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Haste

Haste ist ein 3D-Runner, der mich schon von den ersten Trailern sehr angesprochen hat. In rasantem Tempo bahnt man sich Wege durch farbenfrohe Welten. Das sah alles sehr cool und spaßig aus.
Ich kenne diese Runner eigentlich nur von Casual Games, ein Sonic-Spiel habe ich nie gespielt. Aber damit ist Haste wohl am ehesten vergleichbar.
Von einer Weltkarte aus muss man insgesamt 10 Levels spielen, durch die man sogenannte Shards befreit. Es gibt auch eine seichte, kleine Story, die mich aber nicht groß interessiert hat. Die teils doch etwas längeren Dialogsequenzen zwischen den Rennpassagen haben das Pacing auch ungünstig ausgebremst.
Haste ist auch ein Roguelite. Wie bei Slay the Spire wählt man nach jeder Rennstrecke einen von mehreren Wegen. Verschiedene Icons stehen dabei für weitere Rennstrecken, Events, Shops oder Heilung. Rennstrecken können zudem „besonders schwer“ sein oder mit Boni/Mali kommen. Bei den schweren Strecken bekommt man am Ende eins von drei zufälligen Upgrades.

In den Rennstrecken selbst geht es darum, Tempo aufzubauen und Hindernissen auszuweichen. Rennt man zu oft in welche rein, stirbt man. Nach drei Toden droht das Gameover und man muss das ganze Level neu anfangen. Tempo baut man auf, indem man nach sprüngen berhab landet. Landet man bergauf, wird man wiederum langsamer. Dieses Wechselspiel hat eine gewisse Lernkurve und ist imo das, was Haste am stärksten ausmacht.
Einen großen Einfluss haben jedoch auch die Upgrades. Von denen gibt es endlos viele. Viele sorgen für zusätzliche Speed-Boosts oder Heilung, es gibt aber auch aktive Skills, die auf die Buttons gemappt werden und die jeweils einen Cooldown haben. Außerhalb der Level kann man sich auch ein paar permanente Upgrades kaufen.

Leider harmoniert das Kerngameplay imo wenig mit den Roguelite-Elementen. Man muss sich stets durch 10-20 Knotenpunkte kämpfen, bevor man den Boss eines Levels erreicht. Das kostet schon ordentlich Zeit. Oft sind diese Knotenpunkte aber ziemlich einfach, während der Boss fordernd ist und man oft mehrere Anläufe benötigt.
Hinzu kommt, dass die Rennstrecken alle prozedural generiert sind. Daher setzt schnell Gleichförmigkeit ein, wodurch sich alles nach einer Weile wie eine Beschäftigungstherapie anfühlt, wenn man Level mehrfach wiederholen muss.
Zu guter Letzt finde ich auch gar nicht, dass ein grundlegend skillbasiertes Genre groß von RPG-Elementen wie Stats und passiven Boosts profitiert. Eigentlich bin ich Genremixes nicht abgeneigt, aber hier verwässert es imo die Essenz.

Besonders schade ist, dass das Spiel mit handgefertigten Stages viel größeres Potenzial hätte, denn Spaß macht es durchaus. Sicher war es auch eine Budget-Sache, aber ich hätte lieber ein Spiel im 3h gespielt, in dem jede Rennstrecke Erinnerungswert hat, als knapp 10h an einem zu sitzen, bei dem man sich am Ende nicht mehr wirklich an viel erinnert.
Die Bosse fand ich grundlegend gut. Es gibt drei Bosspatterns, von denen es je drei stets schwieriger werdende Varianten gibt, außerdem einen Endboss, der nach einem ganz anderen Prinzip funktioniert. Einen der Bosse fand ich furchtbar, weil die ganze Strecke quasi nur aus Hindernissen bestand. Einen weiteren nicht gut ausbalanciert – ansonsten hatte ich aber Spaß an den Bosskämpfen.
Und dann wäre da noch die Musik, die temporeich und fröhlich ist und sich zwischen Pop und Techno bewegt. Teils fand ich die echt gut, aber die monotoneren Beats sind mir manchmal auch etwas auf die Nerven gegangen.

tl;dr: Die Physik und das Grundprinzip von Haste machen viel Spaß, der rasante Spielfluss ist durchaus einnehmend. Leider werden die Mechaniken jedoch durch Roguelite-Elemente verwässert. Auch die prozedural generierten Stages werden schnell eintönig. Schade – Haste hätte nämlich großes Potenziel gehabt!
Spielzeit: 09:00h
Wertung: 6/10
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