Geschaut habe ich alle bis auf Following und Insomnia. Gestimmt hab ich für Batman Begins, Prestige, The Dark Knight und Inception. Ich mochte alle Filme bis auf Dunkirk. Den halte ich für schwach und heftig überbewertet, aber mit der Meinung bin ich in einer ziemlich kleinen Minderheit, so krass wie der Streifen überall abgefeiert wurde. Hatte insbesondere ein Problem mit der minimalistischen Handlung und den extrem blassen Charakteren, durch die keinerlei Spannung aufkam - wirkte alles fast mehr wie eine Doku. Habe aber ohnehin nicht viel für Kriegsfilme übrig, vielleicht lag es unter anderem auch daran. Außerdem fand ich The Dark Knight Rises nur einigermaßen okay. Nach den genialen beiden Vorgängern konnte der dritte Teil meine Erwartungen leider nicht erfüllen. Als krampfhafter Abschluss einer Filmreihe, in der noch so vieles aus dem Batman-Mythos zu sagen und zu zeigen gewesen wäre, hat mich der letztlich doch ziemlich enttäuscht, trotz einiger Qualitäten.
Batman Begins ist die perfekte Origin-Story und Reboot done right. Möglicherweise sogar mein Lieblingsfilm über den dunklen Ritter. Die Handlung ist eigentlich sehr umfangreich, aber fließt doch locker-flockig schnell voran. Die haben da eine richtig große Geschichte draus gemacht, dem Titelcharakter würdig. The Dark Knight fühlte sich an wie ein einziges, permanentes, packendes Finale. Klasse Actionthriller, unvergessliche Schurken, hintergründige Dialoge. Tolle, intensive, spannende Fortsetzung.
Prestige hat mich total fasziniert. Ich liebe so verschachtelte Erzählungen mit filmischen Rätseln, Wendungen und Aha-Momenten. Bin echt nicht vorher auf die Lösung gekommen, das Ende hat mich im Kino daher völlig geflasht (meine Begleitungen ebenfalls, btw.) ^^ Auch hier souverän geschauspielert, der Look und Stil der Epoche schön getroffen, und einige wunderbare Nebenfiguren. Gucke mir den immer wieder gerne an.
Inception war ein traumhaftes (haha!) Konzept. Sicher haben andere zuvor schon ähnliche Geschichten veröffentlicht, aber nie in dieser Größenordnung als Film und angefüllt mit so vielen ausgeklügelten Details. Wusste es überhaupt sehr zu schätzen, dass das mal wieder ein neuer, bedeutender, innovativer Sci-Fi-Film war, nicht irgendein Remake, Reboot, Sequel oder Prequel. Eine eigenständige Idee, gekonnt umgesetzt. Und damit sogar erfolgreich! Einige der Effekte und die ganzen befremdlichen Bilderwelten haben mich darüber hinaus sehr beeindruckt.
Wundert mich beinahe ein wenig, dass Memento auch hier so weit vorne liegt. Handelt sich um einen der absoluten Lieblingsfilme einer Freundin von mir ^^ Fand den gut, jedoch mehr aufgrund der Form und Idee und weniger wegen allem anderen. Vermittelt super das desorientierte Gefühl der Hilflosigkeit in so einer Situation und die Sequenz der Ereignisse war mal was ganz anderes. Allerdings erschienen mir weder die eigentliche, zugrundeliegende Geschichte, noch die Charaktere übermäßig interessant. Wenn man den Film einmal gesehen hat oder ihn sich mal in der "richtigen" Reihenfolge anschaut, verliert er imho einen Großteil seiner Anziehungskraft. Nolan hat für Memento zu Recht Anerkennung und Aufmerksamkeit gefunden, doch handelt es sich gerade verglichen mit manchen seiner späteren Werke um einen kleinen, dreckigen Film, der komplett um einen einzigen Einfall herum konstruiert wurde. Sehenswert, doch für mich persönlich kein gewaltig-gewichtiges Highlight.
Interstellar hatte auch jede Menge zu bieten. Kann mich auch nicht erinnern, jemals so angespannt an den Kinosessel gepresst gewesen zu sein wie in der berühmten "Docking-Szene" begleitet von Orgelmusik, wow. Alleine dafür lohnt sich der Film schon (glaube jedoch nicht, dass man dieses Feeling zu Hause effektiv reproduzieren kann). Mochte die angesprochenen Themen, die Bemühungen, einige wissenschaftliche bzw. realistische Elemente mit einzubeziehen, die anderso in dem Genre oft unterschlagen werden (besonders was die relative Zeit angeht), sowie die ungewöhnlichen Roboter-Designs ^^ Trotzdem war Interstellar teilweise ein wenig uneben und die Lösung des Problems im Schlusspart meiner Ansicht nach ganz schön weit hergeholt.
An Nolan gefällt mir vor allem, wie er künstlerisches und erzählerisches Niveau mit Mainstream-Kompatibilität und -Geschmack verbindet. Die Filme sind zumeist in mehrfacher Hinsicht komplexer als die üblichen Blockbuster und fordern den Zuschauer immer mal wieder heraus, ein wenig nachzudenken. Es gibt zwar Spektakel und ungewöhnliche Bilder und Perspektiven, aber meistens steckt bei Christopher Nolan eben auch irgendetwas dahinter. Genau davon könnten wir in der Branche sehr viel mehr gebrauchen.
Müsste ich einen Kritikpunkt nennen, so wäre das die zumindest subjektiv empfundene Kälte seiner Geschichten, Charaktere und auch Orte. Alles scheint mit fast analytischer Präzision umgesetzt und auf Hochglanz poliert zu werden, aber die emotionalen, warmen, sympathischen, wohligen oder chaotischen Elemente bleiben für gewöhnlich auf der Strecke. Ich könnte mir zum Beispiel nicht vorstellen, dass er eine funktionierende, für die Handlung bedeutende Liebesgeschichte hinkriegen würde, obwohl so etwas potentiell durchaus zu den Filmen passen könnte. Interessant als Herausforderung wäre es, mal einen Fantasyfilm von ihm zu sehen.





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