Tatsache liegt das Japanische eine gänzlich Unterschiedliche Sprache ist und Kontext deswegen nicht sonderlich einfach in's Englische zu übertragen ist oder daran das Japanische Designer nicht schreiben können sei hier dahingestellt.
    Gut, nachdem ich jetzt von zig Leuten gehört habe, wie unglaublich toll Planescape: Torment sein soll, habe ich es mir mal bestellt und werde mich demnächst selbst davon überzeugen.
    Im Übrigen ist es tatsächlich sehr schwer, angemessen aus dem Japanischen zu übersetzen. Es handelt sich nicht von ungefähr um einen ganz anderen Kulturkreis, der im Detail anders funktioniert und in dessen Werke viele Anspielungen und Zusammenhänge einfließen, die wir als Westler nur schwer nachvollziehen können. Wenn schon japanische Literatur zum Teil grauenhaft schlecht ins Englische (und manchmal anschließend noch aus dem Englischen ins Deutsche) übersetzt wird, dann wird es wohl kaum so sein, dass bei Videospielen mehr dabei heraus kommt. Logisch, dass da etwas auf der Strecke bleibt. Das ist nicht immer die Schuld der Übersetzer, die ohnehin unter zu hohem Zeitdruck arbeiten müssen: Viele Dinge lassen sich überhaupt nicht richtig übersetzen. Um alles zu verstehen, müsste man schon selbst des Japanischen mächtig sein.
    Ich glaube nicht, dass das so sehr an den japanischen Entwicklern liegt, denn die holen sich inzwischen schon immer häufiger professionelle Hilfe von "richtigen" Autoren. Aber das ist wohl von Spiel zu Spiel verschieden.
    Zitat Zitat
    Die Zukunft liegt in besseren Dialog Systemen. Was aber nur wieder den mangel an bedeutsamen Unterhaltungen in JRPG's aufzeigt. :/
    So etwas wie die Private Events aus Star Ocean ging schon ein wenig in so eine Richtung. Aber stimmt, warum man bis heute nicht ein wenig mehr von guten alten Textadventures abgeschaut hat, ist mir ein Rätsel. Da ließe sich noch vieles grandios verbessern ...
    Zitat Zitat von Saga Beitrag anzeigen
    Nun, ganz allgemein könnte man ja auch durchaus sagen, dass West-RPGs wie Waku beschrieben hat, sich einfach besser dazu eignen seine eigenen Abenteuer zu erleben, während Ost-RPGs mehr wie spielbare Anime-Serien sind, nicht? Ergo das meiste angefangen von Charakteren bis hin zur Story und dessen Auflösung, ist vorgegeben. Das ist natürlich pauschal und ignoriert Ausnahmen. Aber das ist ja kein Geheimnis und von dem her gesehen kann man sich ja im Vorfeld überlegen, auf was man Lust hat.
    Richtig, nichts anderes habe ich gesagt. Die Sache ist nur die, dass Waku nicht müde wird, über Ost-RPGs abzulästern ^^
    Und so derbe schrottig sind jene nunmal wirklich nicht ... in dem Zusammenhang sehe ich außerdem schon noch deutliche Unterschiede zwischen Ost-RPGs und "spielbaren Anime-Serien" o_Ô Aber ich verstehe, was du meinst.
    Zitat Zitat
    Was ich sehr, sehr schade finde ist, dass bei Ost-RPGs schon als das Genre noch in den Kinderschuhen war, ein gravierender Fehler gemacht wurde. Soweit ich mich entsinne, hat ja Enix DQ als japanische und vereinfachte Form von Ultima ins Rennen geschickt. Das „Maß“ an Interaktion wurde jedoch, höchstwahrscheinlich mangels Speicherkapazität der Module geopfert. Aber hey, im neuen Jahrtausend ist praktisch immer noch alles beim alten o_O
    Nicht zu vergessen, dass Final Fantasy nochmal die spieltechnische Vereinfachung von Dragon Quest und somit noch "flacher" war *g*
    Aber ich glaube nicht, dass das etwas mit Modulgrößen zu tun hatte. Man wollte die Spiele zugänglicher machen, insbesondere für die Japaner, und das hat man ja wohl erreicht.
    Zitat Zitat
    So was wie Anachronox (...)
    Lol, du versuchst es aber auch immer wieder, nicht wahr?
    BD BFM BoF BoFII BoFIII BoFIV BoFV DQ DQII ES FF FFII FFIII FFIV FFV FFVI FFVII FFVIII FFIX FFX FFXI FFMQ FFTA2 GS G GII GIII GX HMC
    IoG JC KH LAL LO SG SD SD2 SD3 SD4 LoM SSD SDDS HoM SB SO SO2 SO3 S SII T ToP ToD ToE ToF VS WA WA2 WA3 WA4 XG XSI XSII

  3. #3
    Hm, ich weiß jetzt nicht ob man das mit in diese Diskussion mit einbeziehen kann, aber ich finde, dass auch die "Inszenierung" und Präsentation einer Story ziemlich wichtig ist. Dies ist auch einer der Gründe, wo bei mir die Japan-RPGs etwas vorrang haben. Eine gute Geschichte zu erzählen ist eine Sache, eine gute Inszenierung selbst kann aber auch vieles wieder wettmachen (siehe Shadow Hearts, Xenosaga oder Final Fantasy 12).
    In vielen (ich verallgemeinere nicht) Westlichen RPGs werden die Dialoge auch heute noch relativ trist heruntergesprochen und die Story selten veranschaulicht, dafür jedoch oft beeinflussbar.

    Im Endeffekt denke ich, dass beide Arten von Rollenspielen sich auf ihre eigene Art und Weise weiterentwickelt haben.
    Die Westside bietet immer mehr spielerische Freiheiten, der Ostblock setzt zunehmend auf Inszenierung und präsentiert seine Geschichten und Charaktere immer besser.

    Welche ART von Geschichten und Charakterdesigns man persönlich nun mag, ist wie immer reine Geschmackssache.

    Wovon sich die japanischen Spieleschmieden aber wirklich mal vollständig lösen sollten, sind Random Encounter. Das ist weder Tradition, Kult oder sonst was. Es ist einfach nur veraltet und nervig.

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •