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Deus
It's HAMMER time!
Die Rache der Pharaonen /The Mummy (1959)

Der Film fängt vielversprechend an und hat ein aufregendes Finale, aber zwischendrin ist wenig los. Der englische Originaltitel lässt zwar an 1932 denken, doch genau genommen handelt es sich hier um ein Remake von sowohl The Mummy's Hand (1940) als auch von The Mummy's Tomb (1942), wobei die interessanten Stellen von ersterem weitgehend übersprungen werden und die Handlung zum Großteil dem schwunglosen letzteren Werk entspricht. Die Grundidee ist jedenfalls genau dieselbe: Archäologen öffnen Grab, Mann von uraltem ägyptischem Kult kontrolliert die Mumie um für die Entweihung fürchterliche Rache zu nehmen und folgt ihnen zurück in den Westen (wobei diesmal nach England und nicht in die USA). Sogar die Hintergrundgeschichte mit Hohepriester Kharis und seiner verbotenen Liebe zu Prinzessin Ananka ist identisch geblieben! Der Einfall mit der weiblichen Hauptrolle, die verblüffende Ähnlichkeit zur Prinzessin hat, ist aus der früheren Reihe auch bereits wohlbekannt.
Zuerst war ich sehr enttäuscht, dass es von den spannenderen Ausgrabungsstätten wieder zurück in vertraute Umgebungen geht, aber immerhin zeigt Hammer wie man das Konzept wesentlich besser umsetzen kann als es Universal damals tat. Das liegt zum einen an den britischen Darstellern - Peter Cushing als Protagonist (wusste vorher gar nicht, dass er mitspielt... Glaube, ich werde langsam echt ein Fan von dem Mann!) und Christopher Lee als Mumie, was will man mehr ^^ Zum anderen haben die Konfrontationen viel mehr Biss, es gibt sogar ein paar kurze und kleine aber feine Action-Momente. Sehr geil und anders als damals war, wie der Hauptcharakter den verdächtigten aber noch nicht überführten Kultisten aus Ägypten (welcher eigentlich schon abreisen wollte, weil er sein Werk für vollbracht hielt) zunächst persönlich in dessen Haus aufsucht, um der Sache mit der Mumie auf den Grund zu gehen. Der hier stattfindende verbale Schlagabtausch zwischen den beiden hat es in sich und war eine einzige Freude mit anzusehen
Im Prinzip wissen beide sofort, wer der jeweils andere ist, aber sie erhalten die Fassade und künstliche Gelassenheit aufrecht, während es unter der Oberfläche brodelt, und sie provozieren bewusst gegenseitig und fordern sich heraus. Richtig dicke Luft. Dabei ist die Situation umso brenzliger, weil nur ein paar Meter entfernt die Mumie darauf wartet, reaktiviert zu werden.
Was für ein genialer Film dies hätte werden können, wenn es mehr von solchen Szenen gegeben hätte! Leider wird jede Menge Spielzeit mit mehreren viel zu langen Rückblenden verschwendet, die nur der Exposition dienen aber die vordergründige Handlung keinen Millimeter weiter bringen. Diverse Nebencharaktere wurden nicht angemessen ausgearbeitet, und selbst wichtige Rollen bleiben vergleichsweise blass; man bekommt nicht das Gefühl, irgendeine der Figuren wirklich kennengelernt zu haben (was, wie ich behaupten möchte, zumindest in The Mummy's Hand noch der Fall war). Außerdem wird zwar alles mögliche an altbekannten Klischees der spirituellen Vorgänger wieder hervorgekramt und verbraten, aber kaum ein neuer Impuls bzw. keine unerwarteten neuen Story-Elemente gegeben. Trotz allem mit Sicherheit einer der besseren Mumien-Filme, wenn auch mit einer Menge verschenktem Potential. 6/10
Die Rache des Pharao /The Curse of the Mummy's Tomb (1964)

Hängt mit dem Vorgänger nicht näher zusammen. Ein gieriger Investor und Geldgeber der Ausgrabungen möchte entgegen den Bedenken des Archäologen eine Show-Tour in England und Übersee aus den wertvollen, jahrtausendealten Exponaten machen, einschließlich der Mumie. Sakrileg! Gibt auch eine neue Hintergrundgeschichte, die ist aber relativ dämlich, ansonsten ist das Grundkonzept gleich geblieben: Die "Grabschänder" fahren in den Westen (schnarch), und der "Fluch" folgt ihnen. Immerhin ein netter Twist, dass der Typ aus Ägypten ausnahmsweise mal nicht der Schuldige war, der die Mumie kontrolliert. Letztere wird aber erst nach zwei Dritteln des Films überhaupt mal aktiv, die Geschichte braucht generell viel zu lange um in Fahrt zu kommen und weist zu viel langweiliges Gelaber auf, das nirgendwohin führt. In dem Zusammenhang nerven auch die abermals auftauchenden Rückblenden. Hinzu kommen schlechtere Schauspieler (bis auf ein paar kleine Nebenrollen macht niemand aus dem vorherigen Teil mehr mit) und manche Szenen, die einfach hirnrissig sind, zum Beispiel wenn eine ganze Truppe von Polizisten einfach rumsteht und tatenlos zuguckt wie die Mumie einen Kerl umbringt. Ich mein, der Film war keine Beleidigung für die Sinne, aber bietet einfach überhaupt kein positives Alleinstellungsmerkmal. Kann man sich angucken, muss man aber nicht. 5/10
Der Fluch der Mumie /The Mummy's Shroud (1967)

Wieder keine Verbindung zu den anderen Teilen, die Filme haben offenbar alle nichts miteinander zu tun. Die Story folgt ähnlichen Grundzügen wie der Rest, ist aber wieder oberflächlich neu mit anderer Mumie und abgewandelter Hintergrundgeschichte aus Ägypten von vor einigen tausend Jahren. Da fangen die Probleme eigentlich auch schon an, denn der Rückblende-Prolog ganz zu Beginn ist super-ätzend und langweilig, mit Erzähler aus dem Off und peinlich unglaubwürdiger Produktions-Ausstattung. Man muss praktisch zehn Minuten warten, bevor die eigentliche Handlung beginnt. Das ist in etwa so, als würde der Lauftext am Anfang der Star Wars Filme sich zehn Minuten Zeit lassen, gähn.
Yay, endlich spielt mal wieder ein Mumien-Film komplett in Ägypten! Die Freude darüber verflüchtigt sich sogleich aber auch zu großen Teilen schon wieder, weil die Studio-Sets so überhaupt gar nicht authentisch aussehen, auch nicht entsprechend der 1920er wie angegeben. Die Stadt wirkt billig künstlich und die Wüste wie ein übergroßer, aufgeschütteter Sandkasten >_< Naja, der Gedanke zählt, schätze ich. Die Mumie wird nicht mehr durch Pflanzenblätter oder ein Medaillon kontrolliert, sondern neuerdings durch das im englischen Originaltitel vermerkte Leichentuch. Die Schauspieler bieten weiterhin Vorstellungen von überaus durchwachsener Qualität, meistens aber eher unterdurchschnittlich.
Es kommt eine Wahrsagerin vor, die ultranervig ist und kaum reinpasst - hätte man ohne Verlust für die Handlung auch komplett weglassen können. Auch sonst gibt es kaum sympathische oder interessante Figuren (die Frau vom vermessenen Patriarchen der Familie sitzt die ganze Zeit nur ruhig herum und stichelt gegen ihren Mann, was sollte das? Der Charakter hat sonst keinerlei Bedeutung aber wird in einigen Szenen seltsam hervorgehoben und wurde mit einer namhaften Schauspielerin besetzt o_O). Aber hey, dadurch, dass man die meisten, die bei der Entweihung des Grabes dabei waren, sowieso nicht leiden kann, macht es umso mehr Spaß zu sehen, wie die Mumie sie erledigt.
Und das bringt mich zum größten Pluspunkt des Films: Die Mumien-Szenen und Tötungen im späteren Verlauf sind genuin spannend und aufregend. Die Kreatur wirkt erbarmungslos und unaufhaltsam und schlägt plötzlich zu. Ebenso das Design mit den Augen und der Effekt ganz am Ende wenn sie zu Staub zerfällt waren überaus sehenswert. Das brenzlige Finale haben sie generell überraschend gut umgesetzt. So gesehen startet der Film richtig mies und wird dann langsam immer besser. Hinterher hätte ich gerne ein wohlwollenderes Fazit abgegeben, aber dazu fallen die Mängel zu deutlich ins Gewicht. Trotzdem, von den schwächeren Mumien-Abenteuern immer noch eines der besseren, wenn ihr versteht, was ich meine. 5/10
Das Grab der blutigen Mumie /Blood from the Mummy's Tomb (1971)

Sehr seltsamer Film, hat mir nicht wirklich gefallen. Die Geschichte basiert anscheinend auf einem Roman von Bram Stoker. In der Nacht vor ihrem Geburtstag bekommt die junge und schöne Margaret von ihrem Vater einen mysteriösen Ring geschenkt. Ihr Vater war Teil einer Gruppe von Ägyptologen, die Jahre zuvor das Grab der mächtigen, bösen Zauberer-Königin Tera entdeckten, deren Körper bis auf eine abgehackte Hand perfekt erhalten geblieben ist, ohne das geringste Anzeichen von Verwesung. Direkt in dem Moment wurde Margaret geboren. Die ist inzwischen erwachsen geworden, hat grausame Albträume und eine verblüffende Ähnlichkeit zu Tera. Anscheinend hat sie nicht nur die Schönheit, sondern auch die Seele dieser gefährlichen ägyptischen Magierin geerbt, was die übrigen Expeditionsmitglieder mit Angst und Schrecken erfüllt. Aus gutem Grund, da sie bald darauf einer nach dem anderen umgebracht werden. Tera gewinnt langsam die Oberhand, möchte wiederbelebt werden, aber benötigt dazu noch einige Reliquien, die die Leute des Teams versteckt haben.
Das war mal wirklich ganz anders als der übliche Mumien-Kram, das muss ich Blood from the Mummy's Tomb in jedem Fall lassen. Fühlt sich mehr wie moderner Mystery-Horror über Besessenheit und Seelenwanderung an. Mit mehr Blut und Psycho-Kräften. Von Abenteuer-Atmosphäre ist allerdings gar nichts mehr zu spüren und praktisch die gesamte Handlung spielt in England. Auch kann man sich glatt ein bisschen verarscht vorkommen, denn eine Mumie in engerem Sinne taucht überhaupt nicht auf. Valerie Leon ist zwar hübsch in der Hauptrolle, aber das alleine reißt nicht viel. Stellenweise ist der Schnitt sehr gewöhnungsbedürftig und wirr und es dauert eine Weile, bis man die Story im Kopf so weit geordnet hat, dass alles halbwegs Sinn ergibt - was nicht heißt, dass nicht trotzdem noch massig Fragen offen bleiben und gewaltige Logik-Löcher das Gesamtbild stören. Wenn die Forscher zum Beispiel eine solche Angst vor der Rückkehr der Königin haben, warum haben sie die Reliquien dann eigentlich verwahrt, anstatt sie einfach zu zerstören? Das selbe gilt für den Körper im Keller, der an sich schon eine weit hergeholte Idee ist. Möchte mal wissen, wie sie den durch den Zoll bekommen haben :P Das Ende, in dem bis auf Margaret /Tera echt alle Charaktere sterben, wirkt darüber hinaus ziemlich übertrieben. 5/10
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