Ich habe ein bisschen weitergespielt und bin gerade kurz davor Alaine mit Asgar von den Elras zu befreien. Der Schwierigkeitsgrad ist für meinen Geschmack aber durchaus ziemlich knackig. Geht's euch da ähnlich?
Ansonsten: Mir gefällt es weiterhin sehr gut. Die Musik ist wirklich klasse. Optisch ein Augenschmaus, die RM2k-Optik wurde perfekt auf den MV transportiert. Und einige Charaktere sind wieder so böse, dass ich sie als Spieler wirklich hasse. xD
Ich bin schon unheimlich gespannt darauf, heute nach der Arbeit werde ich mich kopfüber ins Geschehen stürzen. Die Demo hat mir schon sehr gefallen, auch der Schwierigkeitsgrad der Demo war anspruchsvoll, genau was ich mir gewünscht hab. Kanns kaum erwarten zu erfahren wie die Story vorangeht und welche Veränderungen seitdem entstanden sind. Wie ich gesehen hab, wurde das Kampfsystem noch ein wenig erweitert, freut mich!
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"Was keine Heilerin mag richten, kein Usurpator will nehmen,
kein Gott kann besteigen, ist zu verwüstet um zu lieben."
Hohoho, Asgar ist der Protagonist der Geschichte und nicht Valnar? Das ist mutig, sehr mutig. Als unberechenbarer Sidekick dem jeden Moment die Lunte zünden konnte war das in den Vorgängern interessant. Momentan fühle ich es aber nicht, da viele der Dialoge nun in Beleidigungen ausufern. Ich meine wenn man schon Asgar spielt ist man doch automatisch böse und man sollte alles was nicht bei 3 auf den Bäumen ist aussaugen oder umwandeln. So wie der redet ist das "In-Character" xD
Das ist ein mutiger Schritt der aber auch schnell nach hinten losgehen kann. Bin mal gespannt wie sich das Spiel entwickelt. Ich glaube ich habe so langsam die Introphase überwunden und steige ins umfangreiche Midgame ein. Looten und Levelgrinden gehen für meine Verhältnisse recht schnell, vielleicht spiele ich es auch an einem Wochenende durch. xD
So, ich konnte es jetzt doch nicht abwarten und lade es gerade über Steam runter... hab zum Glück jetzt am Wochenende genug Zeit dafür.
Aber Leute, es wäre echt nice, wenn ihr für alle Storyinhalte, über die ihr nach dem bekannten Demoinhalt berichtet, SPOILER verwendet. Dankeschön!
Hohoho, Asgar ist der Protagonist der Geschichte und nicht Valnar? Das ist mutig, sehr mutig.
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Das ist ja schrecklich. ^^ Ich kenne VD1 wie gesagt nicht, aber im zweiten Teil und in der Demo von VD 3 (zumindest den Anfang hab ich gespielt) kam Asgar mir wie eine Persiflage vor (obwohl die Spiele sicher ernst gemeint sind). Es gibt Geschichten mit faszinierenden Antagonisten, die skrupellos sind, kein Mitgefühl empfinden oder vielleicht sogar eigentlich gute Ziele mit fragwürdigen Mitteln verfolgen, doch Asgar ist schlicht böse. Und zwar auf die denkbar einfachste Weise. Mal abgesehen davon, dass ich amoralische Figuren als Identifikationsfigur furchtbar unsympathisch finde (außer in Komödien), fehlt der Figur ja wirklich alles, was einen gut geschriebenen Bösewicht ausmacht.
Ich habe nur mal die Demo angespielt. Zu VD habe ich, trotz mehrfacher Versuche, leider nie einen Draht bekommen. Mich hat, neben dem sehr langgezogenen Anfang in Teil 1, vor allem die dramaturgische Gestaltung, Charakterisierungen und die Dialogqualität immer wieder recht schnell abgeschreckt. Irgendwie waren die Gespräche für mich so überbetont aggressiv und unnatürlich, fast ein wenig juvenil, ich kann es nicht einmal genau erklären. Vielleicht bin ich einfach zu verwöhnt vom Wortvirtuosen realTroll und der grossartigen Erzählweise, Figurencharakterisierung und Dialogtiefe der Sternenkindsaga, aber leider gefallen mir schon die Dialoge im Intro von VD3 überhaupt nicht, die Flüche und Beleidigungen tun ihr Übriges, um mich von einem Kauf abzuhalten. Schade, aber es muss einem ja nicht alles gefallen. Ich wünsche dem Spiel natürlich trotzdem guten Erfolg und allen Fans viel Spass und gute Unterhaltung!
Ich muss aber sagen, dass die Sache mit der Menschlichkeit diesmal recht interessant gelöst ist. Asgar ist ja ein böser Charakter und von daher kann man die Menschlichkeit nur selten in Rahmen von Sidequests erhöhen. Man startet das Spiel mit 15 Menschlichkeit und viele der Mechaniken die die Gruppe permanent verstärken sind durch Umwandeln, Menschen oder Vampiropfer gar nicht zu schaffen. Auch das aufwerten der Verdammnisklinge kostet Menschlichkeit. Sprich man soll schon "böse" spielen doch man soll nicht den Wert auf -50 runterdrücken da sonst "Konsequenzen" drohen. Was dann passiert, weiß ich nicht aber das Spiel senkt Menschlichkeit bei bösen Taten nicht so stark ab, aber bis jetzt habe ich noch nicht eine einzige böse Tat begangen, was total gegen Asgars Natur ist. Ich spiele das Spiel daher "falsch", bin aber gespannt wie sich das aufs Spielgeschehen auswirkt.
Level 34 habe ich bereits erreicht und einige Storybereiche habe ich bereits absolviert. Ich finde das Spiel bis jetzt gar nicht so schlecht, ich fand aber damals Teil 1 und 2 gar nicht so grindy. ^^
Interessant, wie hier Alle unterschiedlichste Ansprüche haben! Selten hab ich ein Spiel gesehen, wo die Meinungen so stark voneinander abweichen. Nicht nur hier im Forum, auch bei den Rezessionen auf Steam, kann man überaus unterschiedliche Kritik sehen. Wenn wir schon dabei sind möchte ich auch gerne meinen Senf dazu geben
Zwar sind die Dialoge kein Meisterwerk, allerdings ist die Story sehr packend, wordurch ich gerne über diverse kleinere Designschwächen hinwegsehen kann. Zu Kelvens Kritik möchte ich sagen, dass ich Asgars Charakter nicht als ganz böse abstempeln kann. Alleine die Tatsache, dass er mehr Protagonist als Antagonist ist, macht das Ganze für mich interessanter. Auch zwingt mich seine Liebe zu Alaine in eine moralische Zwickmühle. Kann ich einen Charakter, der zwar böse ist, aber trotz seiner unmenschlichen Züge, menschliche Emotionen erlebt, wirklich so hassen?
Ich finde, dass dies alles zum Charme beiträgt, auch wenn es rein objektiv nicht vorteilhaft geschrieben zu sein scheint. Ganz offensichtlich denken viele so wie ich, und das freut mich, auch wenn der Konsenus hier im Forum eher in eine negative Richtung zieht. Zum Glück sind Geschmäcker subjektiv, sonst wäre nicht nur die Spielebranche, sondern auch die ganze Unterhaltungsindustrie, ziemlich eintönig
Ich bin schon auf weitere Kritik gespannt, eine solche Polarisierung hab ich in der Videospielbranche sonst noch nie erlebt!
Edit:
Der erste Teil war übrigens so ein harter Grind für mich Ninja_Exit, dass ich bis heute keinen Durchlauf mehr ohne ein bisschen cheaten absolvieren kann... Vorallem, da die Zauber bei den Standardgegnern total irrelevant waren. Das war für mich nur mehr stundenlanges Enter gedrücke, ohne Sinn und Verstand. Das ist meiner Meinung nach auch der größte Kritikpunkt an VD, abgesehen vom langwierigen Einstieg. Im zweiten Teil wurde das aber recht solide gelöst, auch wenn es hier und dort noch immer ein wenig gegrinde gab.
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"Was keine Heilerin mag richten, kein Usurpator will nehmen,
kein Gott kann besteigen, ist zu verwüstet um zu lieben."
Geändert von Ich bin viele (22.05.2021 um 02:50 Uhr)
Herzlichen Glückwunsch an Marlex für den Release! Bin trotzdem nicht interessiert, gerade nachdem er anfangs eine komplett andere Grafik haben wollte - die echt gut aussah! - und dann wieder zur "alten" Grafik gewechselt ist.
Und davon ab hab ich weder VD1 noch VD2 je durchgespielt, also... hab ich nicht wirklich interesse dran. xD
Hohoho, Asgar ist der Protagonist der Geschichte und nicht Valnar? Das ist mutig, sehr mutig. (...)
Das ist ein mutiger Schritt der aber auch schnell nach hinten losgehen kann. Bin mal gespannt wie sich das Spiel entwickelt.
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Nach meinem bisherigen Eindruck (ich schaue zugebenermaßen nur ein Let's Play, weil ich kein Geld für dieses Spiel ausgeben werde (Gründe dazu weiter unten)) setzt sich das Spiel damit komplett in die Nesseln.
Weiteres im Spoiler:
Abgesehen davon ist die größte Schwäche des Spiels, dass es nicht wirklich getestet wurde. Alleine das Balancing der Kämpfe ist ziemlich misslungen. Auch andere Designentscheidungen (Ressourcen-Knappheit, nicht respawnende Gegner etc.) lassen die Frage offen, welche Zielgruppe Marlex hier überhaupt im Sinn hatte, denn bisher kam deutlich mehr Frust, als Spielspaß auf. Bisher eher enttäuschend, was hier abgeliefert wurde...
Hmm nur mal so aus reinem Interesse, kein Flak an der Stelle, mich würde nur interessieren inwiefern man sowas nunanciert und sensibel in einem Spiel darstellt, ohne es die Härte und Unbarmherzigkeit zu nehmen?
Mich interessiert das insofern, weil ich in einem meiner Spiele sowas ähnliches eingebaut habe. Ich habe keine Ahnung wie hart das in VD3 letztlich dargestellt ist (kenne nur Bruchstücke davon), aber per se kann es ja ein valider Plotpunkt sein wenn ein Mensch komplett entmündigt , gedemütigt und seines Willens beraubt wird, sofern es zu der jeweiligen Spielsituation passt. Ich frage mich schlichtweg ob eine Triggerwarnung in solchen Fällen nicht ausreichend wäre, anstatt dass man etwas bewusst nicht zeigt oder thematisiert, "nur" weil es wenige Leute an ein Traumata erinnern könnte.
Würdest du nicht auch sagen, dass an solch einer Stelle auch die Moral entscheidend ist? Also wenn Asgar bewusst als Dreckskerl dargestellt wird und diese Handlungen dem Spieler nicht in irgendeinerweise als nachvollziehbar oder gar positiv dargestellt werden, würde ich mit dem Vorwurf "sexistisch" noch zurückhalten.
Würdest du nicht auch sagen, dass an solch einer Stelle auch die Moral entscheidend ist? Also wenn Asgar bewusst als Dreckskerl dargestellt wird und diese Handlungen dem Spieler nicht in irgendeinerweise als nachvollziehbar oder gar positiv dargestellt werden, würde ich mit dem Vorwurf "sexistisch" noch zurückhalten.
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Ich habe VD3 zwar nicht gespielt (abgesehen von der Demo) aber ein Blick auf die beiden Vorgänger sollte da eigentlich schon reichen:
VD1: Valnar wird komplett entmündigt , gedemütigt und seines Willens beraubt. Thematisierung: 0, muss man sich mit abfinden. Am Ende darf er zumindest Rache nehmen.
VD2: Asgar geht noch mehr in die Laughably Evil Schiene. Strafe: Valnar und Alaine schimpfen ganz böse mit ihm, bevor sie 5 Minuten später alles wieder vergessen haben. Siehe auch die Diebinnen, die komplett entmündigt , gedemütigt und ihres Willens beraubt werden. Thematisierung: 0, muss man sich mit abfinden.
Tiefgründigkeit ist keine von Marlex' Stärken. Heißt natürlich nicht, dass man nicht trotzdem kein Problem damit haben kann...
@Klunky
Das Problem, das ich sehe - ganz grundsätzlich, ich möchte Marlex nichts unterstellen, ich hab VD 3 ja nicht mal gespielt - ist, dass jeder sich als erstes mit dem Argument, das Werk solle sexuelle Gewalt kritisieren (indem die Täter negativ dargestellt werden), rausreden würde. Das kaufe aber vielen nicht ab (vor allem japanischen Medien nicht, wenn sie sexuelle Gewalt genauso in Szene setzen, wie es in einem Gewaltporno getan wird).
Es gibt Stimmen, die sagen, dass du Gewalt nicht kritisieren kannst, indem du sie (drastisch) darstellst (ein interessanter Beitrag zum Thema ist btw. der Film Funny Games). Analog könnte das auch bei sexueller Gewalt angebracht werden.
Ich weiß nicht, wo die Grenze gezogen werden kann, aber der Grat ist schmal zwischen Unterhaltung, die sich mit "erwachsenen" Themen befasst und Unterhaltung, die dark & edgy ist. Schwierige Themen, (sexuelle) Gewalt und Sex machen ein Werk jedenfalls nicht per se "erwachsen".
Ich glaube eine große Sache ist auch (sexuelle) Gewaltdarstellung als Selbstzweck, um möglichst brutal und edgey zu sein vs. wirklich differenzierter Umgang mit (sexueller) Gewaltdarstellung als stilistisches Mittel zur Betonung der Geschichte. Ein Beispiel für ersteres wäre zum Beispiel Outlast 2, welches mit einer Vergewaltigungsszene sehr stark geworben hat, es war eine der ersten Szenen, die man aus dem Spiel gesehen hat und es wirkte wie Betroffene sehr stark wie ein "Guck mal, wir sind so extrem, wir zeigen sogar das!", also quasi ein Ausnutzen dieser extremen Handlung, um sich zu verkaufen. Ein weiteres Negativbeispiel wäre weiterhin The Last of Us 2, welches seine Mitarbeiter dazu gedrängt hat Videos von echten Enthauptungen, Exekutionen und weiteres zu schauen, nur um eine möglichst realistische Gewaltdarstellung darbringen zu können. Da muss man sich halt fragen "Braucht ein Spiel sowas, nur der Darstellung wegen?" und zumeist ist die Antwort: Nein. Natürlich sehen das Leute oft anders, die vom Thema nicht berührt sind sehr stark anders, da sie in der privilegierten Situation sind, dass sie nichts mit dem Thema verbinden, die "Rule of Cool" können sie einfacher auf Gewalt anwenden als Leute, die tatsächlich viel mit Gewalt zu tun haben.
Ein Beispiel für zweiteren Fall wäre zum Beispiel The Last of Us. Im ersten Teil wurde es sehr stark angedeutet, dass David ein sehr körperliches Interesse an Ellie hat. Er überschreitet sehr oft körperliche Grenzen, drängt sich ihr in Konfrontationen auf. Ob dabei eine sexuelle Art oder "lediglich" das kanibalische Interesse an ihr eine Rolle spielt, wird nie geklärt. Es ist aber auch nicht nötig, da diese nuancierten Andeutungen schon reichen, um zu zeigen, wie widerlich die gesamte Situation für das 14 Jährige Mädchen sein muss. Es wird nie eine zu 100% explizite Darstellung benötigt, da es ganz frei zur Interpretation des Spielers ist und das ist gut und zeigt auf, dass Gewalt nicht explizit sein muss, um gruselig zu sein.
Man kann natürlich immer argumentieren, dass sowas "Ja von der Kunstfreiheit gedeckt ist", natürlich muss man schauen, wie man das persönlich sehen möchte. Ich selbst habe viel mit (sexueller) Gewalt zu tun, auch zum Teil persönlichere Erfahrungen aus meinem Umfeld, und kann sagen, dass so eine stumpfe Darstellung oft respektlos gegenüber der eigentlichen Gewalt, die alltäglich in der Realität stattfindet, ist. Dabei ist nicht mal das Argument "Ja, das könnte mich ja triggern, weil ich selbst Opfer bin", da reicht eine Triggerwarnung. Es geht einfach um einen differenzierten Umgang mit dem Thema, der eine (sexuelle) Gewaltdarstellung nicht einfach nach Schema A abarbeitet. In der Darstellung von VD könnte man zum Beispiel sagen, dass ein extrem eindimensionales Bild gezeigt wird alá "Mann will befriedigt werden, Akt wird durchgeführt, um Mann zu befriedigen, auch gegen Willen der Frau, Frau wird Gewalt zugeführt, Ende". Man möchte zum Beispiel auch, dass dargestellt wird, dass für das Opfer meist der Akt nicht zu Ende ist, in dem Moment in dem der Akt zu Ende ist. Oder auch, dass sexuelle Gewalt schon woanders anfangen kann als bei einer Vergewaltigung. Oder dass so etwas immer anders aussehen kann, nicht nur in dieser einen stumpfen Darstellung. Und tausend weitere Gründe. Das Thema ist vielschichtig und ist einfach schlecht dargestellt, wenn du es so stumpf verwendest.
Leider gibt es gerade in der Videospielindustrie nicht viele Beispiele für eine differenzierte, gute Darstellung, weil das Thema für die meisten Devs einfach zu heiß ist, verständlicherweise. Wenn du es einbaust, ist es einfach Leute vor den Kopf zu stoßen, schwer Leute wirklich abzuholen. Wenn du es einfach weglässt, gibt es weniger Konfliktpotential, was imo besser ist als es einfach stumpf anzusprechen.
Ich hoffe ich konnte ein gutes Licht auf die Sache werfen. Es ist leider kein einfaches Thema.
EDIT: Die Punkte, die Sorata und Kelven ansprechen sind natürlich auch absolut valide und ich wollte kein "Aber stattdessen,..." Post machen sondern eher einen "Außerdem gibt es Punkte..." Post. Nur um das von vornherein aufzuklären, dass ich mit den bereits angesprochenen Punkten auch übereinstimme ("Täter muss eindeutig als böse/nicht der Gute dargestellt werden", etc.)
Mich würde nur interessieren inwiefern man sowas nunanciert und sensibel in einem Spiel darstellt, ohne es die Härte und Unbarmherzigkeit zu nehmen?
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Das grundlegende Problem ist - wie poetBLUE schon anspricht - der Zweck dieser Themen: Oft gibt es das nur des Schockeffekts wegen und um die Bösartigkeit der Täter darzustellen. Und da endet die Betrachtung oft dann auch schon. Opfer sind höchstens im Rahmen eines Rachemotivs (durch andere Charaktere oder sie selbst, wenn sie überleben) von Relevanz, im Fokus steht aber immer die schockierende Tat an sich.
Um dem Ernst der Themen gerechter zu werden, sollte man eher den Fokus darauf legen, wie solche Taten Opfer/Überlebende belasten, traumatisieren und vieles zwischenmenschliches auf Dauer zerstören können. Denn im realen Leben ist es halt nicht mit einem einfachen Racheakt oder Gerechtigkeit (sofern der überhaupt möglich ist im Rechtssystem) getan.
Außerdem ist das furchtbare ja, dass Sexualstraftäter eben "völlig normal" sein können und meist aus dem Familien- und Freundeskreis stammen, was es für Opfer noch umso schwerer macht, etwas dagegen zu tun.
Dieser Aspekt fehlt oft völlig; stattdessen werden die Täter völlig überzeichnet, um auch ja die Grausamkeit klarzumachen.
Kurzum: Wenn man die Themen wirklich angemessen beleuchten möchte, muss man vom einfachen Schockeffekt-Gehasche weg. Jeder sollte wissen, dass sexuelle Gewalt absolut verwerflich ist. Warum also nicht eher die Frage belichten, was so eine Tat eigentlich im sozialen Miteinander der Menschen so verursacht. Weil da gibt es in der Tat keine einfache Antwort.
Aber das erfordert halt Recherche und ist weit komplexer als "Böser Mann ist böse."
Natürlich erwarte ich nicht von VD3, dass sich um so etwas bemüht, aber es wurde entschieden, diese Themen anzusprechen und entsprechend muss man es betrachten und in meiner Analyse fliegt dem Spiel das alles gehörig um die Ohren, weil gerade Asgar der Protagonist sein soll.
Zitat
Also wenn Asgar bewusst als Dreckskerl dargestellt wird und diese Handlungen dem Spieler nicht in irgendeinerweise als nachvollziehbar oder gar positiv dargestellt werden, würde ich mit dem Vorwurf "sexistisch" noch zurückhalten.
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Das muss ich dem Spiel immerhin zugute halten: Es stellt die Dinge keineswegs als positiv da. Es ist auch im Kontext der Handlung klar, dass Asgar ein Dreckskerl ist.
Allerdings hat er durch seine Taten gar keine Sympathiepunkte mehr bei mir. Selbst die grantigsten Antihelden haben da noch so einen Funken, der sie menschlich/sympathisch macht.
Asgar hat in VD3 eine Grenze überschritten, die ihn für mich komplett disqualifiziert. Und nicht mal, um etwas von Mehrwert beizusteuern (ein anderes großes Thema ist ja, wie Macht korrumpiert usw), sondern alleine, um edgy und schockierend zu sein.
Ich würde niemals eine solche Figur in einem Spiel verkörpern wollen, offen gestanden. Gerade in einem RPG muss ich mich mit der Figur, die ich spiele, identifizieren können. Mit einem - nachdem was ich mitbekommen habe, ohne es zu spielen - satanistischen Frauenschänder und Sklavenhalter möchte ich mich jetzt aber nicht unbedingt gemein machen...
Ich hätte nicht gedacht, dass die Stimmen zum Release in diesem Forum so negativ ausfallen werden. Woran liegt es? Ist es Neid/Missgunst gegenüber einem erfolgreichen Entwickler, der es aus dem Dunstkreis der RPG Maker Szene hinausgeschafft hat und der kommerziell Erfolg hat? Ist es, weil Marlex im RPG Atelier nicht beliebt ist/war, bevor er dem Forum den Rücken kehrte? Möchte man sein Spiel deshalb nicht an denselben Maßstäben messen, die man anderen Makerspielen anlegt? Oder ist es, weil seine alten Spiele, die inzwischen mehr als 15 Jahre alt sind, nicht gut waren? Ich weiß es nicht. Ich möchte hier keinen Angreifen oder ihm auf den Schlips treten. Insgesamt finde ich es nur sehr schade, wie das Spiel hier stellenweise zerrissen wird.
Ich freue mich auf Vampires Dawn 3 - The Crimson Realm. Ich werde dieses Spiel nicht an den Spielen messen, die Marlex vor mehr als anderthalb Jahrzehnten entwickelt hat. Stattdessen bin ich einfach nur gespannt darauf, was das Spiel mir bieten wird, in welche Richtung die Entwicklung gegangen ist und wie diese auch schon damals sehr interessante Geschichte weitergehen wird.
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Ein sehr symphatischer und überaus aktiver RPG Maker Benutzer
Geändert von Ken der Kot (22.05.2021 um 21:27 Uhr)
Ich hätte nicht gedacht, dass die Stimmen zum Release in diesem Forum so negativ ausfallen werden. Woran liegt es?
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Weil das abgelieferte Produkt für ein kommerzielles Release mit Crowdfunding im Jahre 2021, nicht den geweckten Erwartungen gerecht wurde.
Auch völlig ungeachtet aller Kritik am Writing (die würde ich auch bei jedem kostenfreien Makergame anbringen), mussten in den ersten paar Tagen schon ein Haufen an Patches nachgereicht werden, damit Leute das Spiel überhaupt vernünftig spielen können, weil es scheinbar nicht ausreichend getestet wurde. Patches beim Release sind natürlich normal, weil Bugs und Glitches können immer noch übersehen werden. Hier aber war das gesamte Balancing so jenseits von gut und böse, dass man ohne Patches kaum in der Lage war, im Spiel überhaupt voranzukommen.
Das ist schon ein echtes Fiasko, gerade WEIL Marlex Geld dafür verlangt.
Hey sorata, bitte nicht falsch verstehen, ich finde Asgar nicht sympathisch per se, ich finde aber, dass der Charakter trotzdem interessant ist und man eine Menge aus einer solchen Persönlichkeit machen kann, besonders wenn er im Vorgergrund steht. Ich will damit nicht sagen, dass ich mir eine tiefe Charakterentwicklung oder realistische und identifizierbare Persönlichkeitszüge erwarte, allerdings, in bester VD Manier, kann ich mir vorstellen, dass ich trotzdem dabei gut unterhalten werde, eben wegen der krassen Überzeichnung der Charaktere. Ich bin gestern bis zum Demoende gekommen, also kann ich die Punkte die du beschrieben hast noch nicht kommentieren. Bin aber schon gespannt wie es weitergeht.
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"Was keine Heilerin mag richten, kein Usurpator will nehmen,
kein Gott kann besteigen, ist zu verwüstet um zu lieben."
Nach meinem bisherigen Eindruck (ich schaue zugebenermaßen nur ein Let's Play, weil ich kein Geld für dieses Spiel ausgeben werde (Gründe dazu weiter unten)) setzt sich das Spiel damit komplett in die Nesseln.
Weiteres im Spoiler:
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Hier wollte ich nochmal einhaken: Hat Asgar in dieser Szene (ich glaube worauf du anspielst) wirklich nur geschlagen, weil sie eine Frau ist? Für mich spiegelt das eher seine Art wider, mit jeder Art von Widerspruch umzugehen. Wer ihm nicht ergeben ist, wird geschlagen oder getötet. Da hätte an der Stelle auch ein männlicher Vampir stehen. Ich meine mich sogar zu erinnern, dass es in VD1 eine ähnliche Szene gab, in der Asgar Valnar auf die selbe Art geschlagen und erniedrigt hat. Kurz vor dieser VD3-Szene hat Asgar auch einen seiner Anhänger in der Taverne enthauptet, nur weil der sich getraut hat, "Nein, aber" zu sagen.
Zu den ständigen verbalen Erniedrigungen von Celene gegen Alaine muss man halt sagen: Das soll Celene als noch junge, unerfahrenere Vampirin zeigen, die krank vor Eifersucht auf Alaine ist. Alaine ist die ehemalige Geliebte Asgars und als Vampirin der ersten Generation auch viel mächtiger als Celene. Da Asgar offenbar immer noch gewisse Gefühle für Alaine hat, ist Celene voller Hass auf diese "Nebenbuhlerin". Auf eine gewisse Art und Weise ist dieses Dreieck (Zwei Frauen, ein Mann) irgendwie unterhaltsam, zumal VD1 und 2 die ganze Zeit ebenfalls mit der Ménage-à-trois-Situation kokettiert haben. Nur war es da eben umgekehrt; zwei Männer und eine Frau.
Man darf bei dem allen auch nicht vergessen, dass sich VD3 nicht 100% ernst nimmt. Wenn man anschaut, wie Asgar diverse Bücher in Regalen kommentiert, geht das wirklich stark ins Überzeichnete und fast schon Ironische. Klar, das Spiel schneidet ernste Themen an, aber auch nur soweit, dass erkennbar ist, dass diese Welt einfach dystopisch und Asgar ein krankes Schwein ist. Vielleicht kann man in das Spiel auch genau hier eine tiefere Aussage hineininterpretieren. In der Welt von VD haben bis zu einem gewissen Grad alle Charaktere ihre Schattenseiten; ständig wird gemordet, geraubt, versklavt, gekämpft und perverse Gelüste werden ausgelebt. Die ganze Welt ist pervers und böse, und selbst Alaine und Valnar haben wohl hunderte Unschuldige auf dem Gewissen und darüber hinaus ohne mit der Wimper zu zucken Jayna aus Eigennutz ins Unglück gestürzt. Kaum jemand macht sich ernsthafte Gedanken über die Konsequenzen, niemand denkt wirklich an die Zukunft, wohin das alles führt. Genau deswegen steht die VD-Welt ja auch kurz vor dem Untergang. Weil niemand das eigene Handeln wirklich reflektiert.