Freut mich, dass Batman v Superman grade so abstürzt. Genau wie ich in dem anderen Thread erwähnt habe: Wenn ein Film dermaßen schwache Kritiken bekommt, resultiert das erfahrungsgemäß in einem schnellen Fall an der Kinokasse in den folgenden Wochen. Ein Erfolg ist er natürlich grundsätzlich immer noch - hat 250 Millionen gekostet, steht derzeit bei 600 und es kommt wohl noch einiges dazu. Aber zu dem Club der erfolgreichsten Filme wird er nun nicht mehr zählen, was ich dem Teil auch nicht gegönnt hätte, und ich bin gespannt, ob er die Milliarde überhaupt noch voll machen kann.
Das freut mich vor allem deshalb, weil es Warner Bros. und die Filmemacher ein wenig unter Druck setzen und für zukünftige Werke aus dem DC-Universum vielleicht zum Umdenken bewegen wird, besonders was Struktur und Ton, aber auch manche Personalie angeht. Bei den Solo-Abenteuern mache ich mir weniger Sorgen, auch dank unterschiedlicher Regisseure, aber bei Justice League sollten sie sich wirklich was einfallen lassen.
Habe schon schlechtere Filme gesehen als Batman v Superman. Gab ein paar brauchbare, coole Actionszenen, und der neue Bruce Wayne /Batman weiß größtenteils zu überzeugen. Wonder Woman mochte ich auch. Aber die Handlung war so ziellos, kuddelmuddelig, mit unfokussierten Abschnitten, die die Geschichte nicht weiterbrachten, und Sequenzen, die kaum flüssig ineinander übergingen oder zusammenhingen und sich auch nicht durch einen späteren Payoff auszahlten. Da werden teils interessante Themen angesprochen, die anschließend überhaupt keine Rolle mehr spielen. Die Darstellung von Superman sowie von Lex Luthor als Bösewicht ohne nachvollziehbare Motivation haben sie völlig vergeigt.
Dazu, und das ist vielleicht das Schlimmste daran: Der Story und ihren Charakteren fehlte völlig ein Sinn für Esprit und Geist! Weiß nicht, wie ich das englische "Wit" sonst am besten übersetzen sollte, aber das Wort trifft den Nagel auf den Kopf. Niemand verlangt, dass DC-Verfilmungen mit Humor vollgestopft werden oder Marvel kopieren sollten. Aber Batman v Superman war staubtrocken, bierernst, kalt und seelenlos, ohne ein Gefühl für Spaß. Nehmt nur mal die Nolan Batman-Filme! Die waren auch tendenziell eher ernst und realistisch, und hatten trotzdem genug clevere und amüsante oder augenzwinkernde Momente. Dawn of Justice hatte nichts davon. Stattdessen nervte es mit sehr auffällig eingeworfenen Versuchen, dieses Universum zu etablieren und die zukünftigen Filme vorzubereiten - Szenen, die sich kein bisschen organisch in den Rest des Plots einfügten.
Und zur Abrundung ein übertriebener CGI-Endkampf. Auch schon davor alles unterlegt mit Musik, die klingt, als würde man ein Orchester mit Chor grade in Lava ertränken xD Batman v Superman ist trotz einiger Pluspunkte und Qualitäten (letztere vor allem in visueller Hinsicht) vielleicht vor allem deshalb so eine Enttäuschung, weil er selbst die Grundanforderungen nicht überzeugend erfüllen konnte. Ich meine, nehmt nur mal den Titel! So ein Drehbuch schreibt sich doch fast schon von selbst. Es sollte um Batman und Superman gehen. Deren Auseinandersetzung nimmt streng genommen aber grade mal fünf bis zehn Minuten im Film ein >_> Stattdessen wird Spielzeit lieber mit random Albtraum-Visionen vergeudet.
Finde, dass Doug und Rob es ganz gut besprochen und dabei fast alles Wichtige erwähnt haben. Stimme ihnen weitgehend zu:





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