Für mich ging dieses Jahr auch viel mehr klar, aber war bei vielen auch nicht mit so viel Spannung dabei wie sonst schonmal oder kannte die Filme noch nicht. Das einzige, was mich wirklich gestört hat, war der Animations-Oscar. Ich hoffe eines Tages bekommen die Leute von Cartoon Saloon noch die Anerkennung, die sie verdienen. Mich schmerzt es, Disney hier vorne zu sehen, selbst wenn die Filme an sich ganz gut sind, weil der Laden in meinen Augen so massiv nachgelassen hat in den vergangenen gut 15 Jahren. Big Hero 6 ist alles andere als schlecht, aber letztenendes ein Produkt vom Fließband, und das sieht man.
Wenn dagegen ein paar Enthusiasten aus Irland kommen und etwas abliefern, bei dem man das investierte Herzblut in jedem einzelnen Frame sehen und spüren kann, werden sie schon ignoriert, weil es an Namen und Aufmerksamkeit fehlt. Nicht nur bei denen, die selbe Geschichte wiederholte sich oft genug. 2009 fand ich sowohl Coraline als auch The Secret of Kells besser als Up. Oder 2013 Ernest & Celestine! Die Europäer mit einem Zehntel oder Zwanzigstel oder kleinere Studios wie Laika mit einem Drittel des durchschnittlichen Disney-Budgets haben nicht so viel Geld zur Verfügung, aber machen mit ihren Möglichkeiten großartige, mitreißende und berührende Meisterwerke, die Disney unter den selben Umständen schon lange nicht mehr hinkriegen würde.
Wie bei der Verleihung gestern gesagt wurde, kommt es nicht auf Budget oder Einspielergebnisse an, sondern letztenendes zählt nur der Film. Aber dann wundert es mich, wie oft übersehen wird, wie offenkundig overproduced oder steril und austauschbar viele der jüngeren "großen" Animationsfilme sind, die dabei eine tiefere Resonanz vermissen lassen. Und die Jury dabei völlig missachtet, dass für andere, vermeintlich kleinere Werke viel größerer Aufwand betrieben wird (ParaNorman) oder viel kreativere, eigenständige visuelle Stile und Designs entworfen werden, die es vorher so noch nicht gegeben hat (The Secret of Kells, oder aktuell Prinzessin Kaguya). Ich denke schon, dass sich die Academy da von der Blendwirkung des Konzerns beeinflussen lässt (und man stelle sich nur den Fallout der Fanboys & Girls vor, wenn Frozen letztes Jahr nicht gewonnen hätte).
Ich meinte wirklich Hugo (Cabret), der zwar nicht "Bester Film" gewonnen hat, aber dennoch imho zu Unrecht damals satte fünf Oscars abräumte. Aber natürlich hast du Recht, The Artist aus dem selben Jahr ist ein noch viel besseres Beispiel dafür, welches mir bei dem Beitrag entfallen war.






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Bei 50 Shades sieht es ähnlich aus. Nur weil sich viele Leute etwas anschauen, heißt das nicht zwangsläufig, dass sie das Gesehene auch gut finden. Aber selbst wenn es mal so wäre - ein Preis für einen furchtbaren Film zu vergeben, das wäre es imho wert, wenn dafür im geichen Zuge zehn Preise an richtig gute populäre Genrefilme gehen, die bei den Oscars von Vornherein übergangen oder allenfalls auf die Abstellgleise mit dem Technikkram verwiesen werden.