Werewolf of London (1935)



Der Vollständigkeit halber doch noch den ersten großen Werwolf-Streifen der Filmgeschichte nachgeholt. Plot beginnt mit Botanikern in Tibet... okay, cool, damit hab ich nicht gerechnet. Ein paar Einstellungen sind fesch, aber der Film kommt an Chaneys Fassung wie erwartet nicht heran. So überhaupt gar nicht. Die Frauen sind ausnahmslos alle tierisch nervig oberflächlich, laut und aufdringlich darin, und die Dialoge generell zu zahlreich, lang und langweilig. Die erste Hälfte von Werewolf of London kommt rüber wie ein einziges, großes Gewächshaus-Gespräch mit britischem Akzent. Es geht mehr um Pflanzen als um Wölfe, wer hätte das gedacht >_>? Von London sieht man auch nicht viel, meist nur Innenräume der High Society. Zu allem Überfluss ist der Hauptdarsteller recht unsympathisch. Gerade das halte ich für ein Riesenproblem, weil dadurch der Kontrast zwischen dem Menschen und seinem unfreiwilligen Zustand als Monster flöten geht. Was kümmert es mich, was aus so einem wird? Was kümmert es mich, wen er umbringt, wenn es keine brauchbaren Nebencharaktere gibt? 4/10



Son of Frankenstein (1939)



Einer der Söhne Frankensteins kommt mit Frau und Kind nach Deutschland zum leerstehenden Anwesen seines Vaters; sehr zum Missfallen der Dorfbewohner, die die Vorgänge argwöhnisch verfolgen. Wie nicht anders zu erwarten war, findet er in den Ruinen des Labors das Monster, kann sich der Faszination nicht entziehen, experimentiert weiter und will es wieder aktivieren. Die Continuity zu den Vorgängern ist nicht immer hundert Prozent schlüssig, auch wenn es im Wesentlichen hinkommt. Überhaupt hängen wohl jeweils Teil 1 und 2 sowie Teil 3 und 4 enger zusammen bzw. folgen storymäßig direkt aufeinander.
Neu ist diesmal zum Beispiel der Gehilfe Ygor, gespielt von Dracula-Darsteller Lugosi. Im ersten Frankenstein-Film hieß der Gehilfe noch Fritz. Soll daraus Ygor geworden sein oder ist es eine andere Figur? Unterschiede gibt es genug. Wenn er jedoch ein weiterer Gehilfe war, wann soll das gewesen sein? Kommt ein bisschen so rüber, als hätte es zwischen Bride und Son noch einen Film gegeben, den wir nie zu Gesicht bekommen haben. Manch einer scheint in Lugosis Ygor (der mal gehängt wurde aber überlebte) ein Highlight des Films zu sehen, aber ich werde mit dem einfach nicht warm - vor allem als zentraler Bösewicht stört er mich eher. Hinzu kommt noch das ultranervige Blag von Frankensteins Sohn. Stichwort kleine Kinder in Filmen die naturgemäß NULL schauspielern können. Darüber hinaus kam mir der Film hinsichtlich der Handlungsorte eingeschränkter vor als zuvor, fast alles spielt sich im Schloss und dem angrenzenden Labor ab Und das Ende war etwas abrupt.
Gibt aber auch Gutes zu berichten. Für mich steckt die Stärke von Son of Frankenstein in der ebenfalls neuen Figur Inspector Krogh, ein preußisch anmutender Polizist, der bei den damaligen Auseinandersetzungen mit dem Monster einen Arm verloren hat und deshalb nicht General werden konnte. Daher hat er nun eine stylishe Prothese. Jedenfalls mit Abstand der interessanteste Charakter der Geschichte - überhaupt setzt sich ein Großteil des Films aus der Interaktion zwischen ihm und Baron Wolf von Frankenstein zusammen. Krogh ist ein Mittler, der für die Sicherheit der Familie vor der aufgebrachten Bevölkerung garantieren möchte, aber kritischer und herausfordernder wird, als sich die Hinweise häufen, dass das Monster entgegen Wolfs Behauptungen wieder sein Unwesen treiben könnte. Mit 99 Minuten handelt es sich um den längsten klassischen Frankenstein-Film, das hat sich zum Teil eben auch für die Charakterentwicklung gelohnt. Beeindruckend stellenweise auch die Sets: Das Anwesen selbst mit seinen schrägen Winkeln und Schatten weckt Erinnerungen an deutschen Expressionismus und mit dem verwüsteten Labor hatte man wirklich das Gefühl, eine aufgegebene Welt zu betreten, einen Geist der Vergangenheit.
Unterm Strich war ich aber nicht begeistert. Der Film ist nicht schlecht, keine Frage, aber kann den beiden Vorgängern eindeutig nicht das Wasser reichen. Es ist eher ein Revival, aus dem man mehr hätte herausholen können. Wer in die Reihe nur mal reinschauen und das Beste mitkriegen möchte, der kann sich getrost auf die ersten zwei Filme beschränken. 6/10



The Ghost of Frankenstein (1942)



Naja, es geht weiter bergab. Wobei ich dazu sagen muss, dass ich die Qualitätsdiskrepanz zu dem Obenstehenden eigentlich nicht soo gewaltig finde wie offenbar der IMDb-Durchschnitt. Habe ja schon angedeutet, dass ich Ygor als Charakter nicht leiden konnte. Der wirkt wie ein bärtiger, ungepflegter Hinterwäldler-Alm-Jodler, leicht minderbemittelt aber trotzdem selbstsicher (um nicht zu sagen überheblich) und im Innern böse und wahnsinnig. Wie er mit seiner seltsamen Flöte das Monster beeinflussen kann, kommt mir ein wenig lächerlich vor. Das Problem von Ghost of Frankenstein ist unter anderem, dass Ygor darin eine noch größere Rolle einnimmt. Das ist ein bisschen so, als würde man den nächsten Obdachlosen von der Straße als Grundlage für den Antagonisten in einem Sci-Fi-Abenteuer benutzen >_>'
Nachdem die aufgebrachte Bevölkerung den Sitz der Frankensteins sprengt, macht sich Ygor mit dem Monster auf den Weg in eine andere Stadt, wo ein weiterer Sohn des ursprünglichen Dr. Frankenstein lebt. Diesen Ludwig von Frankenstein mochte ich eigentlich ganz gerne. Zwar lässt er sich von Ygor erpressen und begeht einige Dummheiten, aber möchte im Grunde die Familienehre reinwaschen und ist von den bisherigen Frankensteins, die wir gesehen haben, vermutlich noch der vernunftbegabteste (und älteste). Oh, und sein Labor mit Geheimräumen rockt. Nur schade, dass sich bis auf den Anfang und ein paar wenige Stadt-Szenen fast der gesamte Film in dem Gebäude abspielt. Gerade die Abwechslung trug damals maßgeblich dazu bei, dass mir die ersten beiden Teile der Reihe so gefallen haben. Wo sind die brennenden Windmühlen bloß hin ;_; ?
Bei der Story merkt man deutlich, dass ihnen die Puste ausging. Diesmal geht es um Gehirn-Transplantationen xD Und der Geist vom Vater erscheint dann auch tatsächlich, um dem Titel des Films gerecht zu werden. Gut, das war nur eine Szene und man könnte argumentieren, dass sich Ludwig das nur eingebildet hat, aber meine Güte war das holprig umgesetzt. Auch bei den Schnitten und dem Pacing gibts Schwierigkeiten. Am Ende erfährt man nicht einmal, was aus bestimmten zentralen Figuren wie eben Ludwig überhaupt geworden ist. Überlebt, oder im Finale umgekommen? Egal! Als würde das keinen interessieren, nichtmal seine Tochter und ihren Macker, die fernab jeder Logik in der Schluss-Einstellung fröhlich in den Sonnenaufgang laufen, anstatt nach dem Vater zu sehen. WTF? Ghost of Frankenstein ist letztenendes immer noch unterhaltsamer als die miesesten Mumien-Fortsetzungen (siehe oben), und ich bin froh den wenigstens einmal gesehen zu haben, aber gut geht anders. Die meisten scheinen sich zu ärgern, dass diesmal nicht mehr Boris Karloff das Monster verkörperte, sondern Lon Chaney Jr., aber das ist ganz ehrlich das geringste Problem. 5/10



Frankenstein Meets the Wolf Man (1943)



Es handelt sich hier viel mehr um eine Wolf Man Fortsetzung als um einen Frankenstein-Film. Schade dass man für so einen Crossover nicht beide Seiten gleichwertig intensiv behandelt hat. Ein Dr. Frankenstein taucht überhaupt nicht mehr auf (der letzte ist am Ende von Ghost of Frankenstein anscheinend doch im Feuer umgekommen). Entweder bezieht sich der Titel auf die Baroness Elsa Frankenstein, oder der Film trägt zu dem berühmten Missverständnis bei, Frankenstein mit seiner Kreation zu verwechseln. Das Monster selbst, diesmal interessanterweise gespielt von Lugosi, hat insgesamt eine Screentime von gefühlt nur 5 Minuten und tritt zum ersten Mal erst ab der Mitte der 74 Minuten langen Geschichte in Erscheinung. Soll wohl mal mehr Szenen gegeben haben, auch solche, in denen das Monster spricht und dabei Zusammenhänge zu Ghost of Frankenstein erklärt, aber die wurden leider rausgeschnitten. Das heißt, es ist blind und stumm und Ygors Gehirn steckt immer noch drin. So entstand der bekannte, oft parodierte "Monster Walk", denn das sieht mit den ausgestreckten Armen einfach ulkig aus - vor allem wenn das Publikum keine Erläuterung bekommt, warum das eigentlich so ist.
Wie gesagt geht es eigentlich um den Wolfsmenschen Larry Talbot, der ohne es zu wollen wiederbelebt wird und nun gerne endgültig sterben würde, was der Fluch verhindert. Dazu sucht er die alte Zigeunerin auf, die ihn auf Frankensteins Forschung verweist. Dr. Frankenstein ist tot, aber vielleicht kann dessen Tochter ihm bei der Suche nach den Aufzeichnungen helfen? Ein englischer Arzt mischt auch noch mit und verfolgt den unglückseligen Larry. Sie sollten sich beeilen, denn bald ist wieder Vollmond. Hmm. Bei vielen schneidet der Film gar nicht so übel ab, aber ich hatte ein wenig Mühe damit, obwohl ich Lon Chaney Jr. als Talbot-Werwolf vorher schon sympathisch fand.
Der Knackpunkt ist wirklich die Story. Heutzutage würde man sagen: übelst undurchdachte Fanfiction. Während die Wolfsmensch-Seite der Handlung hinhaut, passt es bei Frankenstein nicht. Wie kam das Monster dorthin? Es soll beim Feuer im Sanatorium zerstört worden sein, aber jetzt ist es ganz woanders in Eis eingeschlossen? Im Keller eines Schlosses, das eher so dargestellt wird, als sei es jenes aus den ersten paar Teilen, obwohl das bereits komplett gesprengt wurde und es in einer anderen Stadt sein soll? Hä? Die Baroness wird jetzt von einer anderen Schauspielerin verkörpert, die sich auch ganz anders benimmt. Über ihren Vater reden sie so, als sei er der Original Frankenstein, schließlich werden die Aufzeichnungen ja betont, dabei war das nur einer der Söhne, der gar nicht genug Zeit gehabt haben kann, um hinter alle Geheimnisse zu kommen. Und so weiter und so fort, da flog die Continuity achtkantig aus dem Fenster.
Das alleine wäre leicht zu verkraften, wenn das Gezeigte trotzdem einfach Spaß macht und wenigstens in sich schlüssig ist. Aber das Gefühl bekam ich nicht. Die Handlung ist im Kern total simpel und linear und geht über das oben Beschriebene kaum hinaus. Ich erwarte ja keine Wunder, aber was wäre das für eine geile Gelegenheit gewesen, um diese beiden Monster-Reihen wirklich miteinander zu verweben und in neue Richtungen zu lenken! Stattdessen kam es mir vor wie eines dieser schwachen Revivals, wo die Autoren zwar keine Ideen haben, aber einfach alles nochmal reinwerfen, was aus den jeweiligen Vorgängern noch aufzutreiben ist, und der Rest ergibt sich dann schon irgendwie. Ich möchte aber nicht nur Schnipsel von ziellosen Fortführungen als Selbstzweck, sondern ein neues Abenteuer, das für sich stehen kann.
Das Finale ist ebenfalls eine leichte Enttäuschung. Anstatt wie vom Poster quasi versprochen eine epische Auseinandersetzung zwischen den beiden Figuren Monster und Wolf Man zu bekommen, geht der kleine Schlagabtausch kaum länger als eine Minute, dann sprengt ein random Wutbürger den Damm und das Wasser reißt die ganze Schlossruine innerhalb von Sekunden einfach mit sich. Danach ist sofort Schluss Kein Epilog, kein gar nichts. Heute würde man denken, das wäre so ein Fall von "Fortsetzung folgt", aber so lose wie diese Filme - wenn überhaupt - miteinander verbunden sind, teilweise selbst innerhalb der einzelnen Reihen, kann man sicher vergessen, dass das explizit nochmal aufgegriffen wird. Es ist ein unverdient offenes und plötzliches Ende.
Eine waschechte Wolf Man Fortsetzung hätte ich lieber gehabt. Die Idee, das mit Frankensteins Monster zu verbinden, ist an sich nicht schlecht, aber bei so etwas kommt es sehr auf die Umsetzung und auf die richtige Balance an. Hätte in dem Zusammenhang auch gerne gesehen, wie Larry, Elsa, Dr. Mannering und die Zigeunerin Maleva die Ruinen eine Weile gemeinsam untersuchen und dabei auf das Monster treffen. Frankenstein Meets the Wolf Man war für mich nichts Halbes und nichts Ganzes. Dennoch gilt auch hier: Durch die phantastischeren Charaktere und Konzepte und ein paar schicke Sets (der Friedhof mal wieder!) immer noch besser als The Mummy's Tomb, The Mummy's Ghost und The Mummy's Curse. 5/10



Son of Dracula (1943)



Boooring. Zwar filmisch deutlich moderner als das Original, dafür aber genauso lahm und gesprächslastig. Wo der Film von 1931 aber wenigstens noch Lugosi in seiner Paraderolle hatte und die ganzen klassischen Elemente des Mythos einführen durfte, übernimmt hier der in diesem Fall imho wenig passende Lon Chaney Jr. (das ist unter anderem der Typ aus The Wolf Man und der Sohn vom Phantom der Oper ^^), der aber ohnehin nicht viel Screentime bekommt. Eine Tussi möchte sich und ihren Lover unsterblich machen und lässt sich dafür mit einem gewissen Alucard ein. Haha, der Film wird nicht müde mit dem Zaunpfahl darauf hinzuweisen, dass das rückwärts gelesen Dracula ergibt. Wären wir sonst nie drauf gekommen. Jedenfalls versuchen ein Doktor und ein angereister Professor aus Transsylvanien das Schlimmste zu verhindern. Doch die Behörden sind schwierig zu überzeugen, vor allem wenn Leichen verschwinden oder scheinbar wieder lebendig werden. Ein paar der Handlungsorte sahen ganz nett aus, das muss ich ihnen lassen. Die wippende Gummi-Fledermaus gleicht das aber wieder aus >_< Ebenfalls noch etwas besser als die Mumien-Sequels, aber ärgerlich langsam und spannungsarm. Dracula's Daughter war im Vergleich hierzu ein Meisterwerk! 5/10



House of Frankenstein (1944)



Uh, gar nicht mal so schlecht. Weit weniger prätentiös, vielleicht ist das einfach der bessere Ansatz. Der Film scheint sich selbst nicht immer total ernst zu nehmen, gibt aber andererseits auch keinen Fokus auf Humor oder so. Wirkt einfach lockerer, ein quirky Horror-Fantasy-Abenteuer. Hat auch was episodisches an sich, weil es in der ersten Hälfte mehr um Dracula (John Carradine) geht, und danach die Handlung mit Frankensteins Monster und dem Wolf Man wieder aufgegriffen wird. Die Geschichte handelt von dem verrückten Wissenschaftler Dr. Niemann (Boris Karloff endlich mal ohne Maske) und seinem buckligen Gehilfen, die aus einem Gefängnis ausbrechen und einen Schaustellerwagen übernehmen (der eigentliche Besitzer und Fahrer wird kurzerhand ermordet). Dieser transportierte zufällig das Skelett Draculas, der wiederbelebt wird, als der böse Wissenschaftler den Pfahl herauszieht. Ein paar Bisse und Leichen später gibts einen unrühmlichen Abgang des Vampirs im Sonnenlicht.
Nachdem der Part abgehakt ist reisen die beiden weiter in Richtung der Stadt, wo das Monster und der Wolfsmensch zuletzt gesehen wurden als der Damm brach, denn sie sind hinter den Aufzeichnungen Frankensteins her. Ab da ist Larry Talbot auch wieder dabei. Zwischendurch haben sie außerdem ein Zigeunermädchen aufgenommen, in das der bucklige Gehilfe verliebt ist, welches sich aber stattdessen in den Werwolf verguckt. Eifersüchtig fordert der Gehilfe die Gehirntransplantation, die ihm der Doktor versprach, um den Körper von Larry zu bekommen... Das Monster wird zwar mitgeschleppt bis sie das alte Labor von Niemann erreichen, aber spielt kaum eine Rolle und wird nur ganz am Ende kurz aktiv. Denke das war diesmal besser so. Macht den Titel aber sehr unpassend, zumal diesmal kein einziger Frankenstein anwesend ist.
House of Frankenstein wirkt ein bisschen wie eine Art Best of oder Compilation der bisherigen Reihe. Die Continuity funktioniert auch weiterhin nicht optimal, erst recht nicht wenn man Dracula mit einbezieht, aber da der Film insgesamt viel cheesier ist und auch nicht versucht, das zu verstecken, seh ich das nicht so eng wie beim Vorgänger. Hat trotz aller Holprigkeit im Drehbuch Spaß gemacht und wäre eine gute Stelle gewesen, um die Franchise hier zu beenden. 6/10



House of Dracula (1945)



Wasn Schrott. Einen Film mit Dracula, dem Wolf Man und Frankensteins Monster zusammen so zu verhauen, das muss man erstmal schaffen. Sowohl Dracula als auch Talbot suchen Hilfe bei einem weiteren verrückten Mediziner und Wissenschaftler, Dr. Edelmann. Dracula sucht Hilfe wegen seines Zustands als Vampir, WTF?! Man könnte es zwar so sehen, dass das nur Teil seines Plans war, um an die hübsche Arzthelferin heranzukommen, aber er verhält sich wirklich seltendämlich, macht sich vollkommen angreifbar und wird entsprechend nach der Hälfte des Films - mal wieder - im Sonnenlicht gegrillt. Von dem gefährlichen, cleveren Grafen ist nicht mehr viel geblieben, dabei hat John Carradine eigentlich den richtigen Look für die Rolle, und dieser Zylinder seit House of Frankenstein macht auch was her xD
Nach einer Bluttransfusion mit Dracula wird aus Dr. Edelmann jedoch so eine Art "Dr. Jekyll & Mr. Hyde"-Figur, die Leute umbringt. Dabei wurde gezeigt, wie sein Spiegelbild verschwindet, also hätte er nicht viel mehr selbst ein Vampir werden müssen? Mal abgesehen von dem bescheuerten Grund wäre das eigentlich eine ganz nette Idee, die aber viel zu random und half-assed in das letzte Filmdrittel gequetscht wird. Dann ist da noch eine zweite Krankenschwester mit Buckel, die echt so gut wie gar nichts zur Handlung beiträgt. Buckel scheinen zu der Zeit in Horrorfilmen wohl gerade in Mode gewesen zu sein o_O
Wie Larry Talbot nach dem Ende von House of Frankenstein mit der Silberkugel plötzlich doch wieder lebte, erschließt sich mir nicht, darauf wird auch gar nicht mehr eingegangen. Wenigstens gönnen sie dem Charakter am Ende allem Anschein nach doch endlich die Heilung, und ich gönn es ihm auch. Im Untergrund findet er mit Dr. Edelmann zufällig auch noch die sterblichen Überreste von Dr. Niemann aus dem Vorgänger und anbei das völlig intakte Monster, weil bekanntlich auf konventionellem Wege so gut wie unzerstörbar (Ganz schön viele Zufälle, nicht wahr?). Hier drin liegt vielleicht die größte Verschwendung des Films, denn mit dem Monster wird wieder nix angestellt bis zu den letzten fünf Minuten. Beim letzten Mal war die Aufteilung in Ordnung, hier hingegen passt es mir überhaupt nicht. Und zum Schluss steht das Monster wieder in Flammen und wird von herabstürzenden Trümmern getroffen, exakt genauso wie schon in Ghost of Frankenstein. Wir wissen inzwischen, dass das nicht funktioniert, um ihn zu erledigen, daher kommt der Abgang auch sehr unbefriedigend rüber. Alles schonmal gesehen.
Lustige Trivia: Ich hab nicht mitgezählt, aber jemand sollte mal zusammenschneiden, wie viele Szenen mit einem wütenden Mob aufgebrachter Bürger mit Fackeln, die zu einem Anwesen marschieren, in den Universal Monsterfilmen vorkommen. Es waren eine Menge, so viel steht fest, und dieser hier ist gewiss keine Ausnahme! Ein wenig schade finde ich außerdem, dass Lon Chaney Jr. als Talbot diesmal der einzige Veteran der Reihe ist, der noch mitspielt. Weder Karloff, noch Lugosi sind in House of Dracula irgendwo zu sehen.
Es krankt auch am Skript. Die Szenen wirken total zusammenhanglos, als könne sich der Film über weite Strecken nicht entscheiden, in welche Richtung er eigentlich gehen möchte. Und was bei mir sowieso immer ganz dicke Minuspunkte gibt: Es bleibt fast komplett ein Kammerspiel. Bis auf eine einzige kurze Szene gegen Ende in der Stadt spielt praktisch der gesamte Film in den Räumen von Dr. Edelmanns Haus bzw. Sanatorium (oder was auch immer). Null Abwechslung. Dabei sind die ausgefalleneren Sets wie schicke, nebelige Friedhöfe gerade das, was diese Filme fernab jeder anderen vorhandenen oder fehlenden Qualität für mich immer noch genießbar machte. Nicht so hier. Insgesamt einfach schlecht, einer schwächsten Teile der gesamten Reihe. 4/10



Abbott and Costello Meet Frankenstein (1948)



Also erstmal... nettes kleines Cartoon-Intro, damit hab ich irgendwie nicht gerechnet *g* Positiv anzumerken ist außerdem, dass anders als der Titel vermuten lässt nicht nur das Frankenstein-Monster dabei ist, sondern auch Dracula und der Wolfsmensch mitmischen, genau genommen sogar eine wichtigere Rolle in der Handlung einnehmen, und die letzteren beiden wieder von ihren Stamm-Schauspielern Lugosi und Chaney verkörpert werden. Dass der Vamp und seine Komplizin ausgerechnet das Gehirn von Costello in das Monster einsetzen wollen, weil der auf jeden Fall blöd genug ist, um all ihren Befehlen zu gehorchen, ist ein drolliger Scherz. Die Handlung hat ein paar Längen zwischendrin, dafür ist das chaotische Finale mit allen Beteiligten aber äußerst unterhaltsam und erstaunlich actionreich. Davon hätte ich liebend gerne mehr in den bisherigen Filmen gesehen. Darüber hinaus erneut einige echt gelungene Studio-Sets und Drehorte. Kann mir immer noch nicht erklären, warum die Production Values für diese Komödien so viel höher zu sein scheinen als für die eigentlichen Horror-Abenteuer. Trotzdem hat mir dieser Teil nicht ganz so zugesagt wie der später erschienene Mumien-Ableger. Vielleicht liegt das jedoch nur daran, dass diese Art von Humor sehr schnell ermüdend werden kann und die Jokes streng genommen mit nur minimaler thematischer Variation recycelt werden. Soll heißen: Hat man einen ihrer Filme gesehen, hat man sie im Grunde alle gesehen. 6/10



So, damit hätte ich von Universal zufriedenerweise nun die Mumie, Dracula, Frankenstein und den Wolfsmenschen komplett abgehakt She-Wolf of London von 1946 zählt für mich nicht, weil das Film Noir Crime Suspense Mystery sein soll, aber, und ja, das ist ein Spoiler, absolut keinerlei Werwölfe oder sonstige übernatürliche Elemente enthält. Nächstes Mal geht es hier dann wohl unsichtbar weiter, ansonsten fehlen von den Klassikern nur noch Creature from the Black Lagoon und die Resterampe der 50er.